Hinterbehandlungsbeute - Probleme - Waben zerbrechen beim Rausziehen

  • Hallo,


    ich bin neu hier im Forum. Von meinem Vater habe ich ein Bienenhaus mit 14 Hinterbehandlungsbeuten geerbt. Nach langem Leerstand sind in diesem Frühjahr wieder ein paar Völker in das Bienenhaus eingezogen. Ich bin zwar quasi mit Bienen aufgewachsen, aber was die praktische Arbeit an den Völkern angeht, noch blutiger Anfänger.



    Nun unser Problem: Wir (das sind mein Sohn und ich) wollten eine Völkerdurchsicht machen. Dabei wurden bereits im ersten Volk beim Herausziehen des Auszuges die Waben des Brutnestes so gequetscht, dass der komplette Futterkranz aufgebrochen wurde. Die Waben rissen auf, fielen runter. Viel Honig ist ausgeflossen. Viele verklebte Bienen. Wir haben erstmal versucht zu retten, was zu retten ist. Haben dann vorsichtig und ratlos alles wieder zurück geschoben und uns erstmal nicht an die anderen drei Völker rangetraut.



    Meine Frage: Wie kann ich dem Volk jetzt noch helfen? Ein Großteil des Volkes hängt jetzt vor dem Flugloch. Soll ich es komplett in eine andere Beute umsetzen? Ich muss das ja jetzt irgendwie saubermachen. Wie kann man den vielen honigverklebten noch Bienen helfen?



    Was kann ich tun, damit sich die Auszüge künftig leichter rausziehen lassen? Vor allem: Wie kann ich verhindern, dass sich die Waben beim Herausziehen derart verschieben, dass die Waben alle kaputt gehen? Kann ich die Beuten oder Auszüge irgendwie noch "modifizieren"?



    Gibt es Literatur zum Imkern mit HBB? Ich habe bisher nur sehr wenig darüber gefunden.



    Wer weiß Rat? Vielen Dank schon Mal. LG Beespace2018

  • Hallo Beespace 2018,

    Kannst du das noch bissel konkretisieren?

    Wabenauszug heißt Kaltbau oder? Und hast du Mittelwände benutzt oder Naturbau?

    Grüße

    Karin


    Ein sehr gutes Buch zu HBB im Kaltbau ist

    "Der Bienenmuch ".

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Hallo, die Waben sind im Warmbau angeordnet. Man zieht alles wie ein Schublade heraus. Natürlich bedarf es einiger Kraft die Waben herauszuziehen, da alles immer ziemlich verklebt ist. Dabei verkannten dann die Waben. Verwendet habe ich verdrahtete Mittelwände. Danke schonmal für den Buchtipp. LG Ulrike

  • Hallo Beespace2018,

    willkommen bei den Bienen. Zuerst einmal, es gibt hier im Forum eine Gruppe "Hinterbehandlung", deren Beiträge Euch wenn auch nicht in dieser aber in anderen Situationen helfen könnten. Einfach mal quer lesen.

    Zu dem aktuellen Problem: Waben können vom Schlitten rutschen wenn sie verkanten. Das passiert am ehesten, wenn sie nicht richtig eingeschoben waren, dadurch schräg stehen und/oder verbaut wurden. Da hilft nur einzeln mit einer Rähmchenzange (alternativ: Wasserpumpenzange) rausholen. Honigraum darüber leer machen, bis auf kleinen Durchlass Zugang vom Brutraum dazu absperren. Alles was Matsch ist da rein und dann machen die das sauber. Dabei werdet Ihr am Ende reichlich tote Bienen finden, schade, aber nicht mehr zu ändern. Das Heikle daran ist, dass Ihr mit solch einer Aktion sehr leicht Räuberei auslöst. Ist es ein Bienenhaus? Dann macht es gut dicht, immer nur ein Volk, und dann wird es gehen.

    Für die Zukunft vorbeugend: Schlitten immer wenn sie leer sind auf Ober- und Unterseite sauber kratzen. Unterseite mit Vaseline einfetten. Bei Durchsicht größere Überstände auf den Rähmchen im Auszugsbereich (Propolis) grob entfernen, ebenso Wachsanbau auf dem Oberträger. Das eher gegen Ende der Durchsicht, die Bienen mögen das nicht. Darauf achten dass immer Alles leichtgängig ist, sobald etwas klemmt, wieder rausziehen, Ursache prüfen, gangbar machen, sonst hast Du beim nächsten Mal genau das beschriebene Problem. Auf korrekte Abstandshalter achten (falls keine Hoffmannsrähmchen) und Rähmchen immer aneinander schieben, keine Leerräume lassen.

    viele Grüße

    schritte

  • Schlitten regelmässig ziehen, alle 2 Wochen, bei jedem Ziehen Ansätze entfernen.

    mit 80cm Stossmesser oben und an den Seiten Brücken beseitigen. Vor der Robinie für ausreichend freie Waben sorgen.

    Ich würde die HB nur noch mit Zusatz- Honigräumen verwenden.

    Gruß Fred

  • Zum Säubern der Metallschienen (ich habe Hinterbehandlungsbeuten ohne Schlitten - ich meine die kleinen Schienen, wo die Brettchen aufliegen) nehme ich den Stockmeißel und fahre mit der gewinkelten Kante entlang - man glaubt garnicht, wie viel Propolis&Co. sich da ansammelt.


    Das selbe mache ich auch mit den Brettchen selbst. Einfach ab und zu mit dem Stockmeißel die Seiten abkratzen. Es ist immer sehr nervig, wenn die Brettchen, das Futtergeschirr oder Rähmchen nicht wollen wie sie sollen und verkanten bzw. stecken bleiben.


    Trotzdem: Nicht entmutigen lassen und weiter so!


    Viele Grüße,

    DerWiesenimker.

  • Hier mal ein paar Fotos einer unsererK1600_HBB hinten offen.JPGK1600_HBB hinten.JPGK1600_HBB innen.JPGK1600_HBB offen m. Fenster.JPGK1600_HBB Schlitten.JPG (noch ungesäuberten) Hinterbehandlungsbeuten.

    Ich hoffe, ihr habt die Kisten ordentlich desinfiziert...


    Schöne (alte) Beuten... aber das gekleister und verkleben kenne ich auch noch gut... habe viele Jahre selbst in solchen Beuten geimkert... Magazinbetriebsweise ist da deutlich angenehmer!


    Du solltest, vielleicht zusammen mit deinem Sohn, einen Grundkurs besuchen, in dem die Theorie nochmal aufgefrischt und die Praxis verdeutlicht wird...


    Grüße, Falk

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Danke für den Youtube Tipp!

    Wenn mich nicht alles täuscht, entnimmt Johannes die Waben von oben, wenn der Honigraum noch nicht besetzt ist. Die jungen Waben sind noch nicht so stabil und lassen sich von oben besser ziehen. Und die Brettchen kann man ja leicht abnehmen. In einem Video zeigt er das sehr anschaulich.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.