Bauerneuerung im Magazin

  • Liebe Imkerkollegen


    Die Lektion Plastikfolie und Kondenswasser habe ich hinter mir. Herzlichen Dank für die Guten Tipps.


    Bauerneuerung im Magazin.


    Bald ist es soweit und die Bienen möchten bauen. Wie macht ihr das? Setzt ihr ein Magazin auf nur mit Mittelwände, oder werden in der Mitte zwei Steigwaben eingehängt.
    Ich bin gespannt, was mir geraten wird?


    Besten Dank für alle Tipps.


    Mit Imkergruss
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Edmond!
    Bis zur ersten erweiterung hast du noch ein wenig zeit. Ich setze ein neues magazin immer nach unten. Die bienen bauen es schneller aus und im folgejahr sitzen meine altwaben die ich erneuern muss immer oben.
    So hast du viel weniger arbeit und musst nicht das ganze volk zerlegen. Du kannst auch waben umhängen in das neue magazin aber
    nimm immer eine pollen und futterwabe mit. Ordne die waben so an das sie über oder unter
    dem brutnest sitzen, so können die bienen ihre brut beser pflegen und ein kälteeinbruch macht ihnen nichts aus.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas Hoppe

  • Frühen Bautrieb kann man ausnutzen, wenn bei den ersten Durchsichten (ab März) unansehnliche Waben oder überschüssiges Futter gegen Mittelwände getauscht werden. Ebenso kann es Zeit für den Baurahmen sein. Mittelwände immer oben einhängen, da unten schlecht gebaut wird. Sie hängen oft noch im Herbst unbebrütet als Störfaktor für den Winter im unteren Raum. Also keine Arbeitserleichterung! Erweiterungsmagazine ebenfalls immer aufsetzen. In untergesetzte Magazine gehen die Bienen erst, wenn sie vom eingetragenen Honig nach unten gezwungen werden. Mindestens 3 Steigwaben (honigfeucht oder mit Honigwasser gut benetzt) locken die Königin nach oben, neben der jungen Brut wird zügig ausgebaut und das sogar bei Läppertracht. Umhängen von Futterwaben verbietet sich wegen möglicher Honigverfälschung von selbst.

    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg

  • Hallo Andreas,
    die Erweiterung nach unten ist wirklich ungünstig, wie schon Armin schrieb. Wenn die alte Zarge weggenommen wird (Februar, März) sitzen die Bienen oben, damit läßt sich die unterste Zarge fast Bienenfrei wegnehmen. Dazu muß auch nicht die ganze Beute auseinandergenommen werden, die zwei oberen Zargen lassen sich komplett anheben.
    Über das Brutnest eine Futter- oder Pollenwabe zu hängen stört die Entfaltung des Nestes nach oben. Wenn, dann seitlich in die Zarge. Leerwaben direkt über das Nest und Mittelwände daneben sind m.E. die beste Wahl beim Bestücken der neuen Zarge.


    Frage an Armin: wieso wird die Königin durch _honigfeuchte_ Waben nach oben gelockt? Meines Wissens bevorzugt sie zum Legen gut geputzte Waben. Honigfeuchte Waben benutze ich, um die Entwicklung des Nestes nach oben zu _stoppen_ (da ich ohne Absperrgitter arbeite). Das geht natürlich nur, wenn genügend Platz für das Nest vorhanden ist.

  • Hallo Andreas,


    denk auch bitte daran, dass bei deiner Methode die Altwaben gefährlich nahe an die zu schleudernden Honigräume kommen.
    In den Zeiten, in denen (fast)alle unsere Wachse durch chemische Varroazide belastet sind, sollte man möglichst nur noch Jungwaben schleudern.
    Ich persönlich arbeite genau umgekehrt, eine Erweiterungszarge oben drauf und im zeitigen Frühjahr die belasteten Altwaben unten als Fußzarge komplett entnehmen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Thomas,
    die honigfeuchten Waben putzen die Bienen in Nullkommanichts. Bei sehr guter Tracht werden sie verhonigen, wenn der Druck der Königin stärker ist als die Tracht, werden nicht nur die Waben, sondern etliche frisch ausgebaute Mittelwände bebrütet. Letzteres ist häufiger der Fall, da bei uns die Erweiterungen im sehr wechselhaften April aufgesetzt werden. Bei der 2. Erweiterung ist das Interesse der Königin geringer, da ihr das Brutnest jetzt ausreicht und ihre Legeleistung den Höhepunkt erreicht hat.

    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg

  • Hallo Armin,
    ich denke, wir sind uns in den meisten Dingen einig. Zu erklären bleibt jetzt noch, warum honigfeucht, wenn doch geputzt wird. Geputzte Waben wären theoretisch besser. Also: ist nachgewiesen, daß honigfeuchte Waben zu einer schnelleren Brutnesterweiterug führen als z.B. leere Waben?


    Bei mir werden in der Erweiterungszarge überwiegend frisch ausgebaute Mittelwände bebrütet. Zugehängte Leerwaben haben nach dem Ausbau eine Saison lang als Honigwaben gedient.


    Bei folgenden Formulierungen werde ich stutzig: "Druck der Königin", "Interesse der Königin". Nach Forschungen ist die Weisel eher eine Legemaschine als eine Herrscherin - sie legt dort Eier, wo die Arbeitsbienen Zellen geputzt haben; die Arbeitsbienen steuern durch ihre Fütterung die Legeleistung der Königin; die Arbeitsbienen bestimmen den Zeitpunkt und die Zahl der Weiselzellen; ...

  • Hallo Imker,
    wie schaffe ich es, möglichst viele neue Mittelwände ausbauen zu lassen?
    Hab bisher immer nur maximal 10 Mittelwände pro Volk geschafft
    Meine Völker haben auf 2 Zargen überwinter.
    Gruss Detlef

  • Hallo Detlef!
    Ich würde an deiner stelle das ausbauen der
    mittelwände den bienen überlassen(lach).
    Starke völker die frühzeitig mittelwände bekommen und an einer trachtquelle stehen
    schaffen weit mehr als 10 stk. Meine ableger
    überwintere ich in einer zarge. Im zeitigen frühjahr bekommen sie eine weitere zarge mit
    3 ausgebauten waben über dem brutnest. Ist die 2 zarge nun gut besetzt gebe ich ihnen den honigraum ebenfalls mit 3 ausgebauten honigwaben, den rest nur mittelwände.
    Du wirst sehen und staunen wie gut die bienen
    bauen. Versuch es einfach mal.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • hallo Andreas,
    vielen Dank für deien tipp.
    ich habe meine völker in 2 Zargen überwintert, 1 brutzarge und darauf eine Futterzarge.war das falsch?
    Die Futterzarge will ich nun bald entfernen, wenn die Witterung es erlaubt und eine Zarge mit Mittelwänden, 2 ausgebaute Waben und am Rand je eine Futterwabe ainsetzen.
    Ist das so richtig? Es gibt ja wohl viele Meinungen, sodass es schwer ist das richtige zu machen. So wurde es mir empfohlen. Habe übrigens 11 Waben DNM je Zarge.
    Mit freundlichem Imkegruss
    Detlef

  • Hallo Imkerfreunde


    Viele Wege führen nach Rom.


    Andreas, deine Methode beantwortet meine Frage. Ist es richtig, wenn ich die Futterwaben aufritze?


    Mit Imkergruss
    Edmond



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Edmond am 2002-02-27 17:24 ]</font>

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Detlef!
    Meine wirtschaftsvölker überwintere ich nur mit 2 zargen. Beim auffüttern im herbst lagern die bienen ihr futter meist oben ein.
    Im frühjahr befinden sich die bienen meist im oberen raum wobei sie ihr brutnest unten anlegen und ausdehnen. Ich weis nicht genau warum du die 2 zarge austauschen willst, vor trachtbeginn entnehme ich bis auf 1 oder 2 volle futterwaben Alles überzählige futter. Die fehlenden waben ergänze ich mit mittelwänden.
    Somit gelangt erstens kein winterfutter in den honig und auch eine wabenerneuerung ist gegeben. Dem brutraum entnehme ich dunkle
    und alte waben und ergänze sie auch mit mittelwänden. Wenn du jedes jahr auf diesem wege 11 waben erneuerst sind deine völker immer in ordnung. Nimm für den honigraum
    NUR honigwaben die du nach dem abschleudern
    bis zur nächsten tracht einlagerst, so gelangt keine schadstoffe oder der gleichen in den honig.
    Auch wenn du jetzt keine honigwaben hast werden die bienen bei trachtbeginn in wenigen tagen alle waben ausgebaut haben.
    Solltest du einen 2 honigraum benötigen hänge
    einfach wieder 3 ausgebaute waben hoch und sie werden den 2 Honigraum auch noch ausbauen.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas

  • Hallo Detlef!
    Ich würde den leeren Brutraum sobald wie möglich wegnehmen. Im verbleibendem Brutraum muß noch ausreichend Futter sein. Starke Völker benötigen keine aufgeritzte Wabe (schwach schon). Lasse die Bienen einige Zeit nur auf einem Brutraum sitzen, bis es da so richtig kracht drinnen! Krachen bedeutet, dass die Bienen unten durchhängen und beim Öffnen überquellen. Wer den Effekt nicht kennt, sollte mal eine Bierflasche schütteln und dann öffnen. Ganz einfach zu verstehn. Wenn es kracht, dann würde ich ein Absperrgitter auflegen und dann einen Honigraum mit Mittelwänden oder frischem Wabenbau. Dabei darf zu keinem Zeitpunkt Futternot entstehen! Dies funktioniert gut in Dadantbeuten (mit Schied einengen) oder in Zanderbeuten mit min. 10 Waben pro Zarge). Die Bienen müssen also nicht nach oben gelockt werden - wenn es kracht gehen diese alleine hoch! Wer keinen Honig ernten will, der vergesse das Absperrgitter!

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein