Probleme mit Hornissen

  • Täglich kann ich beobachten wenn ich meine Völker beobachte, daß Hornissen meine Bienen im Fluge wegfangen und fressen. Was kann ich dagegen tun, bzw. wer hat damit Erfahrung?

    MfG

    Reinhard:S

  • Hallo Reinhard,


    das ist um diese Jahreszeit (leider) völlig normal.

    Rechne mal grob, wie viele Bienen tatsächlich weggefangen werden und verrechne das mit der täglichen Anzahl momentan schlüpfender Bienen.

    Einem gesunden, starken Volk dürfte das nicht viel ausmachen

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Meine Beobachtung: Hornissen fangen ihr Zielinsekt im Flug. Wespen fleddern auch Bienenleichen oder sie dringen - ebenso wie Räuberbienen - in ungenügend verteidigte Beuten ein.

    Ich habe keinen Überblick über den Nahrungsbedarf einer Hornisse. Aber ich beobachte, daß sie als einzelne Jägerin auftritt (keine "Tracht".Information an Artgenossinen im Gegensatz zu räubernden Bienen). Und sie benötigt ca. 20 ... 30 min, ehe sie mal eine Biene (meist eine wegen ihrer schweren Ladung sehr flugträge Sammelbiene, die ohnehin schon eine alter Tante ist) erwischt. Dann verschwindet sie mit ihrer Beute auf eine Zwischenlandeplatz, schneidet sich das Filetstück (Flugmuskulatur) heraus und fliegt ab und bleibt eine lange Zeit verschwunden. Nehmen wir also an: alle 0,75 h eine Biene erbeutet x ca. 14 Flugstunden = 10,5 Bienen/Tag. Die Opferzahlen bei den Bienen sind also vernachlässigbar gering.

    Wer es nicht glaubt oder ganz genau wissen will, kann das mit Markierung jagender Hornissen überprüfen.

  • Bei gut entwickelten Bienenvölkern ist das kein Problem, insbesondere wenn sie vorlagern. Das machen sie aus meiner Beobachtung bei permanenten Angriffen durch Hornissen etc. (hier sehr viele dieses Jahr - am Bienenstand kontinuierlich 4 bis 6 unterwegs).


    Jedoch sind kleine Einheiten zur Begattung schon gefährdet, aber nicht allein durch Hornissen. Ich musste kürzlich eine Begattungseinheit auflösen, nachdem die Frauschaft sich wacker geschlagen hatte: Auf dem Boden des Begattungsablegers fanden sich


    2 tote Hummeln,

    5 tote Hornissen,

    ca. 25 tote Wespen

    unzählige Reste von Bienen;

    und vor dem Flugloch lagen nochmals einige "Gefallene" beider Seiten.


    Sie haben sich tapfer verteidigt, aber die Übermacht war wohl zu stark. Auch das kleine Flugloch half nicht. Die Jungkönigin ist natürlich auch hin.


    Die parallel dazu gebildeten Begattungseinheiten lagerten deutlich mehr vor. Dort hatte kein Eindringling eine Chance.


    Beste Grüße


    Rainer

  • zu dem Geschriebenen kann ich meine Zustimmung geben, bedrohlich ist der Verlust durch die Hornissen für ein Volk nicht. Die Entwicklung der Hornissenvölker nimmt auch zu, so das wir noch mehr Verluste an Bienen erwarten können. Jetzt möchte ich mal einen kleinen Tipp geben, aber es sollte sich keiner darüber aufregen, um dieses Problem abzubremsen.

    Einfach mal eine Klatsche (Brettchen) nehmen und die Profihornissen einfach wegklatschen, damit wird das Hornissenvolk nicht gefährdet und die nachwachsenden Hornissen müssen erst üben Bienen zu fangen. Damit kann man beide Völker schützen, meine ich.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • das war letztes Jahr kein Jahr für Wespen und Hornissen, und das merkt man an der Anzahl der Nester dies Jahr- Nestumfang auch unterdurchschnittlich auf Mecklenburger Seenplatte. In Berlin hat nur der Ablegerstand in der Wuhlheide ein paar Tage unter Wespenangriffen zu leiden gehabt, dann haben es die Wespen aufgegeben bzw andere Opfer gefunden. Keine Verluste bei Begattungsablegern, bei den Völkern ehe nicht. Da finde ich öfter tote Hummeln und Hornissen im Boden. Völker in der Nähe von Wespen und Hornissennestern reagieren auf Näherungsreize schon im Bereich von unter einem Meter. Auch auf Imker.

  • Meine Bienen haben schon drei Hornissen durch einknäulen platt gemacht. Wenn die

    sich aufs Flugbrett setzen, haben sie verloren.

    Hin und wieder wird eine Biene im Flug gefangen, aber wie oben beschrieben, dauert das ewig lange. Die Wachen werden auch gut trainiert.

    Es sollte für ein normales Volk kein Problem sein.

    Grüße Ralf

  • Bei mir gehen die schlauen Hornissen lieber nicht direkt vor den Beuten, sondern an den Blühpflanzen in der Nähe auf Bienenjagt, in dem sie direkt auf der Blüte sitzende Bienen oder Hummeln wegfangen.

    Auch ein Rähmchenstapel aus dem Dampfwachsschmelzer oder ähnliches, was Bienen anlockt wird sehr schnell von Hornissen als gutes Jagtrevier genutzt.

    Das macht aber überhaupt nichts, sei es ihnen gegönnt.

    Ich habe gerade vorige Woche aus den 14 stärksten Völkern 8Kg Bienen geholt um nochmal 4 Kunstschwärme daraus zu machen, was sind dagegen ein paar Hornissen...?:wink:

  • zu dem Geschriebenen kann ich meine Zustimmung geben, bedrohlich ist der Verlust durch die Hornissen für ein Volk nicht. Die Entwicklung der Hornissenvölker nimmt auch zu, so das wir noch mehr Verluste an Bienen erwarten können. Jetzt möchte ich mal einen kleinen Tipp geben, aber es sollte sich keiner darüber aufregen, um dieses Problem abzubremsen.

    Einfach mal eine Klatsche (Brettchen) nehmen und die Profihornissen einfach wegklatschen, damit wird das Hornissenvolk nicht gefährdet und die nachwachsenden Hornissen müssen erst üben Bienen zu fangen. Damit kann man beide Völker schützen, meine ich.

    Jetzt geht mir die Vorstellung nichtmehr aus dem Kopf wie du Ninjaartig vor den Völkern rumspringst und mit einem Holzbrettchen den Hornissen nachfuchtelst. :D

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Habe inzwischen drei Hornissennester in einem Abstand von fünf Metern um die Bienen - die kloppen sich eher miteinander als mit den Bienen. Diverse Hornissen haben schon ihr Leben vor den Kisten ausgehaucht....

    Insgesamt aber alles im grünen Bereich!


    M.

  • Wespen sind leichter, wendiger und geborene Jäger.

    Dagegen sind Bienen plumpe Sammler, die sich nur durch ihre schiere Masse gegen erstere behaupten können. Schwache oder kranke Bienenvölker nicht und das ist auch gut so.