Silphie und die Biogasbauern....

  • Weil das betriebswirtschaftlich so überzeugend ist, setzt sich auch so krass durch, oder?

    Eben. Ich habe mich mal mit einem Fachmann von der hiesigen Landesversuchsanstalt unterhalten. Die haben zwei Versuchsflächen. Seine Einschätzung:

    1. Das Säen der Silphie ist noch kein brauchbares Verfahren. Das Pflanzen ist aber mit ca. 10.000 Pflanzen pro Hektar sehr aufwändig.

    2. Die Trockenheitsresistenz wird gegenüber Mais eher überschätzt.

    3. Schon geringe Mindererträge spielen für die Landwirte eine Rolle, weil die knapp kalkulieren und Silphie hat gegenüber Mais einen mehr oder weniger großen Minderertrag.


    Bei Biogasanlagen neueren Datums ist die Silphie ein wenig interessanter, weil die bei Mais weniger subventioniert werden. Aber das gibt nicht den Ausschlag.


    So oder so bleibt die Verstromung von Energiepflanzen ein ökonomischer und ökologischer Irrsinn, an den wir Imker/innen uns nicht unbedingt hängen sollten


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich als...

    ...Totallaie...

    möchte dem:

    So oder so bleibt die Verstromung von Energiepflanzen ein ökonomischer und ökologischer Irrsinn, an den wir Imker/innen uns nicht unbedingt hängen sollten

    unbedingt beipflichten. Wenn ich über EEG und Steuergeld den Unsinn schon mitbezahlen soll, dann würde ich mich über die Silphie als anteiligen Schadenersatz schon freuen.

    Ansonsten muss ich mich auf die Freude beschränken, daß Steuergeld endlos vermehrbar ist...

  • Von der Silphie hatte ich mehr auch mehr versprochen da es mal hieß, sie wäre eine gute Trachtpflanze von 4 Völkern einen 20kg Eimer geerntet und dann mit Schrecken ganz schnell gefüttert. Soviel dazu....

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • sacht mal ey, mal n Spur langsamer bitte.


    Die Silphie steht hier das vierte Jahr, 25 Meter in Doppelreihe. So kurz wie dieses Jahr hat sie in den Jahren vorher noch nie voll geblüht, so früh sah sie noch nie so trocken aus, so haltlos war sie vorher noch nie, die knickt seit Wochen um. Die wilden Sämlinge im zweiten Jahr sind kaum hüfthoch geworden und haben höchstens einen Stängel getrieben, alle beide! Und trotzdem blüht sie noch, sie wird besucht, sie liefert Pollen für alles, was da noch fliegen mag.


    Und ich habe sie auch dieses Jahr nicht gedüngt, nicht gewässert, und nicht gestützt. Hätte ich tun können, aber ich wollte sie auch in diesem extrem trockenen Jahr mal so richtig testen. Im Vergleich zu den Maisreihen in der dritten Reihe (offenbar gab es stellenweise so eine Art "Vorweghächslung" der vordersten Reihen) sieht sie aber quasi gesund und saftig aus.


    Wenn sie blüht, dann ist doch die Honigernte quasi eh durch. Mittelspäte bis späte Ernten bekommen davon noch was ab, aber der Rest geht doch in den Völkeraufbau. Und dafür ist die super. Sogar dieses Jahr noch beachtlich. Ohne Regen, ohne Dünger, ohne sonstwas. Wenn da gar nix kommt, dann stimmt was nicht. Wühlmaus mag sie nicht. So mal als Schuss ins Blaue.


    Grüße

    Holger

  • Bei mir habe ich auch eher den Verdacht, dass sie vor allem Pollen liefert in einer Zeit, wo es sonst wenig zu finden gibt. Sobald das Springkraut zu blühen anfängt, sind die Bienen sowieso zum Nektar sammeln hauptsächlich dort.


    Ich mag die Maisfelder auch nicht, aber ich kann es verstehen, dass jemand das anbaut, mit dem er momentan noch wirtschaften kann. Wir hätten gerne Raps ohne Spritzmittel und danach eine Blühmischung und zwischendrin Streuobstwiesen. Mittlerweile zahlt man teilweise vierstellige Pachten je Hektar. Das ist nicht mehr einfach zu erwirtschaften.

    Was die dauernde Landwirt-Schelte hier im Forum angeht: Jeder kann ja mal probieren, dem Landwirt vor der Haustür als Feld für die Bienen eine Fläche zu bezahlen, die er dann nach euren Wünschen bewirtschaftet. Fragt doch einfach mal wieviel Geld ihr dann drauflegen müsst, wenn er eine Blühmischung statt Mais anbaut und schaut wie ihr das mit dem Honigverkauf wieder reinholt :/

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)