Beutenbau

  • Hallo!
    Nach dem ersten Blick in dieses Forum, bin ich sehr begeistert. Hier bekommt man eine kompetente Antwort. So moechte ich (Anfaenger) auch ein paar Fragen zum Beutenbau stellen.
    Plaene und Zeichnungen gibt es genug im Netz, um eine Beute zu bauen (egal welches Rahmenmass). Doch zum Holz gibt es keine genauen Angaben.
    Es heisst, das Holz muss atmen koennen (Kondenswasser!). Aber wenn ich einen Gitterboden habe, dann sollte die Luftzirkulation doch reichen.
    Meine Frage ist nicht, ob ich Kiefer, Fichte oder magisches Birnbaumholz nehmen soll, sondern in welcher Form (insbesonders fuer Behelfsbeuten)?
    Muss ich Massivholz nehmen (teuer) oder kann ich geleimtes Massivholz, Tischlerplatte, MDF oder Spanplatten nehmen?
    Kann ich einen Rahmen bauen und ihn mit Hartfaser oder Sperrholz schliessen?


    Gruss,
    ein Anfaenger


    P.S.: Wie waere es mit einem explizitem Selbstbauforum?

  • Hallo,
    bei der Wahl des Beutenholzes gibt es meiner Meinung nach zur preiswerten Weymutkiefer, die du dir in 30 mm Stärke ungehobelt kaufen kannst, keine Alternative. Das Schwitzen der Beuten brauchst du mit diesem Holz auch nicht zu befürchten, ausserdem ist diese Beute gegenüber anderen Holzarten extrem leicht, harzt nicht, es fallen keinen Astlöcher raus. Wenn du dir dann als Anstrich Leinölfirnis besorgst, hast du noch dazu den besten und billigsten Bioanstrich den es für die Beuten gibt.

  • Hallo,
    daß das Holz "atmen" können muß, ist ein gern unbesehen weitergegebenes Vorurteil.
    Wenn Du es von außen zum Wetterschutz lackierst, geht das nun schon nicht mehr.
    Dann hast Du den Effekt, daß das Kondenswasser nicht mehr aus der Beute raus kann, sondern im Holz hängenbleibt: es fault von innen.
    Da die Bienen keine nassen Wände mögen, überziehen sie bei den Holzbeuten die Innenseiten hauchdünn mit Propolis, und das war es dann endgültig mit dem "atmenden Holz".
    Die Strohkörbe aus der Heideimkerei sind absolut wasserdicht wegen dieser Propolisierung.
    Ich hab Segeberger, also Plastik, da lassen die Bienen die Innenseiten, wie sie sind. Außerdem sind diese Beuten noch leichter.
    Und im übrigen ist Weymouth-Kiefer kein Baum, der in Europa heimisch wäre, sondern ein Import seit dem 18. Jahrhundert.
    Für die Bienen ist die einzigen Kriterien, daß es nicht reinregnet und gut temperierbar ist, ansonsten sind sie mit fast allem zufrieden (es sollte kein Material sein, das ausgast wie Spanplatten).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    atmungsaktiv ist die Holzbeute natürlich bei einen dementsprechenden Anstrich. Man wird auch nicht einen Klarlack verwenden, sondern wirklich einen atmungsaktiven Anstrich, wie z.B. Leinolfirnis oder andere biologische Farben, wobei ich selber mit dem Firnis sehr gute Erfahrungen gemacht habe, der sich auch als biologischer Anstrich sehr bewährt. Dass die Beuteninnenwand nicht atmungsaktiv ist, wenn sie mit Propolis überzogen ist, habe ich bei meinen Beuten noch nie festgestellt, ich könnte es mir nicht vórstellen, dass die Natur so ungeschickt ist ein MATERIAL zu haben, das die Hölzer erstickt. Wenn man eine Weymutkiefer vom Förster kauft, tut man sicher der heimischen Waldwirtschaft einen Gefallen, in dem Sinne ist es kein Exportholz, wie z.B. Palisander oder Red Pinie, um das Gewissensbissse zu haben. Da dürfte ich auch keine Regenbogenforelle essen, weil die im vorigen Jahrhundert aus Amerika eingeführt würde.
    M.E. ist einfach Holz, speziell Weymutkiefer die Nummer eins unter den Materialien für die Beutenerstellung, auch alle namhaften Magazinhersteller verwenden diese Holzart, wobei man evtl. über Wahl des Bodenholzes einen Kompromis für Eichen oder Buchenholz wegen der längeren Lebensdauer schließen könnte.
    Grüsse aus Niederbayern
    Franz Xaver

  • Daß die Holzart (W.-Kiefer) keine einheimeische ist, spielt für mich keine Rolle. Wer sich daran stört, müßte dann auch Akazien, Ahorn usw. negieren, samt Honig davon. Übrigens auch das Kartoffelessen wäre verpönt.

  • Hallo!
    Ich habe zu diesem Thema mal eine ganz andere Frage. Kann ich auch Zargen aus Lärchenholz bauen? Ich bin diesbezüglich etwas verunsichert weil ich mal gehört habe das Lärchenholz für viele Insekten schädlich ist. Es wird auch nicht von Holzwürmern zernagt. Ist Lärchenholz auch für Bienen schädlich?
    Ich habe nähmlich noch große Reserven von Lärchenholz .


    Danke für die Antworten!
    Walter

  • Hallo Walter,


    soviel ich weiss ist gegen eine Verwendung bei Bienen nix einzuwenden, da es nur für Schadinsekten eine gewisse Repellentwirkung hat. Bedenke nur, dass es halt erheblich schwerer ist als z.B. die Weymouthkiefer. Die sonstigen Qualitäten von Lärchenholz kennst du ja bestimmt. Für Bodenbretter ist es ideal.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Wymouthkiefer ist zwar leicht, Fichte/Tanne ist aber billiger und hält länger. Außerdem reichen beim Beutenbau Schalbretter (24mm) die man auf 20 mm hobelt. Man brauch sie auch nur einseitig hobeln. Die glatte Seite wegen des Anstrichts nach außen, die raue Seite kommt nach außen. Den Bienen ist es egal ob der Kasten innen sägerau oder glatt ist.


    Gruß Bienenalex

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Also kann ich Lärchenholz ruhig für Böden etc. benutzen ohne das die Bienen davon Schaden nehmen?
    Hat das schon mal jemand gemacht???