Brutling aus Flugradius bringen bei Teilen und Behandeln ?

  • Ich würde meine Altvölker gerne mit TUB führen. Nun frag ich mich, ob es nicht besser wäre, den Brutling 2 Tage nach Bildung auf einen zweiten Stand zu bringen, damit die mit Varroa belasteten Bienen sich nicht in den bereits behandelten Flugling verfliegen. Oder ist das unnötig? In den TUB Videos stehen die Völker ja einfach aufeinander...:/

    Gruß Wiebke in Vorbereitung auf 2019

  • Hallo Wiebke,


    das kommt drauf an, ob die Brutlinge weisellos sind oder nicht.

    Weisellos und nachschaffend werden da etliche sich nicht VERfliegen, sondern ganz geziehlt zum Vollvolk wechseln. Weisellos ist halt ein ganz unmöglicher Zustand für Bienen.


    Und es kommt darauf an, wie und wann Du diese behandeln willst.

    Ganz am Ende der Schlupfphase erst und weisellos sind das bis dahin Varroaschleudern.:-?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Na, vorher behandeln ginge nur mit Ameisensäure, da nicht brutfrei. Am Tag 21 wird empfohlen mit Oxalsäure.

    Ich werde sie dann verstellen in 4 km Luftlinie....Varroaschleudern brauche ich nicht am Stand.

  • Thymolpräparate wären eine Option

    Milchsäure mehrfach sprühen wäre eine Option

    Oxalsäure verdampfen geht mehrfach und wirkt nach (ist aber nichts offiziell zugelassenes)

    Jungkönigin im Käfig am 4. Tag zuhängen soll zum Rückbau aller Zellen führen und klappen. Das habe ich selbst allerdings nie so gemacht.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich werde sie dann verstellen in 4 km Luftlinie....Varroaschleudern brauche ich nicht am Stand.

    Deine Nachbarimker brauchen Varroaschleudern ebenso nicht. "Aus den Augen, aus dem Sinn" mag für den Versteller eine "Lösung" sein, für den Imker, in dessen Flugkreise verstellt wird, dagegen ein Problem, das der ggf. erst zu spät erkennt. Aber vielleicht sind ja die mecklenburger Weiten so weit, daß die plötzliche Invasion nur Wildbienen wie Hummeln o.a. trifft...

    Ich finde solch imkerliches Verhalten bestenfalls unbedacht, schlechtestenfalls sehr egoistisch.

  • Weisellose Brutscheune sind ohnehin ein ganz armseligen Zustand. Nach 9 Tagen und Brechen hoffnungslos noch schlimmer.

    Für einen positiven Gesamteffekt, bessere Verteidigung etc, etc ist eine untergesetzte Königin eine feine Sache.


    Diese Saison hab ich die gute Gelegenheit nutzen können, den Zargen mit Brut Schlupfreife Zellen stecken zu können.

    Das sorgt für zeitlichen Vorsprung und trotzdem Gelegenheit, ohne Weisellosigkeit eine Brutfreiheit oder fast (je nachdem) zu erhalten.

    Die bleiben am Stand, nach Schlupf gibt's für ALLE Dampf und der Stress hält sich in Grenzen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen,


    ich sehe 3 "Risiken", wenn man beide Volksteile am Stand belässt:

    - Räuberei -> bei gleichzeitiger TUB/TBE aller größeren Völker am Stand hat keines Kapazitäten dafür

    - Rückflug/Verflug direkt (am ersten Flugtag) nach der Teilung -> durchaus erwünscht

    - Kahlfliegen eines weisellosen Volksteils / Milbenverteilung -> habe ich noch nicht so sehr massiv erlebt / lässt sich mit einer gekäfigten oder untergesetzten Königin (siehe Beetic) gut verhindern (ich werde in diesem Jahr auch in die Brutscheunen einfach eine Scalvinikäfig-Königin verwenden).


    Gruß Jörg

  • Ob und was sinnvoll ist, den Brutling am gleichen Standort zu lassen kann ich noch nicht sagen, weil mir hierzu jede Erfahrung fehlt.

    Ich habe es dennoch auf diese Weise bei der Honigwaben Entnahme mit 5 Völkern gemacht und bin bis jetzt noch sehr zufrieden über den Ablauf:

    • Honigräume mit Bienen von den Bruträumen abgenommen und beiseite gestellt
    • Die Bienen mit Königin, von den Brutwaben in eine neue leere Beute am gleichen Standplatz abgefegt.
    • Die Brutwaben mit Boden an einen neuen Standplatz (ca. 8 m entfernt) aufgestellt.
    • Auf diese Brutwaben habe ich die Bienen aus den Honigräumen abgekehrt, mit Wasser besprüht und die Fluglöcher für 3 Tage dicht gemacht. Gitterboden war offen. (Aus diesen Brutscheunen sollen neue Königinnen gezogen werden)
    • Nach 3 Tagen habe ich die Fluglöcher klein geöffnet und mit Zweigen für ca. 5 Tage schwer passierbar gemacht.
    • bis jetzt: :thumbup::thumbup::thumbup:

    Alle Bienen sind in ihren jeweiligen Behausungen geblieben. Die Bienen aus dem Honigraum wurden durch die Brut in allen Stadien in den umgesetzten Beuten (Brutscheunen) gehalten. Reichlich Nachschaffungszellen wurden gebildet, deren Schlupf ich am 8./9. Juli erwarte.


    Nach dem Leerlaufen der restlichen Brut am 13. Juli werden die alten Waben komplett entnommen und durch neue Mittelwände ersetzt. Dann, so hoffe ich, habe ich 5 neue starke Völker mit neuen Königinnen, die ich entsprechend mit Oxalsäure Milbenfrei machen und für den Winter auffüttern kann.


    Jetzt hoffe ich nur, dass meine Bienen das ebenso sehen und es auch so bis zum Schluß umsetzen.
    Das Umsetzen der Brutscheunen am gleichen Standort hat so bei mir zu keinen Problemen geführt.

    Gruß
    Bernhard

  • Kann man so machen, wenn die Milbenlast begrenzt ist. Meine erste aktuelle Brutscheune hat nach mittlerweile 8 Tagen einen Milbenfall von < 10/ Tag nach der 2. OXS, wobei ca. 3/4 der Brut geschlüpft ist. Da braucht man sich nicht kirre machen lassen, zumal ja noch 3 Behandlungen folgen. Und die Kiste ist voll mit Jungbienen - die können auch Königin...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ich kann nicht nachvollziehen, warum man erst alle Brutwaben bienenfrei fegt, um dann die HR-Bienen zu den Brutscheune zu geben.


    Da schlüpft doch eh jede Menge Jungvolk zügig nach.

    Zweimal Wabe abschütteln, Reste mit in den Brutsammler, HR-Jungbienen mit ins Altvolk.


    Wenn die nachziehen, sind sie zwar nicht hoffnungslos aber weisellos schon, da wird einiges abfliegen.

    Und die Fluglöcher zu - nützt da in Sachen "Gruppenbildung" nichts, wenn keine Königin dabei ist und keine Traube gebildet.

    Dann fliegen sie halt später los...


    Meine Meinung

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Bienen aus dem Honigraum sind "Pflegebienen" und keine Sammler. Diese werden also einen natürlichen Drang haben, vorerst auf den Waben zu sitzen und nicht nach draußen oder an den alten Platz zu fliegen. Futter haben diese Bienen aus den mitgenommenen Futterwaben, gefüllt mit Nektar u. Pollen genug.
    Die Pflegebienen sind in den Brutscheunen weisellos und werden sich sofort aus der vorhandenen Brut neue Weiselzellen ziehen. Diese Pflegebienen bilden keine Trauben sondern bleiben verteilt auf den Brutwaben sitzen und Pflegen diese ein

    Sammelbienen sind da anders, diese wurden aber auch am alten Platz abgefegt belassen. Die Sammelbienen werden nicht in die Brutscheune drängen. Die Sammelbienen haben zunächst in der leeren Beute eine Traube um Ihre alte Königin gebildet. Nachdem die leeren Mittelwände eingehängt wurden, hat sich diese aufgelöst und die Mittelwände wurden zunächst zaghaft, dann jedoch zügig ausgebaut. Mittlerweile sind diese auch bestiftet und es wird ein neues Brutnest auf neue Mittelwände gebildet.

  • Ja, die Weiten Mecklenburgs sind weit. Das Verstellen an meinen 2. Standort hat der Berufsimker geraten, der gerade da seine Völker hat, bzw. den Rest, der nicht in die Heide geht. Ich kipp ja auch keinen Sondermüll in die Biotonne, nein nein.

    Andererseits bekommen 4 Völker TUB, alle weiteren sind Jungvölker und bleiben ohnehin noch bis Ende August ohne Behandlung am Stand, wenn die Milben mich lassen. Bodenschieber sind diese Woche schon mal für 3 Tage in allen Völkern drin. Vielleicht ist es auch egal, wo die Brutlinge stehen. Wie immer man es dreht, 3 Imker, 5 Meinungen, gefällt mir.

  • Reine Ablegerbildungen im Mai, mit Rähmchen voller Brut in allen Stadien und entsprechendem Bienenbesatz, bringe ich auch aus dem Flugkreis heraus.
    Nur bei der reinen Brutscheunenbildung mit Honigbienen, erspare ich mir diese "Reisearbeit"

  • Nein, Bienen aus den Honigräumen sind keine Pflegebienen.

    Die sind jung und noch nicht eingeflogen, klar.

    Aber Ammenbienen sind die Arbeiterinnen ganz früh, nachdem sie ihre Zellen geputzt haben.

    Die Pflegebienen sind in diesem Falle alle von den Brutwaben runtergefegt.

    Wie oben gesagt: ich lass da welche drauf auf den entnommenen Brutwaben, weitere schlüpfen ja reichlich flott nach, in Kürze eh so viele, dass die eh keinen Job haben.

    Die HR-Bienen möchte ich für meinen Teil gern zum Bauen im Altvolk behalten.

    Das war der Gedanke

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper