Aufzeichnungen und Stockkarten

  • Halöle,
    was zeichnet Ihr eigentlich alles auf bei jeder Durchsicht?
    Benutzt Ihr Stockkarten oder einfache Zettel? Welche Informationen sind wirklich wichtig, behalten zu werden? Gibt es Leute, die bestimmte Software benutzen?
    Bitte helft einem relativen Anfänger.
    Stefan aus Berlin


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: StefanR. am 2002-05-03 12:52 ]</font>

  • Hallo Stefan


    Wolfgang Golz hat in seinem Heft " Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse" ein sehr einfaches und vor allem effizientes System zur Körung bzw. Aufzeichnung der Leistungseigenschaften entwickelt. Es basiert auf einfachen Symbolen, die man nicht nur auf einen Zettel, Stockkarte, eine Kladde sondern genausogut mit Fettstift oder Kreide auf die Beuten anbringen kann. Nach nur kurzer Einarbeitung in die Symbolik ist man in der Lage sofort ein Volk zu beurteilen, bzw. zu bewerten. Es eignet sich für die Basiszucht nach Golz (Standbegattung der besten Völker) genauso wie für Rein - und Kombinationszucht aller Rassen und Möglichkeiten. (Standbegattung, Belegstelle, Insemination) Es ist Anpassungs- und Ausbaufähig in alle Richtungen.
    Die von Golz vorgeschlagene Vierertabelle kann für den Anfang genauso übernommen werden. Sie deckt praktisch alle vorkommenden Bewertungen ab, die nötig sind um die Völker genau zu beurteilen.


    Die Benotung erfolgt von 1 - 4 für :


    • = sehr gut
    • = gut
    • = unzureichend
    • = schlecht


    Diese Benotung wird aber nicht in Form unübersichtlicher Zahlenkolonnen dargestellt sondern in Symbolen die man sich sehr leicht merken kann.


    Als erstes die Klimafestigkeit. 
    Hier wird die Auswinterung beurteilt.
    Die Auswinterung spiegelt die Faktoren Brutzyklus, Winterfestigkeit, Robustheit und Wiederstandskraft wieder.
    Als Symbol für die Stärke der Auswinterung dient der Mond mit seinen Phasen; Vollmond, zunehmender Mond, abnehmender Mond, Neumond.



    Ähnlich wie die Klimafestigkeit läßt sich auch der Fleiß der Völker darstellen:
    Zum Fleiß gehören die Faktoren Fruchtbarkeit, Findigkeit, Langlebigkeit, Wetterhärte und Flugkraft.
    Als Symbol dienen die Berge. Die Völker erhalten einen Gipfel, eine Bergkuppe, eine Ebene oder ein Tal, je nach ihrer erbrachten Leistung.
    In die Symbole kann man noch die jeweils erreichte Leistung in Kg eintragen.



    Kommen wir zur Sanftmut.
    Für die Sanftmut stehen Wabenstetigkeit, Stechlust und Wabenflucht.
    Als Symbol dient der Hinterleib der Biene. Das sanfte und Wabenstete Volk hat keinen Stachel. die entstehende Rechteckform deutet auch auf die Wabe hin, die das Volk ruhig belagert. Mit erhöhter Stechbereitschaft wird das Symbol immer Spitzer, bis zum Pfeil für den Stecher. Das "+" in Symbol 1 deutet auf eine ganz besonders sanftes Volk hin.



    Als viertes und letztes Zeichen benötigen wir noch ein Symbol für die .Schwarmträgheit. der Völker.
    Als königliches Zeichen für ein Volk ohne die geringsten Anzeichen von Schwarmstimmung dient der Reichsapfel.
    Das "X" weist als Multiplikator-Zeichen auf einen "geräuschlosen" Königinnenwechsel hin. Stille Umweiselung oder angesetzte Weiselzellen die vom Volk aber selbstständig wieder abgebaut wurden werden dadurch gekennzeichnet.
    Das liegende "S" (umgekippte Schwarmneigung) zeigt ein Volk mit Schwarmstimmung, die aber lenkbar oder leicht zu beheben war.
    Das stehende "S" bedeutet natürlich, das Volk ist Schwarmlustig oder gar abgeschwärmt.


    Als Sonderzeichen für "ganz besonders hervorragende" Eigenschaften dient wie schon erwähnt das "+"Zeichen, das in das jeweilige Symbol gesetzt wird.


    Ein Elitevolk sähe demnach in der Bewertung so aus:

    Stark Ausgewintert mit guter Entwicklung, Honigertrag von 40 Kg, absolut Sanft, Wabenstet und keinerlei Anzeichen von Schwarm oder Umweiselung.


    Auch das folgende Volk wäre noch ein gutes und Nachzuchtwürdiges Volk:


    Stark Ausgewintert, mit überdurchschnittlicher Ernte von 32 Kg, sanft, aber etwas unruhig, will still umweiseln.


    Ein durchschnittliches Volk könnte man sich so vorstellen:


    ausreichende Auswinterung, Schleuderergebnis 17 Kg = Standdurchschnitt, etwas unruhig bei der Bearbeitung und ein Schwarmabgang konnte durch geeignete Maßnahmen gerade noch verhindert werden.


    Ein Volk dessen Königin nichts taugt und dessen Leistungen auch entsprechen sind könnte in den Aufzeichnungen so aussehen:



    Als Zuchtvölker sowohl für die Königinnen als auch für die Drohnenvölker kommen nur diejenigen Völker in Frage, deren Bewertungen in allen vier Punkten entweder gut oder sehr gut ist. Von allen anderen Völkern am Stand werden keine Königinnen nachgezogen und sie werden durch massives ausschneiden der Drohnenbrut kastriert.


    Für mehr und vor allem detailliertere Informationen über diese Körsystem empfehle ich die Seiten von Herrn Golz Basiszucht


    und natürlich die Lektüre seiner recht preiswerten Hefte.


    Viele Grüße und immer volle Honigtöpfe --- Harry ---

  • Danke lieber Harry,
    ich hoffe, dass Du mit dem System gute Erfahrungen gemacht hast und ich werde es mal ausprobieren.
    Stefan

  • Hallo Stefan,
    es ist eine wirklich einfache und leicht zu erlernende Notation für seine Völker.
    Eigene Symbole für andere Bewertungen sind sehr leicht selber zu entwickeln.
    Dies mal als Beispiel:


    Die Bedeutung sollte klar sein.


    Viele Grüße --- Harry ---