Jungvolk korrekt füttern

  • Hallo liebe Imkergemeinde :)

    Ich bin noch ganz neu in diesem tollen Hobby, also steinigt mich bitte nicht für die ein oder andere aus eurer Sicht vielleicht dumme Anfängerfrage =O

    Von diesen habe ich gleich mal 2 Stück zum Beginn :/


    Kurz zu den Rahmenbedingungen:

    Seit 3 Tagen bin nun auch ich stolzer Besitzer eines eigenen Bienen(-jung-)volkes. Es handelt sich dabei um einen Ableger auf insgesamt 10 Zanderwaben. Die Waben sind natürlich noch nicht alle komplett mit Bienen besetzt. Ein erster kurzer Blick ins Volk bestätigt Bienensitz auf ca. 6 Waben, danach je eine Futter-Wabe und am Rand je eine, die noch nicht ganz ausgebaut ist. Länger reinzuschauen habe ich mich noch nicht getraut, die Mädels sollen erstmal den Standortwechsel verkraften ;) Aber die Zarge ist auf jeden Fall erstmal gefüllt.


    Frage 1:

    Die Mädels waren am Anfang scheinbar ziemlich nervös. Ob sie direkt stechlustig waren, kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich zum Anfangen erstmal den kompletten "Panzer" angezogen habe...man weiß ja nie. Auf jeden Fall haben sie am nächsten Tag ziemlich laut gebrummt, als ich den Deckel auch nur aufgemacht habe. Beim Ziehen der ersten Wabe, sind dann ziemlich viele Bienen aufgeflogen und haben mich laut brummend umkreist. Das kannte ich bisher nicht so vom Imkerkurs. Da waren die Mädels eigentlich trotz Wabenziehen immer so gut wie lautlos und sind still sitzen geblieben. Waren die vielleicht einfach nur nervös wegen dem neuen Standort? Ich bilde mir ein, jetzt nach 2-3 Tagen und der ersten Ration Futter ist es deutlich besser geworden. Gestern zumindest konnte ich den Deckel ohne Handschuhe und sonstiges leicht anheben und einige Mädels sind nur "neugierig" über meine Finger gekrabbelt. :love::):love:


    Frage 2:

    Die eigentlich viel wichtigere Frage: Trotz Imker-Anfängerkurs und Webseiten wie Honigmacher.de usw. blicke ich beim Thema Fütterung noch nicht so ganz durch und habe Angst, etwas falsch zu machen. Der Imker, von dem ich den Ableger bekommen habe, meinte ich solle gleich anfangen zu füttern. Also habe ich am zweiten Tag nach Erhalt gleich 3kg Zucker in einer 3:2 Lösung via Leerzarge bereitgestellt. Binnen 24h war der Eimer komplett trocken ausgeschleckt von den Mädels. Jetzt liest man aber überall immer, man solle auf gar keinen Fall zu schnell füttern, da ansonsten das Brutnest zugekleistert werde. Was ist denn zu schnell? Welches Tempo ist angemessen?

    Wenn 3kg innerhalb 24h komplett gefuttert werden, bedeutet das dann nicht, dass dieses Volk entsprechend viel Futter gebraucht hat? also einen Mangel hatte?


    Auf anderen Websites liest man dann wiederum, man solle erst Mitte August anfangen mit der Fütterung und dann die komplette Menge für den Winter in 2-3 Chargen. Andere schreiben einmal die Woche 3-5 kg geben....was ist denn nun richtig?


    Ich blick nicht mehr so recht durch....


    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Richie

  • Zu 1) Bienen haben auch unterschiedliche Launen und auch generell ein unterscheidliches Temperament. Ich habe zwei Völker die direkt nebeneinander stehen. Beim einen mach ich den Deckel auf und kaum eine Biene kommt mal schauen, beim anderen werde ich sofort umschwirrt. Ist halt so. Dein Fall klang _für mich_ aber wirklich nach, da fehlte Futter. Aber so 100%ig sicher ob es (nur) das Futter war kann man nicht. Neuer Standort, neuer Imker, neue? Kiste - alles stressig und das Wetter war vielleicht auch kurz vor Gewitter. Einfach mal abwarten und schauen wie die Damen sich entwickeln.


    Zu 2) Ableger würde ich aktuell dünn füttern. Also 1 zu 1. Die Bienen sollen das am besten gleich in Wabenbau und Brut stecken, da sie bis zum Wintern noch auf entsprechende Stärke anwachsen sollen. Die sollen also keinen Hunger leiden, da es noch viel zu tun gibt.


    *Ich* füttere immer 5L 1 zu 1 pro Woche. Die 5L haben sich so ergeben, da ich das in kleinen Kanistern zu den Beuten transportiere und da gehen halt genau 5L rein. Nach einer Woche ist die Futterzarge meist ganz leer und in den Waben findet sich ein kleiner Futterkranz. Scheint also zu passen - hängt aber halt auch immer von den örtlichen Gegebenheiten ab ob die Bienen sonst noch was finden.


    Am besten du schaust vor dem Füttern mal ins Volk. Wenn du überall in den Zelle Futter glänzen siehst, dann brauchen sie wohl aktuell nichts oder zumindest nicht so viel. Falls alles oder das meiste leer scheint, würde ich füttern.

  • 1 zu 1 würde ich nicht in 5l-Portionen füttern.

    Das gibt ne schöne Schleimpilzzucht.

    Ich füttere 1 zu 1 nur in Portionen, die innerhalb eines Tages weggeputzt sind.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • 1 zu 1 würde ich nicht in 5l-Portionen füttern.

    Das gibt ne schöne Schleimpilzzucht.

    Ich füttere 1 zu 1 nur in Portionen, die innerhalb eines Tages weggeputzt sind.

    Das Problem hatte ich am Anfang mit den Adamfütteren aus Holz die mit Wachs abgedichtet waren. Ich nutze inzwischen Plastiktröge die in einen HR eingelegt werden. Das schimmelte bisher nur 1x was als das Futter nicht richtig angenommen wurde weil die Bienen draußen wohl noch genug fanden.

  • Hallo,


    sehe ich ähnlich.

    5 Liter ist zum Anfang zu viel. Ich fange mit 3 Liter an (bei noch etwas Tracht eher weniger).

    Durch 1x1 mit langsamer Steigerung auf 5-7 Liter wird Bau und Brut schön angeheizt und sie ballern nicht gleich nötige Brutfläche mit Futter zu. Jungvölker sollen noch bis zum Herbst gut Bienenmasse produzieren, auch mit Winterbienen. Zwischen den Fütterungen ca. 7 Tage warten also nicht gleich wenn das Futter weg ist neu auffüllen. Restauffütterung dann im September


    viele grüße Stefan

  • Moin,

    sind denn die Waben alle ausgebaut? Wie schon geschrieben regt "dünnes" Futter zum bauen an und wird direkt bei der Brut verbraucht bzw. verbrütet, "dickes" Futter wird gerne schnell eingelagert als Reserve, das möchte man jetzt nicht.


    Ruhig jetzt 3/4 Wochen "dünn" füttern und dann auf 1:1 oder 3:2 weitere 8! Wochen. In diesen 10/12 Wochen sollten 28-32kg Zucker in das Volk gekommen sein, wovon 8-12kg verbrütet werden.

    Die restlichen 18-20kg sind dein Winterfutter.


    Zeitlich kommt es jetzt nicht so ganz hin, als Anfänger sollte man mitte September mit allem durch sein, falls es doch schon kalt wird und das Volk kein Futter mehr ab nimmt.

  • Also nach ein paar Tagen sieht die Situation folgendermaßen aus:


    - 10 Waben Zander, alle ausgebaut

    - ganz außen je 1 Futterwabe ca. zu 1/2 bis 2/3 gefüllt, aber noch nicht verdeckelt

    - dann im Anschluß je 2 Waben mit bisschen Brut und viel Futter (teils verdeckelt)

    - in der Mitte 4 Waben mit großem Brutbereich (offen und verdeckelt) sowie kleinem Futterkranz


    Gegeben habe ich bisher 3 Liter mit 3:2 Mischung und heute Abend noch einmal 2 Liter mit 1:1 wie ihr mir geraten habt. Wenn die verdeckelte Brut geschlüpft ist, ist ja wieder Platz im "Haus" :-)


    Mit der Kofferwaage komme ich bei der Kipmethode hinten auf 23 kg und vorne auf 20 kg.


    Verbesserungsvorschläge? :/

  • Da stimmt irgendwas mit deiner Gewichtsbestimmung nicht. Wenn meine Kisten mit 12 Rahmen DNM1.5 40kg wiegt dann bin ich fertig mit einfüttern. Das Brutnest soll auch nicht verhonigen! Die müssen auch noch ihre Winterbienen erbrüten und auch im Winter selbst wollen die Bienen NICHT direkt auf dem Futter sitzen.