Kalkbrut oder was anderes ?

  • Soapp Ganz wichtig ist, dass Du Dich für ein ganz bestimmtes Konzept entscheidest und das dann haargenau befolgst. Bringe nicht mehrere Dinge durcheinander und weiche nicht ohne Not von einem bestimmten Vorgehen ab. Dann klappt es sicher, selbst wenn Du die Hintergründe vielleicht noch nicht ganz durchblickst. :)


    Ich verweise immer gerne auf «unsere» Merkblätter. Da findest Du zum Beispiel auch eine Anweisung für eine Notbehandlung. Hinweis: Schweizerkasten ist eine HBB. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • P.S.: Derart hoher Varoabefall zeigt mir also, dass der Imker, von dem ich im April die Völker gekauft habe sein Konzept mit Bienenwohlträufelung und Thymol überdenken sollte, oder ?

    Soll ich ihm das jetzt sagen ? =O;)

    Ne lass ma, kannst ihm ja nächstes Jahr Ableger verkaufen.;)

  • ...Derart hoher Varoabefall zeigt mir also, dass der Imker, von dem ich im April die Völker gekauft habe sein Konzept mit Bienenwohlträufelung und Thymol überdenken sollte, oder ?

    In der Tat, die Varroastartpopulation im Frühjahr war viel zu groß, die Restentmilbung bei Brutfreiheit im Spätherbst/Winter wurde - wenn das das ganze Konzept war - offenbar gänzlich versäumt. Über ein solches "Milbenwunder" hat Rudi Maurer nachvollziehbar überschlägig nachgerechnet:

    milbenwunder-2009.pdf

  • Ich habe 1-2 Kästen, bei denen volle Baurahmen noch raus müssen. Für die wären Mittelwände dann jetzt wohl angesagter, als neue leere Baurahmen? Setzt ihr jetzt keine Baurrahmen mehr ein? Speziell bei 1zargern, die ja weniger Platz haben. Ein 2zarger hat aber "erstaunlicherweise" einen Leerrahmen in der letzten Woche komplett ausgebaut. Die setzen noch auf Kerls ...

    juli

  • Die setzen noch auf Kerls ...

    ... und haben dafür sicherlich ihre Gründe. Ob Drohnenschneiden / Drohnenbrut entnehmen da der richtige Weg ist?? Ich weiß, kontroverses Thema und bissl OT und ich kann als Anfänger auch nicht aus praktischer Erfahrung sprechen sondern nur aus grauer, angelesener Theorie - aber logisch erscheint mir das Entnehmen der Drohnenbrut nicht, zumal auch bei den Varroen eine Selektion stattfindet.

    Sagt ne Milbe zu ner anderen: "Komm, wir ziehen lieber rüber zu den Mädels, das Männer-Wohnheim wird eh bald abgerissen..." ;)

  • Ich wundere mich gerade über die Mengen Drohnenzellen, die wohl noch vorhanden sind. Ich schneide keine Drohnenzellen und habe inzwischen nur noch ganz vereinzelt welche.


    Das Ausschneiden von Drohnenzellen müsste ja den verstärkten Bau von ihnen nach sich ziehen... die Natur versucht auszugleichen... Nun frage ich mich, was hat das für Auswirkungen auf die Varroa. Züchtet man damit mehr Milben, da sie in den Drohnenzellen mehr Generationen anlegen können bevor sie sich neue Zellen suchen müssen? Natürlich sind sie nicht im Volk, da sie ausgeschnitten werden. Aber welche Auswirkung hat das auf die Entwicklung der Varroa generell. Könnte es sein, dass sie dadurch gestärkt hervorgeht?


    Herzliche Grüße,
    Thanaidh

  • Genau das meinte ich. Nach dem, was ich gelesen habe, fördert man damit eben gerade das "Umziehen" der Milben von den Drohnen- in die Arbeiterinnenzellen. Wodurch der Schaden am Volk sicher nicht kleiner wird.

  • Lasst doch biite die Drohnenschneiderei. Durch Drohnenschneiden wird die Varroaproblematik nicht wesentlich verbessert und Drohnen sind nicht nur fresser wie oftmals behauptet.

    Danke

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • die Varroastartpopulation im Frühjahr war viel zu groß

    Hmmm?

    :/

    Ich konnte schon öfter beobachten, dass Völker, von Imkern, die intensiv behandeln und gute Überwinterungsergebnisse über mehrere/viele Jahre haben, hohe Varroapopulationen in kürzester Zeit aufbauen. Warum weiß ich wirklich nicht, aber ich habe es gesehen.

    Bei denen dürfte eigentlich nach Drohnenbrut schneiden, AS-Verdunstung und Oalsäureträufelung keine zu hohe Varroadichte im Frühjahr herrschen.

    Es scheint in vielen Völkern eine aktive Milbenbekämpfung durch die Bienen zu geben, die wir oft übersehen. Sonst kann das im Vergleich mit anderen Völkern eigentlich nicht sein.

  • ...fördert man damit eben gerade das "Umziehen" der Milben von den Drohnen- in die Arbeiterinnenzellen. Wodurch der Schaden am Volk sicher nicht kleiner wird.

    Wo kann man so etwas lesen? Ich las bisher, daß Drohnenbrut a) stärker parasitiert wird, weil mehr Pflege- bzw- Fütterungsbesuche durch varroatragende Pflegebienen stattfinden (mehr Futterbedarf + längere Entwicklungsdauer der Drohnenlarve) und b) die Vermehrungsrate der Milbe deutlich höher sei, da Drohnenbrut 3 Tage länger verdeckelt ist als Arbeiterinnenbrut.

    Drohnenschneiden ist keine ausreichende Varroastrategie. Wessen Völker varroaarm ins Frühjahr starten, kann getrost darauf verzichten. Es gibt allerdings andere Gründe, Drohnenbrut trotzdem auszuschneiden (z.B. unerwünschte Genetik und ja: der Honigertrag - das jedenfalls behaupten die erfahrenen Altimker, die noch die Zeiten der Zwangsbewirtschaftung mit Abliefersoll, Zuckerkontingent usw. fürchten gelernt haben).

  • Ich finde diese These unlogisch. Denn die Entscheidung der Muttermilbe, sich in die Brut fallenzulassen, trifft sie lange bevor sie wissen oder auch nur ahnen kann, daß ein Imker kommen und ihren Unterschlupf/Vermehrungsplatz rausschneiden wird. Soweit vorausplanen kann selbst die klügste Milbe nicht. Vielmehr ist sie darauf aus, möglichst schnell in eine Brutzelle abtauchen zu können, um dort ihr Hauptziel zu verfolgen: Vermehrung. Die Milben, die dabei ganz schnell und geschickt sind, haben wir Imker seit Jahren durch unsere Behandlungen genau auf diese Eigenschaft hin ausgelesen. TBE kehrt genau diese Auslese um, wie Kleingartendrohn treffend dargestellt hat.

  • P.S.: Derart hoher Varoabefall zeigt mir also, dass der Imker, von dem ich im April die Völker gekauft habe sein Konzept mit Bienenwohlträufelung und Thymol überdenken sollte, oder ?

    Soll ich ihm das jetzt sagen ? =O;)

    Ne lass ma, kannst ihm ja nächstes Jahr Ableger verkaufen.;)

    Er imkert seit 8 Jahren und hat > 50 Völker, also eher kauf ich bei IHM wieder Völker weil meine TBE

    schief läuft :/