Fragen zu zwei Dadant-Völkern.

  • Das Zuviel an Honig nehme ich raus

    Ja, eben. Ohne das geht's in den meisten Jahren nicht. Das willer ja gerade nicht.

    Krishan
    Die naive Vorstellung einfach eine Kiste (welcher Art auch immer) für Bienen bereitzustellen ohne sich um den Honig kümmern zu müssen, wirst du nach eingehender Beschäftigung mit der Materie sehr bald verwerfen. Da bin ich mir ziemlich sicher

    Signatur aus kontrolliert biologischem Anbau

  • Ich betreue Bienenvölker, die bei Kunden stehen, die an Bestäubung und dem Erlebnis interessiert sind, aber nicht an Honig. Das Zuviel an Honig nehme ich raus und ausreichend Honig für die Überwinterung bleibt drin. Ich sehe hier überhaupt kein Problem.

    Ja sie werden aber mehr als 20 Kilo das ganze Jahr über sammeln. Oder sie stehen extrem ungünstig und sind somit in meinen Augen in dieser Gegend Nahrungskonkurenz gegenüber anderer Insekten. Und wenn man nicht alles verfüttert, bleibt was über und dann? Mir kann keiner erzählen er würde den Honig dann nicht verkaufen, verschenken oder selber essen.

  • Ich betreue Bienenvölker, die bei Kunden stehen, die an Bestäubung und dem Erlebnis interessiert sind, aber nicht an Honig. Das Zuviel an Honig nehme ich raus und ausreichend Honig für die Überwinterung bleibt drin. Ich sehe hier überhaupt kein Problem.

    Ich habe eine ganz ähnliche Übereinkunft mit unserem Pastor: Er wollte auch gern Bienen in seinem Garten stehen haben, wie du so schön ausgedrückt hast für "Bestäubung und Erlebnis", will selbst aber nicht imkern und hat auch kein Interesse an dem Honig. Also hat er die Beute bezahlt und von mir einen Ableger hineingesetzt bekommen. Er hat nun seine Bienen im Garten, ich ein Volk mehr, mache sämtliche Arbeiten daran und habe ab nächstem Jahr auch den Honig davon. Win-win heißt das wohl heutzutage. ;) Vielleicht auch eine Lösung für Krishan , den Honig und dessen Ernte an einen benachbarten Imker "versubben"...

  • Das Zuviel an Honig nehme ich raus

    Ja, eben. Ohne das geht's in den meisten Jahren nicht. Das willer ja gerade nicht.

    Krishan
    Die naive Vorstellung einfach eine Kiste (welcher Art auch immer) für Bienen bereitzustellen ohne sich um den Honig kümmern zu müssen, wirst du nach eingehender Beschäftigung mit der Materie sehr bald verwerfen. Da bin ich mir ziemlich sicher

    Wo hat Krishan das geschrieben. Er schreibt lediglich, dass er dieses Jahr keinen Honig mehr ernten möchte und keinen Honig mag. Ihr folgert daraus, dass er nie Honig ernten möchte und haut erst mal drauf. Auch schreibt er, dass er dann NOCH keine Honigschleuder kaufen muss. Ich folgere daraus, dass er das durchaus vor hat. Eine Honigschleuder zu kaufen, ohne Honig zu schleudern macht keinen Sinn, also wird er das wohl dann auch tun wollen.


    Ihn gleich als naiv abzutun, weil er die Dinge anders machen möchte, finde ich nicht ganz angebracht. Honig wurde anscheinend schon entnommen. Und wenn er die Bienen auf dem eigenen Honig überwintern lassen möchte, sollte ja auch noch eine ordentliche Menge drin bleiben. Ich selbst entnehme pro Volk zwei bis drei Waben, je nach eingetragener Menge, der Rest bleibt für die Überwinterung drin. Und ja, das funktioniert. Und wenn ich alles drin lassen würde, würde das auch funktionieren! Allerdings in einer Einraumbeute und ich wandere nicht, habe also eher einen durchschnittlichen Eintrag. Warum sollte das in Magazinen nicht funktionieren?


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Ein gesundes Volk wird mehr Honig sammelnl, als es im Winter verbraucht.

    Abhilfe:

    Permanent Völker mit Ablegerbildung schwach halten.

    Und wie geht das dann weiter?



    Gruss

    Ulrich

  • Ableger haben noch mehr Dynamik und brauchen auch Material.

    Wenn man Völker betreut, sollten es schon minimal 2(-4) an einem Standort sein, sonst vertütelt man zuviel (Fahr)Zeit, und kann sich nicht vor Ort helfen bzw ausgleichen.

    Wenn man nichts ernten will, 2x TBE+ Naturbau, da verpennen die jede Tracht. Aber irgendwie absurd, so (HONIG)Bien zu halten.

  • Wenn man nichts ernten will, 2x TBE+ Naturbau, da verpennen die jede Tracht. Aber irgendwie absurd, so (HONIG)Bien zu halten.

    Sind das dann nicht Kerzenbienen?


    Beste Grüße,

    Ralf


    PS: Töpfern in der Toskana war auch mal hip.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ist es sinnvoll, dem starken Volk eine Brutwabe zu entnehmen und dem Ableger zuzugeben, um einerseits schnell eine größere Volksstärke aufzubauen und andererseits jetzt schon mit dem Einengen zu beginnen?

    Hallo, bezüglich der Schwarmstimmung kann man darüber reden. Bzgl der Volksstärke des Ablegers brauchst Du das nicht, der wird problemlos zum überwinterungsfähigen, starken Volk. Ist ja noch Zeit.


    Beim Einengen hast Du irgendwas missverstanden oder falsch abgelegt: Eingeengt wird imFrühjahr zur Schwarmtriebsteuerung und gleichzeitig besseren Steuerung von Brut und Honigtrennung.


    Die Sache mit dem Honig habe ich auch einmal so gesehen, ganz genauso - völlig unwichtig. Mengenernte total schnuppe usw.

    Wer a sagt, muss auch b sagen, das ist fast untrennbar miteinander verbunden.

    Und wenn Du mit Ertrag nichts zu tun haben möchtest, warum willst du dann schieden? Man kann die Dadant ja auch auf 12 Waben versuchen zu fahren. Problem s. aktuelle Lage

    Zur Überwinterung wäre es wünschenswert, den Überschusshonig, der für Vorratszwecke rein für die Bienen jetzt im Plan ist, nicht oben in den HR, sondern unten im Volk zu haben. Sie wandern Dir sonst dem Honig folgend in die Honigräume...

    Also ich würde das so in der Dadant nicht haben wollen. Dafür wäre dann Zweiräumige Betriebsweise nun ggf angesagter


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Dafür wäre dann Zweiräumige Betriebsweise nun ggf angesagter

    Wofür ja wohl das nötige Grundwissen im Kurs vermittelt wurde. Bei den Theaterstück-Kursen ist meiner Meinung nach die Bienenernte auch wichtiger als die Honigernte. "Imkern könnte so schön sein, wenn der blöde Honig nicht wäre."


    Aber man muss auch keine Probleme herbeireden. Ist doch alles gut, so wie es ist. Zwei starke Völker, die bei passender Varroabehandlung sehr gute Chancen haben, im nächsten Jahr top dazustehen, auch ohne ausgleichen. Wahrscheinlich gleichen sie sich gegen Herbst ganz von alleine an.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Also ich imkere auch mit 12er Dadant und habe gelegentlich das "Problem" angetragener Honigräume, die nicht mehr rechtzeitig verdeckelt werden konnten. Um die nicht vergammeln zu lassen, habe ich diese UNTERGESETZT.

    Es gibt Völker, die sich sogar im Herbst noch die Mühe machen, das dann nach oben umzutragen in den Brutraum. Das war bei mir aber nicht kalkulierbar.

    Meist war es dann so, dass der HR erst zuletzt im späten Winter aufgezehrt wurde.

    Probleme machen gerade in diesem Mass die HR auch deshalb, weil das winterliche Behandeln erschwert wird.

    Ich sage nicht, unmöglich, aber eben umständlicher.


    Ist der HR untergesetzt, ist Totenfall oder Varroafall schwerer abzuschätzen, weil bei mir 10 Rahmen drin sind, versetzt zu den Brutraumrahmen (Dickwaben). Da bleibt schonmal was auf den Oberträgern liegen.

    Will man OX verdampfen, ist der Mehrraum zu beachten und auch evtl. Undichtigkeiten. Die spielen auch eine Rolle, wenns zugig wird, das ist eh eher ungünstig im Winter.

    Lässt man den HR on top, muss er entweder weggeräumt werden oder man zerreisst die Traube, sollte die sich geteilt haben auf BR und HR.

    Also wenn, dann die HR vorher leerlecken lassen oder wirklich abschleudern und das Zeug verwerfen. Zum verfüttern riecht das im Spätsommer zu stark und könnte Räuberei verursachen.

    Überwintern auf eigenem Honig ja, aber wenn, dann so, wie es bereits angeregt wurde, im Brutraum abgelagert!

  • Danke ! Landpomeranze für diesen wertvollen Erfahrungsbericht. Dazu hätte ich eine Frage.

    Ich arbeite mit angepasstem Brutraum im 12 er Dadant , d.h. das ( virtuelle) Brutnest mit den Honigvorräten befindet sich bei mir im 1. HR. Für eine Varroa-Virus -Infektionsbehandlung mit AS baldmöglichst im Juli, brauche ich ohnehin Honigvorräte im BR ( nach dem Abschleudern ) bzw. eine Honigkappe auf den BR Rähmchen, als Schutz während der AS Behandlung. Um dies zu erreichen wäre mein Plan, nach der Linde nur mäßig abzuschleudern und die schlechter mit Honig angetragenen Honig Rähmchen unterzusetzen, also HR unter BR. Flugloch verkleinern bei voraussichtlich Trachtunterbrechung nach der Linde - ist das nötig bei diesem Procedere ? Nach erfolgter Varroabehandlung würde ich kurzzeitig 0,8 : 1 Zuckerlösung über Adam Fütterer geben, um den Ausbau von Rähmchen anzuregen, gegebenenfalls MW zusätzlich. Auf diesen Rähmchen könnten die Bienen dann alle weitere Tracht ( Springkraut, Efeu, Nektar aus Greening Flächen der Landwirtschaft) eintragen. Meine Hoffnung / Spekulation wäre, dass unter Umständen anfallender Honigtau Honig zur Erzeugung der Winterbienen verbrütet wird und somit keine Probleme bei der Überwinterung verursacht. Im September würde ich schauen , was zum Zielgewicht fehlt und entsprechend auffüttern. Je nach Saison - / Witterungsverlauf kann das obsolet sein, im vergangenen Jahr waren meine beiden Völker nahezu überfüttert, da ich die Einträge durch Springkraut und Greening Maßnahmen nicht einkalkuliert hatte.

    Könnte das grundsätzlich so " funktionieren " ? Ich bedanke mich für lehrreiche Antworten.


    PS: dieses Jahr fragte das Bieneninstitut in Mayen bei seiner jährlich stattfindenden Umfrage zu den

    Winterverlusten den Punkt " Überwinterung / teilweise Überwinterung auf eigenem Honig " ab.

    Es gibt also durchaus mehr als nur vereinzelt individuelles Interesse.

  • Für eine Varroa-Virus -Infektionsbehandlung mit AS baldmöglichst im Juli, brauche ich ohnehin Honigvorräte im BR ( nach dem Abschleudern ) bzw. eine Honigkappe auf den BR Rähmchen, als Schutz während der AS Behandlung.

    (...)


    Es gibt also durchaus mehr als nur vereinzelt individuelles Interesse.

    Den ersten Teil versteh ich inhaltlich nicht, aber der zweite ist völlig banal, es gibt halt einen riesen Markt für Sonderwege, die direkt ans Herz des Naturliebhabers appellieren. Ist eigentlich gut (für mich), ich verkauf ja jetzt auch Bienen. Nur an meinem Gewissen muß ich noch arbeiten, wenn ich sie abgebe. Das zwickt noch (zu) oft.


    Aber 'ne Honigkappe als Schutz? Schutz vor was? Honig schützt die Bienen vor Hunger, ok. Soll das die Bienen vor der AS schützen? Dann nimm doch was anderes? TBE, 1x OS, fertig. Danach den angetragenen HR untersetzen. Diese ganze Spielerei mit dies tun, aber nicht wollen und deshalb dit und dat am Konzept ändern und hier noch'n Schnörkel dran und da mach ich's wie hier beschrieben aber anders und dann sind am Ende das Wachs schuld oder die Pestizide oder was auch immer. Liest sich immer lustig, aber nicht für die Bienen. Überwintern auf Honig ist ok, bügelt aber Defizite in der Haltung nicht aus. Kein einziges. Und wenn Du's drauf hast, kannst Du den Honig genausogut auch ernten. Mußt Du ja nicht, aber an den Punkt mußt Du erstmal kommen. Wenn Du da bist, ist der Punkt auf dem Weg dahin bloß vermutlich gegenstandslos geworden.


    Egal, ich verkauf 2019 voraussichtlich auch wieder Völker. Ausgepresste, versklaven Völker vom herzlosen und gierigen Imker. Wer welche vor dem elenden Honigpresser retten will, PN. Zander u. DD US. 150€, angesichts der Karmapunkte ein echter Schnapper.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wer welche vor dem elenden Honigpresser retten will, PN. Zander u. DD US. 150€,

    Mensch Ralf,

    Kuntzsch hoch...das ist der Renner.


    Überlege, ob ich noch ein zwei KS darauf schlage, um im nächsten Jahr die zu zahlreichen Ablegern zu verwurschteln - die Nachfrage wäre da.


    Aber:

    Zitat

    Nur an meinem Gewissen muss ich noch arbeiten


    Grüße

  • Kuntzsch hoch...das ist der Renner.


    (...) die Nachfrage wäre da.

    Ja. Aber doch Naturbau, Dreikantleiste als Oberträger, diese Klientel will aber keine Ableger, sondern Naturschwärme.


    - Honig nicht wichtig? Check.

    - Naturbau? Check.

    - ein exotisches Maß? Check.

    - jauchzt bei Drohnen, weil er die Königin sieht? Check.


    Ansonsten Top. Ist bestimmt in der Küche auf den nächsten Partys der Hit.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife