Neue Zuchtverbände

  • Was hat ein Zuchtverband mit Zuchterfolg zu tun? Bei den armen Carnicazüchtern sehr viel! Denn die logische Schlussfolgerung zur Erreichung gewünschter Zuchtziele ist laut Referenten auf dem bayerischen Züchtertag nur mit einem Zuchtverband möglich! Dabei wurde zur Veranschaulichung eine „populationsgenetische Forderung“ gezeigt: A) Nachhaltiger Zuchtfortschritt setzt eine Populationsgröße von mehr als 1000 Völkern voraus. B) Züchter müssen kooperieren: - einheitliche Prüfkriterien, - Verteilung der Prüfköniginnen, - Austausch von Zuchtmaterial C) Um diese Ziele zu erreichen ist der Aufbau eines Zuchtverbandes nötig. Nun geht es mir gar nicht um einen weiteren Verband mit neuen Beiträgen und später teureren Königinnen (Lizenzgebühren, etc.). Nein, es geht um die Fragen, was denn nun bisher gezüchtet wurde? In Bayern haben wir 27 staatlich geförderte Belegstellen für die Carnica (Schutzradius min. 7,5 KM, ~ Ø von 15 KM). Drei Prüfhöfe! Die Landesanstalt in Erlangen. Züchtertagungen in den Regierungsbezirken und eine jährliche Züchtertagung in Nürnberg. Nun wieso ist ein Zuchtverband da noch nötig? Es gilt zu bedenken, dass z.B. die Buckfastzüchter ohne diese noble Unterstützung auskommen müssen und trotzdem existieren können. Vielleicht liegt der Erfolg auch in einer Offenheit der Buckfastimker, welche am Ende das Wissen von Armbruster und Adam anwenden. Ist es nicht schlimm genug, dass die Zuchtobmänner schon Schwierigkeiten bekommen, wenn es um andere Bienenrassen geht (außer Carnica; welche Carnica?). Brauchen diese Steuergelder verschlingen Funktionäre und Institute jetzt auch noch weitere, kostenintensive Verbandsstrukturen (Reisekostenabrechnungen, Übernachtungen, usw.)? Spätestens seit der Züchtertagung in Nürnberg muss sich ein Carnicazüchter fragen, ob er mit „Körprüfung“, „Leistungsprüfung“, etc. bisher nicht ziemlich vera... wurde, wenn nun weitere Verbände nötig werden, um Zuchtziele zu erreichen. Da lobe ich mir die Buckfastleute, welche aus der Not eine Tugend gemacht haben und sich nicht unterkriegen haben lassen. Gleiches trifft für die „Primorskyzüchter“ zu, welche verantwortungsvoll sich der „züchterischen Zukunft“ widmen. Allen anderen „privaten Forschern“ sei gedankt sich nicht durch „staatliche Zwänge“ unterjochen zu lassen. Vielfalt ohne Einschränkung für die Zukunft. Ich brauche hoffentlich nicht zu schreiben, dass verantwortungsbewusstes Handeln des Züchters, des Vermehrers und des Imkers wesentlich zu einem gemeinsamen Erfolg führen – für alle Beteiligten. Imker arbeitet in euren Vereinen ohne Schranken und Hindernisse zusammen und wehrt euch gegen weitere Entmündigung! Den Wissenschaftlern möchte ich raten erst mal wieder zu lesen, was einen Wissenschaftler von einem normalen Menschen ausmacht. Wenn man wirkliche Zuchtfortschritte erreichen will, dann müssen 50 % der Institute und 80% der Züchter weg. Oder brauchen wir so viele Institute? In Dänemark ist man uns um Längen in der Faulbrutbekämpfung voraus. Armbruster hat uns in dem 20er Jahren gezeigt wie es mit der Zucht geht – im eigenen Land haben es die Wissenschaftler noch nicht begriffen (80 Jahre später – immer noch nicht!)! Und diese Akademiker fordern nun einen Zuchtverband? Ich fordere Züchter mit 50 und mehr Völkern und einer Öffnung der Belegstellen für wissenschaftliche Untersuchungen und gezielte Anpaarungsversuche für verschiedene Kombinationen. Wenn wir dauerhaft Belegstellen mit 5 Drohnenvölkern erhalten, dann werden wir keine Zuchtfortschritte erreichen können. Leider sehen dies diese Belegstellenbetreiber, die Zuchtobleute und die Wissenschaftler nicht ein – aber es ist so! Bei 75% Abkörung muss doch mal reagiert werden! Seit doch wenigstens so konsequent, dass Reinzüchter wieder abgekört werden, wenn die Ergebnisse nicht mehr stimmen! Wenn das „Beste“ eingeschickte Material (..in die Prüfhöfe zur Prüfung...) schon nicht mehr passt, was verkauft der dann überhaupt? Mit neuen Zuchtverbandsstrukturen erreichen wir nur, dass der Aktive noch weniger Zeit für die Zucht hat! Zu bedenken ist, dass aktive Züchter bei den großen Tagungen sowieso teilnehmen und – nichts anderes kenne ich von den Buckfastleuten – einen regen Erfahrungsaustausch pflegen. Kontakt heißt hier aber auch nach außen offen bleiben – nicht einschränken. Alleine der „deutsche Zuchtverband“ wäre schon wieder eine Einschränkung – Abgrenzung vom Ausland! (Übrigens finde ich es nicht gut, dass diese Einschränkungen auch die Buckfastleute ergriffen hat. Da gab es eine Buckfastgemeinschaft – ohne Einschränkung! Jetzt ist das offene verloren gegangen – man ist nur noch europäisch!) Einschränkung kann doch nicht sinnvoll sein? Der Kontakt bei großen Tagungen bedeutet aber auch „ein sich Öffnen“ des Einzelnen. Ganz im Gegenteil dazu sitzen die Züchter bei einer Züchtertagung auf den Plätzen und applaudieren einem Redner, dessen Absichten sie noch nicht erahnen geschweige denn begreifen können? Diesen nun geköderten Leuten geht es so wie einem unerfahren, unreifen Menschen, welcher eine Droge angeboten bekommt. Er greift danach, weil alles besser wird. Es schaut alles rosig aus. Man ist dabei und dass ist „cool“. Nun Züchter – ich möchte nicht abhängig werden – ich lehne deshalb dankend ab. Ganz nebenbei möchte ich für Kurzsichtige erwähnen, dass man einen solchen Zuchtverband auch nicht mit Züchterverbänden anderer Tiere vergleichen kann!!! Dort wird professionell gearbeitet in „Vordenkermanier“. Dort erhält der Kunde international anerkannte, beste Ware. Wie tief wir im Schlamm sitzen zeige ich darin auf, dass man inzwischen Institute wieder „hoch leben“ lässt, nur weil diese jetzt mit Dadantbeuten arbeiten wollen. Das nenne ich Professionalität! Oder? Ich bin gespannt, was uns diese „Profis“ in Verbindung mit „neuen Beizmitteln“ und „Schutz der Bienenprodukte davor“ in den Mai- und Juniheften der Imkerzeitungen präsentieren werden. Vielleicht wäre ein internationaler Kontakt doch langsam ratsam, vor allem wenn man selbst nicht über das nötige Detailwissen verfügt?

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Klaus !
    Na, da hast Du aber mal wieder gaaaanz tief Luft geholt und dir jede Menge von der Seele geschrieben. Ich muss das immer zweimal lesen, bis ichs ganz kapiert habe.
    Aber auch wenn ich Dir oft Recht gebe, manchmal muss man Dir einfach auch mal widersprechen, zumal Du in deiner Raserei mal wieder Äpfel mit Birnen vermischst.
    - Du beschwerst dich, und meinst, wir bräuchten keinen Zuchtverband. Warum denn nicht ?
    Was ist denn dein ach so hoch gelobter Buckfastverband sonst anderes ?
    Es bibt sicherlich in Deutschland einige (tatsächlich zu viele) Zuchtverbände, doch die wursteln mehr oder weniger einfach so vor sich hin. Was fehlt, ist eine koordinierende Hand, und genau das soll der Bundeszuchtverband tun. Die Österreicher und die Dänen machens uns doch vor...
    Und dass die Primorskizüchter immer verantwortungsvoll und hochlöblich handeln, möchte ich doch mal sehr heftig bezweifeln.
    Was deine obligate Schelte auf die Instiute und die Funktionäre angeht, führe ich dies einfach auf dein überschäumendes Temperament zurück und tue sie dahin, wohin sie gehört,nämlich in den Mülleimer.
    In einem gebe ich Dir unumwunden Recht:
    ein wenig mehr Proffesionalität würde der Imkerei gut zu Gesicht stehen. :smile:


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-03-02 16:25 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-