Welche Styropor-Beuten?

  • Ich möchte mit Styropor-Beuten im Zander-Maß imkern.
    In die Frankenbeute habe ich mich verguckt, leider spricht der hohe Preis dagegen, sie zu nehmen.
    Wenn ich mir aber die LCB-Beute von Wienold anschaue, sie kosten aber genau die Hälfte!
    Nun meine Frage an euch:
    Wie sind die LCB-Beuten im Vergleich zu den Frankenbeuten?
    Lohnt es sich, die LCB-Beuten zu nehmen? Kann man bei diesen eine Varroa-Windel einschieben?


    Für die kommenden Antworten bedanke ich mich schon im voraus!


    Gruß, Charles

  • Hallo Charles,


    ich arbeite mit LCB. Alle völker haben bei mir eine Halbzarge mit aufliegender Bausperre als Unterboden. Für Windeleinlage bestens geeignet. wenn man auf die Halbzarge verzichtet kann man auch eine Windel unterhalb des Bodens unter das Lüftungsgitter einschieben. Das Lüftungsgitter ist allerdings nur ca 25 x 25 cm groß und befindet sich in der Mitte des Bodens. Eine detaillierte Beschreibung meiner Arbeitsweise würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Sende mir ein E-Mail, falls du weitere Informationen haben willst.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Charles,


    auf die Frage welche Styroporbeute du verwenden solltest, würde ich antworten - KEINE. Ich vermute, dass du auf die Idee kommst, weil du in einer ähnlich kalten Gegend wohnst wie auch ich. Da spielt die Beute aber kaum eine Rolle, wie ich aus eigener Erfahurng sagen kann sondern eher das Bienenmaterial. Plastikbeuten haben darüber hinaus den Nachteil eine äußerst schlechte ökölogische Bilanz zu haben von der Strapazierfähigkeit mal gar nicht gesprochen. Desinfizieren geht auch nur mit Natronlauge. Auch wenns "leicht" ist die Styroporbeute wird keine Zukunft haben.

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  • Vielen Dank für eure Antworten!


    Natürlich ist es klar, daß Styropor-Beuten in Bezug auf Isolation keinerlei Vorteile gegenüber Holzbeuten haben, schon alleine aufgrund des Gitterbodens.


    Meine Wahl, Styropor-Beuten zu nehmen, hat einen ganz einfachen Grund: Die Haltbarkeit!
    Wenn ich mich bei den Imkerkollegen so herumschaue, deren Holzbeuten sind durch die Witterungseinflüsse nach einigen Jahren trotz regelmäßige Anstriche ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Sprich: Verzug, Risse,die die Bienen mühsam zukitten müssen, Verzinkungen,die aufgehen wie Blätterteig usw. Da sehen Styropor-Beuten nach einigen Jahren fast wie neu aus.


    Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen! Vielleicht lasse ich mich von euch zur Holzbeute bekehren oder ich bleibe beim Styropor.


    Einen schönen Tag wünscht euch
    Charles

  • Hallo,
    ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion entfachen, die Grabenkämpfe auslösen könnte. Die Diskussion ob Kunststoff oder nicht wird in jedem Verein geführt.
    Ich denke, dass wir (die Freizeitimker) uns einige Teile der ökologischen Bienenhaltung zu eigen machen sollten (das was vertretbar ist) und auf Kunststoffbeuten bei Neuanschaffung verzichten sollten. Hier geht es nicht darum, dass etwaige Schadstoffe in den Honig oder das Wachs gelangen könnten. Nein, es geht um die schlechte Ökobilanz, wie die Rohstoffe, Herstellung und Einsatz von Chemikalien. Lasst uns von den Industrieimker abgrenzen und einige Teile "besser" machen.

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mich hier ebenfalls ganz eindeutig auf die Seite der Holzbeuten schlagen.
    Die Ökobilanz ist eindeutig. Obwohl immer wieder behauptet wird, Styropor ist zu 100% wiederverwertbar, möchte ich den Recycler kennen lernen, der eine lackierte, mit Bienenwachs und Propolis verunreinigte Beute annimmt. Die Folge ist Restmüll.
    Ich übernahm die Grundausstattung von einem alten Imker, wie so oft. Die gleichen Beuten fand ich später im Museum wieder, soviel zum Alter der Beuten. Im Großen und Ganzen waren die Beuten optisch und funktionell in Ordnung.
    Mechanische Beschädigungen halten Holzbeuten immer besser ab wie Styropor. Der Gewichtsvorteil dürfte auch nicht der Ausschlag sein. 10 volle Waben wiegen 20 - 25 kg. Ob da nun 500 gr Styropor oder 2 kg Holz (geschätzt) dazukommen macht den Bock nicht fett.
    Inzwischen baue ich mir meine Beuten selbst, versucht doch mal das gleiche mit Styroporbeuten.
    Ökoverbände fordern grundsätzlich Holzbeuten, ich denke es ist nicht nur reine Ideologie.
    Trotzdem halte ich es nach dem Motto: jedem so wie es im beliebt. Wie bereits weiter oben geschrieben, liegt es mir fern eine Grundsatzdiskussion anzufachen.


    Mit Imkergruß
    Werner Egger

  • Ich sehe das ganz genau so- jeder wie es ihm beliebt.
    Ich habe ich 10 Jahre in Styroporbeuten geimkert und bin nun mitten im kompletten Umstieg auf Holz (mod. Dadantmaß).
    Die Kunststoffbeuten mögen zwar viel länger halten, bekommen aber sehr schnell häßliche Dellen. Dazu kommt noch das störende "knallen" wenn man zwei fest verkittete Zargen auseinander hebelt. Das bringt Unruhe in die Völker und trägt nicht zur Friedfertigkeit der Bienen bei.
    Natürlich spielt auch bei mir der schon erwähnte ökologische Aspekt eine große Rolle.


    Zuletzt bleibt auch noch die Ästhetik zu erwähnen. Eine auch noch so schön angestrichene Styroporbeute fügt sich nicht halb so gut in die Umgebung ein.


    Was die Haltbarkeit von Holzbeuten betrifft, weiß ich von befreundeten Imkern, daß selbst ohne Anstrich diese gut 15 Jahre brauchbar sind; mit Anstrich etwas länger.


    Mit Imkergruß
    Bernd

  • Hallo Charles!
    Zu Deiner Frage der Haltbarkeit der Holzbeuten kann ich Dir aus eigener Erfahrung einen Hinweis geben. Ich imkere nun im 12 Jahr mit selbstgeschreinerten Holzmagazinen. Als Holzschutz haben diese bis jetzt nur Leinöl gesehen ohne irgendwelche Anzeichen von Verwitterung zu zeigen, obwohl die Kästen Sommer wie Winter im Freien stehen.
    Die Zargen sind mit Nut und Feder verleimt und zusätzlich verschraubt. Bei dieser Verbindungsform entstehen, im Gegesatz zu einer Zinkenverbindung, relativ wenige Fugen, in die Nässe eindringen könnte.
    Ich denke, dass diese Kästen noch mindestens weitere 10-15 Jahre halten.
    Solltest Du detailiertere Fragen haben, werde ich gerne versuchen Dir diese zu beantworten.


    Mit imkerlichen Grüßen
    Stefan Kahlert

  • Ist da keiner aus der Pro-Styropor-Fraktion hier? :wink:


    Zuerst einmal vielen Dank für eure Antworten!
    Ich werde mir noch einige Tage Bedenkzeit geben wegen dem Auswahl des Beutenmaterials. Faktum ist, dass einige Imker in meiner Umgebung auf Styropor umsteigen möchten und die, die es haben, fortan nicht mehr missen wollen. Und wir in Tirol haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Holz!
    Das gibt mir einiges zu denken...


    Gut Stich (äääh, kann man das gelten als Abschiedsgruss unter Imker??? Wenn nicht, sorry, da ich erst seit einigen Monaten an der Imkerei interessiert bin und vieles nicht kenne :wink: )

  • Hallo Charles,


    ich kenne einen Imker aus Kössen, der seine 100 Völker in Styroporbeuten hat und darauf schwört. Er sagt, seine Völker brüten bis zur äußersten Wabe, so bräuchte er kleinere Kästen. Das lassen wir mal so stehen. Bienenvölker lassen sich durch nichts dazu bewegen eine Volksstärke aufzubauen, die ihnen eigentlich nicht angenehm ist. Eine Förderung der Bruttätigkeit ist also auch durch "warme" Beuten ausgeschlossen. Die Legetätigkeit der Königin wird so also nur künstlich zu einen besonderen Höhepunkt getrieben und fällt danach wieder schneller ab. Von manchem Imker wird ins Feld geführt, dass man in Styroporbeuten höhere Honigerträge erntet. Das stimmt, aber nur deshalb, weil der Honig einen höhere Wassergehalt hat, wie Feldversuche an der Uni Hohenheim ergeben haben. Noch was, mit Schimmel hast du in Plastikbeuten meist mehr Ärger als in Holz, weil Kondenswasser vom Beutenmaterial nicht aufgenommen (und wieder abgegeben) wird (Pufferwirkung).
    Die "Abwanderung" von Holz zu Kunststoff mag aber in Tirol auch noch einen weiteren Grund haben. Mit welchen Holzbeuten wurde denn vorher gearbeitet? Waren das moderne Magazine oder eher alte Hinterbehandlungs- oder Trogbeuten? Dann könnte ich es verstehen, dass man mal was anderes versucht. Mit "dem alten Zeug" kann man heute nicht mehr rationell arbeiten. Der Trend zu Styropor ist bei uns jedoch, trotz einer spürbaren Verjüngung der Imkerschaft, nicht vorhanden. Hier herrscht vor allem der Trend so schonend wie möglich mit den Ressourcen umzugehen. Deshalb schliesst sich eine Verwendung von Kunststoff aus, weil, wie ein Vorredner schon sagte, Styroporbeuten Sondermüll werden.


    Wegen "Gut Stich", naja es sei dir verziehen, aber wenn du die "richtige" Biene hälst wirst du damit wohl keine Probleme haben. Also wie schreibt ein Imkerkollege immer so schön: be(e) happy!

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  • Hallo,


    ich glaube, nun ist die Zeit gekommen, mal für die Styroporbeuten eine Lanze zu brechen.
    Meine Völker stehen in Styroporbeuten seit einigen Jahren.Holz habe ich abgeschafft!
    Moderne Beuten -egal welches Material-sollten einen offenen Boden haben. Daher gibt es keine schimmeligen Waben mehr!Also vergiss das Märchen vom vielen Kondenswasser.
    Ich habe einige Jahre Holz und Styropor nebeneinander stehen gehabt und bemerkt, dass die Bienen in den Styroporbeuten eine deutlich bessere Frühjahrsentwicklung durchmachen. (Während des Winters gibt es keinen Unterschied)Das Brutnest dehnt sich tatsächlich bis fast an die Randwaben aus!
    Ungelogen!Das haben meine Völker in der Holzbeute nie geschafft, bei gleichem Bienenmaterial.
    Und jetzt zur Ökobilanz:
    - Styropor enthält kein FCKW (!)
    - Styropor wiegt (fast) nichts
    - die Beuten bestehen aus recycletem Material, wenigstens zum Teil, ich habe gefragt.
    - ich habe alte Beuten im Recyclingcenter meiner Gemeinde problemlos abgeben können, man sagte mir, die werden geschreddert und wiederverwendet.
    Jetzt zu Holz:
    -wächst z.B. als Weymutskiefer im Bayer.Wald
    -geht per LKW ins Sägewerk (Transportproblem)
    -geht als Rohmaterial in die Fabrik (nochn Transport)
    -wird dort unter Energieverbrauch verarbeitet
    -erneuter Transport zum Kunden, der das Ding dann womöglich noch mit umweltschädlichem Zeugs anstreicht.
    Nee, meine Herren, so bitte nicht!
    Warum wohl wird Mineralwasser in der PET-Mehrwegflasche angeboten ?
    Selbst die Öko-Verbände müssen mitlerweile zugeben, dass die Ökobilanz (wenn sie zu Ende gedacht ist)besser ist als bei Glas.
    Hat schon mal ein Imker versucht, seine alten Kästen recyclen zu lassen? Höchstens als Feuerholz !
    Und dann möglichst noch mit umweltschädlichen Fungiziden gestrichen.
    Nee danke !
    Bitte entschuldigt diesen etwas ungewohnt langen Gefühlsausbruch, aber dies war mir dann doch wichtig.


    Viel Deckelwachs wünscht


    Michael

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Micha !


    Deine "Ökobilanz" ist ja doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Das Erdöl für Deine Beuten kam beispielsweise aus Kuweit.Transportweg tausende von Kilometern. Einer der Öltanker hatte noch eine Havarie(also noch ne Umweltverschmutzung).All diese Risiken und den doch erheblichen Eneregieverbrauch für Transport und Förderung des Erdöls hast Du mit einem einheimischen regionalem Rohstoff (Holz) nicht. Desweiteren, wie werden heute Kunstoffe wiederverwertet? Doch hauptsächlich durch Verbrennung. Selbst der Grüne Punkt liefert seine Säcke an Stahlwerke, wo diese statt Schweröl den Hochofen mit heizen. Die Filter der Öfen reinigen die Abgase aber nicht vollständig. Aber auch Deine Styropurbeuten musste vom Hersteller zum Händler und dann zu Dir transportiert werden. Meine Beuten sreiche ich mit Naturölen und in vielen, vielen Jahren werde ich diese im Kachelofen recyceln.


    MfG Steffen


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Steffen Wittig am 2002-03-19 21:53 ]</font>

  • Hallo Charles,


    ich selbst arbeite schon einige jahre mit syroporbeuten (segeberger) und bin sehr damit zufrieden,mir kommt auch nichts anders in betracht weil die völker sich besser entwickeln und die beuten sehr leicht sind.wenn du syroporbeuten im zandermaß suchst kann ich dir die combibeute sehr gut empfehlen sie hat keine falz daher ist die quetschgefahr der bienen sehr gering.die frankenbeute ist ja eine schöne beute nur der preis macht diese beute nicht zum besten.
    mit der LCB-beute kann man auch gut arbeiten nur gefällt mir der boden nicht.


    www.warnholz.de <--da gibs die comibeute


    michael2

  • Hallo Miteinander,
    dass sich Bienen in der Styroporbeute besser als in der Holzbeute entwickeln ist mit Sicherheit nicht richtig. Ich benutze Segerberger und Holzbeuten, ich arbeite sehr gerne mit den Segeberger Styroporbeuten, sie sind leicht, man merkt den Unterschied beim Herabheben einer vollen Honigzarge. Das Verkitten ist auch kein Problem, da ich die Innenfalze, wo die Rähmchen aufliege mit Vaseline einmal im Jahr behandle. Aber jetzt kommt das Entscheidende, warum ich mir keine Styroporbeuten mehr bestelle, sondern auf ganz auf Holz umsteige.
    1. Bekommt man in Bayern als Anfänger 30% Zuschuss beim Erwerb moderner Holzbeuten , aber nur bei Holzbeuten.
    2. Ich möchte mich für das neue BIO - Siegel anmelden oder evtl. als BIO oder Ökoimker zertifizieren lassen, dabei darf man keine Styroporbeuten haben. Ich rate in meiner Eigenschaft als zweiter Vorstand in unserem Imkereiverein jedem Neuanfänger ab, sich aus vorhergenannten Gründen mit Styroporbeuten zu beschäftigen. Genauso wie ich ihm abrate, irgendwelche Hinterhandlungsbeuten als Anfänger aufzukaufen, denn sobald der Anfänger ein wenig Erfahrung hat, merkt er, das sein Billigkauf, doch teurer war, als er Anfangs meinte.
    MfG
    Franz Xaver Mayerhofer


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: honigmayerhofer am 2002-03-31 21:27 ]</font>