Täuschend wenig Milben?

  • Liebe Imkerfreunde,


    ich hatte jetzt für 3 Tage die Einlagen (Styroporeinlagen für Segeberger) unten drin und insgesamt, also in allen Völkern zusammen, 4 Milben entdeckt. Kann das sein, bzw. ist das zu erwarten im Juli oder brauche ich eine Brille? Wäre ja fast zu schön, um wahr zu sein. Was fällt bei Euch so an Milben? Gibt es da eine App, wo das gemeldet werden kann?

    Grüße von der Ostsee, in der Hoffnung auf endlich Regen

    Wiebke

  • Gibt Milben reichlich, jedenfalls bei starken Völkern. Laß Dich nicht von der Windel täuschen, Du wärst nicht die erste.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da schließe ich mich gleich mal an, bei einem Volk habe sie drei Tage drin gehabt und 0 Milben sind gefallen.

    Konnte ich kaum glauben dannn hab ich sie nach paar Tagen nochmals eingelegt und wieder kein Milbenfall.

  • Wo nimmste die denn her. Halten die bei dir ne Versammlung ab?

    Ne jetzt mal im Ernst. Hab die ersten Völker jetzt auch fertig. Es sind sehr wenig gefallen nach der Oxamatbehandlung. In den Brutscheunen sehe ich derzeit auch sehr wenige im Gegensatz zu früher.


    MfG Frank

  • Ohne provozieren zu wollen, aber das Windellesen vor der Behandlung halte ich für Zeitverschwendung. Die Milben sind einfach da, und sobald möglich sollten sie mit dem Mittel der Wahl getroffen werden. Nach dem ersten Behandlungsintervall gibt der Milbenfall ein besseres Bild vom tatsächlichen Befall.


    Ameisensaure Grüße


    Peter

  • Hier sah ich heute erstmals 3 Milben im natürlichen Totenfall - allerdings beim Brutsammler am Tag 23 der TBE nach Kleingartendrohn. Die letzten Fangwaben sind am Tag 23 ja noch drin und hier vermutlich auch noch nicht verdeckelt (LeerW-gabe vom Tag 14 auf Tag 15 verschoben) - fangen also ggf. noch.


    Der aus Jungbienen auf 2 FuW dieses BrSammlers gebildete Ableger (+ 1 vollständig verdeckelte BrW mit schlupfreifer NZ) ließ am Tag 1 nach Kontrollbehandlung 3 Milben behandlungsbedingt fallen.


    Auf eine App verlasse ich mich lieber nicht, sondern eher auf meine eigenen Beobachtungen bzw. Gemüllanalysen der permanent eingeschobenen Windeln. Ich imkere jedoch mit Holzbeuten von Bienenweber, die trotz untergeschobener Windel (mit Griffleisten nach unten) einen offenen Gitterboden gestatten (Windel-Griffleisten nach oben -> geschlossener Boden). Die täglichen Anlysen haben sich bisher immer als zutreffend erwiesen, keine Verfälschung durch Ameisen o.a., weder tagsüber, noch nachts in den Vorjahren (täglich 2 x gelegte Zählmuster des Totenfalls jeweils 12 h später auf Verluste kontrolliert).

  • Ich nehme Sonnenblumenöl und kann damit eigentlich recht zuverlässig Milben finden. Ob das nun realistische Zahlen sind, weiss ich nicht. Mir reicht es, wenn sie nach der Behandlung fallen und sichtbar werden.

  • Die Milben sind eine beliebte Beute...

    Für wen? Auch wenn das immer wiederholt wird, es entspricht nicht meinen Erfahrungen. Weder Ameisen, noch Ohrkneifer o.a. Windelspaziergänger habe ich jemals eine Milbe fressen oder wegtragen sehen. Und ich habe jahrelang in der Hauptmilbenfallzeit monatelang 2 x täglich kontrolliert, früh + abends. Um die These vom Wegtragen der Milbenleichen zu überprüfen, habe ich die Windeln bei der Kontrolle zwar gesäubert, aber die Milbenleichen nach einem geometrischen Zählmuster eng auf der Windel angeordnet. 12 h später fehlte so gut wie nie eine Milbenleiche aus dem Zählmuster. Selten hatte ein kräftiger Windstoß das Muster etwas bewegt. Allerdings reinige ich die Windel nach jeder Kontrolle, so daß sich da kein Wachsmotten- o.a. Habitat ausbilden konnte. Meine Böden haben kein Lochgitter, sondern Edelstahldrahtgewebe mit Maschenweite 2,3mm.


    Daß Bienen Milbenleichen auf dem Flugwege entsorgen, das nehme ich allerdings als sehr wahrscheinlich an. Der natürliche Milbenfall auf der Windel ist daher für mich nicht mehr als ein Gradmesser, aber auch nicht weniger.

  • Hallo, das ist nicht von mir, finde es aber gut: Windellesen ist wie anhand der Größe eines Friedhofes auf die aktuelle Einwohnerzahl zu schließen.

    Bis bald Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • na ja, wenn man weiß, wie alt der Friedhof ist, die durchschnittliche Lebenserwartung und Reproduktionsrate der Bevölkerung kennt, dann ist die Größe des Friedhofs schon ein recht guter Indikator für die Einwohnerzahl. und diese Dinge weiß man bei Milben....

  • Wenn man die konkreten Sterbedaten auf den Grabsteinen auch noch abliest und es sich um den einzigen Ortsfriedhof handelt, hat das Bild sogar etwas zutreffendes.

    Je nach dem, wie oft man die Windel auszählt: Die Sterbedaten können mit einigem Bemühen recht zeitnah verfolgt werden, wenn man den übrigen Entwicklungsstand des Volkes und die Jahreszeit ins Kalkül mit einbezieht. Augenblicksaufnahmen beim Zählen (z.B. die oft prpagierte Windeleinlage für 3 Tage) halte ich v.a. bei niedrigen Fallzahlen auch für ziemlich ungenau bzw. wenig aussagekräftig. Aber bei entsprechender Kontrolldichte lassen sich durchaus Tendenzen feststellen und kombiniert mit Kontrollen des Brutstatus sogar Hochrechnungen überschlagen.