Ableger umgestellt, jetzt alle Bienen verwirrt

  • Hi Leute,


    Ich hab wohl einen großen Fehler gemacht. Ich hab gestern abend meine 2 Bienenableger im ein paar Meter verstellt, da der alte Platz doch nicht so ideal war.


    Ich hatte gedacht, das geht ganz ohne Probleme, jedoch fliegen heute morgen lauter Bienen an der Stelle der alten Beuten herum, und ich lese mit schrecken, das man Bienen nicht so einfach innerhalb ihtes Flugradius umsetzen kann, und ich wohl erhebliche Verluste zu erwarten habe.


    Nun meine Frage: Kann ich die Situation noch retten? Soll ich die Beuten jetzt sofort, oder heute Abend zurückstellen? Oder soll ich es nun so lassen? Wie gehe ich am besten vor? ;(



    Danke!!


    Freaknose

  • Schau doch mal in die Betriebsanleitung, oder war da keine bei!?


    Zurückstellen, sofort. Dann lesen. Dann machen. 'Verstellen auf kurze Distanz' wäre ein Tipp.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Jetzt werden halt die, die das umstellen doch gecheckt hatten und sich neu orientiert haben wieder am neuen (jetzt alten) Stand rumhängen...

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Jetzt werden halt die, die das umstellen doch gecheckt hatten und sich neu orientiert haben wieder am neuen (jetzt alten) Stand rumhängen...

    Es scheint, als hatte es wohl keiner gecheckt. Stündliche kontrollen bisher ergaben, dass alle am alten alten Platz zu sein scheinen.

  • Ganz kurz für Dich zusammengefasst (der von rase erwähnte Thread «Verstellen auf kurze Distanz» liefert die Details): Die Bienen stürzen sich in der Regel blindlings aus dem Flugloch, sammeln Nektar oder Pollen und kehren dann genau an den Standort zurück, den sie sich eingeprägt haben. Hat sich das Flugloch um einige Zentimeter verschoben, kommen sie damit gerade noch klar, aber steht es einen Meter oder mehr vom alten Standort entfernt, finden sie es nicht mehr. Nur in zwei Fällen läuft es anders: Wenn sich die Beute ausserhalb des bisherigen Flugradius befindet (mehr als 3km verschoben) oder wenn den Bienen klar ist, dass sich irgendwas verändert hat. Das kann man simulieren, indem man die Kiste etwas rumpelnd bewegt und dann vor allem das Flugloch mit Zweigen und ähnlichem so bedeckt, dass die Bienen nur mühsam krabbelnd überhaupt aus der Kiste kommen. Dann fliegen sie sich neu ein. Verschiebeaktion nachts durchführen! Viel Erfolg!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ganz kurz für Dich zusammengefasst (der von rase erwähnte Thread «Verstellen auf kurze Distanz» liefert die Details): Die Bienen stürzen sich in der Regel blindlings aus dem Flugloch, sammeln Nektar oder Pollen und kehren dann genau an den Standort zurück, den sie sich eingeprägt haben. Hat sich das Flugloch um einige Zentimeter verschoben, kommen sie damit gerade noch klar, aber steht es einen Meter oder mehr vom alten Standort entfernt, finden sie es nicht mehr. Nur in zwei Fällen läuft es anders: Wenn sich die Beute ausserhalb des bisherigen Flugradius befindet (mehr als 3km verschoben) oder wenn den Bienen klar ist, dass sich irgendwas verändert hat. Das kann man simulieren, indem man die Kiste etwas rumpelnd bewegt und dann vor allem das Flugloch mit Zweigen und ähnlichem so bedeckt, dass die Bienen nur mühsam krabbelnd überhaupt aus der Kiste kommen. Dann fliegen sie sich neu ein. Verschiebeaktion nachts durchführen! Viel Erfolg!

    Danke dir!


    Ich hab jetzt mal so 8 Seiten des besagten Themas gelesen, und es macht durchaus Sinn. Da wäre ich nie im Leben drauf gekommen dass die nicht merken wo sie rausfliegen.


    Nun hab ich erstmal mega Panik was falsch zu machen, und werd sie noch ein paar Tage am alten Standort belassen. Irgendwann sollen sie aber doch an den neuen, der ganze 3m weit weg ist. Dort ist es einfach besser für sie. Irgendwann muss ich mich also rantrauen. Ich werd berichten. Bin heute zumindest schonmal viel schlauer als gestern. 🤷

  • Dort ist es einfach besser für sie.

    Was genau ist denn dort besser für sie?


    Das hatten wir die Tage schon im Forum, Imker denkt gerne dass Dinge für die Biene besser sind, obwohl diese es garnicht sind. Oder sogar kontra-produktiv.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Frage ich mich auch gerade.

    Bei 20 m leuchtet das noch ein, 3 m sind dann meist so Korinthenschisserchen des Imkerschaft.

    Was ist in 3 m anders als jetzt, wir sind neugierig :wink:?


    Die Minischritte beim Verstellen gehen zwar, scheitern aber häufig an irgendwelchen Unterbauten, die nicht mit anderen können

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es wird wohl so sein, dass der 3 m entfernte Standort für Freaknose besser ist. Er benutzte das Wort „muss ich“.


    Gruss

    Ulrich

  • Kann ich voll verstehen. Ich hab grade aktuell auch wieder so Kandidaten, wo ich einen Schwarm 'mal eben' irgendwo geparkt hab. Blöd zu verstellen mit zwei HR drauf.... Mittlerweile stell ich die mir mitten auf die Wiese in den Weg, um das zu vermeiden. Nutzt auch nicht immer ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Kann ich voll verstehen. Ich hab grade aktuell auch wieder so Kandidaten, wo ich einen Schwarm 'mal eben' irgendwo geparkt hab. Blöd zu verstellen mit zwei HR drauf.... Mittlerweile stell ich die mir mitten auf die Wiese in den Weg, um das zu vermeiden. Nutzt auch nicht immer ;)

    Tja, nichts hält so lange wie ein Provisorium. 8o

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).