dunkler Honig

  • Es werden mir bei der Erstellung des Themas mehrere ähnliche Fäden angezeigt:thumbup:, in dem ich dies aber nicht verstecken möchte.


    Beim Auffinden von dunklem Honig in den Waben schließen die meisten Imker automatisch auf einen Tauhonigeintrag. Ich würde dies sowieso nicht hundertprozentig unterschreiben.

    Jetzt ist mir noch ein weiterer Grund für dunkelen Honig aufgefallen.

    Offensichtlich sind es in dieser Saison einige Sammlerinnen leid vergeblich die trockengefallenen Blüten nach Nektar abzusuchen und haben sich eine neue Trachtquelle erschlossen. Bei einem Baum, der sich im Zentrum von 3 Bienenständen dreier Imker befindet, waren die Bienen mindestens eines Volkes fleißig am sammeln. Es war ein Kirschbaum mit reifen bis überreifen, fast schwarzen Kirschen. Hier haben die Damen wohl den Wespen aufs Maul geschaut und nahmen bereitwillig die von Wespen und Vögeln aufgeritzten Kirschen als Nahrungsquelle dankbar an. Das dürfte wohl in mindestens einem Volk zu sehr dunkelem "Waldhonig" führen. Einer der drei Stände gehört mir. Mal sehen, ob auch dieses Kirschsaft verliebte Volk zu diesem Stand gehört. Außerdem sind Bienen lernfähig und verfolgen auch gerne mal die Suchbienen der Nachbarvölker.

    Es geht also auch ohne Kirschessigfliege, die bei uns noch nicht ist und die Schalenschäden der Kirschen augenscheinlich andere Gründe hatten. Teilweise waren die Kirschen auch einfach nur, ob der Reife, aufgeplatzt.


    Wenn ich diesen finde, was mache ich damit? Per Definition ist es kein Honig. Soll ich schönen dunkelen Waldhonig daraus herbezeichnen?

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Bei dem was ich bisher gelesen habe, soll der aber "dunkelrot" sein und eine sehr starke Krischnote besitzen... eben klar zu unterscheiden vom regulären Honigtau.


    Das Thema poppte schon mal auf:

    Grundsätzlich muss du selbst wissen, wie du damit umgehst. Dem geschriebenen Recht zugrunde, handelt es sich tatsächlich um "Honigtauhonig", auch wenn in keiner Weise vergleichbar. Wird aber auch erst zum Problem, wenn es in entsprechenden Mengen gesammelt wird, wo dann die Sensorik des Imkers anschlägt.

  • Diese Fäden wurden mir nicht angezeigt.

    Sie beantworten aber auch nicht die Frage, was man sinnvoller Weise damit machen sollte. Es sind auch nur unbeantwortete Fragen darin, soweit ich beim Überfliegen erkennen konnte.

    Wahrscheinlich läuft es auf "Honig mit..." hinaus.


    Den zweifelhaften Zusammenhang von dunkler Honig=Waldhonig wollte ich auch etwas herausstellen.

    Ansonsten ist es eine Wiederholung für "teilzeitdemente Imker" wie mich.:)

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Vorsicht: "Honig mit" wäre nicht die richtige Bezeichnung.

    Ich hatte mal so ein "Kirschsaft in Honig"

    Er war leicht rötlich uns schmeckte deutlich nach Kirschen

    Später ist er ziemlich hässlich auskristallisiert und verlor den Kirschgeschmack und auch die Farbe

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Uns wurde im Honigkurs gesagt, dass wir das aus den Völkern raustun müssen, weil es im Stock anfängt zu gären.

    Verkaufen dürfte man es eigentlich nur als "Bienenprodukt" und es ist nicht haltbar....

    verlorener Honig...

    Da es bei uns in der Gegend viele Kirschbäume gibt, die vor allem in diesem jahr wenig abgeerntet wurde kann dies ein Problem darstellen.

    Wir haben letzte Woche geschleudert und keine Kirschnote verschmeckt...

    Mal sehen ob das was ich bisher als Honigtau angesehen hatte nicht doch auch Kirsche ist...


    Grüße ULI

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.

  • Uns wurde im Honigkurs gesagt, dass wir das aus den Völkern raustun müssen, weil es im Stock anfängt zu gären.

    Es ist und bleibt Honig - wenn die Bienen genug Zeit und Personal haben, ihren Eintrag zu Honig weiterzuverarbeiten. Dann gärt da auch nichts. Ich nehme an, daß genau da das Risiko liegt: Der Kirschsaft fällt in Massen an und die Bienen haben kaum Zeit, den ausreichend zu verarbeiten. Da wird dann schnell etwas in Vorratszellen abgespeichert und ggf. sogar verdeckelt, was den Namen Honig noch gar nicht richtig verdient hat.

    "Honig" aus Fruchtsaft?


    "Kirschsaft in Honig"

    Er war leicht rötlich uns schmeckte deutlich nach Kirschen

    Später ist er ziemlich hässlich auskristallisiert und verlor den Kirschgeschmack und auch die Farbe

    Die Farbveränderung ist m.E. nicht auf die Bearbeitung durch die Bienen zurückzuführen, sei sie ausreichend oder nicht gewesen. Vielmehr scheint mir die Rotfärbung bei (Süß-)Kirschsaft selbst von Anfang an nicht lichtstabil zu sein. Die eingeweckten Kirschen meiner Großmutter veränderten ihre Farbe ebenfalls umgehend (unter Einfluß von Wärme noch schneller) und die Kirschsaftflecken in unseren Kinderkleidern ebenfalls...

  • Es ist und bleibt Honig

    Und da scheiden sich die Geister...

    Nur weils eine Möglichkeit gibt, dass so am Gesetz vorbei zu bringen, ists nicht einfach Honig.

    Und wer das als "normaler Honig" an seine Kundschaft veräussert, handelt fragwürdig... Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen das Inverkehrbringen... Aber nicht als konventioneller Honig. Wenn, dann einem ausgewählten Klientel, dem man das verklickern konnte.

  • Doch,

    das find ich jetzt mit Verlaub schon. Denn es ist doch sehr eindeutig geregelt und Kirschen gibt es auch bereits seit vor dieser Gesetzgebung.

    Es gibt Siebröhrensaft mit Kohlenhydrat-/ Zuckergehalt, es gibt Pflanzensäfte mit solchem. Hier ist es eine Frucht. Trotzdem passt es noch.

    Es ist ein Sonderfall und selten aber möglich.


    Ich hab schon im anderen Thread dazu geschrieben, kopiere das mal hierher:


    Hm, dass Du Dir das kaum vorstellen kannst, ist aber nun auch hier nicht das Argument, jetzt ein Versehen in der damaligen Gesetzeslücke gefunden haben zu wollen.


    Der Gesetzgeber hat das so mitangefügt, weil auch Pflanzensäfte etc. als Trachtquelle dienen können, wenn auch selten,


    und Honigtau, der auf Pflanzenteilen zurückbleibt, ist immer noch Honigtau und kommt aus den Produzenten desselben. Dazu ist sogar die gesonderte Formulierung "... oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten..."


    man muss den Rest dieser Beschreibung dann aber auch noch mit Hinzunehmen.



    Es heißt original:


    "Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.

    Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose, sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Nektarsammeln aufgenommenen festen Partikeln. Die Farbe des Honigs reicht von nahezu farblos bis dunkelbraun. Er kann von flüssiger, dickflüssiger oder teilweise bis durchgehend kristalliner Beschaffenheit sein. Die Unterschiede in Geschmack und Aroma werden von der jeweiligen botanischen Herkunft bestimmt."

    Tja,

    ich finde das sehr eindeutig ein "Ja"

    Auch wenn es ungewöhnlich ist.


    Das Endprodukt wird ungewöhnlich an Farbe und Geschmack, es ist selten, dass so etwas vorkommt.

    Der Kunde erwartet so etwas nicht, wenn er "Honig kaufen" geht. Das muss man ihm mitteilen.

    Es ist keine Täuschung und Honig ist keine Fehlbezeichnung, es wird ein entsprechender Anteil darin sein, aber es wird ja nun kein "Sortenhonig" vermutlich.


    Aufklärung, passende Bezeichung, Verkauf möglich.

    Wer das mit seinem Ehrgefühl und Gewissen nicht in Einklang bringen möchte, der verfüttert das oder setzt eben Met an

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wahrscheinlich läuft es auf "Honig mit..." hinaus.

    So sehe ich das auch. z. B. : "Sommerhonig mit Kirschfrucht-Tracht"


    Interessant ist, dass in Volltrachtzeiten der Bienen eine Rohrzuckerlösung von 68% angeboten werden muß, damit sie die interessant finden und angelockt werden.

    Bei Trachtlosigkeit reichen bereits 4% !!


    Die Verarbeitung ist immer gleich, wenn viel Wassergehalt, dann muss viel eingedickt werden, das schaffen die wohl auch.

    Warum der also immer raus muss, weil es gärt, verstehe ich nicht. Da steckt wohl lediglich die Annahme dahinter, Fruchtsaft gäre schließlich immer.


    In den Zellen ist kein Fruchtsaft mehr!!

    Das wird vergessen, das ist eingedickt und längst weiter verarbeitet, fermentiert usw. was bedeutet, es ist bereits unreifer oder auch reifer Honig.

    Was mit der roten Farbe als Nebenprodukt passiert, ist erst einmal zweitrangig, Kirschmarmelade bleibt nie rot. Vermutlich setzen doch Oxidationsvorgänge ein.

    Die Kirschmarmelade schmeckt deshalb meist immer noch sehr gut.


    @ Berggeist:

    Bitte bei Auffinden im HR bestelle ich hiermit ein Glas, ich möchte das unbedingt probieren.


    Wenn Du micht magst: ich verkauf den hier an der Haustür, mit Eigenetikett :daumen::cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich kenne die anderen beiden Imker auch gut. Ich kann ihnen den roten Honig ja dann abschwackeln, wenn nicht meine Mädels so findig sind. Ich werde mal nachsehen, ob der Sammeltrupp schon zugenommen hat. Vielleicht kann ich dann auch eine Flugrichtung erkennen.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Hm, dass Du Dir das kaum vorstellen kannst, ist aber nun auch hier nicht das Argument, jetzt ein Versehen in der damaligen Gesetzeslücke gefunden haben zu wollen.

    Deine Argumentation lässt den Schluss zu, dass bei dir erst der Wille da steht, das als normalen Honig zu betrachten und dann alles in diese Richtung interpretiert wird.

    Ich versuche das im rechtlichen Kontext wirklich aus verschiedenen Standpunkten heraus zu betrachten. Und komme dann zum Schluss einer Lücke. Möglich, dass der Gesetzgeber hier mitgedacht hat und das mitformulierte im Sinne davon, dass Bienen eben auch das mal mitsammeln. Als kaum wahrnehmbare Nebenkomponente... Aber ich glaube kaum im Sinne des "Sortenhonigs Kirschhonig". Laut rechtlicher Definition ist "Kirschhonig" dann eben Honigtauhonig. Und nun versetz dich in die Haut des Konsumenten oder Gesetzgebers: Wenn du Honigtauhonig kaufst, möchtest du dann Kirschhonig?

    Ich sage ja auch, dass das Gesetz das zulässt... Aber das ist höchst fragwürdig.

    Man überlegt sich auch, in welche Richtung das Tür und Tor öffnet:

    XXL-Fütterer oben drauf und nicht verwertbares Fallobst rein. Und nachher als Honig verkaufen. Verhält bei dieser Auslegung des Gesetzes. Deshalb --> eher Lücke...



    Aus rein persönlicher Sicht würde ich das auch gerne mal probieren... Auch einem Inverkehrbringen wäre ich nicht grundsätzlich abgeneigt, mit entsprechender Information des Kunden. Aber nicht als Verkauf als "normaler Honig" oder eben "Honigtauhonig". Oder eben gar noch künstlich produziert... Und grundsätzlich natürlich ist das Sammeln dieser Fruchtsäft eben auch nicht. Erst der Mensch hat die entsprechenden Obstbaumzüchtungen mit derart hohen Zuckeranteilen ermöglicht. Die gibts evolutionsbiologisch noch nicht so lang... und nicht in dieser Menge...