Waldhonig

  • oh wußte ich nicht, dass man Waldhonig nicht rühren darf.

    Psst. Darf man.


    Kommt drauf an was drin ist. Hobbit hat was passenderes geschrieben. Ein bisschen Meli, oder Beimischungen von Himbeer- und Brommbeerblüten können zum Beispiel toll krümeligen Waldhonig bilden. Knirschwaldhonig.:)

    Gehen die Blattläuse eigentlich auch auf die Blätter der alten Eichen?

    Ja, aber es dürften um diese Jahreszeit keine Blattläuse mehr auf den Eichen sein, vermute ich.

    Die Blätter sind blank und auf der Straße ist es klebrig...

    Das gehört zu der Aussage. Ist das bei deinen Eichen so, Datura?

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Ich hatte letztes Jahr einen Waldhonig, von dem ich gar nicht wusste, dass er einer war. Kollege von mir hat ihn zur Analyse eingesandt, oh, was habe ich gestaunt...und schwupps, neue Etiketten bestellt! Geschmacklich eine Wucht, aber nach dem, was da alles drin ist, kann man wirklich nicht VORHER sagen, wie man Honig behandeln sollte.

    Hier waren Himbeere, Brombeere, Edelkastanie mit enthalten.

    Ich hatte den auch gerührt, nicht lange, und auch nicht so oft. Konsistenz ist cremig, aber nicht feincremig-schmelzend.

    In diesem Jahr fällt die Waldtracht komplett aus. Selbst Springkraut ist nur bis Kniehöhe gewachsen, auch an den Bachufern, ein Teil bleibt blütenlos, das wird nix mehr.

    Ich muss bereits einige Völker, die noch üppig brüten, zufüttern.

  • Moin Moin,


    hier ist es auf engstem Raum extrem unterschiedlich was die Tracht angeht. Meine Moorvölker sind dieses Jahr komplett trocken, da die Wiesen ausgetrocknet sind. Sprich die Unkräuter sind vertrocknet und da kommt nichts rein. Die 2,5 km entfernten Stadtvölker sind noch gut am tragen, liegt wohl eher an den Gärtnern hier :). Die Völker die ca. 10km entfernt in einem Eichenwald stehen, haben letzte Woche die 4. Honigräume bekommen, da die wie blöd am schleppen sind. Die Waben glänzen tief schwarz und der Besitzer des Grundstückes meinte, dass es gerade morgens wie bekloppt am summen ist in den Eichen. Er hatte schon die Sorge, dass da ein Schwarm sitzt ( ist aber nicht der Fall ). Mal sehen wie es weiter geht. Laustechnisch ist es ja ideal dieses Jahr. Nachts kühl und am Tage warm und trocken.

  • Während des Studiums und auch von mehreren Altimkern gelernt.


    Warme Temperaturen + Trockenheit haben oft zur Folge dass die Blattlauspopulationen wachsen können. Wenn ich mir zum Bsp. die Akazien hier ansehe im Garten, sind die dieses Jahr voll, wohingegen letztes Jahr im verregnetem Sommer nichts da war.


    Durch kalte Nächte kann sich die Luftfeuchtigkeit besser niederschlagen was zu "Nebel", also erhöhter Luftfeuchtigkeit führt und dadurch der "Nektar" sich auf den Blättern sich verdünnt und die Bienen diesen besser aufnehmen können.


    Also zusammenfassend. Am Tage sind durch die Wärme und die Trockenheit viele Bäume durch Blattläuse befallen und die kühlen Nächte ermöglichen, dass die Bienen besser den "Nektar" aufnehmen können.


    So wurde es mir jedenfalls mehrfach vermittelt. Hier in der Region stimmt es jedenfalls, was hinter dem Deich los ist, kann ich nicht sagen :)

  • Durch kalte Nächte kann sich die Luftfeuchtigkeit besser niederschlagen was zu "Nebel", also erhöhter Luftfeuchtigkeit führt und dadurch der "Nektar" sich auf den Blättern sich verdünnt und die Bienen diesen besser aufnehmen können.

    Das bestätigt sich hier auch. Trotz der großen Trockenheit kleben die Lindenblätter. Die Bienen kamen ganz früh und sammelten ca. 2 h, dann war der Honigtau zu weit abgetrocknet. Gestern + heute regnete es endlich einmal - schon fliegen die Bienen auch nachmittags auf die klebrigen Blätter.

  • Bestimmt ist das so richtig mit all den Voraussetzungen, damit der Wald honigt.

    Aber: bedenkt Ihr bitte auch die Kleinklimata vor Ort???

    Ein Imker, der nur Luftlinie 15km von den meinen weg steht, hatte im letzten Jahr überhaupt keine Ernte, während ich zwar auch keine Frühtracht hatte, aber dafür sehr viel Waldsommertracht.

    Ich staune selbst immer wieder darüber, was es selbst auf kleinen Entfernungen für Phänomene gibt.

    Täglich beim Pendeln zur Arbeit, heftigste Trockenheit wechselt ab mit Ortschaften, die irgendwie immer Wasser von oben abbekommen.

    Berggeist, schau mal hin, wo ich und wo Northlight imkert...

  • Berggeist, schau mal hin, wo ich und wo Northlight imkert...

    Genau das war mein Bestreben. Die pauchale Aussage "Laustechnisch ist es ja ideal dieses Jahr." hilft den meisten nicht. Bei einem großen Teil der Imker stimmt es auch nicht. (Bei mir zum Beispiel)

    Warm (wichtiger noch trocken) am Tag und kühl in der Nacht sind aus oben genannten Gründen gut für die Ernte des Honigtaus. Für die Entwicklung einer großen Lauspopulation würde ich es eher als ungünstig ansehen.


    15 Kilometer ist schon ein sehr großer Abstand. Insbesondere bei der Waldtracht können schon viel kleinere Abstände erhebliche Ertragsunterschiede bewirken. Das kann sogar bei einzelnen Völkern am selben Stand erheblich voneinander abweichen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Ja, genau!

    Meine Völker stehen je einzeln auf einer Liegenschaft. Die Flugradien überkreuzen sich teilweise. Im Klartext: die stehen zwar z.T. nur wenige km auseinander, aber auch da sind schon Unterschiede zu erkennen.

    Nun weiss man ja aber auch nie so genau, worauf welches Volk gerade seinen spezifischen Sammeleifer richtet, ist auch schwierig auseinander zu dividieren, all die Faktoren, die da mitspielen.

    Sinn machen die Aussagen nur für Wanderwillige, wenn die Lausbeobachter ihren Job tun.

  • Ja, genau!

    Meine Völker stehen je einzeln auf einer Liegenschaft. Die Flugradien überkreuzen sich teilweise. Im Klartext: die stehen zwar z.T. nur wenige km auseinander, aber auch da sind schon Unterschiede zu erkennen...

    Die Unterschiede merkt man auch bei Völkern, die nebeneinander stehen.

    Hat man starke Völker, haben sie mehr Sammlerinnen, was sich im Honigertrag wiederspiegeln kann.

    1 Volk bei mir hat bis jetzt schon 100 kg gebracht und der Rest kommt demnächst runter.

    Ganz normale Wald und Wiesenkönigin.

    Hätte ich nicht für möglich gehalten, als Hobbystandimker. Aber solche Ausreißer nach oben gibt es halt. Aber auch nach unten:(

  • Im "Linde 2018" - Faden wurde die Waldtracht auf der Eiche Thema. Ich schiebe mal ein Zitat von dort hier ein, damit es besser gefunden wird und wir über die Eiche passend diskutieren können:

    So jetzt bitte weiter mit Tauhonig auf der Eiche im Juli:

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...