Melezitose 2018

  • Jau, hier gehts auch wieder los.

    Allerdings nur bei einem Stand. Wie vor 2 Jahren, der Stand steht auf ca 300m NN, alle anderen Stände sind nicht betroffen.

    Ich wandere ab, sind nur 16 Völker, ich hab sonstwo noch Platz.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Ich bin nach wie vor daran interessiert, bestimmte Waldtrachten, den Jahreszeiten und Pflanzenarten mit entsprechenden Läusen zuzuordnen. Jeder der mir Informationen hierzu gibt, tut mir (wahrscheinlich nicht allein) einen sehr großen Gefallen.

    Wenn ihr vielleicht mal nachsehen könntet, wer für die Melezitosetracht verantwortlich ist, bitte? Welche Pflanze, welche Laus? Vielleicht ein Foto? Danke schon mal im Voraus.

  • Berggeist


    wenn ich auf unsere Altimker hier höre ist es die Fichtenrindenlaus. Ich schau beim nächsten Spaziergang mal genauer hin - haben hier im Umkreis viel Nagelgehölz ...


    Trotz Regen gestern ein Eintrag von ca 2.5 Kg ;(

  • Welche Lausart wieviel Melizitose erzeugt, ist noch nicht endgültig erforscht. Die große schwarze Rindenfichtenlaus und die gefleckte Lärchenrindenlaus sollen besonders dazu beitragen. Im Konzert spielen noch viele andere Arten aber eine eher untergeordnete Rolle.

  • Hallo,

    habe diese Jahr auch zum ersten mal getrennt Melizitosehonig mit dem Deckelwachsschmelzer geerntet. Lasse den Honig gerade auf Schäden (Vollanalyse) untersuchen. Hat jemand Erfahrung mit der weiterverarbeitung? Bleibt der "geschmolzene" Honig lange flüssig? Gibt es eien Kundenmarkt für "reinen" Melizitosehonig?

  • ist es die Fichtenrindenlaus

    diese (große schwarze Fichtenrindenlaus) ist von Dr. Gerhard Liebig als Hauptschuldige beschrieben und alle anderen plappern es munter weiter ( oft ohne eigene Kontrolle oder Erfahrung).

    Auch die Läuse der Lärche sind mit im Erzählungsrennen.

    Nachschauen hilft Wahrheit von Lüge zu trennen. Ist eigentlich ganz einfach. Wobei man beim Nachschauen einen einzigen Fall beobachtet. Es bedeutet nicht, dass nur diese Kombination für Melezitosehonig sorgen kann.

  • ich denke nicht das mindestens einer von den besagten Altimkern irgendwen nachplappert. Er gibt selbst Vorträge / Schulungen zu den Honigtau/Erzeugern und kann einem viel zu den ganzen Lausarten erzählen, daher schenke ich Ihm in dem Thema viel Vertrauen.

    Aber wie gesagt, später geh ich mal in den Wald spazieren und schaue und fotografiere wenn ich was sehen sollte.

  • Hallo,

    habe diese Jahr auch zum ersten mal getrennt Melizitosehonig mit dem Deckelwachsschmelzer geerntet. Lasse den Honig gerade auf Schäden (Vollanalyse) untersuchen. Hat jemand Erfahrung mit der weiterverarbeitung? Bleibt der "geschmolzene" Honig lange flüssig? Gibt es eien Kundenmarkt für "reinen" Melizitosehonig?

    aseufert  

    Also ich würde versuchen, dir ganz viele Ehrenpunkte im Himmel gutschreiben zu lassen, wenn du uns demnächst dann deine Analyseergebnisse mitteilen könntest!


    Melezitosehonig kristallisiert nach meiner Erfahrung sehr grob aus und zwar deutlich schneller als "normaler" Waldhonig.

    Er kann ganz normal verarbeitet werden - flüssig oder cremig. Flüssig wird er halt irgendwann grob-kristallin - ist doch nicht schlimm, so ist Honig halt auch.

    Ausschauen tut er allerdings weder kristallin noch cremig besonders gut. Aber der Geschmack macht das für die meisten mehr als wett.

    Allerdings hatte ich noch nie wirklich 100% Melezitose, vielleicht kommen ja noch andere, die das hatten und dann auch andere Erfahrungen hatten.

  • Hallo Hermann!


    Ich könnte regelmäßig Melezitose ernten, wenn ich das möchte. Will ich aber nicht mehr. 2009 das letzte Mal bewusst in der Melezitose die Völker stehen lassen und dann wochenlang mit dem Entdeckelungswachsschmelzer die Waben eingeschmolzen. Der Honig ist zunächst gar nicht einmal so dunkel, wird aber mit der Zeit dunkler. Wenn man den Honig stehen lässt, dann kandiert er völlig aus. Die Kristalle sind dann nur noch durch den Melitherm wieder flüssig zu kriegen. Er kandiert aber immer wieder und die Farbe im Glas ist trüb. Der Geschmack ist einmalig malzig und die Kundschaft liebt diesen Honig sehr. Verkaufte diesen Honig aber nicht im DIB-Etikett sondern als ausgeschmolzenen Melezitosehonig. Es fragen heute noch Kunden nach diesem Honig.


    Zur Entstehung: Es wird immer wieder der schwarzen Rindenlaus dieser Melezitosehonig zugeschrieben. Könnte auch so sein. Nach meiner Beobachtung tritt das Phänomen zu bestimmten Zeiten auf. Insbesondere später im Jahr. Es sind dieselben Läuse, die zunächst besten Fichtenhonig bringen und dann irgendwann geht dieser Honigtau von der Zusammensetzung in einen hohen Anteil von Dreifachzucker über. Dreifachzucker ist ja übrigens immer drin im Waldhonig, nur eben nicht so viel, als dass dieser in den Waben bereits kandieren würde.


    Diese geänderte Zuckerzusammensetzung hängt also von dem ab, was die Läuse konsumieren.


    Das liegt aber am Standort und den Bäumen selbst und der Jahreszeit.


    Der Phloemsaft in den Bäumen unterliegt einem jahreszeitlichen Wechsel in der Zusammensetzung. Je nachdem, wie dieser beschaffen ist, scheiden die Blattläuse die Kohlenhydrate des Phloems wieder aus. Nur die Aminosäuren werden sich als Nahrung einverleibt und fermentiert.


    Die Sacharose wird wie gesagt wieder ausgeschieden.


    Irgendwann im Jahr gibt es den Wechsel im Phloemsaft und dann gibt es Melezitosehonig pur bis zu allen möglichen Konzentrationen. In der Regel von der Fichte. Und in der Regel von der schwarzen Rindenlaus. Nur die ist derzeit noch aktiv neben der Tannenlaus.


    Je heißer und trockener das Jahr, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Melezitose.


    Wie gesagt, gibt es ausgesprochene Melezitosestandorte wie z.B. in ausgedehnten Fichtenwäldern. Hier ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten!


    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bei uns hat der Regen anscheinend wohl kurzfristig was gebracht, Eintrag gestern max. 0.4 kilo.

    Aber, da die Hitze ab heut Mittag wieder in anmarsch ist, kommen die "Viecher" im Wald in vollen Gang, wie auch die letzten male... X/


    Ps: War gestern noch im Wald eine Runde drehen, keine Leuse zu sehen ...

  • Zitat

    😊 Da brauche ich mir bei unseren Kiefernwäldern nicht ganz so viel Sorgen machen.

    Höchstens vor Waldbrand ...

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck