Was hilft, Völker in ihrer Überlebenskraft zu unterstützen?

  • Schön, das Du das so sicher sagen kannst. Ich kann das nicht.

    Du kennst meine Völker ja auch nicht ;)


    Ich hab viele Jahre direkt mit der Pflanzenschutzmittelzulassung zu tun gehabt und viele Studien gesehen und teils auch selbst durchgeführt, u.a. auch mit den verschwundenen Mittelcn. Da wir bei sachgerechter Anwendung nie Effekte finden konnten, ist deren verschwinden tatsächlich ein Stük weit überraschend für mich. Allerdings ist das natürlich auch nur ein Bruchteil der durchgeführten Studien, muss ich einschränkend dazu sagen. Und nein, ich stand nicht auf der dunklen Seite, gehörte und gehöre nicht zu den Bösen 8)


    Es ist gut und richtig, das viel und scharf geprüft wird. Viele Verbote gründen aber weniger auf Fakten als auf öffentlichem Druck, weswegen Grenzwerte enger gezogen und Sicherheitsfaktoren erhöht werden. Da wird regelmäßig eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Ein schönes Beispiel dafür ist Glyphosat, eine derart faktenfreie öffentliche Diskussion sieht man sonst nur im US-Wahlkampf ;(

  • Es ist gut und richtig, das viel und scharf geprüft wird. Viele Verbote gründen aber weniger auf Fakten als auf öffentlichem Druck, weswegen Grenzwerte enger gezogen und Sicherheitsfaktoren erhöht werden. Da wird regelmäßig eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Ein schönes Beispiel dafür ist Glyphosat, eine derart faktenfreie öffentliche Diskussion sieht man sonst nur im US-Wahlkampf

    das ist ja schön, dass es auch Stimmen aus der Umgebung von PSM-zulassungstests gibt.

    So ganz bin ich aber nicht mit der Positionierung des Glyphosat konform.

    Was meistens nicht beachtet wird und nicht in die Positionen einfließt ist, dass wir es mit einem Totalherbizid zutun haben.

    Dieses, über längere Zeit angewendet, dezimiert sehr stark die Unkräuter / Beikräuter in den agrarischen Pflanzenbeständen und nach der Ernte / in Folge im Aufwuchs. Damit werden die Pollen- und Nektarpflanzen für viele Insekten, und nichtnur für die Honigbiene, so stark vereinzelt, dass diese nicht leben und sich vermehren können.

    Das führt zu Populationszusammenbrüchen wie wir sie in den letzten Jahren und nochimmer erleben.


    Wenn uns dies alles nicht die Mühe wert ist, dann sollten wir uns nicht irgendwann über die Taten der Vergangenheit beschweren!

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Hallo Harry,

    Es sind nur einige Honige, bei mir ist es Heide, welche den Bien im Winter belasteten. Wollte 2018 den Rapshonig in Waben für die Heidevölker zurückstellen und diese nach der Heide darauf abfegen, damit sich die Winterbienen nicht abarbeiten müssen, außerdem kann ich dann gleich mit Milchsäure behandeln. Aber, 1. der Raps hat nicht gehonigt und 2. die Heide ist vertrocknet, so dass ich sie nicht abwanderte. 2019 ist der Raps im Herbst nicht aufgegangen. Alle anderen Honige möchte ich gern ernten. Lasse aber immer genug im zweizargigen Brutraum. Wenn ich Fehlinge bilde dann füttere ich sie mit Futterteig oder 1:1 Lösung damit sie zügig bauen. Habe wie fast alle desöfteren Flugbienenverluste wo man natürlich die üblichen Verdächtigen hinter vermutet. Wenn Zucker nicht schadet, wieso dan Honig füttern! Wenn dann in Waben aufheben. VG

  • Zitat von Llecter
    • Ein schönes Beispiel dafür ist Glyphosat, eine derart faktenfreie öffentliche Diskussion sieht man sonst nur im US-Wahlkampf .


    Wie schade, auch hier lohnte ein Blick über den Teich. Superweeds und Resistenzen sind das Stichwort.

  • ...

    Eine zweite Art von Imkern ist heute schon beinahe ausgestorben. Das waren Theoretiker, die von der Annahme ausgingen, daß es für ein Bienenvolk keine bessere Winternahrung geben könne als reinen Honig.

    ...

    Also ich kenne Imker, die nur den ersten Honig schleudern und den Sommerhonig für den Winter drinn lassen. Ich glaube nicht, dass die Aussterben. Aber ja sie sind in der Minderheit.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Wobei der Sommerhonig nicht das beste Winterfutter ist.

    Bei mir läuft das andersherum.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich hab viele Jahre direkt mit der Pflanzenschutzmittelzulassung zu tun gehabt und viele Studien gesehen und teils auch selbst durchgeführt, u.a. auch mit den verschwundenen Mittelcn.

    Dann klär' uns doch mal auf, wie solche Studien prinzipiell angelegt sind - Zielsetzung vs. Ergebnisse. Vielleicht versteht man dann besser, warum einige Neonics nicht mehr genutzt werden dürfen. Insbesondere die Beobachtungsdauer der Studien dürfte interessant sein und die Stärke der eingesetzten Völker nach längerer Zeit.


    Und ob PSM nachrangig bei Varroa bedingten Schäden an den Völkern ist, wer vermag das schon mit direktem ursächlichen Bezug zu bewerten ?! Ich halte es für vorrangig.


    Insbesondere subletale Effekte können die Resilienz der Bienen sehr negativ beeinflussen, so dass ihnen die Fähigkeit zur Erholung fehlt. Und dann bedarf es nicht mehr so vieler Stressoren und sie sind hin.


    Vor 10 Jahren, als ich anfing, fielen bei den Varroabehandlungen 1000e Milben im Spätsommer und die Völker überlebten. Heute fallen bei einigen in Summe max. 2000 zwischen Juli und Dez. Diese Völker überleben nur bei konsequentem Varroam'ment.


    Woran liegt das ?


    Ja, die Viren und die Begleitinfektionen sind's und am Ende hat der Imker geschludert oder der Nachbarimker verteilt die Milben. Das ist

    mir (!) zu vordergründig und oberflächlich.


    Seit meine Völker aus der raps- und obstlastigen Umgebung in eine völlig andere, vielseitige Landschaft gewandert sind, fällt mir 'was auf. Das belegen die Studien bestimmt nicht - war sicher auch nicht deren primäre Zielsetzung.


    Und eine Randbemerkung zu Studien: Ich habe ausreichend Arzneim.Studien gesehen und deren Ergebnisse im Vgl. zur ursprünglichen Planung. Ich kann mir das Procedere bestens vorstellen.


    Beste Grüße vom Lande


    Rainer

  • Bisher nicht.

    Es warimmer wenig Rapshonig trotz Ackernähe dabei.

    1/2 der Völker steht neben Bioflächen. Da kein Raps.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • .... und den Sommerhonig für den Winter drin lassen. Ich glaube nicht, dass die Aussterben.

    ... kommt drauf an, aus welchen Honigsorten der Sommerhonig besteht. Hier können es Tauhonige sein und die sind ungeeignet als Winterfutter. Und wer weiß schon, welchen Honig die Völker im Juli/August noch eingetragen haben?

    Auf Rapshonig (eingefüttert) habe ich die Völker schon mit Erfolg überwintern lassen aber große Mengen Tauhonige im Winterfutter bringt die Völker um.

  • Ich hab viele Jahre direkt mit der Pflanzenschutzmittelzulassung zu tun gehabt und viele Studien gesehen und teils auch selbst durchgeführt, u.a. auch mit den verschwundenen Mittelcn. Da wir bei sachgerechter Anwendung nie Effekte finden konnten, ist deren verschwinden tatsächlich ein Stük weit überraschend für mich.

    Naja, bei Dichlodiphenyltrichlorethan oder Parathion konnte man die Effekte im Nachhinein schon ziemlich klar benennen 😂😂😂


    Bei Sulfoxaflor o.ä. steht die Einsicht halt noch aus. Wenn man sich anschaut, mit wieviel Lug, Trug und krimineller Energie da hinter den Kulissen gekämpft wird, können blühende Verschwörungstheorien kaum verwundern. Ganz schlimm für die Industrie, wenn bspw. Glyphosat jetzt verboten würde, dessen Patentschutz abgelaufen ist und dessen teure Nachfolger sich schlecht verkaufen. Aber hey, .....

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hui, viel Resonanz. Ich möchte hier gar nicht PSM rein waschen, sondern ihren Einfluss nur ins rechte Licht rücken - denn hier herrscht doch ein starkes Ungleichgewicht vor. Übertrieben ausgedrückt: Es ist eben bequemer, den Völkerverlust auf PSM zu schieben statt das eigene Handeln zu hinterfragen. Damit meine ich explizit nicht die hier wirklich angenehm sachlich geführte Diskussion.

    Dann klär' uns doch mal auf, wie solche Studien prinzipiell angelegt sind - Zielsetzung vs. Ergebnisse. Vielleicht versteht man dann besser, warum einige Neonics nicht mehr genutzt werden dürfen. Insbesondere die Beobachtungsdauer der Studien dürfte interessant sein und die Stärke der eingesetzten Völker nach längerer Zeit.

    Hallo Rainer, find ich gut, dass du den Punkt anfragst. Es gibt verschiedene Studientypen, die Endpunkte variieren leicht, sind im Wesentlichen aber die Gleichen. Ich reiße das nur kurz ab, da ich sonst den halben Sonntag tippend verbringe und verlinke die entsprechenden Guidelines, falls sich jemand weiter informieren möchte.


    Die Tests starten in aller Regel im Labor unter worst case Bedingungen. Ein kleiner Käfig, 10 Bienen rein. Jeweils mehrere Replikte pro Testgruppe. Diese werden ad libitum (=all you can eat) mit einer Zuckerlösung gefüttert, die die zu testende Konzentrationen des Mittels enthält. Gleichzeitig läuft eine negative und positive Referenz mit, sprich reines Zuckerwasser und Zuckerwasser mit einem bekannt toxischen Mittel (um die Funktionalität des Systems nachzuweisen; aus Tierschutzgrunden wird letzteres aber diskutiert wegzulassen da die Funktionalität des Systems hinreichend nachgwiesen ist). Hier kann anschließend ein LD50-Wert nach X Stunden (lethal dose, Konzentration bei der 50% der Tiere sterben) berechnet werden. Einen ganz ähnlichen Labortest gibt es auch für die Kontakttoxiztät (OECD 213, OECD 214). Für viele Chemikalien endet die Testung hier schon soweit es die Biene betrifft, da sie entweder keinerlei Effekt haben oder im Gegenteil selbst bei geringsten feldrelevanten Konzentrationen alles aus den Latschen hauen.


    Kommt es zu Effekten, die nicht in einer der beiden Kategorien fallen testet man in der nächsten Stufe im Halbfreiland oder im Freiland. In Halbfreiland-Versuchen (OECD 75, EPPO 170) werden Zelte Tunnel aufgestellt und mit einer licht- und wasserdurchlässigen Gaze bespannt. In diesen rund 100-200m² große Tunnel ist eine für Bienen hochattraktive Pflanze ausgesät, meist Phacelia oder Raps. Ein kleineres Volk von ca. 6000 Bienen wird in den Tunnel gestellt, welches über wenig Futterreserven verfügt und somit auf das Sammeln im Tunnel angewiesen ist. Nach einigen Tagen Einflugzeit wird das zu testende Mittel appliziert. Auch hier gibt es wieder eine negtive und eine positive Kontrolle und mehrere Replikate je Gruppe. Dieses System hat einige Vor- und Nachteile: Es ist ein künstliches, unrealistisches System, die Bienen sind in der Fläche und im Nahrungsangebot stark limitiert, die klimatischen Bedingungen können zusätzlich stressen. Daher sind die Ergebnisse oft schwankend, vor allem was die Brutabbruchraten betrifft, Ergebnisse können im Extremfall verzerrt werden (in beide Richtungen).


    Mittlerweile werden verstärkt Freilandversuche (ebenfalls nach OECD 75 & EPPO 170) durchgeführt, nicht nur wenn es unklare Ergebnisse im Halbfreiland gibt. Diese haben den Vorteil, dass sie hoch realistisch sind und genau das abbilden, was später tatsächlich passiert: die Bienen stehen am Rand von attraktiven Feldfrüchten (Raps, Phacelia), der Landwirt bringt das zu testende Mittel aus. Hier gibt es keine positive Referenz (mehr), denn hektarweise Dimethoat spritzen wäre der ökologische GAU. Im aktuellen EFSA Dokument risk assessment on honey bees ist hier detailliert dargelegt, was wann in welchem Fall getan werden muss. dabei legt die EFSA teils leider unrealistische Forderungen an, die praktisch einfach nicht umsetzbar sind. Ein Beispiel: Es sollen Felder verwendet werden, wo im Umkreis von 4 km keine anderen attraktiven Blühpflanzen in nennenswerter Zahl blühen, so dass die Bienen gezwungen sind auf dem Testfeld zu sammeln. Klingt gut, wäre auch gut, bedeutet aber ich brauche 50 km² in denen nur mein Feld blüht.


    In Halbfreiland und Freiland-Studien werden im Wesentlichen folgende Parameter untersucht, welche jeweils mit der negativen und positiven (soweit vorhanden) Kontrolle verglichen werden.


    Mortalität: In vorgeschalteten Boxen wird der Totenfall überwacht. Bienen schaffen es, ihre im Stock gestorbenen Kolleginnen aus dem Flugloch zu schaffen, aber nicht aus den Boxen, wo er erfasst werden kann. Im Feld verteilt sind mehrere Laken, Teppiche etc. zwischen den Pflanzen verteilt um zumindest Stichpunktartig erfassen zu können, ob Bienen die Rückkehr gar nicht ersts< chaffen und im feld versterben.


    Flugdichte: Im Feld wird stichpunktartig überprüft, wie viele Bienen je m² sammeln um die Exposition bewerten zu können.


    Volksstärke: In der Regel alle 4-5 Tage werden die Völker nach der Liebefeld-Methode geschätzt und ermittelt, wie viele Bienen, Eier, Larven, Puppen, Pollen- und Futterzellen im Volk sind. Ist gelber (Raps) bzw. lila (Phacelia) Pollen vorhanden?


    Brutentwicklung: Neben der Erfassung der gesamten Volksentwicklung (s. o.) werden in Studien nach OECD75 auch einzelne Eier in ihrer Entwicklung verfolgt. 1-2 Tage vor Applikation werden Waben mit Eiern fotografiert und digital rund 500 Eier pro Volk merkiert. Alle 4-5 Tage werden die Waben wieder fotografiert und digital ausgwertet. Programme können hier die Zellen klar zuordnen und so Aussagen darüber treffen ob das Ei sich normal entwickelt oder nicht. Am Ende steht dann eine Angabe, wie viel % der Eier sich zu adulten Bienen entwickeln konnten.


    Rückstände: Es werden die verschiedensten Matrices genommen und im Labor auf Rückstände untersucht. In der Regel ist das Nektar aus den Honigmägen, eingelagerter Honig im Volk, Pollen aus Pollenhöschen, eingelagerter Pollen Volk, Bienenlarven, vollständige Bienen, Wachs. Oft auch Pollen und Nektar direkt aus den Pflanzen, Larvensaft, Ammenbienen und weiteres.


    Verhalten: Bei allen Beobachtungen, vor allem bei den Erfassungen von Mortalität und Flug wird das Verhalten der Bienen beurteilt. Ist es normal, oder gibt es Auffälligkeiten? Kann sie nicht auf der Blüte landen? Purzelt sie wieder runter? Bewegt sie sich merkwürdig? Gibt es Bienen verkrüppelten Flügeln etc.


    Die Dauer dieser Studien ist auch abhängig vom Mittel, das getestet wird. Die Minimaldauer liegt bei 28 Tagen und soll einen kompletten Brutzyklus nach Applikation abdecken. Dies ist vor allem bei sehr kurzlebigen Substanzen der Fall und wird generell immer weniger, da der Fokus stark in Richtung Überwinterung geht. In der Regel wird bei heutigen Studien die Brutabbruchrate für 1-2 Zyklen überwacht. Die Völker sind 7 (im Tunnel, da großer Stress) oder 14 Tage an den Feldern exponiert, bevor sie abgewandert werden. Bei besonders persistenten oder systemischen Substanzen kann auch die komplette Blühphase abgebildet werden. Am neuen Standort (meist in der nähe des betreuenden Imkers) werden die Völker in größeren Abständen weiter durchgeschätzt (oft monatlich) bis Ende Oktober, abschließend gibt es eine Auswinterungsschätzung um zu schauen, wie die Völker den Winter überstanden haben. In Ausnahmefällen kann die Studie noch verlängert werden.


    Wichtig ist dabei der stete Vergleich mit der unbelasteten Kontrolle. Oft sind die Unterschiede inerhalb der Gruppen genauso groß oder größer als zwischen zwei Gruppen. Wie variabel Völker sich entwickeln können brauche ich hier vermutlich keinem erzählen. Daher werden die Völker vor Zuteilung zud en Gruppen durchgeschätzt und bewertet um möglichst gleichmäßige Gruppen zu erreichen.


    Das oben beschriebene waren jetzt auch nur die Studien "von der Stange". Daneben gibt es noch weitere Studien die über keine Guideline verfügen sondern bei Bedarf gemacht werden. Das können z. B. Studien zu Guttation bei systemischen Mitteln und/oder Staubdrift-Studien bei Saatgutbeizen sein.


    Das Ganze ist schon sehr umfangreich. Natürlich hat dieses System auch Schwachpunkte, keine Frage. Die Bewertung der direkten Mortalität ist schwierig, 50 m² Laken in einer Fläche von 2 Hektar sind eben nicht viel. Nicht alle Tankmischungen können so überprüft werden, gibt es hier Synergien? Usw usw.

  • Zitat von beemax

    Vor 10 Jahren, als ich anfing, fielen bei den Varroabehandlungen 1000e Milben im Spätsommer und die Völker überlebten. Heute fallen bei einigen in Summe max. 2000 zwischen Juli und Dez. Diese Völker überleben nur bei konsequentem Varroam'ment.


    Woran liegt das ?


    Bei dem gewählten 10 Jahreszeitraum vermutlich nicht an PSM, da in diesem Vieles verschwunden ist, siehe z. B. die Neonics. Durch stetig kleiner werdende Richt- und Grenzwerte verschwinden immer mehr Produkte vom Markt. Profdukte, die vor 10 Jahren noch problemlos zugelassen wurden, haben heute oft keien Chance mehr.

    Wie schade, auch hier lohnte ein Blick über den Teich. Superweeds und Resistenzen sind das Stichwort.

    Das ist kein Glyphosat-spezifisches Problem, Resistenzbildung tritt auf wenn dauerhaft das Gleiche eingesetzt wird. Dafür muss man übrigens nicht in die USA schauen, das gibts bei uns auch schon. Liegt aber nicht am Wirkstoff selbst, sondern an Fehlanwendungen dessen. Immer drauf, drauf, drauf halt.



    Dieses, über längere Zeit angewendet, dezimiert sehr stark die Unkräuter / Beikräuter in den agrarischen Pflanzenbeständen und nach der Ernte / in Folge im Aufwuchs.


    Vorerntebehandlungen (sprich totspritzen zur schnelleren Abreife) ist sicher etwas, was nicht gemacht werden sollte, da bin ich ganz bei dir. Bei allema nderen ist Frage nach der Alternative. Drehe ich den Acker um ist zwar chemiefrei alles weg. Aber Würmer, Nager etc. werden es dir danken, der nötige Energieeinsatz ist auch um vein Velfaches höher. Andere Mittel kannst du bei weitem nicht so nebenwirkungsfrei einsetzen wie Glyphosat. Du kannst z. B. sehr trennscharf einen Bereich abspritzen. Das hat schon Gründe, warum es oft genutzt wird - auch, aber nicht nur finanzielle.


    Eigentlich wollte ich noch auf weitere Punkte eingehen, aber jetzt gibts Mittagessen.