Nassenheider Classic - zu viel verdampft

  • Hallo zusammen, behandle derzeit mit dem Nassenheider Classic (da wetterunabhängig) in Dadant US 12. Laut Gebrauchsanweisung habe ich den großen Docht verwendet. Heute (nach drei Tagen) festgestellt dass zu viel Säure verdampft. Habe nun auf den mittleren Docht gewechselt. Was meint ihr, Säure nachfüllen und Behandlung weiter fortsetzen (so wäre mein Gedanke)?! Oder abbrechen?

  • Auch für den Nassenheider ist es derzeit zu riskant, da kann dir jemand erzählen was er will oder schreiben - geht nicht bei diesen Temperaturen.

    2016 war es bei uns auch schon so heiß, da habe ich mindestens am Tag diese 3-4 mal kontrolliert und bei zu viel Verdunstung die Nassenheider hochgestellt.

    Mir wäre es viel zu riskant, besonders junge Königinnen sind empfindlicher als alte Königinnen.

  • Laut Gebrauchsanweisung des Professional darf dieser auch nur bis maximal 35 °C Aussentemperatur eingesetzt werden. "Wetterunabhängig" ist er also nicht, höchstens "wetterunabhängigER". Bei den aktuellen Temperaturen ist es ja vielerorts im Schatten schon über 30 °C. Bei den Beuten an der Sonne wirds noch einiges heisser und deshalb wahrscheinlich: zu heiss...

    Ich würde abbrechen und zuwarten oder auf eine alternative Behandlungsstrategie setzen...

  • Überall muss man lesen wie hauptsächlich Anfänger (es gibt natürlich auch einige "erfahrene Imker" die den selben Mist machen) gerade ihre Völker mit Gewalt kaputt machen wollen.

    Ich kann einfach nicht verstehen warum man da nicht mal vor der Aktion Rat bei einem Kollegen oder hier sucht und immer erst wartet bis das Kind in Brunnen gefallen ist.

    Klar kurbelt es den Verkauf an Königinnen an, aber da hab ich manchmal echt Pipi in den Augen wenn man erzählt bekommt, dass mal kurzerhand 10-20 Königinnen ersetzt werden müssen.

    Gerade diejenigen mit geringerer Völkerzahl haben da schnell Probleme die zu halten und auch über den Winter zu bekommen wenn man mit Gewalt alles verätzt.

    Wer unbedingt meint er müsse gerade jetzt was machen, der sollte auf andere Mittel zurück greifen oder sich mal maximal mit der Schwammtuchmethode auseinander setzen. Auch letztere ist riskant, jedoch nicht so wie eine 2 wöchige Dauerbesäuerung mit über 30 Grad.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • 2018 ist das Jahr der Brutentnahmen - für alle anderen Behandlungsmethoden ist es zu warm. Varroawetter gibt selbst für die Sprühbehandlung mit Milchsäure eine Obergrenze von ca. 30°C an.


    Der Hinweis von Markus auf das Schwammtuch ist gut. Das muss dann aber knapp dosiert, mit gekühlter Ameisensäure am Abend eingelegt und früh am Morgen schon wieder entnommen werden. (Meist ist es dann schon trocken, aber gerade wenn nicht, muss es wieder raus) Unabhängig von der Zulassungssituation - bei einer Schwammtuchbehandlung immer 60% und niemals 85% Ameisensäure einsetzen.

    Eine Kurzzusammenfasstung mit Dosierungs- und Sicherheitshinweisen, sowie Behandlungsrythmus findet sich in "Varroa unter Kontrolle"


    Die Angabe 'witterungsunabhängig' bezieht sich hauptsächlich auf die untere Behandlungstemperatur, meist haben wir im Spätsommer/Herbst eher das Problem, das zu wenig und nicht zu viel Ameisensäure verdampft wird. Aktuell haben wir das gegenteilige Problem.


    Wenn noch nicht passiert - Behandlung abbrechen und umorientieren.


    Gruß
    Ludger

  • Ich kann das bestätigen, habe dieses Jahr gleichzeitig bei meinen 4 Völkern das erste Mal TBE gemacht und sie haben in 4 Tagen bisher 5 1,5 DNM MW ausgebaut.

    Ich bin erst mal beruhigt, dass ich bei diesen Temperaturen nicht mit AS rum machen muss.

    Schon die TBE war belastend genug für Tier und Mensch.

  • Und OSX verdampfen, Blockbehandlung?

    Wie siehts damit aus? Ist zwar aufwendig und langwierig, aber sollte bei dem Wetter funktionieren?

    Ist weder aufwendig noch langwierig. Kommt immer auf das Verfahren an. Mit Verdampferstövchen geht's einfach und sicher.

    Würde mir auch ein gutes Gefühl geben, bei den Temperaturen n Teelicht in der Beute.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • ...

    Laut Gebrauchsanweisung habe ich den großen Docht verwendet. Heute (nach drei Tagen)

    Man sollte die Gebrauchsanweisung dann bitte auch richtig lesen!

    Da steht nämlich auch irgendwo - unübersehbar - dass bei zu hoher Verdunstung auf den nächst kleineren Docht umgestellt werden soll. Zudem soll man nicht erst nach drei, sondern schon nach dem ersten Tag kontrollieren.


    Man muss nicht immer stumpfsinnig nach Handbüchern oder Anleitungen gehen. Da steht nur drin, unter welchen Mindestbedingungen eine Vorrichtung nachgewiesen funktioniert, damit sie überhaupt zugelassen wird. Dabei können nicht alle übrigen Bedingungen, unter denen sie ebenfalls funktioniert, gleichgewichtet auch noch berücksichtigt werden.

    Man darf auch mal selbst mitdenken und von sich aus einen oder zwei Gänge runterschalten, und die gewählten Mittel unter extremen Bedingungen variiert oder reduziert anwenden. Rein vom gesunden Menschenverstand her, denn wir sollen den Bienen nicht die Milben wegoperieren, sondern sie unterstützen, sie loszuwerden.


    Wobei ich bezweifeln möchte, dass selbst der kleinste Docht bei diesen Temperaturen nicht schon zuviel Säure freigibt. Wie man unter den gegebenen Bedingungen auch noch das Schwammtuch empfehlen kann, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Dazu möchte ich dann Torben Schiffers Empfehlung weitergeben, neben den Milben auch gleich die ausgerissenen Fühler mitzuzählen...


    Gruß Andreas