Täuschend wenig Milben?

  • Dieses Jahr gab es Brutpause vor der Ernte und danach Oxalsäure, im Herbst und im Dezember nochmal.

    Im Sommer fielen zwischen 150 und 600 Milben, im Herbst/Winter zwischen 70 und 400.

    Bei 6 von 10 Völkern hätte ich mir die Dezember-Behandlung sparen können, bei denen kamen weniger als 25 Milben runter, dunkle.

  • Seitdem bin ich der TBE gegenüber etwas skeptisch.

    TBE/OXS Völker haben deutlich höheren Milbenfall als die Nassenheider Völker...

    Ich hätte auch mit zumindest etwas weniger gerechnet. Dieses Jahr habe ich ja nicht auf eine Fangwabe gesetzt, sondern stattdessen auf OX. Bei einigen Völker sogar beides.

    Da kam dann, trotz Fangwabe, so einiges runter...danach hätte ich jetzt mit weniger gerechnet. Aber TBE ist ja auch mehr als nur eine Varroabehandlung...20180702_204600-1651x1238.jpg

  • Ich verstehe es aber auch einfach nicht:

    Mit der Brut entnimmt man 70% der Milben, oder mehr, mit der anschließenden OXS nochmal rund 80-90% - in der Theorie. Damit bleibt ja eigentlich nichts an Milben übrig.

    Und trotzdem fallen da jetzt 500-600 Milben bei einem Volk, und das ist so gut wie tot.

    Wenn es nur ein Volk an einem Stand wäre, würde ich an Reinvasion denken.

    Aber es gab im Oktober auch noch andere TBE Kisten, die ich erkannt und Blockbehandelt habe. Und selbst da fallen jetzt noch rd. 200 in 14 Tagen. Da sind mit der Oktober Behandlung vielleicht in Summe 1000 Milben runtergefallen. Mir ist unklar, wie die so schnell erbrütet werden konnten.

    Besser stehen jene Völker da, denen ich als Kontrollgruppe im September einen Nassenheider reingehangen habe. Da fällt deutlich weniger, und im Oktober waren die alle unauffällig.


    (dazu sei erwähnt, dass ich im Oktober alle Völker CO2 getestet habe. Die TBE Völker waren allesamt auffällig)

  • Nach Honigernte TBE und OS-Träufelung bei allen Völkern. Bei zwei Völkern war Mitte September dennoch eine Nassenheider AS-Behandlung nötig. Am 15.12. OS-Träufelung bei 0°C. Jetzt (nach 8 Tagen) bei den AS-behandelten Völkern 61 bzw. 77 Varroen. Bei den anderen Völkern zwischen 160 und 200 Varroen. Nur dunkle Varroen, keine hellen.

    Hm, sehr schöner Beleg, dass OS-Träufeln in brütenden Völkern, die nicht in einer Wintertraube sitzen, nix bringt - aber das sollte eigentlich längst bekannt sein ....


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Nach Honigernte TBE und OS-Träufelung bei allen Völkern. Bei zwei Völkern war Mitte September dennoch eine Nassenheider AS-Behandlung nötig. Am 15.12. OS-Träufelung bei 0°C. Jetzt (nach 8 Tagen) bei den AS-behandelten Völkern 61 bzw. 77 Varroen. Bei den anderen Völkern zwischen 160 und 200 Varroen. Nur dunkle Varroen, keine hellen.

    Hm, sehr schöner Beleg, dass OS-Träufeln in brütenden Völkern, die nicht in einer Wintertraube sitzen, nix bringt - aber das sollte eigentlich längst bekannt sein ....


    Gruß, Jörg

    Kurz nach der TBE hatten sie ja noch keine Brut. Kann aber sein, dass OS träufeln nicht gut wirkt, wenn sie nicht eng sitzen.

  • Hier Ähnliches. Bis Herbst nur geringe Fallzahlen, 7d nach OS-Behandlung heute bis zu 750 Milben auf den Windeln gefunden (15 Völker, Min: 11, Schnitt: 170 +-200). TBE Anfang August mit Fangwabe und anschließendem OS-Sprühen. Volksstärke ist überall i. O. bis stark, so dass ich mir dennoch nicht allzu viele Sorgen mache.


    Dazu habe ich auf allen Windeln auch eine Vielzahl an Bienenbeinen, Flügeln etc. gefunden. Beim Ziehen der ersten Windeln dachte ich noch kurz ich hätte die Mäusegitter vergessen. Tatsächlich sind es Wespen, die heute (und wohl schon seit längerem) bei knapp 10°C fleißig alle Völker angeflogen sind und sich dort bedienen. So spät im Jahr und vor allem in so großer Anzahl habe ich das auch noch nicht beobachten können.

    750 Milben zusammen in 15 Völkern? In 14 Tagen oder einer Woche oder 24 Stunden?

  • 500-600 Milben gefallen in 24 Stunden oder eine Woche oder in einem Monat?

  • Voll egal. Echt mal. Dann starten sie jetzt milbenarm durch, was der alleinige Zweck der Behandlung war. Und träufeln im Sommer ist Murks, sei froh, das sie trotzdem so weit gekommen sind! Waren sie denn jetzt sicher brutfrei? Höher belastete Völker neigen zum Durchbrüten. Aber wenn's das jetzt war, setz Dich auf'fe Hände und feier schön. Gibt auch noch andere Themen als Varroa! :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich setze die Grenze für eine vollständige Behandlung beim brutfreien Volk bei 400 gefallenen Milben. Bei vorhandener Brut kann abhängig von deren Umfang die Wirksamkeit der Winterbehandlung bis auf 50% runtergehen, da liegt die Grenze bei 50 Milben. Bei Völkern mit etwas Brut ist das Gefühlssache, also liegt die Grenze irgendwo dazwischen.

    Den Umfang der Brut schätze ich anhand des Brutdeckelgemülls.

    Wenn die gesetzten Grenzen überschritten werden, behandle ich ein zweites Mal.

    Gruß Ralph

  • Ähnliche Bild hier, dicke, dunkle Milben und das nicht zu knapp - Spitzenreiter bisher über 700!

    Dafür waren sie im Sommer ja auch schön in Ruhe gelassen worden - nur eine AS- Behandlung am 10.8. und da simd bei allen diesen nun tw. erheblich vermilbten Völkern unter 10 Milben in 24 Stunden gefallen.


    Aber die Völker sind gut entwickelt und stark; bin da eigentlich zuversichtlich dass die sich gut machen werden.


    M.

  • Nach jetzt genau 25 Jahren Bienen hab ich jegliche Hoffnung aufgegeben, dass ich eine Winterbehandlung sparen kann.


    Die Milben sind immer da!


    Am 11. 12 bis 19. 12. immer Minusgrade und niedere Tagestemperaturen.


    20. 12. bis 24. 12 Plusgrade aber von unten her noch kalter Boden (offener Gitterboden).


    25. 12. bis 5 Januar wieder Minusgrade.


    Das heisst am 31. 12 sind es dann 21 Tage und es kann behandelt werden. Früh am Morgen sind es 0 Grad

  • Liebe Leute,

    Eure Verwunderung über die genannten Milbenzahlen ist mir ein Rätsel.


    Angenommen es sind zur TBE 1000 Varroen in meinem Volk.

    TBE entnimmt 70% = 700, es bleiben 300 übrig.

    OXS wirkt brutfrei mit 97%, es bleiben 3% von 300 übrig, das sind 9, es sei der 01. Juli.


    Ein Brutzyklus der Biene ist 21 Tage lang, dann sind 7 Brutzyklen 147 Tage und 8 sind 168 Tage. Das ist der 24.11. resp. der 15.12.

    Die Vermehrungsrate der Milbe wird laut DieHonigmacher auf 2 bis 2,5 geschätzt. Nehmen wir 2 an. Dann ergeben sich 9*2^7=9*128=1152 und bei 8 Zyklen ca. 2300 Milben. Dass ein paar Hundert Milben nach einer erfolgreichen TBE im Volk sein können ist kein Wunder. Die Fähigkeit zur exponentiellen Vermehrung ist eine große Stärke der Natur.

    Und dass die Massnahmen im Sommer erfolgreich waren misst sich daran, ob das Volk ohne großen Varroa-Schaden die Winterbienen aufziehen konnte. Und das war im August, September und Oktober locker der Fall.


    Was mich viel mehr bewegt: es gibt Völker, die haben nach der Winterbehandlung nur eine handvoll Varroen auf der Windel liegen. Ich hatte ein Volk mit 2 und eins mit 5 Milben.

    Diese Völker können etwas! Wir müssen die Völker mit diesen Fähigkeiten erkennen und von diesen KÖs nachziehen, wenn wir als Hobbiisten KÖs nachziehen. Dann tragen auch wir etwas zur Befähigung der Biene gegen die Varroa bei. Einige Züchter arbeiten schon sehr gezielt in diese Richtung. Und erste Erfolge zeichnen sich ab. Und wir Hobby-Imker können auch was tun, nicht immer nur wundern.


    Beste Grüße und frohe Weihnachtstage

    Ulrich