Begattungseinheiten Wespensicher ausstatten

  • Ich habe dieses Jahr auf Grund des hohen Wespenaufkommen Probleme mit meinen MP Begattungseinheiten.

    Nachdem ich wohl die MP Einheiten zu schwach gebildet hatte, werden sie sehr stark von Wespen heimgesucht, die auch bei 2 bienenbreiten Fluglöchern nicht ausreichend abgewehrt werden können. Startmenge an Bienen waren wie im letzten Jahr 2 Suppenkellen voll ( 350-400g).


    Wie habt ihr das dieses Jahr gemacht und welche Möglichkeiten hätte man noch?


    Liebe Grüße Bernd

  • Welche MP Begattungseinheiten hst Du denn? 350-400g scheinen mir schon sehr wenig.


    Aber ich stelle auch Wespenfallen auf, vor allem in Jahren wie in diesem, wo tausende von Wespen um die Beuten ziehen...

  • ...stelle auch Wespenfallen auf, vor allem in Jahren wie in diesem, wo tausende von Wespen um die Beuten ziehen...

    FranzXR :

    1. Hast Du schon einmal Dir die Mühe gemacht, den Fang auch auszuwerten? Wieviele Wespen sind da wirklich in den Fallen und wieviele andere Insekten, die für Honigbienen völlig irrelevant sind und - nicht zuletzt - wieviele Honigbienen?

    2. Welches Alter hatten die gefangenen Wespen, waren es überwiegend Alttiere, die für die Erbeutung von Eiweißnahrung ohnehin nicht mehr relevant sind?

    3. Hast Du schon einmal überlegt, Deine Kö.zuchttermine etwas vorzuverlegen oder die Begattungseinheiten auf Mindestverteidigungsstärke zu bringen?

    4. Wie zählst Du eigentlich die Anzahl der Wespen, die Deine Bienen gefährden und wieviele Honigbienenvölker/Begattungseinheiten haben die bei Dir schon umgebracht?

  • Jetzt, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, hast du nur wenige Optionen.

    Satt verstärken und verbringen oder auflösen.

    Wespen zeigen nur auf, wo du Fehler gemacht hast.

    Wenn dann noch räubernde Bienen kommem, wird es richtig brisant.

    Gruss, Elk

  • Dieses Jahr ist es ganz lokal hier vor Ort OK.


    Das gab es auch schon mal durchaus anders.

    Wenn ich mir die Imkerbluse und Handschuhe beim Füttern anziehen muss und es Angriffe und Einflugversuche hagelt, dann fand ich das ganze Gerede von wegen einem gesunden Volk machen Wespen nichts aus und die schaffen das Blabla nicht mehr so passend.

    Gerade kleine(re) Einheiten haben richtig Stress und Stress ist je nach Menge auch richtig Cheyse.

    Wenn sie regelmäßig Bienen wegholen, holen sie keinen Zucker, ganz einfach. Und wenn sie sich für Honig interessieren, wären es eher die alten.

    Mir persönlich war es recht wurscht, welche Altersstruktur in den Wespenfallen drin war. Auch find ich die Suppe nicht untersuchungswürdig, ich kippe die weg und fertig. Bei Massenvorkommen kann's so schrecklich nicht sein, dass ich persönlich deshalb nicht mehr schlafen würde. Ein paar Fliegen waren mit drin und geschätzt auf 500 Wespen ganz eventuell mal eine Biene. In einer hatte ich eine Hornisse, sorry, Kollateralschaden.

    Ein Bienenstand ist ebenfalls ein Massenaufkomnen selbst geschaffen, klar. Aber keine Wespenpommesbude und kein Risikofreizeitpark für Imker.

    Da bin ich total engstirnig-egoistisch und dazu steh ich auch und wie gesagt, kann ich gut mit schlafen.


    Dieses Jahr (noch) ohne Wespenfallen


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Bei mir werden jedes Jahr ein paar Einheiten platt gemacht:(

    Ich laß das geschehen! Da peppel ich nix.

    Die Abwehrbreitschaft ist genetisch bedingt und die Natur "züchtet" und "selektiert" hier auch in meinem

    Sinne mit. Was klein Hänschen nicht kann wird Hans auch nicht machen..

    Es ist natürlich schade für dich, du hast bestimmt leider keinen Ersatz?

    Wenn die Minis in angemesener Zeit nicht ne 2e Zarge brauchen ist es eh nicht schade drum;)

    Ich mach die auch eher was schwach, und was von alleine nicht hoch kommt, kommt eben von meiner Hand in den Himmel.

    Ich hab noch genug Apidea stehen und mächtig Wespen und Hornissen Schwirren:cursing:, aber die Bienen machen die Tür zu, Keine Chance für die Gelben! Das hat nach meinem Dafürhalten nix mit Volksstärke zu tun. Auch in schon etablierten Ablegern kann sich so eine Disposition zeigen.

    Wenn dann noch räubernde Bienen kommem, wird es richtig brisant.

    :!::!:

    Also schau das du Bienen mit Aufpassergenen hast.

    LG

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Jo Marion, versteh voll und ganz!

    Ich liebe es auch nich gerade wenn Wespen wie Stuckas in geöfnete Kisten stürzen, aber meist kommen die da nicht an, die Flack ballert zurück.....

    Schlimm ist es, ich hörs am Summton, wenn die Biester kommen, und mir dann ständig im Verschwitzten Gesicht unter die Brille krabbeln wärend ich ne Wabe in den Händen halte...

    Aber gestochen worden bin ich von denen dieses Jahr noch nicht.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

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    W. Churchill

  • Es ist schwer, hier "gerecht" zu sein. Früher hab ich auch Wespenfallen aufgestellt, mit gelber Limo gefüllt. Darin befanden sich eigentlich auch immer nur Wespen.

    Heute verteidige ich die Wespen. Im Radio höre ich von aggressiven Biestern und werde auch manchmal angesprochen.

    Aber der "Normalo" verwechselt hier aggressiv mit aufdringlich! Nur weil's suchend um einen herum schwirrt, sticht's noch lange nicht!

    Wespen halte ich für sehr clever:

    Sie finden meistens, im Gegensatz zu Bienen, den Eingang/Zugang zu einer Futterquelle und auch wieder da heraus. Z.B durch ein gekipptes Fenster ( oder ein klitzekleines vergessenes Bohrloch in der Schleuderraumtür :cursing:)


    Trotzdem hatte auch ich dieses Jahr einen Verlust eines Völkchens durch Wespen. Letztendlich Eselei meinerseits: Zu spät bemerkt, zu spät verstellt usw...


    Und eine zweite Ärgerlichkeit ist auch passiert:

    Mein gut in der Gartenhütte deponiertes Futterfass lockte die Wespen, welche unbemerkt in der Zwischendecke der Hütte wohnten, auf Einmal in das innere der Holzhütte.

    Normal kommt da von Außen nichts rein, aber in diesem speziellen Fall haben sie eben doch einen Weg gefunden.

    Hunderte von Wespen in der Hütte und über den Abluftschlauch auch im Fass.

    Das zu schwere volle Fass war nicht transportierbar.

    Verschließen und tagelanges fächern und lüften half nix: weiterhin hunderte von Wespen in der Hütte.

    Letztendlich mussten wir hier die Keule auspacken und das Wespennest in der Decke zerstören.

    Es hat mir in der Seele leid getan.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Die zwei in Massen vorkommenden und sehr aufdringlichen Wespenarten muss man nicht mögen oder übertrieben schützen.


    Aber Wespenfallen im Freien zu verwenden ist in meinen Augen einfach nur dumm. Genau wie diese Elektro-Blaulicht-Fallen, die immer wieder auch in Discountern angeboten werden und von den unwissenden Leuten dann abends wegen der Stechmücken auf die Terrasse oder neben den Grillplatz gehängt werden, obwohl sie eigentlich nur für Innenräume gedacht sind.


    NUR dort können sie tun, wofür sie gedacht sind: Räume insektenfrei halten. Dort funktioniert das, weil die Zahl der Insekten dort sehr begrenzt ist und nur wenige nach kommen können.


    Draußen dagegen richten sie NUR Schaden an. Sie töten unzählige andere, oft schützenswerte Insekten völlig sinnfrei. Und noch viel wichtiger: Sie locken immer noch mehr Insekten von weiter weg an, die sonst überhaupt nicht gekommen wären.

    Und sie locken natürlich erst recht genau die Insekten an, die man doch eigentlich gar nicht an diesem Ort haben möchte!

    Das ist mit den Wespenfallen genau so.


    Wenn man sie falsch anwendet, werden die Probleme mit solchen und anderen primitiv-linear-gedachten Hau-Drauf-Einfachmethoden in der Regel eigentlich immer schlimmer, nie besser.


    Entweder nimmt man die Wespen hin oder man sucht die Nester und entfernt sie (soweit erlaubt). Alles andere ist nicht nur sinnlos und unnötig schädlich für andere Insekten, sondern auch noch kontraproduktiv für den eigentlich gedachten Zweck.

  • Ich habe keine Wespenfallen, an keinem meiner Stände.

    Im Gegenteil, in diesem Jahr habe ich ein riesiges Wespennest in einer meiner Beuten, die im Frühjahr leer mit in der Reihe stand und die ich einfach zu spät verschlossen hatte.


    Aber ich habe:

    -konsequent, das ganze Jahr über, die Fluglochkeile drin, auf "klein". Bei allen Völkern, bei jeden Temperaturen

    -die Böden offen, immer

    - meine Ableger im Mai erstellt, direkt nach der Frühtracht

    -meine Minnis groß genug erstellt

    -alle "Versager" abgeräumt und mit anderen vereinigt


    Was ich nicht habe:

    -Sog. "Ableger" im Format "schaun mer mal, vielleicht wirds ja noch was bis zum Winter"

    -"LEGO"-Völker getreu dem Motto: "Lass uns mal ein paar Brutwaben von anderen Völkern zuhängen" oder "ich hab hier noch 2 schwache Ableger, die schmeißen wir zusammen, wird sicher ein Bombenvolk"

    Wespen ziehts dort hin, wo sie möglichst viel Futter mit möglichst wenig Aufwand bekommen können.

    Daher liegt es an uns, dies gleich gar nicht erst lukrativ zu machen.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Das ganze Jahr das Flugloch auf klein. Bienen brauchen auch in der Tracht kein 46 cm breites Scheunentor. Muss hier noch viel öfters geschrieben werden.


    Der Hammer war jetzt auf dem Vereinsstand. Ca 10 Wirtschaftsvölker mit eingeengtem Flugloch. Dazwischen ein Ableger mit Bienen auf 3 Waben, Flugloch die gesamte Breite offen. Und weil das kein Flugloch ist, gibt es da auch keine Fluglochwache.

    Wer bringt den Leuten nur so einen Mist bei?


    Gruss

    Ulrich

  • Wespenfallen sind nur effektiv, wenn man schon im sehr zeitigen Frühjahr die Königinnen erwischt. Steht auch in der Beschreibung ...

    Durch die Öffnung passen auch keine Hummelköniginnen, die zur gleichen Jahreszeit unterwegs sind, um einen Nistplatz zu finden, und Bienen fliegen zu dieser Zeit lieber in die Weide.

  • Der Vollständigkeit halber möchte ich auf Grund der Fragestellung ergänzen. Es handelt sich in meinem Falle um 6er MiniPlus mit 5 Waben und einer kleinen Futtertasche und kleinem Flugloch.

    Ich verstehe die Argumentation mit es muss sich selbst verteidigen können und bin selbiger Ansicht. Darum werde ich für die nächsten Jahre die Einheiten dann halt besser/stärker machen.


    Es geht mir einfach um die Erfahrungen aus so einem "Wespenjahr", die im letzten Jahr zum Beispiel gar keine Rolle gespielt haben.

    Das die Wespen wie wild zu Dutzenden um die Beuten sind und du bei offenen Beuten nicht ungestört arbeiten kannst, ist dieses Jahr als extrem zu bezeichnen.

    Dabei spielt es bei mir keine Rolle, an welchem der Stände ich bin, sodass das Argument, stell die Kästchen wo anders auf nichts bringt. Und evt. will man sie ja gerade an diesem Ort wegen gewissen Abhängigkeiten haben.

    Ich habe auch unterschiedliche Genetik und z.B. an einem Volk "türmen" sich nahezu die Wespenkadaver am Ende des Anflugbrettes, doch dieses Volk möchten viele nicht unbedingt im Garten stehen haben ;-)


    Liebe Grüße Bernd