AS Behandlung - Bienen fallen wie benommen vom Anflugbrett

  • Immer am zweiten Tag die abgetropfte Menge kontrollieren! Manche Doche des Nassenheider produzieren massiv überhöhte Mengen. Beim NH Prof ist der Schraubverschluss eine Schwachstelle.


    Ich habe alle meine NH Prof in die Mülltonne gehauen und arbeite nur noch mit dem NH Classic. Alle Dochte werden vorher mit destilliertem Wasser geprüft, da ich leider schon öfter extreme Ausreißer hatte.


    Hört sich jetzt vielleicht negativ an - ich würde den NH aber jedem Anfänger empfehlen. Es ist die Methode mit der höchsten Wirksamkeitsgarantie. Von "Sonderlösungen" sollten Anfänger lieber zunächst mal die Finger lassen...

  • Immer am zweiten Tag die abgetropfte Menge kontrollieren! Manche Doche des Nassenheider produzieren massiv überhöhte Mengen.

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    Von "Sonderlösungen" sollten Anfänger lieber zunächst mal die Finger lassen...

    AS Behandlung ist für mich eher eine Sonderlösung:

    Dosierung schwierig und abhängig von der rel. Luftfeuchte; Schwankung des AS-Dampfdrucks abhängig von Wetter und Volksstärke, sprich Wärmekapazität in der Kiste - damit Behandlungseffizienz schwer steuerbar, Schädigungspotenzial für insbesondere Jungbienen ist erheblich und ob die Königinnen subletale Schäden mitnehmen, sei dahingestellt. Und die Mär von der Wirkung in die Brut ist abhängig von der Pufferkapazität des Futtersafts, die durchaus erheblich sein kann, somit keine Wirksamkeit an dieser Stelle.

  • Ich bin auch der Meinung, TBE ist der Königsweg.


    Allerdings halte ich die AS-Verdunstungsmethode durchaus für den zweitbeste Methode, die den Vorteil hat, grundsolide, billig, jahrzehntelang erprobt und mit etwas Übung sehr sicher zu sein.

    Mit Bedampfung kenne ich mich nicht aus, aber bei allem was ich hier so lese, ist sie ganz und gar nicht sicher und einfach umzusetzen und mein Bauchgefühl lässt sie mindestens auf den 3. Platz absinken, von der Zulässigkeit ganz zu schweiten - das alles soll aber hier nicht weiter vertieft werden.


    Ich empfehle daher wirklich JEDEM Anfänger, es in den ersten Jahren erst mal nur mit der AS-Behandlung zu machen, weil es eine sichere und einfache Methode ist, 0% Winterverluste zu haben und man so erst mal demotivierende Erlebnisse vermeiden (Verluste) kann.


    TBE ist in meinen Augen etwas für Fortgeschrittene oder Anfänger, die es wenigstens beim ersten Mal mit einem Profi zusammen machen. Einem Anfänger erstmalig die TBE im Alleingang durchführen zu lassen, macht den meisten sicher viel zu viel Stress und damit passieren viele Fehler. Man fährt nach der bestandenen Führerscheinprüfung ja auch nicht sofort wie ein Profirennfahrer.


    Dabei war ich zwischenzeitlich durchaus auch mal sehr kritisch und ablehnend gegenüber der AS-Behandlung. Sie ist auch immer noch nur 2. Wahl für mich.


    Beeindruckt hatten auch mich die vermeintlich vielen toten und angeschlagenen Jungbienen, auch vereinzelte Königinnen gingen vermutlich durch die AS verloren, kann aber auch andere Ursachen gehabt haben. Und heute weiß ich, dass die Zahl toter und angeschlagener Bienen täuscht - so viele sind es gar nicht. Und für mich zählt das Volk, nicht die Einzelbienen.


    Und trotz dieser Verluste an Sommerbienen während der Behandlung habe ich noch nie (NOCH NIE!) Völker über den Winter verloren - bei einer höheren zweistelligen Völkerzahl.


    Mir reicht das.


    Und bei der TBE gehen auch jede Menge Bienen verloren, während der ganzen Aktion an sich schon allein durch das Hantieren des Imkers und erst recht, wenn im Verlauf der Aktion auch noch Brutwaben vernichtet werden oder es zu Räuberei kommt (speziell im offenen Verfahren am Trachtende!). DAS kann also nicht als Argument herhalten.


    Und mittlerweile bin ich auf (mündliches) Anraten des Herstellers (Nassenheider) bei der Dochtgröße um eine Größe nach unten gegangen gegenüber der Empfehlung in der Anleitung (großer Docht für Dadant). Nur bei sehr kühlem Wetter würde ich wieder den großen einsetzen. Jetzt scheinen mir auch die toten und angeschlagenen Bienen sehr viel weniger geworden zu sein, obwohl es heuer ja sehr heiß und damit grenzwertig für die AS-Behandlung ist.


    Doch wie gesagt, grundsätzlich halte ich die TBE für die anzustrebende Methode, doch es gibt zumindest bei mir immer wieder Konstellationen (wie heuer wieder), wo ich doch die AS-Behandlung vorziehe, schon aus material- und arbeitszeittechnischen Gründen.

    Wobei heuer die TBE wegen der Hitze sogar noch mehr Vorteile gehabt hätte, aber es geht halt nicht immer wie man will.

    Dennoch ist die AS-Behandlung auch bis jetzt und heuer, bei durchgängig > 30°C TMax problemlos durchgelaufen, ohne Kg-Verluste.


    Übringens fällt auch mir auf, dass es heuer extrem wenige Milben gibt, sowohl vor, als auch während und nach der Behandlung.

    Die am stärksten befallenen Völker haben einen Gesamt-Milbenabfall im Anschluss an die Behandlung, den ich letztes Jahr bei stärker befallenen Völkern als Abfall pro Tag VOR der Behandlung hatte!


    Theoretisch hätte ich da die Behandlung womöglich gar nicht machen müssen, doch ich ziehe "keep it simple" (und sicher) vor, und behandle alle gleichmäßig und grundsätzlich.


    Denn für mich zählt nur: Null Verluste ist das Ziel. Egal was andere sagen und meinen - ich bin weder Bienenretter noch Toleranzzüchter, sondern einfach nur Bienenhalter. Und ich brauche lebende und für die Frühtracht voll leistungsfähige Völker. Tote Völker sammeln aber nicht.


    Wer dagegen in punkto Milbentoleranz zu Höherem strebt, sollte sich meiner Meinung nach lieber professionell fortbilden und dann erst agieren, statt sich als Freizeitimker naiv und hemdsärmlig irgendwelchen tollen Experimenten zu widmen, von denen man etwas im Internet gelesen hat.

    Denn so Typen gibt es in meinen Umfeld gerade besonders viele. Mir dreht sich der Magen um, da sterben jedes Jahr hunderte Völker wie die Fliegen, aber nur die paar toten Bienen durch AS sind natürlich böse!


    Gruß

    hornet

  • Nach anfänglich starkem Milbenfall sind in den letzten 24h (nach 5 Tagen) weniger als 10 Milben pro Volk gefallen. Sollte das in den nächste 24h so bleiben werde ich die Behandlung abbrechen da mittlerweile locker 20-30 Bienen pro Tag sterben. Das scheint mir arg viel.


    Ich frag mich aber echt warum ich vor der Behandlung einen natürlichen Totenfall der Milben von 5/Tag hatte und jetzt so schnell nix mehr?:/


    Werde zukünftig lieber auf Blockbehandlung mit Oxalsäure umsteigen. Entweder mit Pfannenverdampfer und Tabletten oder dem RuBee Ox-Vernebler.

  • Oxalsäure vernebeln wird hier ja wirklich geliebt in diesem Forum. Gibt es da Vergleichsstudien zu den anderen Verfahren?

    Neugierig

    Wiebke

    Auch wenn es noch verboten ist, machen es ja täglich mehr durch die Rezensionen. Überall hört man nur super, keine Verluste und trotzdem den gleichen Effekt erzielt wie mit der Mörder AS.

  • :/Hm, da fehlen mir aber irgendwie die passenden Fallzahlen.


    Dort berichtet Bienenhummel von EINEM Spitzenreitervolk mit dieser Erscheinung, alles wundert sich und rätselt und sucht nach Erklärungen, Grusel kommt auf.

    Aber es schreibt keiner "hier auch"


    Was ich aber letzte Zeit irgendwie andauernd lese sind Sätze mit Inhalt wie: keine Brut, Tote Bienen aus dem Flugloch, kein Flugbetrieb nach Verdunstung oder Königin weg oder Volk weisellos nach Behandlung usw


    Aber es ist gut, dass solche Extremerscheinungen auf den Tisch kommen, je mehr man auf dem Schirm hat, was ggf mitbeeinflussend eine Rolle spielen kann, desto besser.


    Bei allem Übel und Nebenwirkung bleibt immer noch die Frage, was besser ist, Pest oder Cholera, leider, ja.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper