Bauerneuerung im Magazin

  • Hallo Andreas


    Weiten wir unsere Philosophie aus.
    In zwei Wochen können die alten Waben herausgenommen werden, wenn keine Brut darin ist. An ihren Platz kommen Mittelwände zum ausbauen. Wir haben dann ein Magazin mit Neubau.


    Mit Imkergruss
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Klaus,


    Die Bienen eng sitzen zu lassen, wie Du es empfiehlst ("bis es richtig kracht" und "Bierflasche") ist ein Spiel mit unsicherem Erfolg, so es denn überhaupt einen gibt. Unsicher deshalb, weil, wie Du selbst weißt, Platznot zu Schwarmtrieb führen kann. Mit auf Schwarmträgheit gezüchteten Bienen hat man es da etwas leichter. Andererseits ist zu fragen, ob das "Warmhalten" (weil sie ja so hübsch eng beieinander sitzen) überhaupt etwas bringt. Die Bienen heizen nicht ihre ganze Wohnung wie wir, sondern bilden eine Traube, an deren Rand fast Außentemperaturen herrschen. Es ist also reichlich egal wie groß die Beute ist, Hauptsache es zieht darin nicht.
    Ich weiß, ich sehe es mal wieder anders als die übliche Lehrmeinung.
    Thomas

  • Hallo, Thomas,
    wir machen es noch etwas anders. Wir haben Carnica auf DNM und Segeberger. Vorletztes Jahr hätte ich gern aud Dadant umgestellt, aber das gab der Etat nicht her :roll:.
    Also haben wir Rähmchen umgebaut. Im Brutraum (2 Segeberger Zargen) habe ich jetzt pro Wabe zwei untereinandergeschraubte DN-Rähmchen, deren Mittelstück bis auf ca. 15 mm für die Schrauben ausgesägt wurden. Die Lücke zwischen den beiden Mittelwänden schließen die Bienen innerhalb von einer Woche.
    Da ich die Ableger über den Segeberger Ablegerboden erstelle, brauchten wir da nur höhere Trennschiede.
    Als Honigraum habe ich dagegen nur Halbzargen mit zehn Dickwabenrähmchen, weil ich nicht so schwer heben darf.
    Meine Bienen müssen und dürfen viel bauen; jedes Jahr vier dieser doppelten MW und 20 Halbrähmchen pro Volk. Die Ableger kriegen beim Umlogieren auch nur Mittelwände dazu, in den beiden Jahren haben sie es jedesmal bis zum Ende der Auffütterung geschafft, alle auszubauen.
    Bis jetzt haben wir 6 von 10 Völkern umgestellt, der Rest folgt dieses Jahr.
    Die Brutnester waren wunderbar kompakt über diese Riesenfläche ausgebreitet, ich hab mich richtig gefreut, wie das alles aussah.
    Die Königin hat zur anderen Wabenseite zwar einen längeren Weg, aber es hat sich noch keine beschwert...
    Ich enge auch nicht ein, und "krachen" soll es bei mir schon gar nicht.
    Meine Imkerkollegen haben mich für verrückt erklärt, aber es funktioniert ganz gut.
    An Honig hatte ich letztes Jahr 300 kg von den 10 Völkern, obwohl nach Ende Mai nichts mehr kam, wegen des Wetters. Die Bauerei scheint sich also nicht negativ auf den Ertrag auszuwirken, entgegen der Meinung der Kollegen.
    Und klimatechnisch haben die Bienen wohl auch keine Probleme mit diesem sogar Dadant gegenüber riesigen Wabenmaß,; ich persönlich glaube sogar, daß es schädlicher ist, wenn die Kiste zu voll als zu leer ist, denn Wärme ist leichter zu erzeugen als abzuführen.
    Dieses Jahr nehme ich Buckfast dazu, die Schwarmneigung der Carnica geht mir doch heftig auf den Keks, auch wenn ich nur noch 11 statt 22 Waben nachsehen muß. Wenn die Carnica mit dem großen Rahmen schon so gut klarkommt, was passiert dann wohl bei der Buckfast? :wink:
    Gruß aus dem Sauerland
    Sabi(e)ne

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    ich weiß jetzt nicht, was Du mit "noch etwas anders" meinst. Mir ging um es die alte Mähr vom Warmhalten und Einengen.


    2 DNM-Waben zu koppeln ist eine Idee, wenn man mit der Großwabe arbeiten will. Meine Völker, die noch auf DNM sitzen, haben stets zwei Zargen (=2*11 Waben) zum Brüten (Die Randwaben sind voll Futter - nicht das jetzt jemand denkt, die sind alle bebrütet). Weniger bekommt ein Vollvolk nicht.
    Ich persönlich bevorzuge die Flachzarge wegen der leichteren Bauerneuerung (s. Thema). Bei mir ist es Langstroth 2/3.
    Durch das Umwohnen mußten sie viel bauen, 30 bzw. 40 Mittelwände. Interessant ist, daß die fleißigsten Bauer auch die fleißigsten Sammler waren. Es wird stimmen, daß zur Produktion von Wachs Honig benötigt wird, doch viel wichtiger scheint mir zu sein, daß die Bienen nicht aus Platzmangel in irgendeinen Dusel fallen. Also lieber Platz schaffen, auch wenn sie dazu bauen müssen, als es einmal zu eng werden zu lassen.


    Zum langen Weg der Weisel auf der Großwabe - manchmal schaffen sie sich auch Löcher auf der Wabenfläche, die sie fleißig als Durchschlupf nutzen.


    Viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Imkerkollegen, Hallo Thomas


    hier einige Informationen zum Bienenwachs


    ...Die Bienen produzieren das Wachs mit speziellen Wachsdrüsen, die sich zwischen den Hinterleibsringen befinden. Sie schwitzen aus ihren Wachsdrüsen (8 Stück bei unseren Bienen) winzig kleine Wachsplättchen aus. So ein Wachsplättchen wiegt 0,0008 Gramm. An der Produktion eines Kilogramms Wachs sind ca. 150.000 Bienen beteiligt. In Mitteleuropa sind die Monate April bis Juni die Hauptzeit für die Wachsproduktion.


    Den Rohstoff für die Wachsherstellung gewinnen die Bienen aus dem gesammelten Honig, bzw. aus den darin enthaltenen Zuckerarten (Fructose, Glucose und Saccharose). Ein Bienenvolk produziert nur soviel Wachs, wie für seine Erweiterung, bzw. Erneuerung des Wabenbaues zur Einlagerung von Honigvorräten und zur Aufnahe der Bienenbrut notwendig ist. Das Verhältnis von benötigten Zuckern (Honig) zu daraus synthetisiertem Wachs kann nicht auf eine bestimmte Zahl gebracht werden., da verschiedene Faktoren, wie beispielsweise das Pollenangebot auch eine Rolle bei der Wachsproduktion spielen. Als Mittelwert geht man in unseren Breiten bei der Carnica-Biene von einem Verhältnis von 7:1 aus. Die Bienen benötigen also 7 kg Honig um 1 kg Wachs zu produzieren.



    Gruss
    Dieter Luft

  • Zitat


    Ein Bienenvolk produziert nur soviel Wachs, wie für seine Erweiterung, bzw. Erneuerung des Wabenbaues zur Einlagerung von Honigvorräten und zur Aufnahe der Bienenbrut notwendig ist.


    Nach Untersuchungen aus den letzten Jahren ist der auslösende Reiz zum Baubeginn gute Tracht _und_ Platzmangel. Der Stopp der Bautätigkeit wird durch geringe/abnehmende Tracht ausgelöst. D.h. bei guter Tracht (oder Dauerfütterung wie im Versuch) wird über das benötigte Maß hinaus gebaut.

  • Hallo Thomas!
    Ich kann mich deiner meinung nur anschließen.
    Selbst ein kleiner ableger der eigentlich kaum sammelbienen hat baut bei guter fütterung noch ein oder 2 waben im sommer aus. Also zu einer zeit wo kaum noch tracht
    vorhanden ist.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • Hallo Thomas,


    Bitte nicht böse sein - aber der letzte Halbsatz von oben
    ... wird über das benötigte Maß hinaus gebaut
    ist sicher kein Wissen (eher deine Meinung :wink: ), den er widerspricht allen von dir vorher angeführten Tatsachen, die ich verkürzt 'mal so zusammen fassen will:
    es wird nur so lange gebaut, wie leere (Speicher-)Zellen benötigt werden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder Hummel




    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-03-08 16:17 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder,
    Deine Zusammenfassung kann ich aus meinen Texten nicht herauslesen.
    Nochmals: Auslöser des Bautriebes ist reichliche Tracht + Mangel an freien Zellen. Baustopp bei Futtermangel/abnehmender Tracht. Es wird bei guter Fütterung also weitergebaut, obwohl reichlich leere Zellen vorhanden sind.
    Viele Grüße, Thomas

  • Ich möchte hier eine Lanze für die Flachzarge brechen, die eine wunderbar einfache Bauerneuerung möglich macht.
    Wie läuft es in einem höheren Rähmchenmaß, höher als ca. 16cm? Man versucht im Laufe der Saison dunkle Waben an den Rand des Brutnestes zu bringen und hofft, sie bei Gelegenheit aussortieren zu können. Doch die Gelegenheiten sind selten, da sie meist voll Brut oder Honig sind. Man kann auch jetzt im Frühjahr, also bei geringem Brutumfang, das ganze Volk auf den Wabenbock stellen und aussortieren. Das ist eine unnötige Belastung für das Volk und garantiert sind doch ein paar schwarze Waben voller Brut.
    Die alte Methode, verdeckelte Brutwaben in den Honigraum zu hängen, sollte man bei Verwendung der üblichen Varroamittel tunlichst vermeiden. (Auch ist dieser Honig durch die Nymphenhäutchen dunkler und schmeckt etwas bitter.) Hand auf's Herz, wer hat mit diesem Aussortieren wirklich jedes Jahr ein Drittel der Brutwaben aussortiert? Mir ist es mit DNM nie gelungen.


    Wie läuft es mit der Flachzarge? Gerade gestern geübt. Ein Volk überwintert auf drei Zargen, jetzt kommt die unterste als Ganzes weg. Die paar ansitzenden Bienen werden über oder vor der Beute abgestoßen - fertig. Sollten doch einmal Waben noch reichlich Futter enthalten (meist sind es dann helle Randwaben) und das Volk knapp dran sein, kann man sie oben wieder einhängen. Das ist selten.
    Gestern war bei einigen Völkern in der untersten Zarge ein solcher Betrieb, daß ich schon dachte, sie pflegen dort Brut. Nein, sie naschten nur am offenen Futter.
    Der "Neubau" wird genauso einfach bewerkstelligt: Rechtzeitig (noch deutlich vor der Kirschblüte, bei starken Völkern mache ich es gleichzeitig mit der Wegnahme der untersten Zarge) eine Zarge mit Leerwaben und/oder Mittelwänden aufsetzen.


    Viele Grüße, Thomas


    P.S.: Über die Nachteile der Flachzarge, genannt wird meist das viele Holz im Brutraum, würde ich mich gern unterhalten, am besten in einem gesonderten Thema.

  • Hallo Thomas,
    die einzige Flachzargenbetriebsweise, die ich kenne (theoretisch) ist die von Georg Schuster "Imkern im Flachzargenmagazin".
    Der Vorteil des übergroßen Brutraumes bei 3 Zargen Br ist bestechend, da ist wesentlich mehr Platz als z.B. in Dadantbeuten. Was mich aber bei der Betriebsweise nach Schuster sehr stört, ist das ständige Umhängen von Brutwaben in die Honigräume, bzw. die Nutzung des oberen Brutraums komplett als Honigraum. Letztendlich imkert er nur mit zwei Brutzargen und entnimmt den oberen - dritten - Brutraum als Brutableger über den Honigzargen. Damit zerstört er Ständig die Brutnestordnung und der Vorteil der Flachzargen ist meiner Meinung nach dahin. Vielleicht schilderst Du in einem eigenständigen Beitrag ein mal Deine Betriebsweise. Ich bin mir sicher, das ich nicht der Einzige bin, der sich dafür interessiert.
    Mit imkerlichen Grüßen --- Harry ---

  • Futtermangel - schwache Völker?
    Es gibt im Frühjahr meist zwei Problemfälle:
    A) Das Futter geht aus (wird knapp).
    B) Die Bienen sind zu wenige; ..zu schwach, etc.
    zu A) Durch eine rechtzeitige Futtergabe bleibt das Volk in Schwung und es kommt zu keinem Einbruch. Je nach Wetterlage muss auch die Futtermenge und Futterart abgestimmt sein. Bei Flugwetter können die Bienen z.B. Wasser sammeln um einen Zuckerteig abzunehmen. Bei Frost wird aber auch kein flüssiges Futter abgenommen. Füttere ich aber dünnflüssig, so wird die Volksentwicklung motiviert. Schaut doch bitte jetzt in die Natur. Ist ein Volk eingebrochen, so hilft nur noch eine Notfütterung - welche jedoch nichts mehr mit imkerlicher Tätigkeit (Bestandteil der Betriebsweise) zu tun hat. Hier ist alles recht, was das Überleben sichert!


    zu B) Es wäre noch ausreichend Futter da, aber die Bienen sind zu schwach, sind orientierungslos, sitzen starr rum, etc.. Hier ist es schon 5 nach 12 und wir müssen sofort (!) tätig werden. Es handelt sich um eine Notmaßnahme! Soweit vorhanden wird eine Futterwabe aufgerissen und mit Wasser besprüht. Diese Wabe kommt mitten in die restlichen Bienen! Einen Tag später kontrolliert man, ob der Motor wieder läuft. Ist dies nicht der Fall, so gibt es nur die Auflösung. Schwach Bienen sind nicht mehr in der Lage die Verdeckelung aufzubrechen bzw. Wasser zu holen. Dies muß jetzt als Notmaßnahme der Imker machen. Wichtig ist eine Analyse, warum es zu diesem Umstand gekommen ist (sonst wird man sich imkerlich nicht verbessern).

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein