Hyperthermieverfahren

  • Hallo StammtischlerInnen :wink:


    Kann mir jemand interessante Links sagen für Wärmebehandlung gegen Varroa?


    1.) Welche Temperatur benötigt man, um ein Absterben der Milbe zu erreichen?


    2.) Wie lange darf man die Temperatur halten ohne eventuell die Brut/Bienen zu schädigen?


    mfG
    Uli

  • So ein ähnliches Verfahren hat ein ehemaliger Imker in unseren Verein vor einigen Jahren angewandt. Leider weiss ich nicht mehr die genauen Temperaturen und die Anwendungsdauer.Man mußte die Bienen ohne Königin von den Waben in einen Drahtkasten aus Varroa-Gitter fegen. Dieser kam in eine Holzkiste, an einer Seite befanden sich zwei Löcher für zwei Föhne.Damit wurde der Innenraum erwärmt.Die Milben fielen herab und die Bienen wurden in den Kasten zurückgegeben.Nachteilig fand ich, das man dieses Verfahren erst spät anwenden konnte (wenn Volk ohne Brut) und es sehr viel Arbeit gemacht hat.Ich werde im Verein noch mal wegen Temperatur und Zeitdauer der Anwendung nachfragen.Kann aber noch eine zeitlang dauern!

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Uvette,
    bei uns im KV gibts einen Kollegen, der hat das System des Varroagrillens :smile: bis zur Serienreife entwickelt.Der arbeitet nicht mit Föhn sondern mit einer Metallplatte, die in den Boden eingelegt wird und mittels Elektrizität erwärmt wird. Die Temperatur wird mit einem Thermometer in Deckelhöhe gemessen.
    Der hat auch Konstruktionszeichnungen;
    bei Interesse gebe ich dir gerne seine Adresse.



    Grüsse


    Michael

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • im Buch Patien Tier
    "Bienenkrankheiten von Wolfgang Ritter"
    Ulmer VErlag steht:
    Thermobox-Umluftsystem mit Einlasstemperatur 45 °C für 15 Minuten und dabei 5ml Wintergrünöl verdampfen.
    Auch in der Brut werden die Milben Milben zum Großteil dezimiert...


    ist das Wintergrünöl für Menschen giftig?


    mfG
    Uli

  • Hallo, Uvette,
    dein Eintrag ist zwar schon ´ne Weile her, aber ich habe ihn gerade erst gelesen. Sehr interessante Geschichte, diese Wärmebehandlung.
    Wir behandeln die Bienen ca.35 min. bei 58° (3 Zargen). Wie sind denn deine Erfahrungen? Unser "Bienenvater" praktiziert diese Methode schon seit sehr vielen Jahren, ohne zusätzlich noch Ameisensäure etc. anzuwenden. Es gab KEINE Zusammenbrüche von Völkern!!!
    Viele Grüße!
    Kessi

  • Hallo Kessi,


    kannst Du mir mehr über das Verfahren Deines Bienenvaters erzählen?
    Ich dachte, dass die Milben bei 49°C fallen, und ab 51°C die Bienen sterben. Wie können die denn 58°C überleben? Oder sind meine Infos falsch?


    Danke im voraus!



    Mit imkerlichem Gruß!
    Ronny

  • Hallo Michael,


    habe Deine Mail gelesen und die HP-Seite vom Imkerfreund gefunden.


    Für alle die, die noch nicht im Bilde sind, hier die www-Seite:
    http://www.dueppenweiler.de/Bi…chtverein_Krankheiten.htm


    Ich werde die Methode ausprobieren, und meine Erfahrungen hier dann schildern. In Düppenweil wird das schon seit ca 6 Jahren angewandt, und seitdem keine Chemie und keine Völkerverluste, berichtet der Erfinder.
    Dass die Verbreitung dieses Verfahrens gegen Null tendiert liegt wohl an der Tatsache, dass keiner so richtig daran Geld verdient :wink: 
    Wie auch, die Teile kosten ca. 20 bis 30 EUR, plus Stromaggregat.


    Mit imkerlichem Gruß!


    Ronny

  • Hallo,


    klingt zwar ineressant und wäre meiner Meinung nach mit mehrerern Geräten und bei Verfeinerung der Technik (Thermometer mit Heizplatte gekoppelt) sicher einfach durchzuführen, aber für mich bleiben zu viele Fragen offen:


    - was passiert mit Bienen die auf die Platte fallen bzw. werden sie nicht von sich aus vor das Flugloch stürzen um kühle Luft einzufächeln?


    - was passiert wenn Wachs schmilzt und auf die Platte tropft (Brandgefahr)?


    - wird auch die Varroa in der Brut geschädigt?


    - wann und wie oft muß man behandeln? Ich kann mir z.B, nicht vorstellen, daß man in der brutfreien Zeit wenn die Bienen schon eine Traube bilden behandelt weil das meiner Meinung nach den Bienen nicht gut tut.


    - wie hoch ist der Wirkungsgrad?


    Vielleicht haben wir in unserem Forum ja einen Imker der dieses Verfahren schon anwendet.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Hallo Franz,


    zur Beantwortung Deiner Fragen solltest Du mit dem Herrn Haupenthal mal Kontakt aufnehmen. Ich habe da auch einfach angerufen und er hat bereitwillig Auskunft gegeben.
    Soviel ich behalten habe, hier folgende Antworten:


    -was passiert mit Bienen die auf die Platte fallen bzw. werden sie nicht von sich aus vor das Flugloch stürzen um kühle Luft einzufächeln?
    Das Flugloch ist während der Behandlung geschlossen. Bienen stürzen nicht nach unten, da sie die Gefahr (heiße Platte) von unten spüren. Sie wandern während der Behandlung ab 37°C nach oben.


    - was passiert wenn Wachs schmilzt und auf die Platte tropft (Brandgefahr)?
    Wachs schmilzt erst bei über 60°C. Erhitzt wird die Beutenluft aber nur auf 42°C. Wenn zwischen Platte und Unterseite Rähmchen genügend Luft ist (Luft ist ein guter Isolator), dann passiert da nichts. Noch zur Info: Die Heizplatte wird max. 130°C heiß.


    - wird auch die Varroa in der Brut geschädigt?
    weiß ich nicht mehr. mal selber nachfragen.


    - wann und wie oft muß man behandeln? Ich kann mir z.B, nicht vorstellen, daß man in der brutfreien Zeit wenn die Bienen schon eine Traube bilden behandelt weil das meiner Meinung nach den Bienen nicht gut tut.
    Benandeln kann man nicht in der Wintertraube, nur Frühling, Sommer, Herbst. und er behandelt immer abends nach Einstellung des Flugbetriebes.


    - wie hoch ist der Wirkungsgrad?
    Seit der Behandlung mit Wärme sind keine Völker eingegangen. Also seit ca. 6 Jahren keine chemie. Er behandelt nach Bedarf, soviel ich mitbekommen hat. Es wird die Drohnenbrut ausgeschnitten, und wenn der Befall dort, oder in den Windeln groß erscheint, dann holt er die Wärmeplatte heraus.
    Demnach muß der Wirkungsgrad entsprechend hoch sein, da er dies nicht alle 14 Tage tut, sondern nur 1-2mal im Jahr.


    Einfach mal selber probieren, vieleicht schmecken gegrillte Varroen ja lecker?



    Mit imkerlichem Gruß!


    Ronny

  • Hallo liebe Stammtischler


    dass mich nun hier niemand anzeigt - es geht wiedermal "nur" um heisse Luft :wink: 
    vielleicht gibt es ja auch einen Paragraphen der uns vor Mundtotmachern schütz? Bitte mitteilen - dann werde ich ... aber lassen wir das lieber :lol:


    Ich habe den interessanten Bauvorschlag nun gelesen.
    Vielen Dank euch allen für den Link und die rege Diskussion.


    Es gibt für mich nun halt 2 Probleme:
    1. haben die meisten keine 230 V an ihrem Bienenstand und es dauert doch irgendwie ziemlich lange die Behandlung.
    Viellleicht einen Wechselrichter? 12 V auf 230 ? Diesel-Generator?


    2. dass man die Platte fast einen Tag im Stock lassen muss



    Ist es möglich ein Gerät zu bauen - welches die heisse Luft mit einem Gasbrenner erzeugt? Die heisse Luft würde dann per Gebläse (Ventilator 12 V Autobatterie) und Schlauch in das Magazin geblasen.
    Aber wahrscheinlich fallen die Milben nur runter und werden nicht schmackhaft gegrillt.
    Oder was meint ihr dazu?


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    zum Wintergrünöl: fand ich folgenden link:


    http://www.beyars.com/lexikon/lexikon_1173.html


    Wintergrünöl


    (Gaultheriaöl). Äther. Farbloses bis gelbliches Öl von starkem, angenehm aromatisch-würzigem Geruch, mit hoher Gleitfähigkeit.
    Es handelt sich um ein Öl, das aus den Blättern des in Nordamerika und Kanada heimischen Strauches Gaultheria procumbens (Ericaceae) nach vorangegangener Maceration in 0,7% Ausbeute durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Verwendet wird das Wintergrünöl als Gleitmittel beim Glanzschneiden bei einer dichten oder gezogenen Fadenfassung. Wird auch synthetisch hergestellt (Methylsalicylat, künstliches Wintergrünöl).


    Gruß Uli

  • Hallo uvette,


    Die Heizplatte sollte auch ohne 230V- Anschluß machbar sein. Und zwar müssen andere Widerstände zum Aufheizen verwendet werden.
    Die 12 V könnte man dann einfach von der Autobatterie abzapfen, allerdings ein etwas dickers Kabel nehmen, weil hohe Stromstärken fließen.


    Ich werde die "technische Realsierbarkeit prüfen", d.h. ich werd's ausprobieren, ob sowas funktioniert und melde mich wieder.


    ...Grüße aus Sachsen..


    Heiko Höhne

  • Hallo,


    Jo ich denke wenn auch nicht so elegant sollte dies auch mit 12 Volt gehen, theoretisch kann mann dann etwa 5 Völker mit eine 45 Ah Batterie behandeln (200W/0.5 Std.)
    Ich möchte es auch versuchen, nur über die Einzelheiten der realisierung bin ich nicht ganz im klaren: Leistungsfähige Wdst (200 W gesamt Leistung), Hitzebeständiges material, etc....


    MfG
    Dante

  • Ja da habt ihr ganz recht!
    werde es nun auch ausprobieren - und mal feste berechnen was für Widerstände und Kabelquerschnitte.


    Vielleicht können wir uns dann austauschen wenns gekklappt hat!


    :-)
    viel Schpass beim Baschtle
    Uli

  • Hab in einem Elektronikkatalog Hochlastwiderstände 17 Watt á 10 Ohm gefunden. Kosten 0,61 Euro das Stück - wenn ich 12 davon parallel schalte, komme ich auf die 200 Watt. Die Widerstände sind quaderförmig. Ich werde sie mit Wärmeleitkleber an eine Aluplatte kleben. Als Zuleitung nehme ich Kupferkabel 6mm Querschnitt.
    Da ich teilweise mit Hinterbehandlungsbeuten imkere, dürfte sich eine Varroabehandlung recht einfach machen - wenn es funktioniert.


    Ich erwarte meine ersten Tests in zwei Wochen, dann gibt es vielleicht mehr zu berichten...


    Grüße aus Sachsen....Heiko Höhne