Pestizide im Honig

  • Hallo Imker
    heute habe ich ein Mail bekommen mit der Frage: Ob Spritz - oder Düngemittel die in der Landwirtschaft eigesetzt werden, sich im Honig ablagern. Da diese Person Allergieker ist, möchte ich Ihn möglichst genau darüber infomieren.
    Wer weiß zu dieser Frage mehr.


    Viele Grüße


    Harry

  • Hallo Harrydi!
    Im Honig können sich sogenante Fungizidrückstände befinden. Im Raps werden regelmäßig Fungizide wie Tebuconazol und
    Carbendazim als Sprühmittel eingesetzt.
    Die lebensmittelrechtliche Beurteilung von Pflanzenschutzmitelrückständen im Honig erfolgt auf der Grundlage der Rückstandshöchstmengenverordnung. Diese gibt für die genannten wirkstoffe keine Grenzwerte an. Üblicherweise wird in solchen Fällen akzeptiert, dass gelegentlich Rückstände bis zu einer Maximalbelastung von 0,01ppm auftreten können.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • Hallo Harrydi!
    Das größte Problem die Honigqualität zu verbessern liegt in einer unbelasteten Natur! Aber selbst bei Aufschreibung von entsprechender Düngemittel- und Spritzmittelausbringung durch die Landwirte, kann wohl derzeit keine positives Ergebnis "erstellt" werden. Vielfach sind nachgewiesene Rückstände in so kleinen Mengen nur nachweisbar, dass es mit vorhandenen Gesetzen keine Konflikte gibt. Leider werden aber die wohl wichtigen gegensätzlichen Wirkungsweisen - auch von kleinsten Mengen - wenig bis gar nicht erforscht. Wenn wir auf das "Warum" der Aufschreibungen kommen (bei den Landwirten), dann muß klar werden, dass die Böden oft einige Jahre mit einem Mittel belastet sind. Wie gesagt, Wechselwirkungen sind selten erforscht! Es kommt also mit Sicherheit zu Anreicherungen und später auch zur Belastung anderer Pflanzen. Ich lebe in einem Hopfenanbaugebiet und man kann an den Böden feststellen (nach Jahrzehnten), wo früher Hopfen gestanden hat! Wir sollten hier nicht immer nur die Augen zumachen und so tun als wäre alles in Ordnung! Grund zum Lachen hat, wer in der Nähe eines oder mehrerer "Ökobauern" seine Stände hat. Hier wird oft durch "richtigen Pflanzzeitpunkt", "mechanische Bekämpfung", etc. weniger nachhaltige Belastung auf den Naturhaushalt ausgeübt. Insoweit sollten die jeweils örtlichen Landwirte in den Dialog der Imker einbezogen werden. Es geht um das Verständnis, welches meist nicht vorhanden ist. Welche Funktion hat die Hummel im Naturhaushalt? Solange der Einzelne diese Frange nicht beantworten kann, kann er auch keine Äußerung zu Spritzmitteln abgeben! Der moderne Mensch muß sich eingestehen, dass er nichts ist! Selbst Deinem bekannten "Allergiker" wird es so gehen! Gegen was ist der denn allergisch? Gegen den Tapetenkleister, das Klopapier oder den Kunststoff am Lenkrad des Autos? So lange wir uns täglich einreihen in das "wir wissen nichts" sind uns auch keine Wissenschaftler hilfreich, wenn diese sich mit der Forschung unwesentlicher Punkte beschäftigen. Es ist nicht die Fragen, ob im Honig Rückstände sind! Es ist die Frage, welche Mechanismen ausgelöst werden beim Genuß? Aber auch hier müssen wir doch "normal" bleiben! Wer frangt schon an der Kinokasse aus welchem Papier die Karten sind oder aus welchem Stoff der Sitzbezug. Allergie bedeutet für den Betroffenen (Nur für Ihn!) neue Wege gehen. Alternativen suchen, erforschen und ggf. weitergeben. Allergie ist deshalb kein Laster, sondern die Möglichkeit die Zukunft zu erleben. Wir alle müssen uns täglich fragen, was unterstütze ich mit meinem Produktkauf? Was fördere ich für eine Betriebsweise? Da gibt es Reiter, welche einen Streß bekommen, wenn ein anderer Reiter sein Pferd zur "Mina" macht. Selbst kaufen diese dann die Salami im Supermarkt (Wo ist der Unterschied zwischen Rind und Pferd?). Womöglich bekommt das Pferd noch seinen täglichen Apfel oder die gesunde Karotte. Was das Rind bekommt interessiert schon wieder nicht mehr! Ist dies also konsequent? Lebenshaltung ändern. Leben genießen? Aber bitte nicht auf Kosten der anderen Bürgerinnen und Bürger. Es mag nun manchen Leser geben, welcher einen dicken Hals auf diesen Artikel bekommt. Ich kann beruhigen, dies ist keine Allergie! Ach ja! Vergeßt bitte nicht euren Wissenshorizont zu stärken. Hier noch ein praktischer TIP für alle Honigschlecker. Beim Kreisverband Roth ist am 3.3.02 Frau Renate Frank als Referentin zu Gast. Thema: Honig, Süßigkeit oder Heilmittel. Wer also was wissen will sollte sich zu diesem Fachvortrag auf den Weg machen. Wenn ich mir überlege, dass die ganz Imkerelite vor kurzem in Graz war um etwas zu erfahren, so kann ich mir gut vorstellen, dass der Weg nach Schwabach bei Nürnberg kürzer ist. Die Beschreibung findet Ihr u.a. bei http://www.lvbi.de
    Ach ja und nochwas! Wenn man sich als Allergiker unsicher ist, so kann man die Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, Kleidung, etc. vorher austesten lassen, bevor irgend ein Schaden eintritt. Zu den Rückständen im Honig empfehle ich als Pflichtlektüre den aktuellen "Der Buckfastimker 1/2002". Ab Seite 65 können wir uns mit "dem Problem des Sommers 2002 (?)" beschäftigen - Imidacloprid.
    Und nochwas: Belastungen im Honig können auch durch flasche Geräte kommen (z.B. Rostschleudern). In Bayern kann man beim zuständigen Kreisvorsitzenden noch Förderanträge abholen. Diese müssen mit einem Kostenangebot oder klarer Geräteart und Preis (Katalogausschnitte) bis spätesten 08. März beim Landesverband in Nürnberg sein. Gefördert werden u.a. Schleuder, Honigfiltergeräte, etc..

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein