Königinnenzucht für Kleinimker

  • Hallo zusammen :)


    Ich bin Kleinimker und auch noch nicht so lange dabei, aber ich möchte mich trotzdem einmal an der Königinnenzucht (für den „Eigenbedarf“) versuchen. Habe mir bereits ein interessantes Buch gekauft, aber hätte gern ein paar mehr Praxiserfahrungen und Tipps.

    Wie kann ich am einfachsten und mit möglichst wenig Aufwand eine Königin nachziehen? Was haltet ihr von den verschiedenen Begattungskästchen? Es geht nur um Zucht im kleinen Stil, wenn mir ein Volk gut gefällt, dass ich mir davon ein paar Königinnen ziehen kann. Kennt ihr Kästen bzw. könnt ihr welche empfehlen, in denen man mehrere gleichzeitig ziehen kann?


    Danke für die Antworten :)

  • Über wie viele Völker verfügst Du denn? Um einen Anbrüter zu bestücken oder einen Sammelbrutableger zu bilden sowie um Begattungskästen zu befüllen braucht man mindestens 6 eher 10 Völker. Ansonsten Vermehrung über Brutwabenableger und dann, wenn gewünscht, umweiseln mit definiertem Material vom Züchter.

  • Ja, ich kenne Kästen in denen man mehrer gleichzeitig ziehen/Begatten kann, nein ich kann keinen davon empfehlen.

    Die Frage ist wie viele Königinnen du von einem Volk nachziehen willst
    .
    1-10 Königinnen? Dann machst du am besten normale zwei/dreiwaben Ableger. 1 Wabe von deinem Auserwählten Volk, die anderen von anderen.
    Nach 4 Tagen ziehst due alle Waben, auf den von dem Fremden brichst du alle Zellen, auf der von deinem Ausserwähltem Volk, brichst du nur die Verdeckelten. Dann einfach als Normalen Ableger laufen lassen und gut.

    Bis zu 30? 2 Sammelbrutableger machen und die normal nach Anleitung laufen lassen. Als Begattungskasten pro SBA 8 Ablegerkästen und die Restlichen in Segeberger Begattungskästchen (die neue Version des Kielers).

  • Hallo Kielerjung,


    wenn du nur wenige Königinnen ziehen möchtest, aber fremden Zuchtstoff einsetzen möchtest, dann kannst du dir das Verfahren "Zucht im weiselrichtigen Volk" (verlinkte Präsentation ab S. 17) anschauen.


    Es werden üblicherweise nur einige wenige Zellen gepflegt, die du dann auf Ablager verteilen kannst. Gegenüber dem direkten Brutableger hast du 3 Vorteile:

    a) du kannst auch von fremden Völkern nachziehen/ z.B. einen Umlarvtermin wahrnehmen

    b) du brauchst dein gutes Volk nicht zu schröpfen

    c) du verringerst das Risiko für das Gelingen des Ablegers, wenn du ihn bereits mit schlupfreifer Zelle startest.


    Du handelst dir dafür genausoviele Nachteile ein:

    a) du musst umlarven können (oder es jemanden machen lassen)

    b) du verlierst das Behandlungsfenster, wo du den Ableger absolut frei von verdeckelter Brut gegen Varroa behandeln könntest. (Außer du trennst diese Brut schon vorher von der Königin durch ein Absperrgitter)

    c) du musst einen genauen Zeitplan einhalten/ mehr Arbeitsschritte tun.


    Vorsicht, bei guter Tracht, werden die zu pflegenden Zellen im Honigraum schnell verbaut!


    Gruß

    Ludger

  • Es geht gut im HR; such mal unter Königinnenzucht im Honigraum; prinzipiell so...


    3 - 5 belarfte Näpfchen an einer Honigwabe befestigt;

    diesen HR auf den Boden des Volkes, weiterer HR darüber; Deckel drauf. Brutraum mit neuem Boden und Deckel um 180 ° verdreht daneben stellen.

    Nach 2 bis 3 Tagen Volk wie vorher zusammenbauen (Boden - BR - ASG - HRe), 2 Honigwaben tauschen gg. Brutwaben - neben die Wabe mit angepflegten Näpfchen hängen, um Wärme zu gewährleisten und kurz vor Schlupf der Königinnen diese auf Begattungseinheiten verteilen.


    Ergibt vollwertige Kö's und man kann die Larven vom gew. Volk nehmen.


    Ich habe "Dreier Böden" - da gehen 3 Einheiten drauf; ausreichend bis zur Begattungseinheiten. Nach Eilage umquartieren...


    Viel Erfolg


    Rainer


    Ludger war schneller...:daumen:

  • Im kleinen Stil für den Eigenbedarf würde ich dir den Sammelbrutableger empfehlen. Hier kannst du die Königinnen gleich im Standmaß in Ableger aufteilen. Begattungskästchen brauchst du nicht zwingend, wenn du nur für dich ein paar Königinnen ziehen willst bleib beim Standmaß, das spart Arbeit und Geld.


    Gruß Chris

  • Im kleinen Stil für den Eigenbedarf würde ich dir den Sammelbrutableger empfehlen. Hier kannst du die Königinnen gleich im Standmaß in Ableger aufteilen.

    Wie kann ich denn aus einem Sammelbrutableger mehrere Königinnen bekommen?

    Sie Weiselzellen ausschneiden und in mehrere kleinere Ableger hängen? Möchte es möglichst einfach halten ;)


    LG

  • Im kleinen Stil für den Eigenbedarf würde ich dir den Sammelbrutableger empfehlen. Hier kannst du die Königinnen gleich im Standmaß in Ableger aufteilen.

    Wie kann ich denn aus einem Sammelbrutableger mehrere Königinnen bekommen?

    Sie Weiselzellen ausschneiden und in mehrere kleinere Ableger hängen? Möchte es möglichst einfach halten ;)


    LG

    Hi,


    Die Zucht im Sammelbrutableger ist im Netz hervorragend beschrieben. In Kurzform:


    Ableger aus möglichst voll verdeckelten Brutwaben bilden, es sollten mindestens vier sein.


    Nach neun Tagen Nachschaffungszellen brechen, Oxalsäure sprühen, Zuchtlatte mit umgelarvtem Zuchtstoff einhängen. Nach einem Tag vorsichtig Annahme prüfen.


    Fünf Tage nach Bildung Zellen verschulen.


    Acht Tage nach Verschulen sind die Königinnen geschlüpft. Ich zeichne sie dann gerne.


    Sammelbrutableger auflösen und daraus Jungvölker bilden, oder eine zweite Zuchtserie ansetzen, Königinnen in Ableger, auf Belegstelle etc.


    Gibt aber wie gesagt exzellentes Material dazu hier im Forum, Yourohr oder sonstwie im Netz.


    Beste Grüße


    Peter

  • Im kleinen Stil für den Eigenbedarf würde ich dir den Sammelbrutableger empfehlen. Hier kannst du die Königinnen gleich im Standmaß in Ableger aufteilen.

    Wie kann ich denn aus einem Sammelbrutableger mehrere Königinnen bekommen?

    Sie Weiselzellen ausschneiden und in mehrere kleinere Ableger hängen? Möchte es möglichst einfach halten ;)


    LG

    Ganz einfach.

    Du baust dir einen Sammelbrutableger mit genügend verdeckelten Brutwaben zusammen. Nach 9 Tagen sollte ein Großteil der Brut geschlüpft und die Weiselzellen im Sammelbrutableger verdeckelt sein. An diesem Tag brichst du alle Weiselzellen aus und hängst einen belarvten Zuchtrahmen ein.

    Wichtig ist dass du vor das Flugloch ein Absperrgitter packst, dass dir keine Königin von irgendwo zufliegt. Dachte bis zu diesem Jahr dass ich darauf verzichten kann, wo soll denn eine Königin herkommen. 1 Tag nach dem Umlarven 3/30 angenommen, nachgelarvt nach 2 Tagen alles ausgeräumt. Beim aussieben ne Königin gefunden, ganze Arbeit für die Katz.

    Am 5. oder 10. Tag nach Umlarven teilst du die verdeckelten Zellen auf Ableger im Standmaß auf und gut is.


    Im Optimalfall kannst du pro Brutwabe die im Sammelbrutableger drin ist einen Ableger bilden, dann würde ich die Ableger aber mit einer verdeckelten Brutwabe verstärken.


    Gruß Chris

  • Gerade für Kleinimker ist der Brutschrank mehr Aufwand weil es gleich eine zusätzliche Anschaffung ist. Den brauchst du dann 1-2 mal im Jahr. Für eine Hand voll Zellen lohnt sich allein die Putzerei nicht.


    Einen Sammelbrutableger bildest du und nach 1 1/2 Wochen teilst du ihn auf. Wenn du zu viel Zellen hast kannst du sie immernoch in den Honigräumen deiner Wirtschaftsvölker fertig pflegen lassen. Kein zusätzliches Equipment außer die Zuchtrahmen die du ja sowieso brauchst.


    Ich habe dieses Jahr 2 Serien á 30 über SBA und 1 á 30 über Starter-Finisher so gezogen und kann noch gut auf einen Brutschrank verzichten.

    Eine andere Sache ist es wenn du 2 mal die Woche umlarvst und entsprechend viel Zellen ernten möchtest. Dann kommst du an einem Brutschrank auch nicht vorbei aber welcher Kleinimker macht das schon?


    Gruß Chris

  • Meiner Kleinstimkererfahrung nach ist nicht das Problem, wie man die Zellen anzieht und wo man sie pflegen lässt, sondern was man/frau dann extrem plötzlich mit den 19 Königinnen macht, die überraschend aus den großzügig kalkulierten 22 belarvten Näpfchen entstehen können. :eek: Die müssen dann nämlich schleunigst eigene Völkchen bekommen. In eigenen Kistchen oder was auch immer. Also die "Logistik hinterher" auch beizeiten bedenken, sonst wird es stressig. Die warten nicht!

  • So isses und der Kleinimker wird dann schnell zum größeren Imker...


    Wesentlich bei der Geschichte ist die Planung der Verwertung inkl. Material, Bienen, die eine neue Königin wollen und dann ggf. einen zweiten Standort, um Räuber auszuschließen. Das gehört alles dazu....

  • Gedöööhns!! Alaaarm! :lol::lol::lol:


    Klar geht das, im HR geht auch schön, das macht auch Freude aber Arbeit.


    Mein Problem ist dann die Zeit und die Planung und die unkalkulierbaren Überraschungen mit notwendigen Folgereaktionen. Wieder Zeit, wieder....


    Dieses Jahr habe ich das total relaxed dem Profi überlassen, habe unbegattete Königinnen zu 11 Tälern von bester Qualität gekauft, später noch ne fertige dazu.


    Und kümmer mich derweil um die Überraschungen auf den Zusatzschauplätzen wie Schule, Mopedbekloppter Noch-14Jähriger, Pferd und Waisenküken...ach ja, arbeiten muss ich auch noch und glaubt bloß nicht, ich hätte ne Haushaltshilfe :-?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper