Fragen zu zwei Dadant-Völkern.

  • Moin moin,

    besorge dir eine Futtertasche und packe diese an Position 1 (neben die alten Waben). In diese dein Zuckerwasser 0,7 oder 0,8 zu 1 und die Bienen bauen unabhängig von der Tracht die Waben aus. Also bis auf 11 Waben/Mittelwände die Kiste auffüllen und die Futtertasche.

    Nach der Lindentracht (Abschleuderung) gibst so über die Futtertasche ca. 6-7l Zuckerlösung wöchentlich. Die Königin geht/bleibt in Eiablage und die Zuckerlösung wird verbrütet.

    Wenn Tracht von außen reinkommt, so kannst du die Zuckerlösung reduzieren.

    Nach ca. 4 Wochen werden/sollten alle "neuen" Waben ausgebaut sein und die Lösung wird auf 1:1 erhöht.

    Das ganze ebenfalls 4-6 Wochen und so kommst du auf ca. 26kg die du eingefüttert hast. Das Volk sollte ca. 8-10kg verbrütet und 16-20kg Winterfutter eingelagert, das sollte je nach Region bei dir reichen. Den Adamfütterer kannst du verkaufen oder sauber im Lager lassen.


    Die Futtertasche kommt dann raus und anstelle dessen das Wärmeschied (bei Holzzargen).


    Man sollte bis zur ersten Woche im September als "Anfänger/Neuling" mit der Einfütterung fertig sein. Später mit mehr Erfahrung kann man auch bis Mitte Oktober die Fütterung betreiben um die Kö weiter legen zu lassen. Schwenkt das Wetter allerdings stark um nimmt ein Volk eventuell kein Futter mehr und dann kann e s knapp werden. Also bitte in den ersten Jahren zu sehen das bis Anfang September alles im Kasten ist.


    Gruß

  • Hallo imkerhh,

    Meine Frage hat sich quasi von selbst erledigt, weil " Anfänger denkt - Bien lenkt ". Die 2 HR sind jeweils knacke voll, also nix mit " was mache ich mit den nicht schleuderwürdigen HR Waben". Keine Ahnung, wie das so schnell gehen konnte. Diese Woche wird jedenfalls abgeschleudert. Hier honigen bereits die ersten Blühstreifen, weitere werden zusammen mit Springkraut über Sommer folgen. Kann gut sein, dass ich ohne / mit wenig Zuckerlösung auskomme beim Waben Management / bei der Einfütterung. Bis Anfang September füttere ich nicht mehr auf Zielgewicht auf, viel zu früh hier, da kommt noch genug vom Acker, insbesondere dieses Jahr auf Grund der landwirtschaftlichen Fruchtfolge ( habe mit den Bauern gesprochen ). Sollten die Bienen zum Zeitpunkt X im September / Oktober noch etwas brauchen, werden sie die Gaben aus dem Sommertracht Honig sicher nicht verschmähen. Mit dem Adam Fütterer habe ich bis jetzt gute Erfahrungen gemacht und nehme ihn daher weiterhin, Futtertaschen stehen aber auch bereit, falls es mal nötig wäre.

    Danke nochmals für Deinen Beitrag, trägt alles zu meiner Erfahrungskonsolidierung bei .

    Grüße und natürlich volle Honigtöpfe !

  • Hui, ich hatte nicht geahnt, dass ich hier so eine Diskussion lostrete. Leider war ich in der letzten Zeit beruflich sehr eingespannt, deshalb erst jetzt ein Dankeschön an alle und einige Klarstellungen:


    1. Ich wollte in diesem Jahr möglichst keinen Honig ernten, was nicht heißt, dass ich es niemals will.


    2. Auch landwirtschaftliche Nutztiere können ohne Ertragsstreben gehalten werden, es gibt z.B. genug Leute, bei denen Schafe Rasenmäher sind und keine Fleisch- oder Wolllieferanten.


    3. Ich weiß, dass Bienen sich nicht für einen Streichelzoo eignen – ich will auch keinen aufmachen.


    4. Ich halte Bienen nicht für irgendeinen coolen Party-Smalltalk und ich bin auch kein esoterisch angehauchter Möchtegern-Ökologe. Einfach nur jemand, der Bienen und das Verhalten in ihrem Superorganismus extrem interessant findet.


    Und jetzt nochmal zur Sache: Danke für die Aufklärung hinsichtlich Brutraumverengung, Schiedführung usw. Hier war ich auf dem Holzweg, und auch nach nochmaliger Lektüre finde ich den der größten Teil der Fachliteratur an dieser Stelle sehr unklar. Ich habe es jetzt mit Eurer Hilfe kapiert.


    Dennoch bin ich weiter etwas unentschlossen, ob ich in Kürze komplett abräumen und mit Sirup auffüttern soll oder den prall gefüllten ersten Honigraum drauf lasse und hoffe, dass die Bienen tatsächlich umtragen. Wie sind Eure Erfahrungen mit der zweiten Variante?


    Herzliche Grüße

    Krishan

  • Es gibt also durchaus mehr als nur vereinzelt individuelles Interesse.

    ...es gibt halt einen riesen Markt für Sonderwege, die direkt ans Herz des Naturliebhabers appellieren. Ist eigentlich gut (für mich), ich verkauf ja jetzt auch Bienen. Nur an meinem Gewissen muß ich noch arbeiten, wenn ich sie abgebe. Das zwickt noch (zu) oft.


    Überwintern auf Honig ist ok, bügelt aber Defizite in der Haltung nicht aus. Kein einziges. Und wenn Du's drauf hast, kannst Du den Honig genausogut auch ernten. Mußt Du ja nicht, aber an den Punkt mußt Du erstmal kommen. Wenn Du da bist, ist der Punkt auf dem Weg dahin bloß vermutlich gegenstandslos geworden.

    rase : nicht jeder der einen Sonderweg geht ist ein Idiot, auch wenn er in diesem Forum von einigen oft so dargestellt wird. Und nicht jeder, der einen Sonderweg geht, killt in wiederkehrender Regelmäßigkeit seine Völker, auch dies wird in diesem Forum von manchen oft so dargestellt. Und wenn Du an den gleichen „Imker“ immer wieder Völker verkaufst, darfst Du das gerne hinterfragen, es aber für nicht konventionell arbeitende Imker zu verallgemeinern, halte ich für unangebracht.


    Auch ist Überwinterung auf Honig nicht zwangsläufig mit Defiziten in der Haltung gleichzusetzen. Und auch wenn man es dann drauf hat, kann man den Bienen den Teil des Honigs, den sie für die Überwinterung benötigen, lassen. Es ist wohl unbestritten, dass Honig für Bienen die gesündere Nahrung ist als Zuckerwasser.


    Und was Dein Gewissen angeht... die meisten machen es doch ganz gut, auch wenn am Anfang noch viele Fragen offen sind...


    Beste Grüße,

    Thanaidh

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Thanaidh ()

  • Hallo nochmal,


    es steht schon oben: einfach drauflassen bedeutet, dass alles genau so bleibt, wie es momentan ist.


    Honigbienenhaltung ohne Sammeln und ohne Honig gibt`s nicht. Und wenn Du Dich um die durchaus für das Bienenvolk (und Dich?) auch negativen Folgen kümmern willst und die Völker betreuen, dann kommst Du um Honig(raum)management und -entnahme nicht herum.

    Aus diesem Grunde hinkt auch der Vergleich mit den Schafen ganz deutlich.

    Die Wintertraube wandert dem Futter hinterher, dann hast Du sie im Frühjahr zargenübergreifend oben drin sitzen. Und weil das Absperrgitter dazwischen im Winter schon sehr ungünstig ist, werden sie dort auch brüten.


    Aber das Forum ist auch in der Endwinter- und Frühjahrsphase aktiv :wink:



    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es ist wohl unbestritten, dass Honig für Bienen die gesündere Nahrung ist als Zuckerwasser.

    Nö. Freudenstein hatte da auch schonmal was zu geschrieben. Egal. Jeder wie er meint, solange die Bienen gesund sind isses mir recht. Meine Frau als Imkerfrau sagt das auch.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • nicht jeder der einen Sonderweg geht ist ein Idiot, auch wenn er in diesem Forum von einigen oft so dargestellt wird

    Nee, nicht jeder. Statistik halt...

    Wir schauen uns das schon länger an, als Du imkerst aber es gibt hier immer nur Ausnahmen, logisch.


    Ich habe selbst mit einem Sonderweg begonnen, wollte Bienenhaltung, wollte alles lernen, nichts Konventionelles, gestresste und gepresste Bienen, erst gar keine Ernte, das war völlig unwichtig, und ich wollte nur Überschüsse, der Rest durfte beim Bien bleiben etc


    Was soll ich sagen? Ich war ein Idiot oder sagen wir, ein Idealist, der noch keine Ahnung hatte und die Theorie noch nicht in der Praxis langjährig erprobt


    Und nicht jeder, der einen Sonderweg geht, killt in wiederkehrender Regelmäßigkeit seine Völker

    Ich habe zu Beginn Völker gekillt - oder sagen wir: ich hab es nicht mitbekommen oder zu spät, dass was hakte und musste die Konsequenzen dann erleben; ich hatte zu wenig Erfahrung und mit meinem Sonderweg zu wenig Möglichkeiten eines positiven Eingriffes bzw wenn, dann nur was für Profis.


    Wer da Tiefschläge einsteckt, und noch nicht die Flinte ins Korn wirft, die, die dann umschwnken und auch die, die stur genauso weitermachen - die kaufen im Frühjahr Bienen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es ist wohl unbestritten, dass Honig für Bienen die gesündere Nahrung ist als Zuckerwasser.

    Nö. Freudenstein hatte da auch schonmal was zu geschrieben. Egal. Jeder wie er meint, solange die Bienen gesund sind isses mir recht. Meine Frau als Imkerfrau sagt das auch.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Sein Vater war Aktionär der Zuckerfabrik ;) Dazu hätte ich gerne noch ein paar andere Meinungen! Ich halte mich da eher an die Natur und hier überwintern die Bienen nun mal auf Honig und nicht auf Zuckerwasser...


    Grüße Thanaidh

  • Zucker war damals sauteuer. Der Imker als Genotyp ist eher..... sparsam. Die konnten auch damals schon rechnen. Mach doch so, wie Du möchtest. Alles schick.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • beetic : Es gibt zu Flinte ins Korn werfen und stur so weitermachen noch eine dritte Option... reflektieren, richtige Ansprechpartner finden und mit Bedacht weiter seinen Weg gehen. Ich finde es schade, dass hier oft über schwarz oder weiß diskutiert wird, obwohl die Welt so wundervoll farbig ist.


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Hallo,

    das mache ich seit 2015: Überwinterung auf Honig.

    Abgesehen von den Honigkränzen auf den Brutwaben steht auf dem BR noch eine halbe Honigzarge mit Frühtracht. Wenn diese gut ausgebaut und angetragen ist wird der 2. HR unter den ersten gesetzt. Dieser wird abgeerntet, ev. auch 2x.

    Verbrauch 2017/2018: 10 bis 15kg (bis zum Aufsetzen des ersten HR A4 2018.

    Bei der Milbenbehandlung werden vorher die Bienenfluchten eingelegt und beim Behandeln die HR weggenommen und danach noch ein oder zwei Tage über Folie auf die Völker gesetzt.

    Meine Beobachtung: Bei Brutbeginn tragen die Bienen den Honig aus dem aufsitzenden HR in den Brutbereich. Den mit Säure kontaminierten Honig aus den Futterkränzen nehmen sie erst später ab.

    Gruß

    Harald