Winterbrutnest an den Rand?

  • Hallo,



    Häufiger Grund warum die Völker den Winter nicht überstehen ist ja Futterabriss.

    Wenn man nun das Brutnest im Herbst oder Spätsommer an den Rand der Beute setzt und die Futterwaben alle auf die andere Seite, dann ist das Volk ja gezwungen sich in Richtung des Futters zu bewegen, oder?



    Wenn ich das Brutnest mittig platziere und von beiden Seiten Futterrähmchdn platzieren, dann wandert dasVolk in eine Richtung. Braucht dort das Futter auf und steht an der Beutenwand. Der Weg auf die andere Seite ist zu weit und es kommt zum Futterabriss.


    Was haltet Ihr von meiner Theorie? Gedankenfehler?:/

  • Moin!

    Das ist nicht "Deine Theorie"

    Die ist nicht ganz neu und nachlesbar unter dem Thema Futterabriss.

    Passiert meist im Zustand, wo schon Brut da ist, die die Bienentraube bindet, und wenn es sehr kalt wird oder kalt ist. Bei insbesondere nicht so starken Einheiten reicht die Traube nicht, um die Bienen über die Leerzone hinaus an Futter herankommen zu lassen.

    Die Bienentraube wandert über den Winter und insbesondere im zeitigen Frühjahr dem Futter hinterher nach oben und in Richtung fluglochabseitig.

    Den Bienensitz setzt der Imker indirekt mit der Ausrichtung des Fluglochs!

    Ist das im Vorfeld schon einseitig eingegrenzt, dann ist auf dieser Seite die Brutzone, Futter Richtung fluglochfern. Bienensitz der Wintertraube am Start auch somit fluglochabseitig, Wanderung Richtung Futter.


    Wabenjonglieren und "Wintersitz einrichten" ist total doof, wie Strafarbeit auf Kosten der Bienen.

    Was wo zu sitzen hat können die, und sie tun das, wenn der Imker ihnen das ermöglicht.

    Also Flugloch erst mittig haben und dann in der Wabenordnung herumpopeln, weil's einem anders lieber ist, ist wirklich, wirklich blöd!


    Gruß Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe die Brutnester in Querbau fluglochseitig oder auch auf der Gegenseite platziert. Einen Einfluss auf die Überwinterung konnte ich nicht feststellen. Die Bienen sind auch nicht gewandert, sondern saßen im Frühjahr immer noch an der Stelle, wo das Brutnest im Herbst platziert wurde.

    Ich hatte allerdings auch noch nie einen Futterabriss, weder in Styropor noch in Holz. Ich vermute, dass Futterabrisse eher ein Problem schwacher Völker sind.

    Gruß Ralph

  • Häufiger Grund warum die Völker den Winter nicht überstehen ist ja Futterabriss.

    So häufig eher nicht. Außerdem vor allem im Kombination mit zu knappen Futter. Das dürfte auch daran liegen, dass lange Kälteperioden nach (!) einem Bruteinschlag nicht so häufig sind. Die Bienen tragen in milden Wetterphasen das Futter zudem um und müssen deswegen auch nicht unbedingt mit der Wintertraube wandern.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Aussage von Wolfgang kann ich bestätigen.


    Hatte vorher auch noch nie Verluste durch Futterabriss, allerdings dieses Jahr bei zwei Völkern.

    Als im März der Kälteeinbruch kam, hat es sie erwischt.


    Konnte man schön sehen, Traube 2 Waben weg vom Futter.

    Futter war genug vorhanden.

    Stärke eher mittel, allerdings nicht schwach.

  • Ich hatte bisher noch kein Jahr in dem nicht ein Volk im Frühjahr vom Futter abgerissen ist. Liegt wohl am rauhen Klima hier.
    Der Winter ist weniger das Problem. Das kommt bei mir im Frühjahr (März/April) vor, wenn die Temperaturen nochmal richtig in den Keller gehen.
    Und oft ist es dann gerade ein starkes Volk, das auf ein paar Zentimeter neben dem Futter auf der selben Wabe auf Brut sitzt verhungert.

    Mit der Position des Brutnests sehe ich da kaum einen Zusammenhang. Die lege zudem nicht ich fest, das machen die Mädels ganz allein ohne mich.

    Gruss David

  • Ich auch - bei diesem Kälteeinbruch im zeitigen Frühjahr.

    Auf einmal Stille in der Kiste und dann findet man sie praktisch neben leeren FW, ein Jammer.


    Vor solchen Vorhersagen werde ich persönlich in Zukunft um diesen Zeit ggf öffnen und evtl Leerwaben am Bienensitz entnehmen bzw Fw ans Brutnest bringen, wo Distanzen sind.

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    Hans Kasper