Kondensfeuchte/Kondenswasser in den Beuten verringern

  • Guten Morgen

    Kürzlich war hier im Forum die Rede von der natürlicherweise im Winter in den Beuten auftretenden Kondenzgeschichte , die nachvollziehbar zu schimmeligen Außenwaben führt.

    Imkerkollegen nutzen MiniPlus Beuten aus Hartschaum für die Überwinterung von Königinnen und weil das Schwitzwasser dort besonders intensiv aufgetreten ist, benutzen sie an Stelle einer Folie als obere Abdeckung eine durchlässige Gaze. Oberhalb der Gaze plazieren sie in einer extra Zarge ein sogen. Raschelsäckchen, das mit Heu (Anm.: Heu ist hygroskopisch und außerdem saugfähig) gefüllt ist. Die Kollegen sind mit dem Ergebnis der Maßnahme sehr zufrieden.

    Mich stellt die Gaze nicht zufrieden, besonders, weil sie von den Bienen zugekleistert wird.

    Hat jemand eine Idee, mit welchem Material man die Rähmchen abdecken kann, durch das das Wasser aber diffundieren kann, ohne daß die Bienen die Abdeckung schroten oder mit Propolis verschließen.

    Ein Versuch meinerseits mit dünnerem Baumwollstoff führte nicht zum Erfolg. Da sind heute Löcher drin.

    Aber irgendetwas war da mit Tüchern als Abdeckung in der Literatur: Waren es Tücher aus Leinen statt aus BW? Waren es in Wachs getauchte Tücher?

    Wer hat auch schon mal in diese Richtung überlegt? … und kann vielleicht Erfahrungen beisteuern?

    Mir tut es jedes Frühjahr um das Futter leid, das ich, weil in schimmeligen Waben, entsorgen muß.

    Geiz ist geil und gesünder rechnet Guido Eich in solchem Fall vor. ;)

    Frohes Schaffen wünscht ...Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Nimm einfach dampfdurchlässige Holzdeckel mit dapfdurchlössiger Isolierung. Meist brauchen diese Deckel einen Aussendeckel oder "Dach". Der Deckel muss dann allerdings hinterlüftet sein damit die Feuchtigkeit auch raus kann.

    Dann lass den Gitterboden im Winter offen und Du solltest keine Probleme mit Kondenswasser oder Schimmel haben... (Ich habe komplette Holzbeuten, nicht nur den Deckel und daher das "sollte" im letzten Satz!)

  • Ich habe bei meinen Dadant-Beuten die Dämmplatte versuchsweise mal ohne Folie darunter aufgelegt. Ergebnis: Sie haben die Dämmplatte mächtig zerlegt!

    In meinen Zander-Beuten habe ich in der Folie in der Mitte ein rundes Loch ( eigentlich mal gemacht wegen des Adam-Fütterers)
    Es hat sich bewährt, seitdem habe ich keinen Schimmel ( Gitterboden immer offen!), aber man sieht auf Dauer die Feuchtigkeit an der Innenseite des Deckels.

    In der Warre-Beute ist im Dach ein Jutesack mit Stroh, da scheint sich bestens zu bewähren.

    Ich denke, selbst wenn die Bienen kitten, ist das noch luftdurchlässig und die Feuchtigkeit kann entweichen
    Also wäre es theoretisch ein Versuch wert, z.B. das Ganze mit einer Halbzarge "nachzuahmen"

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Bei meinen Beuten ist die Dämmplatte ja auch AUF dem Holzdeckel, da kommen die Bienen nicht ran... - Aber Du hast Recht, wenn die Dämmlatte DER DECKEL ist dann wird der zerlegt... Bei Dadantbeuten verwende ich keine Folie, auch nicht im Sommer...

  • Du suchst Erfahrungsberichte zu Mini Plus Beuten oder normalen Magazin Beuten ?

    @beginners mind: Egal!

    Wenn etwas in einer großen Beute funktioniert, funktioniert es wahrscheinlich auch bei MiniPlus und umgekehrt:

    Idealerweise sperrt der Werkstoff die Bienen von der Dämmung ab ohne geschrotet oder zugekleistert zu werden. Und als Dämmung möchte ich gerne Raschelsäcke mit Heu einsetzen. Halt Bordmittel....

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Ich nutze Leinenstoff. Dünne Baumwolle wird von den Bienen zerlegt. Das Leinentuch wird mit Mehlkleister behandelt. Einfach Stärkemehl wie Pudding kochen und die Tücher darin einweichen. So wie unsere Vorfahren die Wäsche gestärkt haben

    :D Die Tücher werden dadurch hart und man kann sie ohne Probleme leicht von den Beuten abziehen. Ich nutze sie schon drei Jahre und musste noch keins ersetzen.

    Ich habe geschlossene Böden und keine Probleme mit Feuchtigkeit.

    Das Warrėkissen ist kein Sack sondern eine halbhohe Zarge mit einem Stoff als Boden. Ich habe es mit Heu, Stroh und Schafwolle gefüllt. In Verbindung mit dem Leinentuch reguliert es gut die Feuchtigkeit.

    LG Karin

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • ich habe meine T120 Beuten mit Gitter ausgestattet. Seit dem habe ich so gut wie keinen Schimmel mehr.

    Meine selbstgebauten 11Waben DNM Beuten und die Segeberger sind alle mit offenem Boden ausgestattet. Hier entsteht auch sehr wenig Schimmel.

    Auch ich habe dieses Jahr versucht die Folie aufgrund eines Artikels in einer Bienenzeitschrift an einem Stand weg zu lassen. Das Ergebnis war extreme Räuberei.

    Ohne Folie imker ich nicht mehr. Es muss allerdings für eine gute Belüftung von unten bzw von hinten gesorgt werden. Die Beuten sollten daher nicht auf einem geschlossenen Untergrund stehen. Beutenbock und offene Paletten sind da geignet.

    Bei Mini Plus habe ich auch unten ein offenen Gitterboden und nicht die Variante mit dem Futterteil.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo,

    ich habe auf meinen Beuten nur das Warrekissen und auf den Bienen grobes Sackgewebe, unbehandelt natürlich.

    Das Kissen ist 150mm hoch und mit auf 3mm ausgesiebter Sägegatterspäne gefüllt.

    Und das ganzjährig. Und geschlossener Boden, immer!

    Keine Probleme mit Feuchtigkeit in der Beute. Honig mit z.T. 15,2%. Ich messe nichtmehr.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wegen deiner Frage nach Tüchern als Abdeckung:

    Meine Mellifera-Einraumbeute hat ein in Bienenwachs getauchtes Baumwolltuch als Abdeckung auf den Rähmchen. Ich habe es seit 3 Jahren, bei mir wurde es bis jetzt nicht angeknabbert.


    Besonders wasserdampfdurchlässig ist es m.E. aber nicht.


    Schöne Grüße