Königin tot und 35 Nachwuchszellen! Was ist zu tun?

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    Hallo,

    ich habe seit Mai habe ich ein Bienenvolk (Carnica) auf 3 Zargen (2 Bruträum und 1 Honigraum, den ich eigentlich schon abnehmen wollte).

    Nun ist die Königin verstorben. Weiselprobe fiel negativ aus (Spielnäpfchen auf leerer Mittelwand).
    Bei weiterer Durchsicht habe ich heute 35 (!) Nachzuchtszellen gezählt. Alle verschlossen. Noch ist viel Brut und Pollen auf den Rahmen, aber keine Stäbchen/Maden.

    Frage 1: Kann ich warten, bis eine Königin geschlüpft ist und nach Begattungsflug zurück kehrt?
    Frage 2: Soll / Muss ich einige Nachwuchszellen entfernen?
    Frage 3: Kann ich den trotzdem Honigraum abnehmen und dann zufüttern?


    Oder muss ich schnell eine neue begattete König kaufen und im auffressbaren Käfig zusetzen?


    Vielen Dank für eure schnelle Hilfe!

    PS. Ich habe noch ein etwas kleineres Volk auf 2 Zargen, von dem ich im Notfall eine Brutwabe rüber hängen könnte....

  • Hallo,


    das mit der Weiselprobe ist hier etwas verwirrend: wann und was woher hast Du denn dort eingehängt?

    Wenn sie eigene Brut hatten, dann haben sie da ihre Nachschaffungsmöglichkeit und eine zusätzliche Weiselprobe ist nicht nötig.


    Wie hast Du denn zuerst gemerkt, dass die Königin tot ist? Da entstehen doch bereits am Folgetag Nachschaffungszelle.


    Wie auch immer, nun hast Du ja Nachschaffung en Masse.


    Zu Deinen Fragen:


    1. Ja, klappt noch. Wenn Du schneller sein willst oder risikofreier wg Rückkehr der Jungkönigin, dann kaufst Du eine begattete.


    2. Nein. Da schwärmt nix mehr. Die erstgeschlüpfte regelt das bzw die Bienen fressen die überzähligen aus. Bei Wunsch nach einer Begatteten musst Du zum Einweiseln aber sicher alle entfernt haben.


    3. Füttern ein wenig. Einfüttern noch nicht, es kann sonst sein, dass das Brutnest zugelagert wird


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke für die schnelle Antwort.
    Letztes Wochenende hatte ich die Königin noch gesehen... aber Ihre Bewegung war schon sehr langsam.
    Ich hatte damals ein Rahmen austauschen müssen gegen eine neue Mittelwand. Das war quasi meine zufällige Weiselprobe.
    Heute hab ich dann die Nachwuchszellen festgestellt.

    Werde dann also einfach abwarten bis die Natur alles selbst regelt?
    (Und ein klein wenig zufüttern)
    Es ist doch hoffentlich noch nicht zu spät für eine Begattung einer Königin, oder?

  • In ca 20 Tagen wirst Du wissen, ob das geklappt hat. Wenn nicht kannst Du immer noch eine Begattete zusetzen. Nach einer Bezugsquelle kannst Du ja jetzt schon Ausschau halten.


    Gruss

    Ulrich

  • Was verstehst du unter einer Weißelprobe? Ich glaube du mißverstehst da etwas gründlich.


    PS: Varroabehandlung nicht vergessen. Im Idealfall kannst du jetzt die Brutpause nutzen und Brutfrei behandeln. Dann bitte nicht nach Schema F mit der harten Keule (Ameisensäure), besser Oxalsäure sprühen.

  • hmmm...Ist es auch möglich, dass du die Kö versehentlich gekillt hast?

    Ich dachte immer, die Bienen sorgen durch Umweiselungszellen (1-2 auf der Wabe) dafür, dass die kranke oder nicht mehr gewünschte Kö ersetzt wird.

    Meine Kö sind grundsätzlich langsam auf der Wabe unterwegs ( es sei denn, ich will sie fangen;))


    Gruß Bettina

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Königinnen bewegen sich nunmal majestätisch.


    Alten Exemplaren fehlt auch schon mal ein Stück Flügel. Die können wenigstens nichtcweg :).

    Ob umgeweiselt werden muss, sehen zuerst die Bienen. Der Imker erkennt das an nachlassender Legeleistung oder anderen miesen Eigenschaften des Volkes.

    Wer friedlich ist und Leistung bringt, kann bei mir alt werden. Die Älteste ist immer noch Original blau gezeichnet.

    Nun kann sie aber auch nicht mehr. Meine weiße 1 hat mal fast so lange gehalten, bis fast wieder weiß gezeichnet wurde. Alles aber so wohl nur bei Hinterbehandlung möglich. Im Magazin halten die Damen so lange.

    Grüße Ralf

  • Ich würde auf Nummer sicher gehen und eine begattete Königin einhängen.

    Du wirst erst Mitte September die ersten Töchter haben. Das erscheint mir doch recht spät für eine erfolgreiche Überwinterung.

    Du musst nicht alle deine Völker behandeln, nur die die du behalten möchtest.

  • Doch, doch, es gibt noch welche.

    Zwei meiner Völker haben noch, nicht übermässig, aber jeweils so rund 50-100 Boys. Das wundert mich auch gar nicht weiter, denn gerade die beiden haben noch spät umgeweiselt. Will damit nicht sagen, dass die jetzt Inzucht betreiben, aber die Natur hält immer noch für solche Fälle stille Reserven bereit.

    Selbst wenn die Begattung nicht so üppig ausfällt, reicht es doch in vielen Fällen aus, um das Volk so über den Winter zu bringen. Um dann im Frühling nochmals umzuweiseln, wenn die Chancen besser stehen.