Volk verloren?

  • Hallo zusammen,


    Ich lebe im mittleren Schwarzwald und habe dieses Jahr mit dem Imkern begonnen. Ich habe schon viel hier im Forum gelesen die letzten 12 Monate. Habe mir sämtliche Potcasts angehört, YouTube Videos angeschaut und bin im örtlichen Imkerverein. Im Frühjahr habe ich von meinem Imkerpaten ein Volk bekommen (2 Zargig DNM) und habe noch zwei 5 Wabenableger gekauft (1 Zargig Zander). Dieses Jahr hatten wir hier ein gutes Honigjahr. Vom Wirtschaftsvolk konnte ich nach der Frühtracht eine beachtliche Menge an Honig entnehmen. Auch nach der Spättracht könnte ich diese Woche aus meinen Ablegern jeweils 20 Kilo Waldhonig schleudern. Allerdings macht mir nun das Wirtschaftsvolk sorgen. Dieses hatte nämlich im Vergleich zu allen anderen Völkern der benachbarten Imkern und auch im vergleich zu meinen Ablegern keinen Honig. Ich habe mir die Brut heute etwas genauer angeschaut und festgestellt dass diese stark beschädigt ist (offene Brutzellen mit abgestorbenen Larven in sämtlichen Stadien) Ich vermute dass sich darin die Varroa inklusive Viren austoben und denke, dass eine Behandlung mit Ameisensäure nicht mehr hilft... . Kann ich um diese Jahreszeit noch eine komplette Brutentnahme durchführenden, Brutraum mit frischen Mittelwänden auffüllen und die Brutfreien Bienen mit Oxalsäure behandeln? Reicht das Angebot an Pollen aus damit die neue und junge Brut noch aufgezogen werden kann? Speziell nach diesem heißen Sommer? Ich möchte gerne die alten schwarzen Waben entnehmen damit das Volk nächstes Jahr gesund in den Sommer starten kann.


    Bin euch um Ratschläge dankbar.


    Grüsse

    Bulli

  • Steck mal ein Streichhölzchen in die Zellen mit abgestorbener Brut und schaue, ob es beim raus ziehen Fäden zieht. Bei abgestorbener Brut würde ich nicht die Varroa als Hauptverdächtigen ins Auge fassen.

  • Muss!


    Wenn es varroabedingt ist, dann ist das die allerletzte Chance, die Du hast. Wenn es ein starkes WV ist (oder war), dann sollten sie die Kurve noch kriegen).


    Um Dir Klarheit zu verschaffen, solltest Du jetzt vorher eine Auswaschprobe machen oder Puderzuckerprobe, damit Du die konkrete Milbenbelastung auch bestätigt hast.


    Aktueller Milbenfall?

    Gibt es schlüpfende Jungbienen?

    Wie sehen die aus? Hast Du Krüppelflügel?

    Die verkrüppelten Jungbienen sind nur 1 x vor der Tür, um dann oft morgens bereits vom Flugbrett zu fallen oder rausgeworfen zu werden, flugunfähig wie sie sind.


    Bestätigt Dir diese Probe einen starken Milbenbefall, dann kannst Du ggf. noch aus den entnommenen Waben eine Brutscheune erstellen und die schlüpfen lassen und behandeln. Sollten die wirklich so verseucht sein, dann müssen sie möglichst weg von anderen Völkern stehen, damit sie nicht weisellos dort Milben einschleppen durch Abfliegen. Dann wäre es eine handfeste und gute Überlegung, diese Milben- und Virusschleudern durch Einshmelzen abzutöten. Bei der Variante solltest Du die Waben komplett abfegen, bei der Brutscheune ca 2 x abschütteln und mit ansitzenden Restbienen in den Brutsammler packen.


    Bisschen blöd ohne versierten Imker bei Fuß


    Viel Erfolg!


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    danke für dein Feedback. Würde dann das Volk gleich auf Zander umstellen und alle Bienen hineinstossen. Dann brauche ich mir auch keine Sorgen machen falls ich die Königin nicht auf Anhieb finde.


    Vielleicht finde ich noch eine geeignete Wabe mit offener Brut welche ich für 7 Tage einhängen kann um den Befall noch weiter zu senken.


    Werde morgen gleich einen Schüttelbecher kaufen. Den Milbenbefall genau analysieren und dann eine Entscheidung treffen.


    Grüsse & vielen Dank für deine Ratschläge

    Bulli

  • Hallo Bulli,

    spar Dir in dem Fall die Fangwabe und behandele die mit Oxalsäure im Sprühverfahren, weil es jetzt 7 Tage Brut- und Bauvorsprung bringt.

    Einfach nach 6 oder 7 Tagen Rähmchen ziehen und sprühen egal, wieviele Bautrauben Du auseinander ziehst dabei.


    Wenn die Ableger jetzt schon wirklich propper sind im Zandermaß, dann überprüf mal, ob es bei denen nicht eine teilausgebaute Wabe zum Stibitzen gibt für den Flugling-/Kunstschwarmteil, falls Du die Brut von denen nicht schlüpfen lassen möchtest zum Wiedervereinen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Also ausgebaute Waben habe ich 10

    Stück da ich beim Ableger einen Honigraum drauf hatte. Ich hätte auch in den Anlegern jeweils zwei Waben mit Pollen welche ich entnehmen könnte. Würde es Sinn machen eine dazuzuhängen?

  • du kannst auch gerne Photos von den Waben machen, es gibt viele nette Leute hier die helfe dir gerne bei der Bewertung der Brutwaben!

    He du Troll, im gegensatz zu dir lässt sich der Bulli was sagen und nimmt das zu herzen. Und versucht nicht alles kleinzureden. Der Sieht das da ein Problem vorliegt und HANDELT!

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • DANKE

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Es könnte Europäische Faulbrut = Sauerbrut sein. An Varroa würde ich bei abgestorbener offener Brut in allen Stadien nicht denken. Du solltest einen BSV hinzuziehen, der dich dann auch zur Sanierung beraten kann. Über das Forum lässt sich das nicht zweifelsfrei klären, auch nicht mit Fotos.

    Gruß Ralph

  • Leider selbst vor Ort nicht ohne Probe, egal wer da guckt, zweifelsfrei nur mit Futterkranzprobe.

    Es sei denn, das Vollbild der Erkrankung ist da, das ist aber bei weitem nicht immer so und dann geht auch leider nichts mehr.


    Brutausräumen ist immer erst einmal ein Symptom aber nie als harmlos abzutun.


    Brutentnahme ist allerdings für das Volk vermutlich jetzt angesagt. Also je nach Termin wäre ein Kompromiss eine Wabe einzufrieren und Proben selbst zu entnehmen und einzusenden.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper