Rückstände im Rapshonig

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    War klar, dass man da ein Geschmäckle herauslesen kann, wenn man möchte. So im Sinne von , Verbraucher unmündig lassen,. Ist aber null so gemeint. Ich denke nur, manchmal ist es auch klug, nicht alles zu sagen, was man weiß und hat und kann. Das ist abzuwägen. Es kann verunsichern und für die nächsten Jahre zu Nachfragen führen, die man nicht will. Wenn es im Gespräch darauf kommt natürlich sagen!

    Wichtig ist doch, dass wir/Ralf wissen/weiß, dass das Produkt topp ist. Und so verkauft er es, so kaufen es die Leute, und sie haben recht. Wo ist der Zusatznutzen, der mögliche negative Auswirkungen übertrifft?

  • Ich denke, dass man i.d.R. nicht z.B. auf dem Glas mit der "Schadstoffarmut" werben sollte, da die gleiche Honigsorte, vor allem Raps bzw. Frühtracht, in einem ungünstigeren Jahr stärker belastet sein und man dann in Erklärungsnot kommen könnte. Zudem wird zumindest kaum ein Hobbyimker für jede Honigcharge >100 € für eine Untersuchung auf eine Schadstoffauswahl ausgeben.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Wenn ich sowas aufs Glas klebe, hebe ich mich erstmal von anderen ab, und impliziere dem Käufer das Honige von anderen nicht geprüft und vielleicht überhöhte Rückstandswerte inne haben(könnten).

    So ein Vorstoß könnte auch ma nach hinten los gehen, nämlich in einem Jahr in welchem die Bauern stärker bekämpfen müßen, wird deinen Analyse vielleicht grenzwertig oder sogar drüber sein, und dann?

    Ich denke es ist besser den Ball flach zu halten, auch mit rücksicht auf Konkurenz.

    Wir können ein Lottospiel, sind wir drüber oder nicht, alle schlecht gebrauchen. Ansonnsten würde eh nur der Grenzwert angehoben, ob das uns gut tut?

    Geh nicht zum Kaiser wenn du nicht gerufen wirst.

    Denk ich

    LG

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • So ein Vorstoß könnte auch ma nach hinten los gehen, nämlich in einem Jahr in welchem die Bauern stärker bekämpfen müßen, wird deinen Analyse vielleicht grenzwertig oder sogar drüber sein, und dann?

    LG

    Einfach: Dann darf der Honig nicht in den Verkehr gebracht werden.


    Die ganze Diskussion ist ansich müßig:

    * Es wäre richtig, wenn wir alle unseren Honig untersuchen lassen würden (was wir nicht tun, weil es finanziell zu aufwendig ist und sich bei Kleinimker-Mengen auch kaum lohnt)

    * Und es wäre richtig, das Honig, der über die Grenzwerte hinaus belastet ist, eben nicht in den Verkehr gebracht wird.


    Was wir bisher machen: Nicht untersuchen lassen und hoffen, dass alles i.O. ist.


    Wenn ich rase wäre, und mir das einen Wettbewerbsvorteil bringt, würde ich das auch auf die Gläser schreiben. Eventuell werden die Kunden in den Folgejahren dann auch immer so eine Untersuchung einfordern, aber das wäre ja grundsätzlich auch okay so.


    Grüße

    Ralf

  • Ist zwar schade wegen des erfreulichen Resultats, aber unter dem Befund steht, dass er auch nicht auszugsweise veröffentlicht werden darf. Daraus schließe ich, dass auch nicht darauf hingewiesen werden darf, was als Quelle für die Aussage und wegen der Transparenz *eigentlich* sein müsste. Ist vermutlich nur eine Frage des Geldes und der Namens-, bzw. Markenrechte, ob mit Zusatzetikett auf Prüflabor und Ergebnis hingewiesen werden darf...


    Ein Zusatzetikett ist bekanntlich gestattet, aber das nur in gewissem Rahmen, z.b. regionale Herkunft, ich meine mich zu erinnern, dass es beim DIB-Glas nicht ohne weiteres gestattet ist. Das Resultat in verkürzter oder hinweisender Form wäre dann wohl eine Wertung, die nicht vorgenommen werden darf. Kann sein, das das jetzt durcheinandergeworfen ist, aber ich würde die Finger vom Prüfungszusatzetikett lassen. Aber was spricht dagegen, auf einem Verkaufskarton oder einem Verkaufständer darauf hinzuweisen? So einen Rapshonig würde ich mir sicher auch mal gönnen ;)


    Gruß Andreas

  • * Und es wäre richtig, das Honig, der über die Grenzwerte hinaus belastet ist, eben nicht in den Verkehr gebracht wird.

    Stimmt!

    Es werden die Grenzwerte angehoben, dann gehts halt irgendwie weiter, hatten wir......

    Konnte mir auch vorstellen das es Probleme gibt Zig Tonnen Honig zu vernichten.....

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Moin, moin,


    soll ich mal frech sein? Der ist ja gar kein Rapshonig, sondern mit Robinie verdünnt, wahrscheinlich... Das wirst Du nicht alle Jahre so haben.

    Daher würde ich mich jetzt freuen, den möglichst gut verkaufen, und dann vor der nächsten Untersuchung zittern...


    Ach...! Dass man immer vor Untersuchungen zittern müssen muss...!

    Und: Wie homogen ist die Ernte? Und wie repräsentativ die Probe für die Ernte?

    Auch aufgrund dieser Überlegungen würde ich nicht die Kunden in die Erwartung treiben, so eine Untersuchung habe Dein Honig standartmäßig.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Da steht ziemlich oft, 'ich würde das nicht machen' aber zwischen den Zeilen liest sich das wie 'ich würde nicht wollen, daß du das machst, und deine erkaufte moralische Überlegenheit als Wettbewerbsvorteil einsetzt'. Dann kommen Gründe.


    Fakt ist, es wird wahnsinnig viel behauptet, wie ekelhaft Raps wäre und wieviel besser die Imker sind, die diesen meiden. Es wird von der Landwirtschaft weiterhin dies und das gefordert, die Intensität der Forderung korrespondiert sehr selten mit dem Grad des Fachwissens. Moralisch verwerflich sind immer die anderen.


    Fakt ist auch, der Imker ist sparsam. Die genannten ~100€ für die Analyse ist ein Witz, damit bekomme ich nichtmal 'ne Pollen-Analyse für zwei Trachten, bei mehreren Sorten und mit Rückstandsanalyse kann man getrost 'ne Null dranhängen.


    Nur, neben dem Kostenfaktor für die Untersuchung, wenn man sowas machen sollte, ist man auch stark genug, das Ergebnis zu ertragen? Was macht man dann damit? Man gewinnt eigentlich nix (monitär), wenn es ok ist, müßte aber ggf. eine Ernte vernichten, wenn nicht. Wer würde das, außer Bernhard, denn tatsächlich auch tun? Das schwingt irgendwie immer mit in der Empfehlung, das 'pestizidarm' besser nicht aufs Glas zu schreiben, oder?

    Die Doppelmoral steht uns Imkern nicht gut zu Gesicht. Das wissen auch alle, so erkläre ich mir auch die teilweise etwas schmallippigen Beiträge.


    Ich habe es bislang so gehalten: ich frag nicht nach (keine Analyse) und will es garnicht wissen, verkauf den Honig in Unwissenheit und fertig. So werde ich es vermutlich auch in Zukunft halten. Das war jetzt mal ein schönes Erlebnis und ein Lehrstück in Sachen Imkermoral. Ich bin da ja genauso, bloß zufällig diesmal auf der anderen (richtigen!!!) Seite :)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin Ralf,


    mir geht es nicht um Furcht vor der moralischen Überlegenheit Deines Honigs. Meiner stammt aus dem Bioraps...

    (Dieses Jahr wohl nicht nur, aber wenn sie drin stehen und der blüht zuerst... An der Flugrichtung konnte man sehen, dass sie erst zum Konventionellen flogen, als der Bioraps alle war. Und auch zum Kleegras und zur Ackerbohne.)

    Käfer habe ich an der Ostsee und hier herum und überhaupt dieses Jahr kaum welche gesehen; ob denen der Märzenwinter nicht gut bekommen ist?

    Das Thiacloprid wirst Du dann auch in Pollenvorräten haben, und da verdünnt es sich nicht so gut.

    Überhaupt ist ja mein Hauptbedenken nicht der Honig und dessen Verbraucher. Hauptsächlich fürchte ich da um Bienen.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Mal eine bescheidene Frage : Muss denn eine Honig Charge, die die Grenzwerte überschreitet, tatsächlich vernichtet werden ? Oder gibt es Aufkäufer , die solche Chargen kaufen und sie mit anderen Chargen mischen bis die Grenzwerte wieder " passen" ? :/

  • rase :

    Danke für diese Diskussion.

    Erst mal ist das Ergebnis natürlich gut.


    Aber die hohe Bestimmungsgrenze von 10 µg/kg, die offenbar seit einiger Zeit generell bei dieser Art Analyse üblich geworden ist (vorher waren es bei Analysen dieser Art zumindest bei mir meist 3 µg/kg) zeigen mir schon, dass die genaueren Ergebnisse früherer Zeiten nicht mehr von Interesse zu sein scheinen.

    Wessen Interessen und warum, darüber kann nur spekuliert werden.


    Wie heißt es so schön?


    "Geh' nicht zum Fürst, eh' du nicht gerufen wirst!"


    Meiner Meinung nach solltest du dich daran halten und nicht unnötig schlafende Hunde wecken. Du weißt jetzt mehr als zuvor und kannst das Wissen im Falle des Falles nutzen. Dieser Fall ist, wenn jemand behauptet, dein Honig sei giftig oder wenn jemand einfach wissen will, ob er das ist.

    Dann kannst du ruhigen Gewissens auf die Analyseergebnisse verweisen und dich fundiert und belegbar gut darstellen und diesen sicherlich sehr begrenzten Personenkreis zufrieden stellen.


    Wenn du dagegen von vorneherein offensiv und potenziell der ganzen Welt erklärst, dass dein Honig Gift enthält, dieses aber unter den Grenzwerten/Bestimmungsgrenzen liegt, dann gibt es potenziell einen riesigen Personenkreis, der das nicht richtig einordnen kann und das kann im Zweifel nur negativ sein. Erst mal nur für dich, aber auch für alle anderen.


    Natürlich gibt es schon viele Stellen, wo die Thematik auch dem Laien immer mal wieder unterkommt, aber jedes Mal besteht erneut das Risiko, dass es falsch interpretiert wird. Jedes Mal, wo dieses Risiko vermieden werden kann ist daher ein Mal mehr, wo kein Schaden entstehen kann, meine ich.


    Der Nutzen einer vorauseilenden Erklärung dagegen erscheint mir sehr gering. Weil der Honig im Schnitt zu Recht bereits den Ruf eines reinen, naturbelassenen Lebensmittel genießt, der kaum noch zu verbessern ist.


    Erst mal dieses (in der Regel berechtigte) Image von Honig zu zerstören, um es dann mühsam für deinen speziellen Honig wieder neu aufzubauen, halte ich für sehr mühsam und ich sehe darin auch nur einen sehr zweifelhaftem Nutzen.


    Das wollte ich dazu loswerden.


    Gruß

    hornet


  • Leute!

    Lest Euch mal die (meisten) Beiträge erneut aufmerksam durch.


    Ich fass es nicht


    Lieber Maul halten, lieber nicht auf den Gedanken bringen, dass andere Honige was haben könnten. Lieber keine schlafenden Hunde wecken usw

    Es könnte Fragen geben.


    Ja, genau.


    Sind die nicht berechtigt, sowieso?


    Schreib es drauf Ralf! :liebe002::lol::lol: (will er ja gar nicht)


    Man muss auch gönnen können:cool:


    Eigentlich müssten wir alle Rückstandsanalysen Pflichtmäßig machen, Honiganalysen sogar auch


    Wird vielleicht eh noch kommen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Nun mal langsam... es wurde um Meinungen dazu gefragt, die sind gegeben. Ganz doll angstfrei. Mich wird es hier rapsfrei im hintersten Saarlandwinkel null tangieren, was Ralf draufschreibt oder nicht. Daher ganz sachliche, angstfreie, emotionsfreie Meinung.


    Mensch seid doch froh dass es ne Kontroverse und Meinungen für umsonst gibt.

    Immer diese Vermuterei von Vorteilsnahme kann einem echt den Glauben verhageln.

  • Wie man schon hier wieder sehen kann, wird man selbst hier schon nicht richtig verstanden, gibt es schon hier Fehlinterpretationen, sobald man auch nur irgendwas schreibt.


    Wie erst soll man da glauben, dass der unbedarfte Laie in der Masse irgendwas richtig interpretieren könnte?


    Ich meine, nur was gesagt wird, kann und wird auch falsch interpretiert werden.


    Wenn man nicht gefragt wird, ist und bleibt Schweigen daher einfach Gold, Reden nur Silber. Wird man aber gefragt, ist es genau umgekehrt.

    Dann raus mit der Sprache und Fakten, nicht Gelaber. Dafür hat rase ideale Vorausetzungen geschaffen.


    Das ich das genau so geschrieben und gemeint habe, scheinen hier nur so manche wieder nicht verstehen zu wollen. Auch nicht, dass hier keiner Fragen unterbinden will. Aber eben auch nicht provozieren - ein feiner Unterschied. Aber naturgemäß sind Feinheiten halt immer schwieriger zu sehen...weshalb weniger einfach mehr ist und der Kreis schließt sich. In diesem Sinne...