Alte Königin (2016) sinnvoll "verwerten"...

  • Aber wieso seid ihr teilweise gegen Kopf ab bei der Kö?

    Is doch eigentlich noch schmerzloser für die Kö

    Erstens, Insekten haben meines Wissens kein Schmerzempfinden, da entsprechende Nerven fehlen.

    [...]
    Ganz zerdrückt dagegen ist zwangsläufig alles sofort aus - und ich finde, bei einem Insekt auch wirklich die einfachste Methode.
    [...]
    Denn Berührungsreize können sie ja sehr wohl wahrnehmen. Und die verschiedenen Verhaltensweisen (z.B. wilde Angriffsflüge, Flucht, hektisches Herumlaufen, zufriedenes Brummen etc,.) legen zumindest für mich nahe, dass sie auch Empfindungen haben, die zumindest ansatzweise vergleichbar mit unserer Wut, Angst, Panik, Zufriedenheit sind. Natürlich unter der Einschränkung bezüglich Komplexität dieser Empfindungen, die ein so kleines Gehirn zwangsläufig mit sich bringt.

    [...]

    Insekten können keinen Schmerz wahrnehmen, wurde in Schule und Studium gelehrt.
    Finde dieser FAZ-Artikel ("Haben Bienen ein Bewusstsein?") passt da ganz gut:

    Zitat

    Beim menschlichen Bewusstsein kommt allerdings ein wesentliches Merkmal hinzu – das subjektive Erleben. Wenn wir an eine heiße Herdplatte kommen, ziehen wir nicht einfach den Finger zurück, sondern wir fühlen sehr deutlich Schmerz. Ob sich im Kopf von Insekten etwas Vergleichbares abspielt, darüber lässt sich nur spekulieren. Schließlich fehlt ihnen das Medium, mit dem Menschen sich untereinander ihre geistigen und emotionalen Zustände mitteilen: die Sprache.
    Zwar wird der Bienentanz wegen seiner wortähnlichen Symbole auch als „Sprache“ bezeichnet, aber Chittka sieht hier doch beträchtliche Unterschiede, denn die Muster der Bienen-Kommunikation sind fest verdrahtet. Ihr fehlen die Flexibilität, Kombinierbarkeit und Ausbaufähigkeit menschlicher Sprache. Gerade die Sprache aber, die Eindrücke und Gedanken fixiert, ist der Treibstoff für die Weiterentwicklung von Bewusstsein.

  • Könnte man da nochmal genauer drauf eingehen?
    Wie viel Alkohol mit wie viel Prozent auf wie viel Königin ?

    Ich hatte mal einfach den guten 95%igen Alkohol in Lebensmittelqualität genommen, den ich für Propolistinktur vorrätig hatte. In ein kleines braunes Arzneifläschchen mit weitem Hals gegeben (50ml? 100ml?). Da sollten dann nach und nach mehrere Königinnen rein.


    Praktische Erfahrungen in der Andwendung habe ich aber noch nicht. Vielleicht kann Melanie nochmal was zu Herstellung und Anwendung sagen.


    In englischen Foren liest man zu diesem Zweck auch von 'rubbing alcohol', also Spiritus. Ich bevorzuge aber unvergällten.

  • Zur Frage Altkönigin kann ich auch nur beisteuern, dass ich es mir aus beruflichen und anderen Gründen nicht leisten kann a) immer mehr Kisten und womöglich noch Kleineinheiten in anderem Maß überall hin zu stellen bzw gar noch einen weiteren Standort zu eröffnen.

    Das zweite Jahr dürfen sie hier und da schon mal noch gern, wenn sie gut waren, kein Ding.

    Ich parke aber nicht, um die alte Mutti dann im Umweiselungs-Seniorenstift an mangelnder Pflege durch die anderen Volksbewohner zu Tode kommen zu lassen.

    Mein Schaukasten ist zum Parken von Jungköniginnen, damit ich die im Herbst einweiseln kann.

    So fette Frendschwarmköniginnen sind auch sehr hübsch anzusehen, ja, aber was hab ich davon, wenn die im Folgejahr die Spaziergänger angehen oder sie eh mit Gefolge von dannen zieht und der Rest vorher schon keinen Bock mehr auf Sammeln hat und ich die Arbeit, natürlich immer völlig ungeplant.

    Also b) Strechfreudige und schwarmlustige brauch ich auch nicht, die knabbern an meiner restlichen Freizeit. Die Familie wird ebenfalls irgendwann mal knatschig usw.


    Also: nicht alles wird getüddelt, geherzt und aufbewahrt. Geht nicht. Sorry

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wenn das Brutnest lückenhaft wird oder wenn in Brutbretter übermäßig Buckelzellen eingestreut sind oder wenn ich Umweiselungszellen sehe, tausche ich die Königin aus; die kommt dann auch nicht in ein Altersheim.

    Ansonsten bleibt sie drin.

    Gruß Ralph

  • Thanaidh Und dann ist sie im 3. oder im 4. Jahr und hat richtig viel Bock auf schwärmen und tut das auch trotz Gegenmaßnahmen und ein ganzes Volk krippiert richtig dreckig an der Varroa in irgendeinem hohlen Baum.

    Da drücke/schneide ich lieber jedes zweite Jahr ab. Zum Wohle des Gesamtorganismusses 'Volk'. Um die Chancen auf diesen Siech-Tod zu verringern.

    Also hier siecht nix...und schwärmen auch nicht. Das sind auch so olle Wissenskamellen, dass die alten lieber schwärmen als die jungen....genau wie das Krepieren in irgendeinem hohlen Baum (in einer der letzten Bienenjournale war ein netter Artikel zu dem Thema....enorm, wie viele wilde Bienenvölker es so gibt).


    Alle paar Jahr vernünftige Bienenköniginnen kaufen, davon vermehren und zu reisefreudige austauschen....es gibt sogar Liebhaber dafür, die solche mobilen Königinnen gerne hätten. Also weder drücken noch schneiden, sondern weiter reichen... womöglich erntet man dann auch mal den einen oder anderen Schwarm...


    M.

  • Also hier siecht nix...und schwärmen auch nicht. Das sind auch so olle Wissenskamellen, dass die alten lieber schwärmen als die jungen....

    genau wie das Krepieren in irgendeinem hohlen Baum (...)

    .

    Also hier schwärmen die zweijährigen deutlich lieber als frische. So deutlich, daß ich mir die Arbeit mache, sie zu tauschen.

    Zitat

    es gibt sogar Liebhaber dafür, die solche mobilen Königinnen gerne hätten. Also weder drücken noch schneiden, sondern weiter reichen... womöglich erntet man dann auch mal den einen oder anderen Schwarm...

    oder wiederholt Faulbrut, weil unbekannte Quelle. Ganz fein. Wenn man sich die Mühe macht und solche wilden Völker engmaschig beobachtet, stellt man fest daß es da oft genug eine Pause gibt zwischen September und April/Mai. Hat aber bestimmt nix zu bedeuten, die schlafen da wahrscheinlich. Verrecken paßt aber auch.


    Und als Basiszüchter würde ich mich für so Drohnen auch bedanken. Leider perlt solche Kritik ab (die Stecher sind auch die besten Sammler!!!) und richtig leiden tut der Verursacher, der nach ein paar Jahren zum nächsten Hobby weiterzieht, auch nicht drunter. Sagt höchstens noch besserwisserisch wie toll die Bienen werden, indem meine Drohnen es richten müssen und er mir in den Weg sch....


    Egal, viele Wege führen nach Rom.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nochmal. Edit ging nicht mehr.


    <woltlab-quote data-author="Hymenoptera" data-link="https://www.imkerforum.de/forum/thread/60347-alte-k%C3%B6nigin-2016-sinnvoll-verwerten/?postID=586613#post586613">

    <p>Also hier siecht nix...und schwärmen auch nicht. Das sind auch so olle Wissenskamellen, dass die alten lieber schwärmen als die jungen....</p>

    <p>genau wie das Krepieren in irgendeinem hohlen Baum (...)</p>

    <p>.</p>

    </woltlab-quote>

    <p>Also hier schwärmen die zweijährigen deutlich lieber als frische. So deutlich, daß ich mir die Arbeit mache, sie zu tauschen.</p>

    <woltlab-quote>


    <p>es gibt sogar Liebhaber dafür, die solche mobilen Königinnen gerne hätten. Also weder drücken noch schneiden, sondern weiter reichen... womöglich erntet man dann auch mal den einen oder anderen Schwarm...<br></p>

    </woltlab-quote>

    <p>oder wiederholt Faulbrut, weil unbekannte Quelle. Ganz fein. Wenn man sich die Mühe macht und solche wilden Völker engmaschig beobachtet, stellt man fest daß es da oft genug eine Pause gibt zwischen September und April/Mai. Hat aber bestimmt nix zu bedeuten, die schlafen da wahrscheinlich. Verrecken paßt aber auch. <br></p>

    <p><br></p>

    <p>Ich hab in der Schwarmzeit jeden Tag Anrufe. Entweder sie hängen im Baum, oder schon in der Zwischendecke. Und der Besitzer hängt parallel im Büro und rettet die Welt. Jede Dreckszelle wird verwertet weil es geil fürs Ego ist, neue Völker zu schaffen, aber das Töten ist pfui und das überlassen wir der Schweinefabrik. Doch, dieses Handeln führt dazu, daß Völker verrecken. Mangelnde Selektion ist nicht gut, weder für uns Imker, noch für die Bienen. Weil die Zeit, die es bräuchte, so eine Betriebsweise zu leben, nimmt sich ja auch keiner mehr. Und selbst wenn, man zwingt sie ja (über die Drohnen) auch den Nachbarn auf. Oder würdest Du sagen, Schwarmträgkeit ist keine genetische Disposition?</p>

    <p><br></p>

    <p>Als Basiszüchter würde ich mich für so Drohnen bedanken. Leider perlt solche Kritik ab (die Stecher sind ja auch die besten Sammler!!!) und richtig leiden tut der Verursacher, der nach ein paar Jahren zum nächsten Hobby weiterzieht, auch nicht drunter. Sagt höchstens noch besserwisserisch wie toll die Bienen werden, indem meine Drohnen es richten müssen und er mir in den Weg sch....<br></p>

    <p><br></p>

    <p>Egal, viele Wege führen nach Rom.</p>

    <p><br></p>

    <p>Beste Grüße,</p>

    <p>Ralf</p>

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Aus o.g. Gründen tausche ich auch.

    Ich hab zwar nur Kleinzahlen aber je älter, desto Baum bzw zu verhindern mit Arbeit und Aufwand.

    Oder sie sind eben nicht mehr steuerbar schwarmträge, was bedeutet: zwar Zellen mal hier und da aber 2 oder 3 x Brechen und dabei voll weiter sammeln und dann ist Ruh.


    Ab ca F3, manchmal F4 verwässern die gekauften Eigenschaften deutlich. Das warte ich nicht ab.


    Faulbrutsperrbezirk ist nebenan.

    Wenn ich da letztes Jahr zu einem Schwarm gerufen werde, der in ein Fachwerkhaus Scheunen Zwischendecke gezogen war, unerreichbar egal wie. Der Terrassenbesitzer dann das Flugloch zu ihm hin zuschmierte und die einen anderen Ausgang oberhalb des Innenhofes fanden oder später auch das an klinischen Befall von Faulbrut eingegange Volk dort ausgeräumt haben. Um die Sporen hübsch zu verwaren und an der Beprobung vorbei, bis im Folgejahr die Kontrolle bei einem anderen Imker wieder positiv war, und wir da alle den kompletten Samstag verbracht haben mit der Sanierung von 10 Völkern.

    Es ist nie komplett in der Hand des Bienenhalters

    Aber an der Wahrscheinlichkeit kann man arbeiten

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Grade kam ein Anruf, 'Bienenschwarm'. Dem schau ich jetzt zu. Hängt in acht Meter Höhe, Fußgängerzone, unerreichbar. Gestern ein Anruf einer Hausverwaltung, Bienen in einer Zwischendecke. Vor vier Wochen ein Schwarm den ich gefangen hab. Alles innerhalb eines Radius von 100m.


    Es kotzt mich so an. Echt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also weder drücken noch schneiden, sondern weiter reichen... womöglich erntet man dann auch mal den einen oder anderen Schwarm...

    Na, das ist auch ein Geschäftsmodell:)


    Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang von Varroa, erfolgreicher Überwinterung und Alter der Königin. Die älteren pflegen oft früher aus der Brut zu gehen im Herbst. Da wird dann eine geringere Anzahl Jungbienen für den Winter noch erbrütet. Das ist nicht positiv zu bewerten für die Überwinterung.

    ...und nein, bei mir sterben nicht mehr Völker über den Winter als bei anderen.

    seit wie vielen Jahren?

  • Hab zwei "alte Damen" in Begattungskästchen einlaufen lassen, aus denen vorher die junge begattete KÖ heraus genommen wurde.

    Kurios: nach einer Woche waren beide Damen noch zu sehen, gestern beide verschwunden.

    Die Bienen wussten schon genau, welches Alteisen ich denen andrehen wollte.

    Ich frage mich ob ein kurzes knappes Abdrücken da nicht der "schönere" Tod gewesen wäre......

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Also ich habe bisher keinen Zusammenhang zwischen Alter der Königin und Schwarmstimmung bemerkt aber sehr wohl zwischen züchterischen Qualität und Schwarmstimmung.. die einzigen vier reiselustigen Völker kamen in diesem Jahr aus der selben Zucht und hatten zwischen 1 bis 3jährige Queens....und wollten los von zwei grundsätzlich verschiedenen Ständen!


    Faulbrut hatte ich bisher auch noch nicht in meiner Ecke trotz zahlreich gefangener Schwärme und vieler wilder Völker hier in Berlin.


    Aber fragt mich in 30 Jahren nochmal... Ansichtsänderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten.


    M.