Was hilft, Völker in ihrer Überlebenskraft zu unterstützen?

  • Keine Zeit für Euren Dünnpfiff, muß etikettieren. Wenn Honig Pestizide enthält und im Sommer ein Problem ist, hilft er im Winter nicht. Ist er im Sommer sauber, braucht es die wohltuende Wirkung im Winter nicht. Ansonsten, siehe Freudenstein.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Menzel stellte bei seinem Vortrag in Darmstadt die These in den Raum, dass gerade in pestizidbelasteten Gegenden paradoxerweise die Zuckerfütterung vielen Völkern das Leben rette, weil sie so gesunde und unbelastete Winterbienen hervorbringen könnten. Klingt genauso plausibel.

    Wie immer kann man wahrscheinlich in beide Richtungen argumentieren.

  • Nicht ganz zutreffend zusammengefasst,

    Honig schützt Bienen vor Pestiziden

    https://www.spektrum.de/news/h…en-vor-pestiziden/1192829

    In diesem Artikel aus Spektrum der Wissenschaft wird die These aufgestellt, dass auf Honig überwinternde Bienen besser mit Landwirtschaftsgiften zurecht kommen. Die Autoren testeten die Wirkung der im Honig vorhandenen Substanzen auf die Regulation von Genen, die mit dem Abbau von Giften und der Pathogenabwehr zu tun haben.

    Ist zwar schon was älter (2013), aber möglicherweise immer noch aktuell.

    Harry

    die Autoren postulierten einen Nutzen vom Beimischen von Cumarinen in maisbasiertem Futtersirup, Lebensraum der Bienen waren Gebiete mit Monokulturen.

    Der Spektrum Artikel benennt eine bemerkenswerte Füttertechnik:

    "In den USA ist es jedoch auch üblich, den Bienen offene Fässer mit kostengünstigem Maissirup anzubieten."

  • Der Spektrum Artikel benennt eine bemerkenswerte Füttertechnik:

    "In den USA ist es jedoch auch üblich, den Bienen offene Fässer mit kostengünstigem Maissirup anzubieten."

    Das muss wohl der berühmt-berüchtigte HFCS (high fructose corn syrup) sein, den die US Amerikaner gerne zum süßen in ihren Produkten (für Menschen) verwenden. Wird mittels Enzymspaltung aus zum Teil genmanipulierten Mais erstellt. Im Prinzip ja sehr ähnlich wie den Zuckersirup den wir hier kaufen können, dann meist aber auf Weizenbasis, laut Verkäufer weil man bei Weizen nachweisen kann, dass er nicht genmanipuliert ist, beim Mais ist das anscheinend nicht ohne Problem möglich.

  • Epigenetik, das Wort hat gefehlt.

    Das meint, dass Umweltbedingt Gene ein oder ausgeschaltet werden können. (einfach gesagt)

    Da stochert die Wissenschaft aber noch im Nebel, also nix geanaues weiss man nicht.

    Wir sehen und wissen aber das Nahrungsvielfalt, also Pollen und Nektar als Natürliche Nahrung unserer Bienen, sich sehr Positiv auswirken.

    Mangelernährung, oder auch einfach Hunger genannt, wirkt sich sehr negativ auf die Volksentwiklung/Gesundheit in der eigentlichen Trachtzeit aus. Das kennt kennt jeder Immenhalter.

    Wenn also vielfältiger Pollen und Nektar( zuckerzusammensetzungen) ausreichend in der Entwicklungszeit der Völker da sit, funzt es.

    Nun, in der Zeit zur Mandelblüte (Februar!)werden die dazu besonders gepuschten Bienen in eine mit Gift belasetet Massentracht gestellt, die es natürlicher Weise zu dieser Zeit gar nicht gibt.


    DAS strengt die Völker zweifellos an!


    Da sucht man nach dem Wundermittel, und glaubt in p-Cumarinsäure und anderem Eiweiß welche man ins Winterfutter gibt den Winterlichen Frühstart der Völker bei totalem Pollenmangel positiver zu gestalten.

    Daraus zu schließen Zuckerfütterung um den Winter zu überbrücken sei schlecht, erscheint mir weit hergeholt.

    Wasi

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hallo Leute, man kann über Vieles diskutieren und ich lese es mit Interresse und oft mit Verwunderung. Auf meine Betriebsweise, die auf dem aufbaut was ich von meinem Vater gelernt habe und was sich sich bewährte, hat das wenig Einfluss. Es gibt für mich seit lagem 3 Hauptprobleme der Imkerei, die heißen Varoa, Varoa und Varoa. Raffinadezuckerlösung als Winterfutter ist so mit das Letzte was dem Bien schadet.

  • Es gibt für mich seit lagem 3 Hauptprobleme der Imkerei, die heißen Varoa, Varoa und Varoa.

    hmmm…. Irgendwie ist es immer am einfachsten alles auf Varoa zu schieben...Mag schon sein, aber wenn wir keine Varoa hätten, wer wäre dann an alle anderen Probleme Schuld? ....mal der Imker oder dessen Betriebsweise?



    grüße Stefan

  • Varroa ist m.E. nur das letzte sichtbare Symptom, das den Völkern den Rest gibt. Da lief vorher vieles ab, was man nicht gemerkt hat, was aber einen großen Einfluss auf die Resilienz der Völker hat. Und dazu gehören sog. Pflanzenschutzmittel als Erstes! Belasteter Pollen, eingelagert im FJ und verbraucht im Sommer - das hat Wirkung!...

  • Ein paar Zitate von Freudenstein;

    Die Einwinterung ist die wichtigste Arbeit des ganzen Jahres.

    ...daß ein Bienenvolk nicht erfrieren kann, wenn es ausreichend Nahrungsvorräte hat.

    Eine zweite Art von Imkern ist heute schon beinahe ausgestorben. Das waren Theoretiker, die von der Annahme ausgingen, daß es für ein Bienenvolk keine bessere Winternahrung geben könne als reinen Honig.

    Durchwinterung:

    1. Wintere nur starke Völker ein.

    2. Verenge die Wohnung bis auf den Raum, den die Bienen im Herbst belagern und den sie im Winter durchwärmen können.

    3. Fütterung. Da ist die erste Frage: "Was sollen wir füttern?" Antwort. "Kristallzucker!"


    Nur für die Freudenstein nicht kennen. ;)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Varroa ist m.E. nur das letzte sichtbare Symptom, das den Völkern den Rest gibt. Da lief vorher vieles ab, was man nicht gemerkt hat, was aber einen großen Einfluss auf die Resilienz der Völker hat. Und dazu gehören sog. Pflanzenschutzmittel als Erstes! Belasteter Pollen, eingelagert im FJ und verbraucht im Sommer - das hat Wirkung!...

    Dazu gehören PSM sicher nicht als Erstes. Im ganzen Jahr 2016 konnten 29 (29!) Fälle von Bienenschäden den PSM zugeordnet werden. Und diese resultieren aus Fehlanwendungen, wenn ein Landwirt zu früh/zu spät/das Falsche appliziert hat. Gemeinhin also: Unfälle. Das mit den Varroa-bedingten Verlusten in Relation zu setzen erübrigt sich fast schon.


    Sicher machen PSM das Leben für die Biene nicht besser und es KANN sublethale Effekte geben, die die Völker schwächen und damit anfälliger machen für Varroa/Virus-Schäden. Das kann auch unsichtbar geschehen, so dass man es schwer nachweisen kann. Aber wer (zu) viel auf die PSM schiebt, der lügt sich in die Tasche. Erst kommt die Varroa und damit verbundene Virus-Schäden und dann kommt ganz lange nix. Und dann die PSM und Weiteres.


    Du kannst die kompletten Flubienen eines Volkes tot spritzen. Du kannst mit IGRs (Häutungshemmern) die komplette Brut von Völkern eliminieren. Genau das wird in PSM-Zulassungsverfahren nach EPPO- und OECD Guidelines gemacht um nachzuweisen, dass das Testsystem funktioniert und man potentielle Auswirkungen des zu testenden PSMs auch aufzeigen könne. Ist ein sehr trauriges Bild, wenn man tausende toter Flubienen/Puppen vor den Völkern findet, aber: Diese Völker überwintern dennoch problemlos. Lässt sich über die Varroa-Schäden so nicht sagen.


    Ich möchte die PSM-Problematik nicht klein reden, die gibt es natürlich und es ist gut, dass die verschiedensten Interessensgruppen hier aktiv sind. Aber die Varroa als letztes sichtbares Symptom zu bezeichnen geht m. E. völlig an der Realität vorbei.