Silphie und die Biogasbauern....

  • Bislang hatte ich gehofft und der Silphie eine Existenzberechtigung auf kleineren und unförmigen Flächen eingeräumt. Irrtum!

    Im Nachbardorf hatte ein Biogasbauer seine Anlge erweitert und vollmundig verkündet, daß deswegen kein einziger Hektar Mais mehr angebaut werden würde als vorher. Großr PR-Aktion mit beschilderten Blühstreifen auf den Vorgewenden etc.

    U.a. pflanzte er als Test auch Silphie auf ca. 1/2ha anmoorigen Acker. Gestern habe ich mir den Acker mal wieder angeguggt. Die Silphie war nicht nur ohne nennenswerte Blüten und vielfach vertrocknet, sondern auch nur 50cm hoch. Dabei ist Silphie nicht nur trockenheitsunempfindlich, sondern eigentlich auch ca. 2m hoch. Nur am Rand des Schlages, da wo von nebenan Mineralischer Dünger auf die Silphie geflogen war, erreichte die Höhe ca. 1,5m.

    Ich gehe davon aus, daß der Landwirt die Silphiefläche nicht gedüngt hat und als ökologische Ausgleichsfläche oder so ähnlich angemeldet hat.

    So werden denn die Hoffnungen von Silphie für die Imkerei ad absurdum geführt.

    Man kann nicht so dämlich denken, wie es hinterher blöde kommt.

    Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Wann hat er denn gepflanzt? Im ersten Jahr ist meine auch nicht viel höher geworden als einen 1/2 m, erst im 3 Jahr hat sie voll geblüht...( hab einen sehr trockenen Standort und kann nicht gießen, trotzdem hat sie überlebt, auch ohne Dünger)

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,

  • So werden denn die Hoffnungen von Silphie für die Imkerei ad absurdum geführt.

    Man kann nicht so dämlich denken, wie es hinterher blöde kommt.

    Klaus

    Hast Du mir dem Bauern darüber gesprochen?


    Ich finde die Aussage echt ein starkes Stück, schließlich hast Du mit dem Bauern keinen Vertrag über irgendwas.

    Er kann ja nicht wissen, dass Du Dir Hoffnungen gemacht hast, und Du kannst auch nur vermuten, obs am fehlenden Dünger liegt, oder an einer "normalen" Entwicklung. Wenn Du mit dem Bauern gesprochen hättest, wüsstet ihr beide von Euren Plänen.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Soweit ich weiß kommt da auch im ersten Jahr nicht viel. Erst ab dem zweiten Jahr treiben die richtig aus. Wir haben hier bei uns auch ein Testfeld , jetzt im zweiten Jahr und das blüht sehr üppig.

  • BaarImker : Und genauso hat es auch ca. 3 Vegetationsperioden dort ausgesehen. Dieses Jahr jedoch ist die Silphie nicht gedüngt worden. Das habe ich ja beschrieben und entsprechend sieht sie aus.

    Als ökologische Ausgleichsfläche, nämlich ohne jeden Dünger und vorher abgeerntet und mit Bodenverfestigung, verliert Silphie offensichtlich jeden Wert für die Imkerei! Dafür ist mir dieser Acker eher Beweis, als irgendwelche gehegten Silphieeinzelpflanzen im Hausgarten.

    Für mich ist dieser Acker übrigens ohne Bedeutung, weil unser Pächter im nächsten Frühjahr bei uns hinterm Haus auf ca. 1,5 ha Silphie als Untersaat aussähen und nicht pflanzen soll. Wenn dann in 2020 die ersten Blüten da sind, sollte es für meine Ableger und auch WV vor der Heidetracht dicke reichen. Da dürfen dann auch Nachbars Bienen naschen kommen.

    Wir und auch andere in einer ähnlichen Situation müssen sich dann nur dagegen wappnen, daß sie mit Silphie auf einer ungedüngten ökologischen Ausgleichsfläche abgelinkt werden.

    Langfristig kann es sogar wirtschaftlich sinnvoll sein, die Investition zu wertloser Silphie zu tätigen, denn mir fällt gerade keine perennierende landwirtschaftliche Nutzpflanze ein, die ich nur einmal etablieren muß und dann ohne jede Bodenbearbeitung vergessen kann und das für Jahre....

    All den landwirtschaftlichen Totallaien unter den Imkern einen geruhsamen und empörungsfreien Abend wünscht ...Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Hallo Klaus,

    die Silphi alleine wird deinen Ablegern Pollen bringen, aber sogut wie keinen Nektar. Wenn du dich darauf verlässt, kannst du sie abschreiben und es spricht nicht für dich als Imker - mit oder ohne

    Düngung. Ich hab ein Feld von ca. 3 Ha. schon seit Jahren ca 500 m von meine Bienen entfernt, wird jährlich regelmäßig mit Biogülle gedüngt, außer Pollen nichts festzustellen.

    Ohnhin keine Jahreszeit um noch Honig zu ernten- ausser Heide vielleicht.-

  • Wenn grundsätzliche Rahmenbedingungen gegeben sind und die Pflege fachgerecht erfolgt, sollen Nektarerträge bis 150 kg/ha möglich sein:

    https://www.chrestensen.de/durchwachsene-silphie.html

    Zum Vergleich: PRITSCH gibt z.B. für Buschmalve an: 57 - 170 kg/ha, für Linde 150 - 600 kg/ha. Silphium benennt er mit Nektarwert 3 und Pollenwert 2 (zusammen mit Goldrute und Sonnenauge: S. 144/Nr. 159).

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  • Wir und auch andere in einer ähnlichen Situation müssen sich dann nur dagegen wappnen, daß sie mit Silphie auf einer ungedüngten ökologischen Ausgleichsfläche abgelinkt werden.

    (...)

    All den landwirtschaftlichen Totallaien unter den Imkern einen geruhsamen und empörungsfreien Abend wünscht ...

    Na Du teilst ja aus. Das strotzt ja nur so vor Fachkenntnis. 😂😂😂

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...denn mir fällt gerade keine perennierende landwirtschaftliche Nutzpflanze ein, die ich nur einmal etablieren muß und dann ohne jede Bodenbearbeitung vergessen kann und das für Jahre....

    Du möchtest das der Landwirt die etablierte Silphie jährlich bodenbearbeitet? Super Idee:thumbup:

    Erklär das doch bitte dem Bauern und berichte dann hier was er gesagt hat !

  • Sauerländer : Du scheinst ein Zweitnick zu rase zu sein!

    Ich habe festgestellt, daß es keine perennierende (Fremdwort für: ausdauernd, mehrere Jahre blühend) Pflanze gibt, die von der EU als Pflanze, Frucht für EU-Ausgleichsfläche o.ä. genehmigt ist, und, wenn sie einmal erfolgreich etabliert (Fachausdruck für: angesät, ausgepflanzt) ist und nicht grob mißhandelt wird, keine weiteren Kosten für Saatgut und oder Bodenbearbeitung mehr verursacht. Wie rase und Du sicherlich wissen, kosten alle gebräuchlichen und zugelassenen Zwischensaaten etc. wie Senf, Ölrettich, Phacelia, Sonnenblumen auf den Ausgleichsflächen etc. echtes Geld für die Bodenbearbeitung, das Saatgut usw..

    Es kann also betriebswirtschaftlich sinnvoll werden, die höhere Anfangsinvestition für Silphie zu tätigen! Wer lesen kann, ist eben weit im Vorteil!

    Solltet Ihr rase (und/oder) Du Bedürfnis nach erklärenden Ausführungen, auch zu betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen, haben stehe ich auch über PIN zur Verfügung.

    Bis also demnächst .Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Weil das betriebswirtschaftlich so überzeugend ist, setzt sich auch so krass durch, oder? Diese dummen Bauern, warum fragen die nicht mal den schlauen Klaus!? Es könnte so einfach sein, zum Haare raufen...


    😂😂😂

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