Varroabehandlung nur durch sprühen möglich

  • Hallo im Forum,
    ich bin Jungimker und in meinem ersten Jahr treten naturgemäß viele Fragen auf. Zur Zeit beschäftigt mich die Varroabehandlung durch sprühen von Milch- oder Oxalsäure.
    Ich habe im Mai zwei Ableger bekommen, die ich nach auslaufen der Brut, also brutfrei - mit Milchsäure behandelt habe. Dies möchte ich jetzt wiederholen - durch die Umweiselung sind die Völker im Moment wieder brutfrei. Soweit ist alles klar!
    Was ist aber, wenn ich im Verlauf des weiteren Jahres, zb. im August oder Oktober durch eine Prüfung feststelle, dass die Schadschwelle überschritten ist? Sollte dann eine totale Brutentnahme erfolgen? Wohin dann mit den ganzen Brutrahmen - müssen dafür z.B. 3 leere Beuten bereit stehen?
    Werden die neu gegebenen Mittelwände(ich gebe nur halbe) sofort wieder ausgebaut und bestiftet? Was passiert mit den Bienen in der Brutscheune wenn sie alle geschlüpft sind - auf die Ursprungsvölker aufteilen(natürlich nur nach einer Behandlung)- werden das dann nicht zu viele Bienen?
    Bitte gebt mir ein paar Praxistips - mit 5 Völkern ist das ja alles noch zu bewerkstelligen, aber was machen die Imker mit z.B. 50 Völkern. Auch von dort hört man ja oft die Behandlungsmethode totale Brutentnahme mit Milchsäurebehandlung als einziges Verfahren außerhalb des Winterhalbjahres?

    Viele Grüße
    Meapas

  • Hallo Meapas,


    willkommen im Forum.


    Wenn deine Völker jetzt brutfrei sind, kannst Du sie mit einmaligem Oxalsäure sprühen behandeln. Milchsäure ginge auch, soll jedoch nicht so wirksam sein wie Oxalsäure.

    Nach dieser Behandlung ist es unwahrscheinlich, dass die Schadschwelle im Herbst überschritten wird.

    Eine TBE macht man jetzt um diese Zeit, aber nicht mehr im Oktober, da der Bautrieb ja jetzt schon stark abnimmt. Für die Vorgehensweisen der TBE gibt es schon einige sehr ausführliche Fäden hier im Forum. Die findest Du über die Suchfunktion.


    Liebe Grüße

    Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Vielen Dank Olivia,
    sollte das mit der Unwahrscheinlichkeit der Überschreitung der Schadschwelle wirklich so sein, dann wäre es ja toll. Aber bestimmt gibt es auch gegenteilige Erfahrungen - was ist mit Reinvasion?
    Welche Möglichkeiten der Sprühbehandlung gibt es, wenn es wirklich passieren sollte?
    Beste Grüße
    Meapas

  • Die Sprühbehandlungen sind wiederholbar. Die Anwendungsvorschriften der Hersteller sagen: MS-Sprühen muß wiederholt werden innerhalb weniger Tage; OX-Sprühen kann wiederholt werden.


    Die Träufelung mit OX dagegen verträgt ein Volk nur 1 x, was m.E. mit dem Zuckerzusatz zusammenhängt, der die Bienen dazu zwingt, OX in den Verdauungstrakt aufzunehmen (gegenseitiges Sauberschlecken).


    Reinvasion ist m.E. nur zu befürchten, wenn Räuberei in kranke, milbenverseuchte Völker erfolgt bzw. wenn weisellose, milbenbefrachtete Einheiten im Flugkreis aufgestellt werden.

    Wer engmaschig das Gemüll kontrolliert, erlebt auch keine bösen Überraschungen.

  • im Mai zwei Ableger bekommen, die ich nach auslaufen der Brut, also brutfrei - mit Milchsäure behandelt habe. Dies möchte ich jetzt wiederholen - durch die Umweiselung sind die Völker im Moment wieder brutfrei.

    Alles wird gut.


    Der Rest ist: hätte, hätte, Mopedkette.


    Wo sollen die Milben denn bei dieser Vorgeschichte in dieser Zahl herkommen, um eine Schadschwelle zu überschreiten.

    Da müsstest Du schon sammeln gehen, Varroasuche zur Re-Infektion.


    Das kenn ich nur von VSH-Züchtern :wink: :liebe002::lol:


    Im Winter nochmal brutfrei eine und fertig

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • By the way:


    Sprühbehandlung bei Schadschwellenübrschreitung: Niente!


    Da musst Du schon die Brut raus nehmen.


    Ja, zur TBE brauchst Du Material - oder Du schüttelst die BW bienenfrei und schmilzt alles ein - weg;

    Leider auch die Brut aber auch alle Milben, die nochmal mittels Bienen-Heli reinvasieren könnten, insbesondere aber auch ggf. mehrfach angestochene, infizierte Bienen, die schlüpfen, wenn ein starker Befall da ist.

    Kann man machen, alles einschmelzen, muss man aber nicht.


    Bienenmasse kann man wieder in die Ursprungsvölker zugeben, ja. Dass passt scho!


    Man kann auch Reservevölker bilden mit der Bienenmasse, es soll sogar Leute geben, die solche überzähligen Völker im Frühjar VERKAUFEN :eek: Immer größer werden muss nicht sein

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Vielen Dank für eure Antworten. Jetzt bin ich schon etwas ruhiger. Wie schon erwähnt, bin ich Anfänger und vielleicht etwas zu besorgt. Ich werde die Völker auf jeden Fall im Auge behalten und berichten, wenn es doch Probleme geben sollte...
    Dankeschön und Beste Grüße
    Meapas