Bienen bauen nach TBE nicht

  • Hallo ihr Lieben,


    eigentlich dachte ich, ich sei ziemlich nach Lehrbuch vorgegangen: Etwa eine Woche vor der Honigernte habe ich eine TBE gemacht, mit Fangwabe, die ich knapp zwei Wochen danach entnahm. Die Völker waren stark und hatten ordentlich Honig, es gab auch noch gut Tracht.

    Inzwischen sind mehrere Wochen vergangen und bei der Kontrolle heute musste ich feststellen, dass die Bienen kaum gebaut haben. Gerade einmal vier MW sind im Schnitt ausgebaut, die sie alle gut mit Honig voll getragen haben (es kommt also immer noch was rein). Die Brutnester sind dementsprechend klein :(

    Habe nun als Sofortmaßnahme Fütterer aufgesetzt und mit 1,5 l 1:1 gefüttert, das will ich jetzt einige Tage so machen und hoffe, sie bauen dann? Habt ihr noch andere Tipps?

    Ein Volk hatte noch einen HR zum Ausschlecken, der ist wieder schön voll getragen...bin etwas ratlos.

    Viele Grüße!

  • Wie war denn die Volkssituation vor der TBE?


    Wie stark? Mit was für einer Königin?


    Zu wenig Baubienen drinnen? Zu schwach für mehr?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Honey Bee, ich hänge mich ohne guten Rat, aber auch echt verzweifelt, an deine Frage an. Ich habe am vergangenen Montag bei drei Völkern eine TBE gemacht und jeweils die Königin mit den abgestoßenen Bienen auf je 5 Mittelwände gesetzt und einen Fütterer mit knapp 3 Liter Zuckerwasser aufgesetzt. Bei einem Volk hat es funktioniert. Die Königin stiftet, das Futter ist eingetragen. Bei den beiden anderen ist nichts ok. Bei einem habe ich die Königin gesehen, ausgebaut ist trotzdem gerade mal eine Mittelwand und das Futter ist kaum angetragen. Bei dem letzten Volk ist es noch schlimmer: Königin nicht zu finden, Bienen brausen, keine Ausbaumaßnahmen, keine Futterabnahme. Ich habe jetzt aus dem einzigen Volk, in dem es geklappt hat, dem letzten Volk eine Wabe mit Stiften eingehängt und weiß nicht weiter...

    Immerhin hast du Brutnester - damit wäre ich schon glücklich!

  • Moin,
    ich habe am 23. Juni die TBE gemach. Es hat bei mir gut 10 Tage gebraucht, bis die eingegebenen MW alle ausgebaut waren. Der Futtereintrag war gleichmäßig, nur das Brutnest entwickelte sich zu Anfang noch zögerlich.
    Dann aber legte die Königin richtig los und füllte die Waben unterhalb des Futterkranzes komplett und fast lückenlos.
    Gebt eurer Königin halt noch ein paar Tage. Das wird dann schon noch.
    Mir hat ein Imkerkollege gesagt: "Die sind etwas -mugsch- durch die komplett neuen MW und brauchen etwas länger. :)
    Er hat recht behalten.

    Gruß
    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Wie war denn die Volkssituation vor der TBE?


    Wie stark? Mit was für einer Königin?


    Zu wenig Baubienen drinnen? Zu schwach für mehr?

    Die Königinnen sind aus 2017, vor der TBE saßen die Völker auf sechs bis sieben Waben (Dadant) mit Brut und 2 HR. Sie waren stark und haben sehr viel Honig eingetragen (und tun das ja auch wie gesagt immer noch), nur bauen mögen sie nicht.

  • Dann haben wir am gleichen Datum die TBE gemacht :) Ich denke inzwischen auch, dass es wohl daran liegen muss, dass ich nicht direkt gefüttert habe. Aber eigentlich dachte ich bisher, dass es auch funktionieren sollte, wenn natürlicher Nektar von außen reinkommt.

  • Kollegen, überlegt doch einmal: Wann schlüpften die letzten Bienen in den Völkern? Wann erreichten deren Wachsdrüsen ihr Maximum (ab Tage 13 - 15 sagen immer die einschlägigen Schemata)? Gab es inzwischen andere Prioritäten für das Volk - bspw. Tracht einheimsen und in reichlich vorhandenem Wabenwerk einlagern über Kopf - nicht wissend, daß die Kö. da nicht hochgelangen kann - ASG kommt in der bienischen Voraussicht einfach nicht vor. Ich bin mir ziemlich sicher, daß im ersten HoR über ASG ein schönes, großes virtuelles Brutnest freigehalten wird (wenn eine Kö. da ist).

    TBE funktioniert schon. Man darf nur die Erwartungen nicht zu hoch schrauben oder eindimensonale Ursache-Wirkungs-Mechanismen erwarten, z.B. Füttern -> Bauen).

  • Füttern und ggf. eine Spur legen. Und in Geduld üben - es kann schon mal 'ne Woche dauern, bis es losgeht. Das ist von Volk zu Volk unterschiedlich aber schlussendlich wollen sie alle überleben...


    Ich füttere auch mit Futtertasche 1:1 oder dünner direkt nach dem Abschütteln auf MW, wenn noch HR aufsitzen, weil ab Juli hier nur noch Läppertracht herrscht. Das Futter wird "verbaut" und direkt um's Brutnest gelagert.


    Wird schon!

  • .... andere Prioritäten für das Volk - bspw. Tracht einheimsen und in reichlich vorhandenem Wabenwerk einlagern über Kopf - nicht wissend, daß die Kö. da nicht hochgelangen kann - ASG kommt in der bienischen Voraussicht einfach nicht vor. Ich bin mir ziemlich sicher, daß im ersten HoR über ASG ein schönes, großes virtuelles Brutnest freigehalten wird (wenn eine Kö. da ist).

    TBE funktioniert schon. Man darf nur die Erwartungen nicht zu hoch schrauben

    Hm, neee,

    also ich z.B. habe mit HR drauf am 4.7. TBE gemacht,

    und wegen der besagten HR habe ich nicht gefüttert, hier gibt`s laut Fluggeschehen noch was aber eigentlich nichts so wirklich dolles mehr, Klee, Herbstlöwenzahn, Springkraut ist gestartet.


    Es gab eine Leerwabe oder auch zwei, je nachdem, und die entnommenen BW schüttel ich so zwei/dreimal ab.

    4 Tage später hab ich bei der Kontrolle gedacht, mich trifft der Schlag, weil sie bereits 8 Waben Dadant ausgebaut hatten.

    Kein virtuelles Brutnest aber unten ein gutes.


    Warum das jetzt beim Threadersteller oder Mitschreiberin so quälig ist, ist schwer zu sagen. Vermutlich vor Ort bzw. im Gespräch und beim Angucken fände man was.

    Man hört immer wieder, es gibt Völker, die sind nach TBE so richtig "geschockt", die sind bedient und brauchen etliche Tage, um in die Pötte zu kommen. Tracht hin oder her. Aus eigener Anschauung kenne ich das nicht.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • 4 Tage später hab ich bei der Kontrolle gedacht, mich trifft der Schlag, weil sie bereits 8 Waben Dadant ausgebaut hatten.

    Kein virtuelles Brutnest aber unten ein gutes.


    Warum das jetzt beim Threadersteller oder Mitschreiberin so quälig ist, ist schwer zu sagen. Vermutlich ....

    Das sind auch so Sachen, die ich im Nachbarfred meinte mit: 'gute Königinnen zu ziehen macht viel Arbeit, spart die aber an anderer Stelle 10x wieder ein.'


    Manchmal dauert es eben. Füttern hilft aber schon.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Standort? Kontinuierliche Läppertracht sorgt in Kombination mit verdeckelten Futterwaben für gute Ablegerentwicklung ohne laufende Flüssig-Fütterung. Bei Tracht und Platz überraschen die Bienen den Imker, wenn die Basis und Genetik stimmt. Nur mit Notprogramm ist man nur an den Rändern der Statistik. Aktive alte Imker haben Landschaft mit den Bienen gestaltet- Sträucher und Bäume!

  • Hallo, ab Anfang Juni ist bei unserer Trachtwaage Stillstand. Da kann auch ohne zusätzliches Futter nichts ausgebaut werden.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Hm...

    Dann scheint sich das wohl überall ganz anders zu entwickeln. Meine zwei Völker, d.h. Spender und Sammler, beides aus einem Stammvolk, haben sich ohne Fangwabe und ohne Futtergabe überraschend gut gemacht.

    Der "gekunstschwarmte Spender" hatte letzte Woche beinahe eine randvoll bebrütete BW neben der anderen, zuzüglich Futterkränze, ohne Futter, nur mit MW als Starthilfe


    Der entweiselte Sammler hatte bei der letzten Durchsicht etwa 10kg Honig im BR und zusätzlich Brut in der Zarge verteilt und ich habe noch nicht alle alten Waben tauschen können, kein Futter ergänzt!

    Dem Volk habe ich jetzt als Test eine Honig-Flachzarge aufgesetzt, sollte ich nachher mal kontrollieren, muss sowieso mal wieder an die Bienen...


    Gruß Andreas