Volk drohnenbrütig

  • Hallo liebe Imkerfreunde!


    Eine Königin aus 2017 scheint verloren gegangen zu sein. Das Volk ist drohnenbrütig. Ich würde nun einfach abkehren und gut, aber es ist ein Volk, welches ich im April an eine Jungimkerin verkauft habe. an ihrem Stand. Diese würde es gerne retten. Ich werde diese Woche ohnehin Königinnen 2017 gegen Inseldamen 2018 austauschen. Macht es daher Sinn, einen Flugling am Standort des drohenbrütigen Volkes mit einer begatteten Königin zu bilden, die alten Waben in genügend Abstand abzukehren? Ich habe so Spielkram zur Rettung bisher nicht gemacht, aber die Jungimkerin tut mir leid und die 2017 gingen sonst sowieso weg....Es ist noch nicht eingefüttert und auch noch eine AS Behandlung erfolgt. Aber da könnte man brutfrei sprühen etc. .

    Danke für Gedanken und Anregungen.:)

    Wiebke

  • Hallo, Hatte das gleiche Problem mit einem drohnenbrütigen Volk. Das war aber vor einem Monat... seufz

    Die Grundfrage bleibt immer die gleiche: WIE LANGE ist das Volk schon drohnenbrütig?

    Wenn drinnen nur noch alte Ladies (sprich A.....weiseln) herrschen, genügt es nicht in Abstand xy abzufegen. Wenn du das Volk unbedingt retten willst, rate ich zur Entnahme von wenigstens 2, besser 3 Brutwaben mit vielen ansitzenden jungen Pflegebienen aus gesunden Volk.

    Tipp das Problemvolk in genügend Abstand ins Gras, fege die Bienen bis zur allerletzten (!) von den Waben, trage die Beute mit nunmehr bienenleeren Waben an genau denselben Platz , wo sie vorher gestanden hat.

    Dann 2-3 wertlose Altwaben raus und die Fremdwaben mit vielen Jungbienen schnell rein.

    Weshalb schnell? Die Flugbienen des abgefegten Volkes sind schon da und wollen eindringen.

    Das solltest Du vorerst nicht zulassen.

    Halte das Flugloch einige Zeit geschlossen, bis die Heimkehrer vor ihrer Beute eine Ansammlung bilden und lass sie seelenruhig etwas in Fruststimmung geraten.

    Beim Oeffnen des (stark verringerten) Fluglochs werden sie nur halb so selbstsicher in die Beute eindringen und schnell merken, dass sie vielleicht nicht mehr die einzigen sind, die hier den Summton angeben.

    Warte nicht zu lange mit dem Zuhängen des

    Ausfresskäfigs mit der neuen K. und beobachte ob die Bienen ihm nicht feindlich gesinnt sind, also reinbeissen oder andere Agressivität demonstrieren,, sonst schade um die Insel-K.

    Viel Glück und gutes Wetter.

    Bei mir hat's bis dahin noch immer geklappt.
    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • So wie ich das verstanden habe wieselt Wiebke ihre eigenen Völker (2017 gegen Insel) um und würde der Jungimkerin eine von den 2017 Königinnen geben die sonst eh weg kämen ;)

  • Hallo,


    meiner Erfahrung lässt ein intaktes Volk keine abgefegtes Drohnenmütterchen freiwillig ins Volk. Zumal sie oft nicht weit fliegen können. So wie Rase schreibt kanns aber schief gehen. Was mir aber weitaus mehr Sorgen machen würde, junge Inselköniginnen jetzt gegen Königinnen aus 2017 zu tauschen. Die sind doch noch voll im Takt. Ich würde bei den Inselköniginnen den Weg über einen kleinen Kunstschwarm (Mini+) gehen und dann ab Oktober in Vollvölker umweiseln (wenn es überhaupt notwendig ist 2017er Königinnen auszutauschen). Im Oktober alte Königin raus, einen Deckel mit Zentralbohrung (50mm) rauf und das Mini+ ohne Boden auf die Bohrung. So bringt die teure Inselkönigin ihr kleines Gefolge mit und wird relativ sicher angenommen. Der Tausch jetzt wäre mir viel zu gefährlich.


    grüße Stefan

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  • Die Inselköniginnen hole ich Mittwoch. Die leben aktuell in Kirchhainer Kästen (?), etwa wie Kieler, glaube ich. Sehen tu ich das Mittwoch. Da könnten die noch bis September oder länger drin bleiben, aber bislang hatte das Umweiseln immer ganz gut geklappt und für die Leistungsprüfung sollen die ja möglichst mit ihren eigenen Winterbienen überwintern.

    Natürlich könnte ich auch einfach der Jungimkerin noch ein Jungvolk verkaufen, das an den Platz der jetzigen Kiste stellen und das andere abfegen. Ich muss und will jedoch nicht zwingend Kasse machen.

    Leider weiß ich nicht, wie lange die schon drohnenbrütig sind. Angeblich war vor 14 Tagen noch alles super.....?( Ich gucke da gleich selbst erstmal rein und dann werde ich berichten.

    Gruß Wiebke

  • Natürlich könnte ich auch einfach der Jungimkerin noch ein Jungvolk verkaufen, das an den Platz der jetzigen Kiste stellen und das andere abfegen. Ich muss und will jedoch nicht zwingend Kasse machen.

    Schenk ihr doch zwei, drei Brutwaben mit der 2017er drauf. Das reicht um sicher neu zu starten, und Du füllst bei Dir mit zwei MW auf?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • So, nun habe ich selbst mal einen Blick in die Kiste geworfen:


    Drohnenbrütig ist da nichts, sondern komplett brutfrei mit noch vielen Drohnen im Volk, keine Königin in Sicht. Weiselprobe habe ich rein gehangen. Dann sehen wir weiter.

    Zudem ist die ganze schöne Bienenmasse, von der die Anfängerin sprach, die Räuberei der anderen Völker des Dorfes. Das Volk wird von ihr jetzt um 5km verstellt und am alten Standort eine leere Kiste aufgestellt.


    Ach ja, die anderen 2017 Königinnen, die ich austausche, werden nicht abgedrückt, sondern verschenke ich an Freunde, die noch so Angriffslandrasse haben. Das ist nicht ganz ohne Eigennutz, gebe ich zu......


    Vielen Dank für die Sanierungstips von drohnenbrütigen Völkern. Man lernt ja nicht aus.

    Wiebke