Imkern und Zecken

  • Zecken und Bienenstiche halten sich bei mir die Waage. Ich zähle aus Tradition übers Jahr mit. Meist jeweils um die 50 pro Jahr. Im Moment steht es 3:2, also knappe Führung für die Bienen.

    Nach zwei ärztlich festgestellten Borreliose-Infektionen (und erfolgter Antibiose) ganz am Anfang habe ich seit vier Jahren keine Anzeichen von Wanderröte mehr entdeckt. Statistisch hätte es mich schon längst wieder erwischen sollen. Ich gehe daher davon aus, dass man entgegen den üblichen Ansagen sehr wohl eine Immunität entwickeln kann, wenn man regelmäßig mit diesen Viechern Kontakt hat.

  • Ihr könnt mich jetzt ans Kreuz nageln

    ABER

    wenn ich mit einem Knopfdruck ein Tier auslöschen könnte, dann wäre es sicher die Zecke.

    So ein verdammtes Mistvieh. Ich kann mir echt nur einen Grund vorstellen warum es sie gibt und der ist Krankheiten zu übertragen.


    Als Bushcrafter hat man das doppelte Leid mit denen.


    Sorry aber das musste ich jetzt loswerden.


    Gummistiefel in weiß finde ich die richtige Wahl

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Moin,
    nun sind mir Zecken als ehemaligem Jäger nicht unbekannt. Zu meiner Zeit im Berchtesgadener Land habe ich fast bei jedem Prischgang und bei der Versorgung von Rot- und Rehwild sowieso Zecken mit nach Hause gebracht.

    Derzeit, hier an der Nordseeküste/Elbmündung, bei meinen Bienen seit 3 Jahren nicht eine einzige Zecke eingefangen! (Bienenstiche zählt man als Hobbyimker nicht ;()
    Mag wohl auch Regional unterschiedlich sein, oder liegt es gar am Standort meines Bienen Stellplatz, der bei mir zwar auf einer regelmäßig gepflegten Wiese und nicht am Waldrand steht.

    Gruß
    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • ...eine Immunität entwickeln kann, wenn man regelmäßig mit diesen Viechern Kontakt hat.

    Das ist ein gefährlicher Irrtum:

    https://www.zecken.de/de/news/…-sind-fsme-und-borreliose

    https://www.allgemeinarzt-onli…t-eine-immunitaet-1583145


    Eher wahrscheinlich ist wohl, daß man mit der wachsenden eigenen Zeckensticherfahrung gründlicher und geübter darin ist, nach Zeckenstichen zu suchen und die Zecken ggf. so frühzeitig entfernt, bevor sie Gelegenheit hatten, ihre Darmfracht mit Borreliosebakterien in ihr Opfer hinein zu injizieren (nach Prof. Dr. Süß: 2 ... 6 h). Außerdem nimmt in nördlicher Richtung des Verbreitungsgebietes der Anteil an Milben ab, die überhaupt Borreliosebakterien in ihrem Darm tragen.

    Nur gegen FSME (Viren) gibt es eine Immunisierung/Impfung, gegen Borreliose (deren mögliches Kennzeichen die Wanderröte ist) dagegen nicht.


    So jedenfalls sagen uns das die hier ansässigen Mediziner mit einschlägigen Erfahrungen aus dem seit Jahren als Zecken-Hochrisiko-gebiet eingestuften Saale-Holzland. Hier ist auch der als einer der führenden Zeckenspezialisten anerkannte Biologe Prof. Dr. Süß zu Hause:

    https://jena.otz.de/web/jena/s…einen-Holzbocks-821066814

    Zitat aus seinem Buch "Zecken und was man über FSME und Borreliose wissen muß":

    "Die Lyme-Borreliose ist die durch Zecken am häufigsten übertragene Krankheit auf der Nordhalbkugel der Erde. Das Bakterium kann sich im ganzen Körper ausbreiten, sämtliche Organe, Systeme, Gelenke und vieles mehr angreifen und die Erkrankung verläuft – wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wurde – primär chronisch, mit lebenslangen schweren Beeinträchtigungen des oder der Patientin.

    Bei der Borreliose gilt das gleiche wie für andere Erkrankungen: Je früher die Behandlung einsetzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht zu einer chronischen Qual auswächst. Der Autor weist aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die mit der Diagnose "chronische Lyme-Borreliose" verbunden sind. Die oftmals nicht eindeutigen Symptome oder Merkmale, die auch auf andere Krankheitsbilder zutreffen können, machen die Krankheitsbestimmung und demzufolge auch die Therapie schwierig. Eine der gängigsten Behandlungsformen ist die Antibiose. Allerdings sollten die häufigen Behandlungen mit Antibiotika kritisch hinterfragt werden, weil sie bisweilen "keinen positiven Effekt auf das Krankheitsgeschehen haben" und die starken Nebenwirkungen die PatientInnen unnötig belasten.

    Auch ist die Diagnose über den Nachweis von Antikörpern im Blut oder Liquor nicht wirklich aussagekräftig, da aufgrund dieser Ergebnisse nicht eindeutig das "Vorhandensein einer klinischen Manifestation" bewiesen werden kann. Das heißt außerdem, dass ein Therapieerfolg oder –misserfolg nach einer Antibiose nicht über ein erneutes Blutbild festgestellt werden kann, sondern nur über das subjektive Empfinden der PatientIn."

    Hausärzten, die einfache Schlußfolgerungen aus Antikörpertests ziehen, fehlt das nötige Wissen zu Borreliose. Leider müssen das jedes Jahr Patienten leidvoll erfahren...

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  • ....Ich gehe daher davon aus, dass man entgegen den üblichen Ansagen sehr wohl eine Immunität entwickeln kann, wenn man regelmäßig mit diesen Viechern Kontakt hat.

    Das könnte möglich sein, denn die Immunsysteme der Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Borrelien. Und so eine "Borrelien-aktivierte Abwehr" scheint es nach meinen Beobachtungen zu geben.


    Sehr interessant (oder sollte ich sagen: Abschreckend?) finde ich die Diskussionen in der Medizin bezüglich Borreliose-Behandlungen (Stichwort: Borreliosekliniken). Da scheint der uralte Medizinergrundsatz "Wer heilt, hat Recht" nicht mehr zu gelten.


    Was mich aber neuerdings umtreibt: Wie effektiv ist eine Impfung gegen FSME? Wer kennt sich aus? FSME ist seit letztem Jahr auch hier aufgetreten und da mich jedes Jahr nicht wenige Zecken als Blutspender auswählen, mache ich mir inzwischen ernsthafte Gedanken.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Ich habe mich schon vor 2 Jahren impfen lassen. Hat die Kasse auch bezahlt.

    Das Risiko war mir zu groß. Wie effektiv diese Impfung ist, ist mir eigentlich egal. Selbst bei 80% bringt es was. Auf Zecken suche ich mich eh immer ab, oder lasse mich absuchen:love::love:also ein zusätzlicher Schutz.

    Die Lust an den Bienen und den Pilzen lasse ich mir von den Viechern trotzdem nicht nehmen:):)

  • Guten Morgen,

    auch ich kann schon mit 3x Borreolose aufwarten. 2x Antibiotika, 1x Homöopathie.

    Interessanterweise habe ich schon seit mehreren Jahren keinen Zeckenansatz bemerkt und auch keinen weiteren Ausbruch von Borreolose gehabt. Ich hoffe es bleibt so.

    Erschreckend ist wieder mal die Ursache der Krankheit: der Mensch selber hat sie in Umlauf gebracht. Es wird zwar niemand belegen können, die Zeichen sprechen allerdings dafür. Die richtig Alten erzählten immer, dass sie fast täglich die Zecken gezogen haben und damit wars gut. Borreolose oder FSME kannte die nicht.


    Homo homini lupus; frei übersetzt: der Mensch ist sich selbst der größte Feind.


    Gruß

    Werner