AS nach 7 Tagen verdunstet

  • Hallo Imkerfreunde,

    ich habe in einem Volk mit dem Nassenheider Prof. behandelt mit 300ml AS großer Docht in einer vollen Dadant Zarge. Nach 2 Tagen Kontrolle habe ich auf den mittleren Docht gewechselt weil schon 100ml verdunstet waren. Jetzt nach sieben Tagen ist die Flasche leer. In Anbetracht dessen das die Behandlung 10-14 Tage laufen sollte frage ich mich nun was tun? Nochmal nachfüllen (möchte ich den Bienen nicht unbedingt zumuten) oder es bei 7 Tagen bleiben lassen? Über ein paar sinnvolle Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

  • In der Anleitung steht: 10 bis 14 Tage bzw. wenn alles verdunstet ist.

    Meiner war auch nach 7 Tagen leer und genug Brut geschädigt. Da haben wohl auch nicht mehr viele Milben überlebt. Befallskontrolle in 10 Tagen, aber ich glaube, das müsste gereicht haben.

    Gruß

    Wiebke

  • Die Königin habe ich danach noch nicht gesehen aber auch noch nicht wirklich gesucht. Frische Brut ist schon mal keine, aber das überrascht nicht wirklich. Heute erstmal Futter, in einer Woche suche ich mal intensiver nach Brut und Mutti. Dann hätte ich auch Reservedamen zum umweiseln, wollen wir aber nicht hoffen. Wäre da erste Mal bei mir dass ich unter Ameisensäure Königinnenverlust habe.

  • Wäre da erste Mal bei mir dass ich unter Ameisensäure Königinnenverlust habe.

    Na bei der geschilderten Konzentration würde mich das nicht wundern wenn die Damen auch massiv geschädigt wären und warum soll die Königin da eine Ausnahme sein. Ich denke Du hast auch noch nie 300ml in 7 Tagen verdunstet, eigentlich hättest Du den Docht anpassen müssen bis die Zielverdunstungsmenge pro Tag eintrifft/stimmt.

    Ist in der Gebrauchsanleitung nichts über den Einsatztemperaturbereich drin gestanden?


    Gruß

    Franz

  • Servus,


    Wenn man sich die, sicherlich nicht unberechtigte, Kritik an der Verdunstung von Ameisensäure im Schwammtuch anschaut, dann entsprach diese Behandlung jetzt ja neun aufeinander folgenden Schwammtüchern über sieben Tage. Im Grunde hätte dieses Volk ja völlig vernichtet werden müssen


    Interessant wäre zu wissen, ob dass Volk einen Knacks davon getragen hat.


    Beste schwammtuchauflegende und danach mit Thymovar behandelnde Grüße


    Peter

  • Tja: "eigentlich" habe ich angepasst, und in der Bedienungsanleitung steht : bis 35°C. Hier waren maximal 28....Das Volk sitzt friedlich auf 2 Zargen, nach Mutti gucke ich und gebe dann Nachricht. Toll gelaufen war das jetzt bestimmt nicht, aber nach Anleitung schon. Zum Glück habe ich die großen Wirtschaftsvölker alle nach TUB geführt. Ameisensäure mussten nur 3 Nachzügler ertragen. :|

  • Hallo Morlu,


    Kein Grund zur Besorgnis. Der Nassenheimer Professionell funktioniert bis 35 Grad.

    Ich hatte es oft, dass die Ameisensäure innerhalb von einer Woche verdunstet war.

    Wie du selbst geahnt hast, jetzt mit den Füttern beginnen

    und nach einer Woche kontrollieren ob Eier im Volk sind. Hin und wieder springt mal eine Königin über die Klinge, aber für gewöhnlich passiert nichts.

    Den größten Fehler den man jetzt machen kann, ist das gestresste Volk mit Mitteln weiter zu traktieren.

    Von Thymovar halte ich nichts, da es sich im Honig und Wachs anreichert. TuB ist mir zu arbeiitsintensiv.

    Viele meiner Imkerkollegen haben aufgrund des niedrigen Milbenfalls noch gar nicht behandelt. Ich halte das für falsch. Lieber weiter kontrollieren, ob sich nicht der Milbenfall plötzlich erhöht. Wenn nicht, die Behandlung im Dezember mit Oxalsäure abschließen.

    Meine Begründung für die schnelle Behandlung mit Ameisensäure ist, dass jede Milbe zu viel ist und auch die Übertragung von Krankheiten gestoppt werden muss.

    Ferner kann das Volk jetzt Milben und krankheitsfrei die Winterbienen bilden. Jetzt nicht knausern mit dem Einfüttern und die Bienen haben einen guten Start ins neue Jahr. Das ganze gilt natürlich nicht für Ableger aus diesem Jahr.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo,

    ich habe meine Völker nach Anleitung mit dem Nassenheider Pro behandelt und auch bei mir waren die Flasche nach 8 Tagen leer. Zwei Königinnen waren nicht mehr im Volk und ich habe schon zwei neue zugesetzt. Anscheinend waren die Temperaturen wirklich zu hoch. Falls im September noch erhöhter Milbenbefall festzustellen ist, versuche ich, eine weitere Behandlung mit Ameisensäure zu vermeiden. Das war eine Qual für die Bienen.












  • Hin und wieder springt mal eine Königin über die Klinge, aber für gewöhnlich passiert nichts.

    Na ja, aktuell begenen einem recht viele Meldungen von den Klingenspringerinnen.


    Wer die Chemo überlebt, dem ist nichts passiert?


    Dann ist ja alles gut ...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe nicht gesagt das die Behandlung gegen Varroa ohne Risiken ist.

    Jede Behandlung birgt das Risiko des Verlustes. Es ist abzuwägen, ob der die Behandlung oder der Einfluss der Milbe das größere Risiko ist.

    Für mich ist die Milbe das klar größere Risiko, auch wenn das nicht immer auf dem ersten Blick zu sehen ist. Kahl geflogene Völker, verkrüppelte Bienen, hohe Sterblichkeitsrate im Winter etc gehen meiner Meinung nach auf das Konto der Milbe. Daher lieber ein paar Königinnen auf Reserve ziehen für den Ausgleich als im Frühjahr das Böse erwachen.

    Freier Imker

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    Neutral und unbelastet.

  • Darum ging es mir nicht. Das die Varroa nicht die Alternative ist, ist klar.

    Jede Behandlung birgt das Risiko des Verlustes

    Bestimmt. Ich denke auch, das manch einer oder auch viele Anfänger besser mit Verdunster arbeiten oder das Schwammtuch werfen.


    Dennoch ist das Risiko nicht pauschal und nicht gleich.

    Wenn einige Königinnen bei der AS-Anwendung drauf gehen, die Bienen dezimeterweise aus dem Flugloch hängen und Brausen, die Brut drinnen verätzt ist und eine Legepause entsteht, dann sind das schon Zeichen, dass es sich hier auch für das Volk um starken Tobak handelt.


    Das ist meine ganz persönliche Meinung und mein Wohlbefinden dabei. Ich bin wahrhaftig kein Pingel in der Beziehung.

    Aber bei einer brutfreien Behandlung haben die Bienen zwar vorher Stress, um diesen Zustand hervorzurufen, und viel Arbeit beim Brutnestaufbau etc., jedoch sind Verlustrisiko, Todesraten (auchbei der Brut) und Unwohlbekundungen dabei deutlich geringer.


    Wenn eine Anwendung eine Todesrate von x Pozent nach sich sieht bei Jungbienen und den Königinnen, woher nehme ich dann die Gewissheit, dass die Überleben = gesund ist?

    Muss jeder selber wissen.

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    Hans Kasper