Ich schaffe es einfach nicht - die Königin abzudrücken. Wie schafft ihr das? Und: ich habe eine jetzt zu verschenken.

  • Was hier öfter gesagt wird: Es sind ja nur Insekten! Eine Königin ist auch nur eine Biene!

    Wo ist denn der Unterschied zu anderen Lebewesen / Haus- und Nutztieren?

    Selektieren denn andere Nutztierhalter nicht auch? Dann wird aber "ganz legal" Hausfriedensbruch und Einbruch begangen und daraus noch ein Thema in der Öffentlichkeit gemacht.

    Das sollte mir mal einer erklären.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Und Schweine (die lernfähiger als Hunde sind) landen hierzulande vergleichsweise diskussionslos auf dem Teller, aber servier mal Hund, süss-sauer ...


    Ist mir aber immer noch sympathischer als alles gleichermassen plattmachen ...

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Es ging mir mehr um die Tatsache, dass Königinnen abgedrückt werden nur weil sie in ihrer Genetik nicht in das Wunschbild des Imkers passen.

    Das reguliert die Natur, für den Fall, dass das dem Fortbestand der Bienen entgegenläuft, selbst.

    Im Gegenteil, also sind die "neuen" Eigenschaften dem Fortbestand dienlich, dann wird sich diese Eigenschaft in der Population durchsetzen.

    Wissen wir wirklich was wir mit einer abgedrückten Königin vernichten? Ich bin davon überzeugt: Nein!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Dem Fortbestand der Bienen läuft entgegen z.B. schon mal ganz konkret die Varroa.


    Da gibt es aber Imker, die kümmern sich darum, damit die Genetik in der Kiste auch die nächste Saison noch ein bisschen fortbeständig agieren kann.


    Oder ganz versierte Imker, Bienenzüchter genannt, selektieren sogar mit regelmäßigem Daumendruck so geziehlt und hart, dass sie ohne Jahrzehnte zu opfern oder gar tausende von Völkern relativ kurzen Weges da ankommen, dass sie varroatolerante Genetik bereits relativ vorzeigbar aufzeigen können.


    Die Honigbiene ist großteilig ein Nutztier und kein Streichelzoo. Ist sie nicht sanftmütig, sammelfreudig, schwarmträge und wabenstet in veränderlichen Anteilen zwar aber darum geht es im Kern, dann hat der Fürsorger und Halter meist viel wenig Lust, sich weiter um das Wohl der Biene an sich zu kümmern.

    Und schwupp: ohne Fürsorge ist sie weg, die Genetik, ganz natürlich irgendwie...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Im Gegenteil, also sind die "neuen" Eigenschaften dem Fortbestand dienlich, dann wird sich diese Eigenschaft in der Population durchsetzen.

    Genau so ist es!

    Da die Biene aber ein Haustier ist, sind Eigenschaften wie Sanftmut, Wabenstetigkeit, Schwarmträgheit und Honigertrag dem Fortbestand dienlich.

    Stechfreude dagegen weniger...


    Wissen wir wirklich was wir mit einer abgedrückten Königin vernichten? Ich bin davon überzeugt: Nein!

    Natürlich kann man das nie genau wissen.

    Muss man aber auch gar nicht.


    Züchten heißt, die gewünschten Eigenschaften zu fördern, gleichzeitig die unerwünschten zu reduzieren und dies dann möglichst dominat vererbar genetisch zu etablieren.


    Bei den unerwünschten Eigenschaften gibt es welche, mit denen man (vorerst) leben kann (Wabenunstetigkeit) wenn dafür ganz herrausragende (!!!) positive Merkmale vorhanden sind.

    Und solche, die absolut nicht tolerierbar sind (Aggressivität).


    Genau so einen Fall haben wir hier anscheinend:

    Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß extreme Stechfreude vererbt wird.

    Also bitte komprmisslos weg damit!

    Elmue : Sehr gute Entscheidung!:thumbup::thumbup::thumbup:


    Was die Bienen sonst vielleicht, ohne daß man es weiß, noch alles vererben hättenD können weiß man nicht.

    Weil es eben nicht erkennbar zu Tage getreten ist.


    Soll man jeden Stecher durchschleppen, nur weil er ja das versteckte Potential haben könnte, in andere Völker einzudringen und dort die Varroa restlos abzusammen und gleichzeitig Honig zu produzieren, der gegen Krebs, Herpes und Dummheit hilft???




    In meinen Augen steht die Bienenzucht auf zwei Säulen:


    Die professionellen Züchter und mit entsprechenden Völkerzahlen sorgen dafür, die besten Merkmale genetisch in Zuchtlinien verankern.


    Und die Basiszüchter eine stabile, regional angepasste Landbienenpopulation etablieren, die keine gravierenden "Fehler" aufweist.

    Ihre Aufgabe ist primär, die schlechten Eigenschaften GNADENLOS AUSZUSORTIEREN!



    Die ideale "Gebrauchsbiene" ist dann eine Landbiene, die hin und wieder, durch Zukauf von einigen Zuchtmütter aus einer Leistungszucht, deren royale Töchter standbegattet werden, Stück für Stück, aufgewertet wird.


    Das klappt aber nicht, wenn jeder Kleinstimker glaubt, seine standeeigene Genetik erhalten und verbreiten zu müssen,


  • Bienen erfrieren anders als Menschen.


    Wolfgang

    Du warst bestimmt mal eine Biene und kannst uns erklären, wie es sich für eine Biene anfühlt in den Gefrierschrank gesteckt zu werden.


    Ob sie Schmerz spüren oder nicht, Stress haben, oder es einfach nur ein Fluchtinstinkt ist, ich weiß es nicht und es ist mir auch egal.

    Mir kann aber keiner sagen, dass erfrieren lassen die schonendste Methode ist, wenn es die Alternative des kurzen "Knack" gibt.

  • Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß extreme Stechfreude vererbt wird.

    Bitte? Warum denn das?


    Die Mutterlinie ist nachweislich freundlich nach Beurteilung und Beobachtung.

    Bei den Drohnen ist noch lange nicht gesagt, dass jetzt nur noch die "russischen Stecher" zum Zuge kommen.


    Bei den bestellten, immer "sanftmütig" beworbenen Königinnen, kommt man bei der Bewertung offensichtlich nicht selten auch mal zu sehr unerfreulichen Ergebnissen.

    Im letzten Jahr hab ich ein Duo Königinnen eines Züchters erworben. Das eine Volk ist noch so eben zu bearbeiten, das andere führt die Biestigkeitsrangliste an, zumindest hat es einen Platz auf dem Treppchen. (innerhalb eines Jahrzehnts)

    Ein bisschen mehr Vertrauen in die Imker der Umgebung wäre doch nicht schlecht. Die wenigsten möchten gerne Stecher halten.

    Wenn sich tatsächlich rausstellt, dass da unangenehme Damen aktiv sind, sollte man in jedem Fall aussortieren, zumindest nicht weitervermehren. Aber erst nach Beurteilung.

  • Nach der Russin ware bei mir alle standbegatteten Stecher, über zwei Jahre jetzt hinweg. Die Aumeier Bienen ohne Ausnahme friedlich. Ich habe natürlich nicht viele Bienen, deswegen sind das kleine Zahlen.


    Mir hat das aber gereicht, um zunächst zu entscheiden, dass alle umgeweiselt werden.


    Erst als ich davorstand kam die Idee zur Verzweiflungstat und das eine Mini hab ich jetzt leider auch noch am Hacken mit Stecherin. Am besten ich löse das auf.....ich muss durchs Abdrücken einfach durch, da hilft nix.

  • auch noch am Hacken mit Stecherin

    ebenso potentielle? Stecherin


    Es gibt Stände, da kann man Königinnen nicht begatten lassen. So einen hab ich auch, und vielleicht ist das auch bei Dir der Fall. Mir ist die Beurteilung aber bei dir zu voreilig. Aber gut, wenn du mit Heikes Bienen gut zurecht kommst und das Risiko minimieren möchtest, kann man wie du entscheiden.


    Zum Abdrücken ist der Tip aus #3 sehr hilfreich. In Papiertaschentuch oder anderes Papier laufen lassen und direkt zerdrücken. Papier zusammenknüllen und direkt im Smoker entsorgen.

    Schmeißt du es irgendwo Bienen zugänglich hin, finden sich immer einige Getreue zum Abschied nehmen von der Regentin.

  • Nein, diese ist nachgewiesene Stecherin aus 2017. Macht abartig viel Honig.


    Ich konnte beide nicht abdrücken, hatte aber nur ein Mini übrig. Die hätte ich aber auf keinen Fall jemandem geben können, außer jemand hätte kein Problem mit Stechern gehabt, was sehr unwahrscheinlich ist.


    Bei der von 2018 hätte jemand der Bedarf hatte und das ausprobieren wollte evtl eine Chance gehabt wenn auch eine kleine...., daher landete diese im Versandkäfig.


    Ihr bestätigt mir aber alle auch nochmal dass man Stecher weder selbst dulden sollte noch in Umlauf bringen.


    Daher gibts morgen ein „Knack“ im Papiertaschentuch, anschließend entweder Smoker oder Marmeladenglas (wofür kann man die Pheromone nochmal brauchen, hab das hier schon öfter gelesen?)

  • Wir haben dieses Jahr auch so einen Stecherkandidaten, der uns dafür den meisten Honig eingebracht hatte (50 kg im Vergleich zu durchschnittlichen 30 kg) und insgesamt am vitalsten ist und nicht schwärmen wollte. Die haben wir behalten und bereuen es absolut nicht.

    (wofür kann man die Pheromone nochmal brauchen, hab das hier schon öfter gelesen?)

    Für Schwarmfänge beispielsweise, um ein wählerisches Volk von der Kiste zu überzeugen.


  • Nach der Russin ware bei mir alle standbegatteten Stecher, über zwei Jahre jetzt hinweg. Die Aumeier Bienen ohne Ausnahme friedlich. Ich habe natürlich nicht viele Bienen, deswegen sind das kleine Zahlen.


    Mir hat das aber gereicht, um zunächst zu entscheiden, dass alle umgeweiselt werden.


    Erst als ich davorstand kam die Idee zur Verzweiflungstat und das eine Mini hab ich jetzt leider auch noch am Hacken mit Stecherin. Am besten ich löse das auf.....ich muss durchs Abdrücken einfach durch, da hilft nix.

    find ich interessant dass sich das so lange hält. Wird dann Aggressivität väterlicherseits dominant vererbt ?

    Mit Abdrücken hätte ich bei einem Stecher kein Problem. Hier musst du mal DEINE Bedürfnisse und Wünsche in den Vordergrund stellen.

    Was mich noch interessiert: Waren die Stecher IMMER aggressiv oder nur zu bestimmten Zeiten ?

    Mein Stechervolk das mich im Mai noch massakriert hat, ist nach mehrmaliger Ablegerbildung eigentlich relativ normal geworden. Manchmal sind evtl. doch andere Faktoren für Stechlust verantwortlich.

    Spritzmittel vielleicht, oder hat schon mal jemand an Thymol gedacht ? Könnte mir vorstellen dass das Zeug die Bienen verrückt macht.:/

  • Hier musst du mal DEINE Bedürfnisse und Wünsche in den Vordergrund stellen.

    Alter. Was sagt der BSV zu Deinen Waben? Alles andere von Dir interessiert hier keinen mehr. Du verteilst möglicherweise grade Faulbrut an Deine Kollegen. Das ist existenzbedrohend. Keine Sau interessiert sich da für Dein Geplapper. Keine Ahnung schleppen wir hier mit durch, Beratungsresistenz ist ärgerlich aber gut, so verschieden sind halt die Menschen. Aber Du bedrohst Deine Kollegen und es scheint Dir null auszumachen, das ist schwer auszuhalten. Kümmer Dich gefälligst, HEUTE!!!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife