Schwammtuch: Abstände zwischen Behandlungen

  • zwischen den ersten nacherntlichen 3-4 Schawmmtuchbehandlungen/-anwendungen sollen, je nach Autor, Abstände von 4 bis max. 7 Tagen liegen.

    Wieso?

    Obwohl AS ja in die verdeckelten Zellen wirkt, würde ich sagen, 7 wären sicherer, denn bei 7 Tagen "erwischt" man auf jeden Fall auch die zu Behandlungsbeginn noch verdeckelten Zellen.

    Juli

  • Hi,


    Der Abstand zwischen den Behandlungen dient der Erholung der Völker, und wirkt als Blockbehandlung wirksam gegen die aufsitzenden Milben. Darüber hinaus stellt das Intervall sicher, dass Milben in verdeckelter Brut zweimal getroffen werden, die Wirksamkeit in die verdeckelte Brut ist zwar da, aber natürlich eingeschränkt.


    Junge Milben verbringen mehrere Tage im sog. Reifungsfraß, und sind aufsitzend ein leichtes Ziel, Altmilben werden verdeckelt geschädigt, bzw zwischen dem eintauchen in eine neue Zelle erwischt.


    Das Intervall zwischen den Behandlungen erlaubt es dem Imker außerdem, flexibel auf das Wetter zu reagieren, was ich für einen Vorteil des Schwammtuches halte.


    Beste Grüße


    Peter


    P.S. 4-8 Tage

  • Hallo


    meine Schwammtücher alle 4 bis 5 Tage drauf.
    Wenn das Wetter nicht mitmacht,
    auch mal schon nach 3 Tagen.

    Das ganze über 16 Tage:
    also Tag 1, weitere dazwischen und am Tag 16


    Es wirkt leider nicht immer in die Brut


    Und wir lesen auch die Milben aus.

    Die schnell in den Zellen sind überleben
    deshalb die kurzen Intervalle


    AS bekommen aber nur noch die Brutscheunen
    Der Rest TBE aber das ist hier OT


    Gruß Uwe

  • ...Es wirkt leider nicht immer in die Brut


    Und wir lesen auch die Milben aus.

    Die schnell in den Zellen sind überleben...

    Es wirkt eher wenig in die Brut.

    Begründung:


    1. Diffussion durch's Atemloch ist gering, da kaum "Luftbewegung" in der verdeckelten Zelle


    2. Pufferwirkung des Futtersafts (Eiweiße kompensieren Säurewirkung sehr gut)


    3. Kurzfristig hohe Konzentration an AS (das ist ja der Vorteil beim Schwanmtuch) - nach einem Tag ist kein AS mehr im Stock


    Bei Langfristbehandlung ist das anders - siehe Brutstopp.


    Schwammtuch ist für schnellen Einsatz gut, schädigt aber aufgrund des kurzfristig hohen AS-Gehalts die Jungbienen. Mache ich nicht mehr...

  • So langsam kommt mir der Verdacht, dass es bei Schwammtuch von oben auch eine Frage der Beute und der Rähmchen ist.


    Bei mir mit Kuntzsch hoch können sich die Bienen eventuell noch bis zu einer ausreichenden Verdünnung unten auf dem Rähmchen tummeln, da ist die AS bei DNM schon komplett durch.


    Wäre eventuell eine Erklärung, dass mir bisher erhöhtes Bienensterben bei dieser Methode nicht passiert ist.

  • Golz, Bremer(Kunnesa WLB), Bienenbox/Citybox = Kuntzsch hoch


    Wenn fette Honigkränze für Abstand zur Brut sorgen, gibt es bei AS und Thymol auch weniger Brutschäden bzw Weiselschäden, das hilft bei jedem Format.

    Allerdings gibt es auch die Meinung, das mit der Schädigung der weißen Brut, eine gewünschte Brutpause erreicht wird, bei der die Verstecke der Milben reduziert werden.

  • Erstaunlich, wieviele Handgranaten Bienenvölker überleben können sollen.

    Schwammtuch mit 60% Ameisensäure von oben - nach Henry

    Moin,


    mindestens genauso erstaunlich finde ich die Verdunstungsmengen, die hier gemeldet werden. Wenn das Schwammtuch eine Handgranate ist, dann haben die Langzeitverdunster in genannten Beispielen das Prädikat "Kosmischer Todesstrahl" verdient.


    Gut verträgliche Grüße


    Peter

  • PS: zur Bienenbox- die Box sollte zur Kurzzeitbehandlung mit Schwammtuch mit einer Platte auf dem Gitter und Abtrennbrett im Volumen begrenzt werden, ansonsten verpufft die Wirkung der schweren Ameisensäure im Leeraum unterhalb der ausgebauten Waben und im Boden nach hinten.

    Die beste Wirkung wird bei einzargiger Völkern erzielt, schon bei 2 zargigen war der Wirkungsgrad schlechter trotz Verdoppelung der AS-Menge.

    Bis zu 3x Langzeitbehandlungen bis in den September sind bei den Milbenzählern nicht so selten, wenn sie erst im August was sehen. Es wirkt bei den kühlen Nachttemperaturen so gut in die Brut. Trotzdem waren die Verlustraten bei einigen nicht unerheblich.

  • Erstaunlich, wieviele Handgranaten Bienenvölker überleben können sollen.

    Schwammtuch mit 60% Ameisensäure von oben - nach Henry


    mindestens genauso erstaunlich finde ich die Verdunstungsmengen, die hier gemeldet werden. Wenn das Schwammtuch eine Handgranate ist, dann haben die Langzeitverdunster in genannten Beispielen das Prädikat "Kosmischer Todesstrahl" verdient.

    Die Handgranaten werden vom Imker selbst geworfen - jedes Mal seine Einzelentscheidung. Mein Erstaunen rief die lange Kette von Würfen hervor, die in einigen geschilderten Fällen weit über einen Verdeckelungszyklus hinausgeht (zumal AS auch die Milben in der Brut abtöten soll).


    Wenn Langzeitverdunster aus ungeklärten oder vorher nicht abzusehenden Gründen einmal Betriebsstörungen zeigen, ist das nicht von einer imkerlichen Einzelentscheidung abhängig, erfolgt sogar gegen Imkers Willen und ist eben das, was die Vokabel bedeutet: eine Störung des regelrechten und imkerlich konzipierten Betriebsablaufes - also gerade das Gegenteil einer Kette von Handgranatenwürfen.