Wann zufüttern...

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    Hallo erstmal...

    Ich habe eine Bienenkiste und da kenne ich mich auch aus, nun habe ich von einem älteren Mann der sich verkleinern möchte kurzfristig zwei Carnica Wirtschaftsvölker auf Zander geschenkt bekommen.

    Es wurde am Freitag der Honigraum abgenommen und ich habe sie Samstag früh um 5 Uhr geholt.

    Es wurde dabei ein Absperrgitter mittig platziert mit Königin in der unteren Zarge.

    Oben habe ich die Bienenflucht als Deckel erstmal drauf gelassen um sie nicht unnötig zu stören, haben ja durch den Transport ja auch erstmal genug Stress gehabt.

    Heute waren sie dabei sich einzufliegen...

    Mein Plan wäre nun ihnen morgen nachmittag eine Leerzarge aufzusetzen und sie mit jeweils 7.5Litern Sirup zu füttern.

    Wenn man noch etwas warten kann könnte ich auch mit den bestellten Adam Futterzargen zufüttern..

    Ich habe gehört das man ein Absperrgitter dazwischen macht um in drei Wochen nochmals die dann leeren Waben schleudern zu können, möchte ich aber nicht tun. Also würde ich das Gitter wieder entfernen. Die Drohnenwabe würde ich ebenfalls entfernen und eine unverdeckelte aus dem ehemaligen Honigraum dazu hängen. Dann würde ich wenn das Futter weg ist und es etwas kälter ist beginnen mit Ameisensäure zu behandeln.

    Und noch eine Frage, kann oder soll ich die

    Honigwaben aus dem Honigraum noch Schleudern? Liegen ja jetzt auch schon 2 Tage bei 30Grad?

    Viel ist es nicht, und fast alles unverdeckelt? Aufheben?

    Oder was am besten damit tun?

    Es wäre schön ein paar Tips zu bekommen:)


    Grüße, Oli

  • Hallo Oli,


    willkommen im Club!


    Zunächst solltest Du mal Dein Profil ausfüllen, bei bestimmten Fragen läßt sich dann einfacher helfen.

    Bevor Du irgend etwas anderes machst, schau erst mal in die Völker rein. Ich weiß, daß erschließt sich für Bienenkistenmenschen nicht direkt. Schätz ab wieviel Futter noch im Volk ist. Soltest Du noch 2 Rähmchen mit Futter haben, erübrigt sich jetzt meiner Meinung nach eine weitere Futtergabe. Bestimme auf welche Art auch immer, vorher auf jeden Fall den Milbenbefall. U. U. ist jetzt erst mal Varoabehandlung angesagt. Zeitgleich Ameisensäurebehandelung und füttern sollte man tunlichst unterlassen.

    Bedenke beim Füttern, daß die Bienen auch noch Platz zum Brüten brauchen.

    Aus Deiner Beschreibung kann ich jetzt nicht entnehmen ob Deine Völker mit einem oder zwei Brutraumzargen geführt werden. Solltest Du sie einzargig überwintern wollen, dann mach die Futtergabe vom vorhandenen Platz abhängig.


    Ohne Honigraum ist ein Absperrgitter übrigens unnötig, also raus damit.

    Ich habe gehört das man ein Absperrgitter dazwischen macht um in drei Wochen nochmals die dann leeren Waben schleudern zu können,

    Welchen Sinn macht es leere Waben zu schleudern?


    Dronenwabe kannst Du rausnehmen.


    Ob Du den Honigraum noch schleudern oder ihn vielleicht auch als Futter verwenden möchtest hat nichts mit der Lagerung bei 30°C zu tun. Wie warm ist es in einem Bienenvolk? Du stimmst mir sicher zu, es sind mehr als 30°C.

    Viel entscheidender ist der Wassergehalt des Honigs. Bestimme ihn und Du weißt ob Du den Honig schleudern kannst. Über 18% Wasser würde ich nicht schleudern, ich würde auch wegen 2 halbleeren Honigzargen, die Schleuder nicht einsauen wollen.


    Der beste Tip kommt zum Schluß. Wenn Du Dir unsicher sein solltest, laß jemand mit Ahnung drauf schauen, der vor Ort auf die Verhältnisse eingehen kann und vielleicht Dinge sieht, die Dir verborgen bleiben.


    Beste Grüße Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Hallo Oli,

    Ich würde morgen erstmal einen Blick in die Völker werfen und ermitteln, wie viele Vorräte die noch haben. Wenn die Völker sehr wenig Vorräte haben, d.h. kaum Honigkränze über dem Brutnest, leere Futterwaben dann sofort mit der Fütterung beginnen.

    Falls viel Futter in den Völkern ist (10 bis 12 Kilo sollten schon drin sein) würde ich direkt mit der Varroabekämpfung beginnen sofern die Außentemperatur es zulässt.

    Die Futtermenge kannst du abschätzen indem du jede Wabenseite gedanklich in acht Teile teilst. Jedes verdeckelte Achtel sind ca. 125 g Futter.


    Ob du nun mit Eimer, Glas, Schale oder Futtergeschirr fütterst ist den Bienen egal ;)


    Den Honig kannst du noch Schleudern solange die Waben ordnetlich und sauber gelagert wurden. Allerdings musst du wegen des Wassergehaltes aufpassen, der ist bei den unverdecktelten Waben sicher über 20 %. Alternativ kannst du die Honigwaben auch den Bienen zurückgeben. Wenn wenig Tracht herrscht dürften die bis zur endgültigen Winterfütterung leer sein.

  • Hallo Oli


    1.: Wenn die Honigwaben reif sind, also nicht spritzen, kann man sie noch schleudern. Das kann auch bei 30° nicht verderben, oder wohin zielte die Frage?

    2.: Wenn noch 4kg Futter im Volk sind, oder mehr, also zwei volle Waben plus Futterkränze, würde ich erst behandlen und danach in einer vollen Dosis auffüttern. Sprich Ameisensäure über Verdunster, sobald die Temperaturen es erlauben, danach für zwei zargiges Volk 10 bis 18 l Sirup auf Stärkebasis, je nach Region. Sofern dieses Futter gewünscht.

    3.: Der Sinn des Absperrgitters erschließt sich mir hier nicht, zumal gefüttert werden soll. Da ist doch ein zweiter Brutraum gewesen, oder? Da kann doch nicht viel drin sein, außer den benötigten 4kg? Und das Futter wieder schleudern will man ja nicht...


    Ich hoffe, ich konnte hilfreich antworten.

    Vielleicht habe ich aber auch etwas nicht richtig verstanden.:)

    Gruß Wiebke

  • Hallo,

    ich werde mein Profil dann mal vervollständigen...


    Bienenkiste ist ja schön, aber ich möchte einfach mehr Kontrolle und Möglichkeiten haben, darum darf das Volk nächstes Jahr wohl umziehen :-)


    ....danke erstmal ganz lieb für die tollen Tipps, momentan ist mein Bekannter mit Magazinerfahrung im Urlaub, daher bin ich froh hier kurzfristig Hilfe zu bekommen :-)

    und natürlich werde ich dann bei passender Gelegenheit auch mal drauf schauen lassen....


    mir wurde mal gesagt das man die Honigwaben sofort schleudern sollte, darum die Frage mit der Lagerung bei ca. 30 Grad in meiner Gartenhütte

    Ich möchte mir meine nagelneue Honigschleuder nicht wegen des bisschen Honig einsauen, wird sich dann nach dem messen wahrscheinlich eh erledigt haben.


    Wir haben ja die nächste Woche noch durchgängig um die 30 Grad, da ist behandeln ja noch nicht so wirklich sinnvoll.


    Das Absperrgitter werde ich also rauswerfen, ich sehe da ja auch keinen Sinn, und

    richtig, dies war der zweite Brutraum.


    Könnte ich denn auch wenn zu wenig Futter in den zwei Bruträumen ist die Äusseren ohne Brut gegen die vollen unverdeckelten aus dem ungeschleuderten Honigraum tauschen , dies wäre ja auch eine Möglichkeit der Fütterung ?


    Die zwei Völker wurden auf Milben untersucht und sie haben auch ein aktuelles Gesundheitszeugnis , welches wegen der Meldung erst vor zwei Wochen gemacht wurde.


    Ich bin von der Bienenkiste gewohnt die Mädels weitgehend in Ruhe ihren Job machen zu lassen, mit eben Vor und Nachteilen....da muss ich mich wohl umstellen..

    Trotzdem sollte man ja auch bei dieser Betriebsart so wenig wie möglich stören.


    Grüße,Oli

  • Leere Waben aus der zweiten Zarge gegen Honigraumwaben tauschen geht immer. Vielleicht auch ein altes Pollenbrett raus, den Baurahmen, und schon ist Platz für 2 Honigwaben.

    Muss man sich bestimmt umstellen von so einer Kiste zur Magazinbetriebsweise.

    Ich glaube dieses: "Honigwaben sofort schleudern" bezieht sich auf die Kristalisation insb. bei der Frühtracht. Dann bekommt man halt nichts mehr raus:/.

  • oh ja, da muss man sich umstellen, aber die vielen Möglichkeiten die man hat machen

    es sehr reizvoll , interessant und sinnvoll.


    Ich werde also morgen Nachmittag mal eine Kontrolle machen :-)

  • Hallo Annton,

    Zitat

    aber die vielen Möglichkeiten die man hat machen es sehr reizvoll , interessant und sinnvoll.

    Aber schau zu, dass du nicht vom einen zum anderen Extrem wechselst. Es ist sicherlich richtig, dass man im Magazin mehr Optionen hat. Ich halte die Bienenkiste darüber hinaus, in vielen Bereichen für unglücklich konstruiert. Aber die Mahnung, die Bienen sich möglichst ungestört entwickeln zu lassen, ist vielleicht der wichtigste positive Aspekt dieser Kiste.

    Also wenn du sagst, "damit kenne ich mich aus", dann nutze dieses Wissen, um auch bei der Magazinbeute, mit minimalen Eingriffen zu Erkenntnissen über den Zustand deiner Völker zu kommen.

    Was dich dann aber nicht davon abhalten soll, die Dinge, die getan werden müssen, auch zu tun.


    Gruß

    Ludger

  • Ich glaube dieses: "Honigwaben sofort schleudern" bezieht sich auf die Kristalisation

    Es bezieht sich hauptsächlich auf die Tempreatur. Schleudert man die Waben sofort nach dem entnehmen, sind sie noch stockwarm und der Honig ist sehr flüssig und geht gut aus den Waben. Honig wird fester, wenn die Temperatur fällt. Insbesondere trockener Honig geht dann schlechter aus den Waben beim schleudern. Kennst du eine Spritzprobe?

    Die Version mit dem Schleudern des oberen Brutraums nach auslaufen der Brut ist nur was für sehr (sehr) geizige Imker. Hast du das nötig?

    Ich nähme das Absperrgitter sofort raus und winterte die Bienen auf zwei Brutraumzargen ein. Ob du dann den nächsten Sommer mit einer oder mit zwei Brutraum-Zargen arbeiten möchtest, kannst Du im Frühjahr entscheiden.

  • Habe in Vorjahren mehrmals Honig mit WG zwischen 18 und 20% geerntet und mit <1Jahr MHD abgefüllt. In diesem trockenen Sommer 2018 kann auch unverdeckelter Honig <18% WG haben; also ggf. messen oder Spritzprobe.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo Berggeist,


    ich werde morgen bei beiden Völkern die Gitter rausnehmen und mal schauen ob ich in den oberen Brutraum ein paar der Honigwaben "verarbeiten" kann.

    Ich habe ja noch eine Bienenkiste, da wird mit Honig ja nicht gegeizt .

    Der Honig steht bei mir nicht im Vordergrund und Brutwaben möchte ich nicht schleudern....

    Ich werde berichten , auf jeden Fall war eine der Beuten vom Gefühl her etwas schwerer, bin mal gespannt.


    Danke nochmals für die nette Hilfe :-)

  • Dann habe ich heute die Beuten mal geöffnet und nachgeschaut was sich da so tut, sie hatten im oberen Brutraum fast keine Brut, im unteren sah es besser aus....

    ich habe aber nicht alle Waben gezogen da ich erstens schnell und zweitens auch nicht zu viel stören wollte.

    Es waren unten und oben 10 Waben und jeweils die äußeren waren gar nicht bis wenig ausgebaut.

    Ich habe unten im Brutraum eine nicht fertig ausgebaute gegen eine nicht ganz gefüllte Honigwabe getauscht. Dann im oberen Brutraum auch drei Waben getauscht. Jetzt sieht das schon mal gut aus finde ich.

    Das Gitter ist natürlich auch draußen.

    Was ich jetzt blöde finde ist, es passen 10 Zanderrähmchen in

    die Beute, dann ist aber noch fast Platz für eine weitere Wabe... aber nur fast... so entsteht unten und oben rechts ein freier Spalt von knapp 3cm.

    Ich habe ja noch zwei nagelneue leere Liebig Zanderbeuten für 10Rahmen.

    Soll ich die Beuten tauschen, oder bringt das wieder zuviel Unruhe?

    Die armen Mädels hatten ja jetzt schon ordentlich Stress.

    Sie sind allerdings heute schon ordentlich geflogen und es sah soweit alles gut aus...

    Bei dem etwas schwächeren Volk habe ich das Flugloch eingeschränkt, Bienenkiste hatte ich eh schon und das starke Volk habe ich noch auf voller Breite offen.

    Futter ist ja jetzt erstmal vorhanden und ich würde vom Gefühl her dann die Tage mal etwas auffüttern, Bienenkiste habe ich heute mit Futterteig gestartet.

    Magazin würde ich mit Sirup starten....

    Danach wird es hoffentlich mal kühler und ich mach die Behandlung mit Ameisensäure

    sobald die Futterzarge leer sind.

    Grüße, Oli

  • Hallo Oli, es gibt keinen Grund, die Fluglöcher auf voller Breite offen zu haben. Und jetzt schon mal gar nicht.


    Gruss

    Ulrich