dunkler Honig

  • Moin!

    Nee, ich hab da keinen Willen, um den ich heruminterpretiere. Ich wollte das eher neutral angehen von der Definition und Verordnung her gesehen.

    Auch steht nirgends was von der Bezeichnung "Honigtauhonig" für diesen Honig, denn das ist er ja nicht. Bitte nochmal nachlesen oben.


    Genau darauf wollte ich eingehen, denn was Honigtau ist, ist doch in der Verordnung sehr genau und nochmal gesondert definiert worden. Außerdem müsste dieser Honig hier dann analytisch die Vorraussetzungen für die Bezeichnung schaffen.


    Die geschilderte Variante mit dem Fütterer entspricht dann offiziell eben gerade NICHT mehr der Verordung!

    Das geht aus der Definition hervor.


    Ich würde dem gegenüberstellen, dass der Mensch "evolutionsbiologisch" leider auch dafür gesorgt hat, dass es z. B. Raps als Massenangebot gibt, und dass Rapshonig demzufolge leider auch völlig unnatürlich ist.


    Auch so schmerzhafte Trachtlücken jetzt zur Zeit sind leider unnatürlich, die überhaupt dazu führen, dass dieses hier als Alternative angenommen wird.

    4% sind echt wenig. Und z. B. 2% werden von uns noch immer als deutlich süß, von den Bienen aber nicht mehr wahrgenommen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... Erst der Mensch hat die entsprechenden Obstbaumzüchtungen mit derart hohen Zuckeranteilen ermöglicht. Die gibts evolutionsbiologisch noch nicht so lang... und nicht in dieser Menge...

    Gemüse- oder Obstzüchtungen gab es grundsätzlich schon lange vor entsprechenden Lebensmittelgesetzen und Definitionen, von daher würde ich nicht von Lücke, sondern von "Berücksichtigung unwideruflicher Fakten" reden. Und da ist der oben zitierte und erläuterte Gesetzestext nun mal nicht lückenhaft, sondern recht konkret und umfassend. Und nein, genmanipulierte Klamotten fallen für mich nicht darunter!


    Das einzige was fehlt, ist Hilfe bei der korrekten Benennung dieses Honigs. Für diesen nicht alltäglichen Sonderfall gibt es leider keine Definition, auf die man sich stützen kann.


    Gruß Andreas

  • Es geht auch gar nicht darum, den Käufer übers Ohr zu hauen, wie gesagt, ist es bestimmt nichts Sortenreines, was aus Fruchtsaft "hergestellt" wurde und nun als Honig daherkommt.


    Das bedarf aufklärende Worte, und wer das einmal als Variante kaufen möchte, der kann, muss aber nicht.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Auch steht nirgends was von der Bezeichnung "Honigtauhonig" für diesen Honig, denn das ist er ja nicht. Bitte nochmal nachlesen oben.

    Ähm, doch... Du hast nur Abschnitt I des Gesetzestextes eingestellt. In Abschnitt II werden die verschiedenen Honigarten unterschieden. Dort wird "Aus Sekreten lebender Pflanzenteile stammend" explizit dem Honigtauhonig zugeordnet.


    Die geschilderte Variante mit dem Fütterer entspricht dann offiziell eben gerade NICHT mehr der Verordung!

    Das geht aus der Definition hervor.

    Weshalb denn das nicht?

  • Gemüse- oder Obstzüchtungen gab es grundsätzlich schon lange vor entsprechenden Lebensmittelgesetzen und Definitionen, von daher würde ich nicht von Lücke, sondern von "Berücksichtigung unwideruflicher Fakten" reden.

    Aha... Wenn was vor der Erstellung eines Gesetzes so war, dann muss nachher das Gesetz also automatisch vollständig und richtig sein? Eigenartige Logik...

  • Ich will hier keine religionsartigen Diskussionen schaffen oder weiter anheizen, Andreas glaub auch nicht.

    Fragt doch in Hohenheim nach!

    Ich hab mit Inverkehrbringen dieses Honigs kein juristisches Problem und würde mich da in der aktuellen Verordnung abgesichert fühlen,

    Wer doch, möge sich halt kümmern. Bei bekanntgewordenen Verkauf klagen z.B. schafft dann offizielle Klarheit außerhalb des vielleicht persönlichen Rechtsgefühls. Oder einen Antrag stellen auf Anpassung.


    Der Honig sollte nicht als Honigtauhonig deklariert verkauft werden können, Gründe s.o., weil er das dann ebenfalls per Definition nicht ist (Analyse würde das zeigen und erlauben, allein schon Farbe und Sensorik schließen das wohl aus), Einteilung ist was anderes, die stimmt, ja.


    Andreas meinte wohl eher, dass die Honigverordnung solche seltenen Trachtquellen mit abdeckt, mehr nicht.


    Den Fütterer mit Kirschsaft oder Fallobst vollkippen ist kein "von den Bienen gesammelt" :u_idea_bulb02:


    Habe fertig damit :lol::lol:

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    Hans Kasper

  • Doch nicht - ich hab ja Urlaub,:lol::lol:

    Und bevor es noch jemand macht:

    Ich hab in Hohenheim nachgefragt. Name hab ich leider vergessen.


    Die wussten es auch nicht genau, hatten das Problem selbst schon mal, und hin und her diskutiert.

    Eigentlich, so meinte er, sei es kein "Pflanzensaft" im wirklich text-gemeinten Sinne, obwohl es natürlich irgendwie Pflanzensaft sei.

    Das sei aber twas ganz Besonderes und auf keinen Fall abzuwerten oder gar ein Problem. Sozusagen das beste von marmeladenartig und Honig miteinander vereint, durch die Bienen verarbeitet und die Laune der Natur in einem sehr guten Obstjahr.

    Man habe das so gelöst, dass man diese Ernte als Brotaufstrich deklariert verkauft hat.

    Auch solle man da eher hochpreisig rangehen, es sei etwas Seltenes, sensorisch durchaus eine Delikatesse und ein spezielles Naturprodukt.

    Von Verfärbungen konnte man nicht berichten.


    Das erscheint mir doch ein super Kompromiss für alle Zweifler.:daumen:

    Gesetzlich gesichert sei das übrigens nicht.


    (Ich würde mich immer noch trauen:cool:)


    Berggeist, Du musst damit auf den Weihnachtsmarkt. 10€ das Glas!

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    Hans Kasper

  • Also ich sehe das irgendwie nicht so und muss doch an den Vergleich mit dem gefütterten Kirschsaft denken.

    Kirschsaft ist und bleibt Kirschsaft

    Und ist somit, auch eingetragen von Bienen, kein Honig - so meine bescheidene Meinung

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Den Fütterer mit Kirschsaft oder Fallobst vollkippen ist kein "von den Bienen gesammelt"

    Sie müssens laut Honigverdordnung nur noch "aufnehmen", nicht "sammeln"! ;)


    Ich hab in Hohenheim nachgefragt. Name hab ich leider vergessen.

    Wow, danke fürs nachfragen!:thumbup:

    Sind natürlich auch nicht Juristen, aber eben, die haben sich bestimmt schon mit rumgeschlagen!



    Das erscheint mir doch ein super Kompromiss für alle Zweifler.

    Gesetzlich gesichert sei das übrigens nicht.

    Ich bin nur ein umherirrendes, wandelndes Lexikon das auf alles mögliche hinweist und informiert. In gewisser Weise ist es mir völlig egal, was andere daraus machen.

    Ich wollte auf die "Lücke" aufmerksam machen, denn die ist in meiner Auffassung nicht weg diskutierbar. Was man daraus macht, ist freilich vielfältig... Die Idee mit dem als "Brotaufstrich" deklarieren ist wiederum recht interessant.

  • Aha... Wenn was vor der Erstellung eines Gesetzes so war, dann muss nachher das Gesetz also automatisch vollständig und richtig sein? Eigenartige Logik...

    Nö. Nix mit Logik oder Unlogik.

    Das ist auf deinen Einwand bezogen, der im Kontext nicht nur unlogisch, sondern auch sinnentstellend erscheint. Er klingt so, als ob die Hochleistungs-/Hochertragszüchtungen erst nach den gesetzlichen Definitionen erschaffen worden seien, und deshalb nicht erfasst oder berücksichtigt werden konnten, auch wenn du das nicht so meintest. Den Bienen ist es egal, ob Wildbaum, Edel- oder Hochleistungszüchtung. Das steht wohl kaum in dem kausalen Zusammenhang, so wie du es ansprichst. Bienen holen sich das, was sie brauchen dort, wo sie es finden.


    Zudem schrob ich nicht von richtig und vollständig, sondern von "unwideruflichen Fakten" = "Züchtungen und Obstbaumsäfte gibt es schon, seit diese Bäume gibt und seit Menschen sie züchten", umfassend und recht konkret. Eben weil es bekannt war und nicht ausdrücklich aus der Definition ausgenommen wurde. Dazu ist ja die Arbeit der Bienen am Saft ausdrücklich erwähnt und beschrieben, wenn auch "biotechnisch-wissenschaftlich" evtl. sehr stark verkürzt.


    Einfach und eindeutig sind die Fälle, in denen Zuckerraffinerien wie vor Jahren in Uelzen oder eine Süßwarenfabrik abgebrannt sind und alle Bienen der Region Sonderschichten eingelegt haben, um den süßen bunten Saft abzuräumen.


    Gruß Andreas

  • AndreasH

    Nein, der Abschnitt, auf den du dich beziehst, ist bereits wieder aus dem Kontext meiner rechtlichen Ansicht exkludiert... Dort handelt es sich um eine persönliche Ansicht über die Natürlichkeit des Vorgehens. Deshalb erschliesst sich mir dein Schluss auf das rechtliche nicht....


    Auch erschliesst sich mir nicht, weshalb die rechtliche Definition sich dem zu fügen hat, was die Biene als gut erachtet. Bienen sammeln auch Futtersirup, Zuckerwasser oder ja, Überrest aus Süsswarenfabriken. Das macht das Zeug nicht zu "Honig" im rechtlichen Sinne.

  • Das IF ist grade was flau, oder? Ellenlange Haarspaltereien über Probleme die keine sind, ob Kirschsaft sich in Honig verwandeln kann (ey, Winterfutter kann das ja auch!) oder ob der Glaspreis jetzt durch die Decke geht wenn dies! das! jenes! und die 'Eine Wabe - ein Volk' Schätzchen verhungern derweil würdelos im Nachbarfred. Ich warte, das der Grill endlich heiß ist. Frohes Schaffen an alle und denkt doch lieber an die Bienen.


    Prost!


    Und beste Grüße!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen,

    Ein interessantes Thema, hier in meinem Flugradius stehen auch Unmengen von Wildkirschen dazu noch Kirschbäume im Ort bzw der Gartenanlage.

    Der letzte geschleuderte Honig war extrem Dunkel, vom Geschmack aber eher wie aufgelöster Blockmalz. Von Kirsche konnte ich nichs schmecken, auch keine rötliche Farbe.

    Mit Gruß aus dem Harz

    Franz