Sind die Kunden eigentlich die BETA-Tester ?

  • Guten Tag

    Gerade bin ich dabei das Inventar instand zusetzen und aufzuhübschen. Dabei fällt mir auf, daß etliches sehr liderlich verarbeitet und zerbrochen ist, aus falschem Material besteht usw.

    Beispiele: Segeberger Hochboden: Der Gitterboden ist mit einem viel zu mageren Streifen von Kunststoffkleber verarbeitet. Die Bienen propolisieren den entstandenen Schlitz zu bzw. versuchen das und anschließend kann man die Gitter nicht mehr ordentlich reinigen und das Ganze nur noch verschrauben.

    Auflageschienen aus Kunststoff gibt es in den verschiedensten Macharten. Bei der einen Machart bricht die Auflagewand schon ab, wenn ich etwas glupsch das Rähmchen schiebe, die nächste Machart biegt sich unter dem vollen Rähmchen nach innen, das Rähmchen verkanntet und die Bienen propolisieren hinter der Auflageschiene.

    Im selbstgebastelten Dampfwachsschmelzer verbiegt die Auflageschiene beim ersten Durchgang zu einem Schweineschwänzchen. Was ist eigentlich, wenn jemand AFB im heißen Bad sanieren muß? Schmeißt der seine Schienen ins Feuer?

    Dann haben wir für viel Geld einen Dampfwachsschmelzer erstanden: Nach dem ersten Durchgang waren die Deckelgriffe so spröde, daß sie zwischen den Fingern zerbröselt sind. Natürlich läßt sich auch ein im Handel üblicher Dampfgenerator wegen der fehlenden Übergangstücke nicht ohne weiteres anschließen usw.

    Über DN-Maß Holzbeuten, wohlbemerkt innerhalb kurzer Zeit bei einem Händler erstanden, will ich garnicht reden...

    Meine Kritik kann ich beliebig lang fortsetzen. Testen die Händler eigentlich das Material bzw. lassen sie es testen?

    Bin ich alleine, wenn ich mich ärgere, oder ergeht es anderen auch so?

    Liebe Grüße Klaus

    "Die Welt wird gesteuert von den Interessen des Kapitals." Heiner Geißler (CDU-Politiker) t2017.

  • Hallo Klaus.


    "Geiz ist geil" und schnell ist besser als ordentlich - so ist das leider in vielen Bereichen. Man ist durch Amazon und Co. schon so verwöhnt / versaut, dass man Schnappatmung bekommt wenn eine Lieferung mal 3 Tage dauert. Dabei bleibt dann (zu) oft die Qualität auf der Strecke. War ja billig, wird halt neu gekauft. Querschnitte/Materialien werden immer dünner, vieles wird nur noch stumpf zusammengeschossen statt ordentlich verzinkt/verschraubt.

    Es gibt allerdings zum Glück auch noch positive Ausnahmen. Ich habe letztens eine Beute bei der Bergwiesenimkerei erstanden bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach sowas von stimmt, die Verarbeitungsqualität ist wirklich super.


    Beste Grüße

    RoWa

  • Manche Händler imkern sogar selber. Wenn sie es mit Material aus ihrem eigenen Lieferprogramm tun, spricht das für sich. Manche von denen reden oder schreiben über konkrete eigene Erfahrungen mit ihren Handelsgegenständen mehr als nur simple Werbetexte. Der Händler, bei dem ich kaufe, hat mich überzeugt und bisher nicht enttäuscht. Er bemaßt sogar viele seiner Waren, in Sonderheit seine Rä. in allen Details. Der versucht auch seit Jahren, den Imkern die unnötige und reinigungsaufwändige Nut im Rä.-Unterträger auszureden.

    Sein Material fand ich bisher alles nicht nur gut durchdacht, sondern auch in imkerlicher Praxis bestens bewährt. Unbenutzte Ware nahm er bisher ohne jede Diskussion anstandslos zurück - ganz unabhängig vom Rückgabegrund (imkerlicher Meß- oder Bestellfehler o.a.).

  • Die zweite Nut sei Dir gegönnt. Die Bienen brauchen diese Nut nicht und nach (nicht nur) meiner Überzeugung auch die Imker nicht - noch dazu bei HalbRä. Im Gegenteil: Sowohl die Bienen, als auch die Imker haben eine Ritze mehr, um deren Hygiene und Reinigung sie sich kümmern müssen und Wachsmotten, Beutenkäfer & Co. sind dankbar für jeden zusätzlich angebotenen Unterschlupf.

  • Warum gibt es die Nut eigentlich?

    Sinn und Zweck habe ich noch nicht erkannt!


    Allerdings kenne ich Imker, die ihre Mittelwände unten ansetzen und oben den Spalt lassen, aber warum!


    Zum Thema:

    ich rege mich über das neue Abfangrohr auf! Weil der lange Teil nicht enger wird, wie beim Vorgänger, hatte ich es schon öfters, dass sich die Königin beim umdrehen verklemmt und stecken bleibt!!!

    Das gab es beim anderen nicht! Leider bin ich auf das alte Teil draufgetreten!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Warum die Nut unten so beliebt ist, weiß ich auch nicht, aber Argumente dagegen kann man hier nachlesen. (Ich vermute mal, ich verlinke hier auch zu ribes Lieblingshändler. ;))


    Ich schneide von meinen BR Mittelwänden unten tatsächlich einen kleinen Streifen ab, damit sie frei hängen, wenn sie bis in die Nut der Rähmchen reichen.

  • Die zweite Nut sei Dir gegönnt. Die Bienen brauchen diese Nut nicht und nach (nicht nur) meiner Überzeugung auch die Imker nicht

    Ganz einfach. Mittelwand oben und unten in die Nut, oben einlöten fertig. Die Nut unten bei HR Rähmchen benötige ich weil ich die Rähmchen nicht drahte. Ohne Draht ist man froh wenn die MW unten fixiert ist, auch nur bei 141mm hohen Rähmchen macht das Sinn vor allem wenn die Beuten einmal nicht genau im Lot stehen... :-) So werden die Waben auch rundherum am Holz verbaut und werden damit sehr stabil.

    Ich habe es dieses Jahr, bei meinen Mini Plus gesehen, das MWs einlöten ohne untere Nut wirklich schlecht ist, da ist die MW einfach viel zu instabil drin - wenn man nicht drahtet... ;-)


    Bei sehr hohen Rähmchen wird der Spalt unten oft nicht zugebaut wenn die MW nicht ganz nach unten geht. Der Spalt im Unterträger sorgt dafür das die MW trotzdem unten nicht anstehet, wenn sie nicht ansteht kann sie sich auch fast nicht wellen. (Das "unten nicht ganz zubauen, ist auch der Grund warum viele die MWs unten anlöten weil der Platz oben immer zugebaut wird - aber wenn dann die Temperatur zu hoch wird im Sommer und die Rähmchen nicht sofort ausgebaut werden, kann es passieren das die MW vom Draht läuft und dann hat man Matsch in der Beute.) Ich habe bei BR Rähmchen unten auch keine Nut sonden einen zweiteiligen Unterträger, das heißt der Spalt geht ganz nach unten durch und diese kann man super reinigen. Aber bei BR Rähmchen, die man sowieso drahtet kann man auf den Spalt unten auch verzichten, das ist durchaus richtig... :-) ;-)

  • Ich habe bei BR Rähmchen unten auch keine Nut sonden einen zweiteiligen Unterträger, das heißt der Spalt geht ganz nach unten durch und diese kann man super reinigen.

    Nach dem ersten Mal im Schmelzer freut sich der Verkäufer von Rähmchen. Einmal mit, seitdem immer ohne.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Ich habe es dieses Jahr, bei meinen Mini Plus gesehen, das MWs einlöten ohne untere Nut wirklich schlecht ist, da ist die MW einfach viel zu instabil drin - wenn man nicht drahtet... ;-)

    Hm, das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Meine Mini+Rä haben weder unten noch oben eine Nut. Die Bienen bauen sie im Naturbau aus, der ja eine viel dünnere MW aufweist als die aus Handel und Eigenproduktion. Gedrahtet ist da bei mir auch nix und trotzdem sind die Mini+Rä ohne Einschränkung handhabbar incl. Bienen abschlagen etc.

    Auch meine ungedrahteten DrohnenRä. im Zanderformat sind unten i.d. Regel nicht angebaut. Da erfordert die Handhabung größere Achtsamkeit, wenn sie stockwarm sind, aber z.B. Bienen-abschlagen geht auch, wenn man die Rä. richtig hält. Auch das Ausschleudern solcher Rä. war bei mir zwar selten (manchmal wird der letzte DR in der Saison nicht mehr bestiftet, sondern mit Honig befüllt), aber ohne Wabenbruch möglich.

  • Nach dem ersten Mal im Schmelzer freut sich der Verkäufer von Rähmchen. Einmal mit, seitdem immer ohne.

    Den Kommentar kann ich nicht nachvollziehen, meine ältesten dieser BR Rähmchen sind über 15 Jahre alt und schon oft im Schmelzer gewesen...


    Die Bienen bauen sie im Naturbau aus, der ja eine viel dünnere MW aufweist als die aus Handel und Eigenproduktion

    Naturbau ist was anderes, da werden die Waben sofort links und rechts angebaut, so wie sie von oben nach unten gebaut werden und es gibt keine MWs die nur oben angeklebt sind und übe die volle Höhe schwanken können. Da hast Du ja kein MW eingelötet - beim Einlöten sind die MWs nicht links und rechts befestigt und wenn diese nur oben fest sind, ist das schon instabil... - wenn die Waben dann einal ganz ausgebaut sind ist es schon stabil!

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von FranzXR ()

  • Moin,

    wer bezahlt den die Händler... das ist doch die Hobby-Imker-Lobby. Berufsimker kaufen doch mehrere tausend Rähmchen oder Futter im Ausland, da billiger. Zumal ein großer Händler viele kleine beliefert und der Kunde bekommt alles aus dem selben Lager.

    Dann noch der Bienenboom und alles Mus schneller gefertigt werden, da kann die Qualität auch mal auf der Strecke bleiben.


    Zu dem OT Rähmchen-Thema.

    Bei Senkrecht gedrahtete lege ich die Mittelwand unten auf, bei Quer gedrahtete lasse ich unten Luft.

    In dieser Reihenfolge bekommt die Wabe keine "Beule" bzw. sackt noch ab.

    Die Nut läuft im Sonnenwachsschmelzer nicht immer komplett aus. Allerdings ist mir das bei den paar Brutraumrähmchen egal, da es nicht so viele sind (Dadant) und Honigraum wird nach 4-6 Jahren je nach Zustand entwachst und dann in den Müll geschmissen.

  • Bevor der von mir initiierte Faden unter dem nixsagenden Geiz ist geil Spruch in irgendeine Nut gepresst wird ein aktuelles Beispiel:

    Angeregt durch Melanies Faden zu Kondenzwasser in Bienenbeuten erinnerte ich mich, daß Imkerkollegen Heusäckchen oben in die Miniplus-Beuten legen. Und sie sind erfolgreich damit, weil sie irgendwelche Plastikgitter als Abdeckung benutzen.

    Als ich jetzt vor ein paar Tagen bei einem Fachhändler hier im Norden war, habe ich mir speziell dafür vorgesehene Tücher aus Baumwolle für 9,00 Euro / 5 Stck. !!!! mitgenommen. Zuhause habe ich festgestellt, daß sie offensichtlich aus dünnem Tischdeckenstoff geschneidert waren und meine Bienen haben in wenigen Stunden Löcher in den Stoff genagt.

    Das Ergebnis vorausahnend hatte ich beim Kauf gefragt, ob es Rückmeldungen von anderen Kunden gäbe: Nein! ...und wie lange diese Tücher schon im Sortiment seien: ...ca. 6 Wochen.

    Hier hat man ganz offensichtlich mal was gehört, man hat gehandelt und den Kunden als Beta-Tester eingesetzt und veralbert.

    Liebe Grüße Klaus

    "Die Welt wird gesteuert von den Interessen des Kapitals." Heiner Geißler (CDU-Politiker) t2017.

  • Nee, das ist ein Bsp. für Angebot und Nachfrage nach Nippes und Dingen, die die Welt nicht braucht, oft Made in Fernost.


    Die Kunden kommen und wollen irgendso Säckchen für oben drin, ???


    Na, sone wie im Fernsehen oder Internet oder Schlagmichtot ???


    Ja, der Kollege hat davon erzählt, ganz begeistert ist er. ???


    Aha, ich erkundige mich mal und vielleicht bestellen wir mal was, kommen sie doch in 3-4 Wochen nochmal vorbei.


    Dann wird halt irgendwas bestellt, was passen könnte, weil der Kunde gar nicht genau sagen kann, was er genau will und welche Qualitätsanforderungen an dieses ominöse Etwas gestellt werden sollten.


    Tja, und dann kommst du und kaufst das auch zufällig, weil sie grad so dekorativ im Regal rumliegen (aber eigentlich hast du sie bisher auch nicht gebraucht) und dann ...


    ;)