Entdeckelungswachsschmelzer - wie einstellen?

  • Hallo,

    dieses Jahr habe ich erstmals eine größere Menge Melzitosehonig geerntet. Nachdem ich mich hier im Forum schlau gemacht hatte, habe ich mir einen Entdeckelungswachsschmelzer (von Logar) gekauft.

    Am Montag ist das Teil endlich hier angekommen. Nach dem Reinigen habe ich erst einmal eine Runde Deckelwachs geschmolzen, erst mit 70, dann mit 75, zuletzt mit 85 °C. Zuletzt blieb zwar ein undefinierbarer Schmodder auf dem Siebblech übrig und das Ganze hat fast den ganzen Tag gedauert, aber es kam schon eine erstaunliche Menge Honig dabei heraus.

    Heute habe ich es mit den ersten Melizitosewaben versucht. Ergebnis: Wenig Honig, wenig Wachs, aber viel von einer zähen, konfitürenähnlichen Masse, die Bienen verrückt macht und für nichts zu gebrauchen ist.:(

    Leider gibt es in der Gebrauchsanleitung nur allerhand Vorschläge, wofür der Schmelzer eingesetzt werden kann, aber keinerlei Empfehlungen, welche Temperatur für die einzelnen Einsatzzwecke eingestellt werden soll.

    Da es ja hier einige Leute mit einem solchen Gerät gibt, die Frage: Was stellt Ihr fürs Wabenschmelzen ein?

    Auch wenn ich weit über 100 Melzitosewaben habe, möchte ich dann doch nicht weitere mit Versuch und Irrtum verderben, bis ich die richtige Einstellung gefunden habe. Oder habe ich eine besonders hinterhältige Sorte Melzitose wo gar nichts geht?


    Etwas ratlos

    Quirin

  • Wobei ich Dir aus Erfahrung sagen kann, daß Du die Zeit des Schmelzens nützen kannst und schon einmal ein Loch buddeln solltest.

    Für den Honigschmodder aus der Melezithose.

    Wenigstens das Wachs kannst du aber retten.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Moin zusammen,


    ich habe den Deckelwachsschmelzer vom Fritz und schmelze damit eigentlich nur das normale Entdeckelungswachs.

    Wenn ich ihn anschalte, dann versuche ich es mit 1...2h mit moderater Temperatur (40°C) und dabnach drehe ich ihn voll auf.

    Trotzdem bleibt auch bei mir oft eine breiige Masse, die nicht so richtig schmelzen will. Dann nehme ich einen Holzspatel und kratze das etwas auf und dann geht das Zeug durch.

    Ich vermute, dass es der Propolisanteil im Wachs ist. Oder?


    Gruß Jörg

  • Volle Kanne. 90 Grad bei dem Logar-Schmelzer (Empfehlung von Bienenweber)

    Ca 2-2,5 Stunden, dann ist alles geschmolzen.

    Anschließend warten, bis der Wachs fest genug ist.
    Mein süßer Gehilfe meint, der "Knatz/Schmodder" schmeckt wie Karamellzuckersteine.


    Geschäftstüchtige Imkern können ja Bonbons daraus formen und als besonderes Leckerli an extreme Süßmäuler verkaufen:cool::lol:


    Viele Grüße

    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ja, auf der Zunge wie Karamellzuckersteine mit Glassplittern.

    Ich hab vieles versucht, aber das Zeugs aus der hellen Melezithose ist zu nichts zu gebrauchen.

    Als ich es mühsam im Frühjahr aufgetaut und den Bienen verfüttert hatte, haben die es teilweise wieder vorne beim Flugloch rausgebracht.

    Grüße an alle


    Michael




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    (Mark Twain) Donald Duck

  • das Zeugs aus der hellen Melezithose ist zu nichts zu gebrauchen.

    sehe ich genauso beim hellen Meli. Selbst im Schmelzer bei 110C kommt da nicht sehr viel unten an. Das ganze Sieb ist oben mit festen karamellisierten Brei voll.



    grüße Stefan

  • Hallo,

    und vielen Dank für die interessanten Erfahrungsberichte und Ratschläge, die mir wirklich sehr weiter helfen.

    Ich hatte die Waben ja alle vorweg geschleudert und habe jeweils nur die mehr oder weniger große verbliebene Restmenge zu bearbeiten.

    Was sich ausschmelzen lässt, ist ein sehr dunkler, wohlschmeckender Honig. Das was auf dem Lochblech verbleibt, ist teilweise zäh, überwiegend aber eher bröckelig, jedenfalls im warmen Zustand und hell.

    Eine teilgefüllte Wabe, die im Freien am Stand verblieben war, enthält auch jetzt noch Zellen, die mit weißem Honig gefüllt sind, obwohl sich Bienen und Wespen tagelang abgemüht haben.

    Ich hatte mir schon ausgerechnet, dass der Schmelzer sich schon dieses Jahr zur Hälfte bezahlt macht; das wird aber wohl nix.

    Pro Durchgang (13-14 DN-Waben) ernte ich ca 5 kg Honig und eben das Wachs - und einige kg dieser süßen, unbrauchbaren Masse.

    Leider haben wir auf unserem Hof keine Schweinehaltung mehr, sonst könnte man sie vielleicht darüber verwerten.;)

    In einigen Tagen bin ich fertig und freue mich, dass ich über 25 Jahre Imkereierfahrung gebraucht habe, um sowas zu erleben.


    Noch einmal vielen Dank

    Quirin

  • Was macht man mit dem so "geernteten" Honig ?

    Bei einigen Stunden mit 60 - 80° erwärmtem Honig dürfte der HMF-Wert deutlich über 40 mg liegen und somit weder für die Bienen noch für den Verkauf zu gebrauchen sein.

    Oder sehe ich das falsch ?

  • Meiner ist jetzt im 3. Jahr und hat seine Kosten wieder drin.

    Allein durch den gewonnenen Honig, das Wachs ist quasi Zugabe.

    Grüße an alle


    Michael




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