Schwarm einfangen

  • Hallo an alle,
    wie fängt man einen Schwarm, der sich ca. 80 cm über dem Boden in einem zum Anzünden bereitgestellten Reisighaufen niedergelassen hat?
    Bin gespannt auf die Antworten!
    Gruß Harald

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Hallo Harald,
    natürlich ist eine Ferndiagnose in Bezug auf deinen Schwarm schwierig zu machen, aber ich versuch es. Ich würde mich an deiner Stelle mit dem Einfangen beeilen, nicht dass er wieder verschwindet, weil auf Dauer ist das nicht das, was die Bienen haben wollen. Ihr müsst beim Einfangen zu zweit sein, der eine schneidet die Äste, nach vorherigen Besprühen des Schwarms, ab und der andere hält sie fest und schlägt sie in die Kiste ein, ob du zum Absägen eine Gartenbauschere oder eine Motorsäge brauchst, musst du selber entscheiden. Wenn er nur an einem dicken Ast dranhängt ist es einfach, hat er sich an mehreren Ästen angehängt, dürfte es auch nicht so problematisch sein. Alles klar.
    Gut Stich oder wie man sonst sagt!

  • Hallo Harald


    In solch einem Fall wie in deinem kann man es auch probieren eine unten offene Beute direkt auf den Reisighaufen auf die Bienen zu setzen. Ich habe soetwas des öfteren gemacht wenn der Schwarm in einer Hecke saß. In der Nacht ziehen sich die Bienen ganz von alleine nach oben, weil es dort warmhaltend ist. Die Zarge hatte ich komplett mit Mittelwänden ausgestattet. am frühen Morgen kann man dann die Zarge auf einen Boden setzen und verschlossen an ihren neuen Standort bringen.



    MIt imkerlichen Grüßen


    Reinhard

  • Hallo Imkerkollegen,


    haben die Spürbienen eines Schwarmes bereits eine neue Bienenwohnung ausgemacht und sammeln sich nur in Nähe des Bienenstandes, nützt es wenig eine Beute als neue Wohnung bereit zu stellen. Daher ist es immer besser, den Schwarm in einen Schwarmfangkasten mit Absperrgitter einzuschlagen, vorausgesetzt man erwischt die Königin.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Imkerfreunde,


    kann mir jemand einen guten Tipp geben, was ich jetzt am besten tun soll, wenn ein Volk schon in Schwarmstimmung ist?


    Soll ich einen Ableger bilden?

  • Hallo Anonymus !


    Wenn das Volk in Schwarmstimmung ist (Weiselnäpfchen sind bestiftet) muß ein durchgreifender Eingriff her der in den meisten Fällen zu Ertragseinbußen führt (für das einfache Schröpfen von Brutwaben ist es bereits zu spät). Eine gute Möglichkeit dem Schwarmtrieb beizukommen (noch dazu arbeitssparend :grin:) ist der Zwischenableger. Du stellst den Brutraum mit der Königinn, versehen mit Boden und Deckel ein zwei Meter enfernt vom alten Standplatz auf. Der verbliebene Brutraum (muß offene Brut enthalten) bleibt samt Honigraum am alten Platz. Der Königinnenableger verliert seine Flugbienen (wichtig ist dafür Flugwetter im Anschluß an die Maßnahme) und behält nur die Jungbienen. Angesetzte Weiselzellen werden von den Bienen ausgebissen und die Königinn normalisiert wieder ihr Brutgeschäft. Nach neun Tagen werden alle Nachschaffungszellen im Altvolk gebrochen und nochmals eine Wabe mit offener Brut zugegeben (Brutwabentausch zwischen Altvolk und Ableger). Weitere neun Tage später nochmals die Nachschaffungzellen auf der einen möglichen Wabe brechen, mit gleichzeitiger Rückvereinigung beider Volkesteile (man kann auch schon nach den ersten neun Tagen Rückvereinigen, ist aber nicht ganz so sicher, es sei denn es folgt gleich wieder eine Massentracht). Tracht ist überhaupt die beste Gegenmaßnahme für den Schwarmtrieb.
    Aufgrund der Tatsache, daß das Restvolk während der 18 Tage immer weniger Brut zu pflegen hat, bei gleichzeitig viel Bienenmasse ist die Ertragsminderung nicht so stark wie bei anderen mir bekannten Maßnahmen (am besten ist natürlich wenn man das Volk zeitig schröpft, sodaß es erst gar nicht soweit kommt). Das ganze hört sich vom Arbeitsaufwand wesentlich schlimmer an als es ist, wenn man einen Zwischenboden verwendet den man sich leicht selber bauen kann entfallen sogar das zusätzliche Boden und Deckelteil.


    Grüße Frank



    http://www.imkerei-osterloh.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frank Osterloh am 2002-04-24 21:32 ]</font>

  • Hallo Frank,


    mit der Zwischenablegerbildung bin ich noch am lernen. Es gibt auch die Variante, im Altvolk eine Weisel (eigene oder Zuchtmaterial) aufziehen zu lassen. Nach einigen Wochen wird rückvereinigt und der Imker kann sich für die bessere Weisel entscheiden. Kannst Du die beiden Methoden hinsichtlich Vor- und Nachteilen vergleichen?
    Mich persönlich würde ein Verfahren interessieren, daß einen genauen 7-Tage-Rhythmus einhält. In K. Weiß: "Der Wochenendimker" müßte was zu finden sein.
    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Anonymus !


    Ich halte nicht soviel von der Variante mit dem Weiselvergleich wie Du sie beschrieben hast. Denn ein vergleich von zwei Weiseln ist in der Praxis nicht so einfach wie es manchmal die Literatur vorgibt.
    1. In der Literatur wird oft von schönen lückenlosen Brutflächen gesprochen, die Auskunft über die Qualität der Weisel geben sollen. Das trifft möglicherweise für das zeitige Frühjahr und den Herbst zu, auch für ein Begattungskästchen lasse ich das noch gelten, in der Trachtzeit jedoch kann das Brutnest aber durchaus Lücken aufweisen (Pollen und Nektareinlagerung im Brutbereich bei starker Tracht). Dieses fällt meistens gerade in die Schwarmzeit wo Du den Vergleich der Weiseln anschließend an die Maßnahme durchführen würdest.
    2.Möglicherweise ist die Königinn im Ausgangsvolk sogar vom Vorjahr (hat damit noch nicht im ersten Leistungsjahr ihre Qualität offenbart), und das Volk ist aufgrund zu später Erweiterung in Schwarmstimmung geraten (da kann die beste Weisel nichts dafür). Deswegen ist es zwingend notwendig die Völker auch bei anstehender schlechter Witterung (wie sie jetz angesagt ist) bei besetzen aller Wabengassen zu erweitern.
    3.Wurde rechtzeitig erweitert, und das Volk gerät trotzdem frühzeitig in Schwarmstimmung, ist tatsächlich an ein Umweiseln wie Du es beschrieben hast zu denken.
    4.Ein Vergleich zwischen den beiden Weiseln ist aber wie schon gesagt kaum möglich, denn auch die neue Königinn wird ihre wahren Qualitäten (starke Über- und Auswinterung, Vitalität usw.) ersteinmal beweise müssen.


    Beste Grüße


    Frank


    http://www.imkerei-osterloh.de



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frank Osterloh am 2002-04-25 21:05 ]</font>

  • Hallo und vielen Dank an alle, die auf meine Frage geantwortet haben.
    Jetzt habe ich meine Erfahrung wie Reinhard Janke selbst gemacht und kann feststellen, daß eine Zarge, unten offen, auf dem Reisighaufen wirklich funktioniert. Ich habe den Schwarm!!
    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Wenn ein Volk erst mal in Schwarmstimung ist, muss wirklich schleunigst ein umfassender Eingriff her. Frank hat da völlig recht. Das alleinige Ausbrechen der Weiselzellen beseitigt diese Stimmung keineswegs. Die Schwarmstimmung bremst auch den Honigeintrag ungemein. Abhilfe schaffe ich mit rechtzeitiger Bienen-Massenentnahme und Aufteilung von schwarmtriebigen Völkern. Hier ist die Brutableger Bildung ein gutes Mittel. Trotzdem ist das nicht 100% sicher. Hate gestern nach vier Jahren das erste mal einen Schwarm, trotz wöchentlicher Kontrolle. Zum Glück hat mich mein Nachbar über den Tiefflieger im Pflaumenbaum informiert.


    Gruss
    Hans