Bienenbeuten in der Kleingartensparte

  • Ich muss erstmal voraus schicken. Ich bin kein Imker, habe auch nicht vor, einer zu werden. Ich suche hier im Forum nach Rat...weil mir der abhanden gekommen ist. Ratlos sozusagen.

    Ich bin auch alles andere als eine Bienen"hasserin", wie kann man das sein als Gärtner...

    Aber ich bin Betroffene.


    Als ich den Kleingarten vor 2 Jahren im August übernahm, standen an der gleichen Stelle 2 Bienenbeuten. Sie haben mich nicht gestört. Es war ein "Schutzwall" von Sträuchern und Bäumen vorhanden. Ich hatte die Auflage, diese "Mistecke" zu beseitigen. In 2017 waren keine Bienen. Die hatten den Winter nicht überstanden.


    Im April 2018 stellte ein junges Imkerpaar einen Beutenbock mit 2 Beuten auf. 1 1/2 m hinter meinem Maschendrahtzaun. Da ich zuerst keine Ahnung und auch keine Angst hatte, bestellte ich meinen Garten in unmittelbarer Nähe und wurde attackiert und gestochen. Ich reagiere nicht allergisch, aber mit heftiger Schwellung und Schmerzen.

    Obwohl ich Abstand halte, wurde ich noch weitere 2 x gestochen.

    Auch habe ich im Juni bei 30 Grad 2 x in meinem hölzernen Gartenhaus gehockt. Unmöglich, rauszugehen...der Schwarm stand über meinem Garten...

    Inzwischen stehen nun 6 Beuten...eine davon nur da 50 cm von meinem Zaun entfernt. Unmöglich, dort noch im Garten zu arbeiten.

    Ich habe mich an das Imkerpaar gewandt. Die fühlten sich offenbar in keiner Weise verpflichtet, für meine Sicherheit zu sorgen, da sie ja die Genehmigung vom Gartenvorstand haben. Nun...3 Monate später wurde eine Weidenflechtwand aufgestellt, die aber viel zu klein ist. Und ich glaube auch nicht, dass man 40 cm vor eine Beute einen Weidenzaun stellen kann.

    Telefonat mit der Imkerin: nä da muss ich mal sehen...


    Da hat sich offenbar keiner Gedanken drüber gemacht, wie das bei diesem geringen Abstand funktionieren soll. Dem Imkerpaar fehlt die Erfahrung, ok...aber der gesunde Menschenverstand hätte es ihm vll eingeben müssen.

    Die beiden haben einen Imker-Paten. Auch da fehlte dieser...

    Na und der Vorstand...na der hat's genehmigt....


    Ich würde mich über Tipps und Ratschläge freuen, was ich tun kann...

  • Stell doch Deinerseits eine große Bambusmatte oder was auch immer auf. Nach zwei Tagen wissen die Bienen, wo sie lang müssen (oder nicht lang können) und suchen sich einen andere Weg. Wenn es nicht gerade ausdrückliche Stecher sind, fliegen sie die die letzten Meter im Flugschneisenmodus, quasi im Blindflug. Kollisionen mit unvorhergesehenen Objekten in dieser Flugschneise sind dann unabsichtlich und meistens harmlos, aber manchmal bleibt eine Bienen wo hängen oder fühlt sich sonstwie bedroht und dann sticht sie doch. Wenn richtig viel los ist, dann kann sich das durchaus bedrohlich anfühlen.

    Übrigens fliegen die Bienen oft am frühen Nachmittag mal eine Stunden lang besonders heftig vor den Kisten. Das ist aber kein Schwarm und auch vollkommen unagressiv, aber dennoch beeindruckend, und ich kann verstehen, dass Du Dich dann lieber verziehst.

    Also ein Hindernis bis über Kopfhöhe und so breit, dass sie ihre Kisten lieber hintenrum durch den Garten der Nachbarn anfliegen. Das Objekt kannst Du ja dann noch mit Rankzeugs begrünen.


    Viel Erfolg

    Kikibee

  • Ich bin verwundert, dass das Imkerpaar die Bedenken der Nachbarin nicht ernst nimmt und im ersten Schritt die Fluglöcher entgegengesetzt des Grenzzauns verlegt.

    Auch wenn Bienen nützliche Tiere sind, sollte man die Sorgen der Nichtimker ernst nehmen.

  • danke euch erstmal für das Feedback, aber Kikibee...die Bienen SIND geschwärmt! Der ganze Schwarm stand über meinem Garten. Das war nicht nur ein mittägliches Ausfliegen. Das beobachte ich auch. Bin ja nah genug dran 😉


    Die Beuten zu drehen, bringt nix...auf der anderen Seite ist auch ein Garten. Und dann wären die fluglöcher gen Nordosten...vollkommen im Dunklen, da dahinter eine kleine Parkanlage.


    Für die Bambusmatte gibt es keine Befestigungsmöglichkeit. Der Zaun ist zu niedrig und nicht stabil genug. DAS war im Ursprung mein Vorschlag gewesen. Wenn ich begrüne, muss ich auch pflegen...und das ist mir definitiv zu nah an den Bienen...

  • Moin Marietta,
    auch ich imkere meine Bienen in einer "Kleingartenanlage" Ich kann Deine Situation nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich, dass dem imkernde Paar so wenig daran gelegen ist, mit den Gartennachbarn ein harmonisches "Miteinander" zu suchen. Ist für mich im Augenblick unverständlich.


    Ich empfehle Dir, mit dem Vorstand und dem Imkerpaar ein gemeinsames Gespräch vor Ort zu suchen und eine einvernehmliche Lösung zu suchen, denn die gibt es immer wenn man will. Auch kann evtl. der zuständige Bezirgsverband der Kleingärtner vermittelnd helfen, sollte aus irgendwelchen Gründen auch immer, das Gespräch mit dem Vorstand nichts bringen.


    Ich wünsche viel Erfolg.

    Bernhard

  • Ok, wenn die Bienen tatsächlich geschwärmt sind, dann ist das doch mehr oder weniger ein einmaliges Ereignis (zumindest im Schnitt pro Jahr und pro Beute :wink:). Dann ist hinsetzen und genießen angesagt, da die Bienen dann komplett was anderes im Kopf haben, als irgendeine Gärtnerin anzugehen.

    Die Bienen finden übrigens auch finstere Fluglöcher nach Nordosten mit Parkanlage dahinter. Du brauchst auch nicht das Problem der Imkernachbarn zu lösen, sondern nur Dein eigenes.

    Bambusmatte oder 1,80 m hohes Weidenzaunelement bekommt man gut mit zwei bis drei Pfosten stabilisiert. Pfostenträger mit Pfosten gibt es für wenige Euronen im Baumarkt. Entweder Loch graben (schmales Loch geht gut mit Konservendose) und unten einbetonieren oder einschlagen (lassen). Es gibt auch Blumenkastenelemente, an denen man solche Pfosten befestigen kann, kostet aber mehr.


    Was sagt denn der Vorstand höchstpersönlich dazu? Lad ihn doch mal für eine Begehung ein, vielleicht wird seine Genehmigung dann relativ, oder es stellt sich heraus, dass es da Auflagen gab, von wegen keine Belästigung der Nachbarn oder so...

  • Ich imkere ebenfalls auf einer Kleingartenparzelle - mit 20 Völkern im Abstand von ca. 2,5m von der Nachbarparzelle. Ausflugsrichtung ist parallel zum Zaun.

    Damit die Nachbarn nicht belästigt werden, habe ich am Zaun und darüber ein Netz mit Maschenweite 8mm aufgespannt. Zusätzlich habe ich direkt neben dem Bienenstand eine Hecke aus Kornelkirschen angepflanzt, die als Schutz aber noch zu klein ist.

    Die Bienen können durch die Maschen nicht hindurch fliegen, sondern müssen dort landen, durchkrabbeln und dann weiterfliegen. Da ihnen das unangenehm ist, haben sie gelernt, über das Netz drüber zu fliegen.

    Um die Belästigung durch Schwärme zu vermeiden, sind bei mir alle Königinnen an einem Flügel beschnitten.

    Bisher haben sich die Nachbarn nicht beschwert.

    Mein Rat: Leite meine Beschreibung an das Imkerpaar weiter, es ist eine Anregung.

    Und noch etwas: Nicht du musst dich vor den Bienen schützen, sondern die beiden Imker sind in der Pflicht, dich zu schützen. Der Gang zum Vorstand ist richtig. Falls der nicht hilft, steht dir auch der Weg zum Gericht offen.

    Gruß Ralph

  • Ralph hat vollkommen recht ! Auch meine Wenigkeit hat die Mädels mitten in einer Kleingartenanlage stehen. Anfangs hatte ich eine Bambusmatte -ca. 1 Meter vor den Beuten- die die Bienen zum Hochfliegen zwang. Jetzt ist die Hecke 2m hoch, so daß noch einige Magazine, auch nur 50 cm dahinter, noch Platz gefunden haben. Ich hab im Moment 6 Völker und 2 Ableger da stehen, insgesamt wäre Platz für 12 Völker vorhanden.

    Mit Schwärmen hatte ich allerdings auch schon einige "Erfolgserlebnisse" - z. B. ich in voller Rüstung beim Einfangen - die Nachbarin im Bikini neben mir und meinem "Vortrag" lauschend.

    Gestochen wurde niemand.

    Nur Rasenmähen finden sie absolut "unnötig", da wird ein anderer Nachbar von mir (ich nicht, komischerweise) regelmäßig angegangen. Vielleicht macht er das zu oft ...

    VG Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • ...und genau so eine Situation moechte ich auf jeden Fall vermeiden!


    Hallo Marietta,

    wir holen uns im kommenden Fruehjahr Bienen in den Garten, und wollen die Beuten, aehnlich wie Deine Nachbarn, recht nah am Zaun aufstellen.

    (An dieser Stelle wuerde ich gerne Ralph und Wolfgang kurz zu meinem Thread 'Wohin mit dem Bien?' rueberwinken, koennte da Eure Erfahrungen gebrauchen.)

    Mit 'recht nah' meine ich jedoch keinesfalls so, wie Du es geschildert hast - das wuerde mir im Traum nicht einfallen!

    Das empfinde ich als ganz schoene Respektlosigkeit, von der Reaktion auf Deinen Hinweis mal ganz zu schweigen.


    Ich finde auch, dass Du Dich an Euren Vorstand wenden solltest, natuerlich sachlich und nett, aber dennoch bestimmt.

    Sicher findet sich eine Loesung, mit der alle zufrieden sind - ich druecke Euch auf jeden Fall die Daumen.

    Halt uns mal auf dem Laufenden, ja?


    Liebe Gruesse;

    humml

  • Es gibt da den englichen Schlupfschleier. Der ist cool.

    So ersparst du dir ein paar Stiche, weil bis sich die Sache geklärt hat, ...

    spätestens, wenn du die Löcher für die drei Pfosten gräbst oder mal Rasemmähen willst, hilft das erstmal

    Elk.

  • Ich bin verwundert, dass das Imkerpaar die Bedenken der Nachbarin nicht ernst nimmt

    Ich nicht. Die retten schließlich grade die Welt, und wo gehobelt wird, da fallen Spähne. Das wären meine besonderen Lieblinge.


    Assoziales Verhalten ist das und es schadet nachhaltig allen Kollegen. Dieser sch.... Imkerboom.


    :cursing:

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife