Varroabekämfung durch kleinere Zellengröße?

  • Hallo Imkerkollegen!
    Kann mir mal einer sagen, warum man die Zellgröße (Mittelwandprägung) größer gemacht hat als die Bienen normalerweise bauen?

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Klaus,
    das liegt in dem Unsinnigen Streben begründet, die Bienen Körperlich größer zu züchten als es die Natur vorsieht. Nach dem Motto große Biene= großer Honigmagen = großer Ertrag. Leider stimmt diese Rechnung nicht, den kleinere Bienen bringen einen höheren Ertrag, wenn die Völker stark genug sind. Mehr Infos bei http://www.beesource.com/eob/4dot9/index.htm


    und bei http://www.Dadant.com gibt es mittlerweile wieder Mittelwände mit 4,8mm Zellgröße.


    Über Naturwabenbau und Selektion der Bienen mit kleinerer Zellgröße ist eine Rückzüchtung auf eine "Normale" Bienengröße aber in wenigen Generationen jederzeit möglich. Dies ist unabhängig von der Rasse möglich, da die Zellgröße von 4,6-4,8mm in allen Bienen der Apis M. genetisch fest verankert ist.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Hallo Imkerkollegen!
    Kann mir mal einer sagen, warum man die Zellgröße (Mittelwandprägung) größer gemacht hat als die Bienen normalerweise bauen?


    Hallo allerseits,


    wie oft sich die Themen doch wiederholen. Bereits vor 13 Jahren aktuell: Kleine Zellen gegen Varroa!


    Ich finde es schön, dass Deutschlands erstes und größtes und bestes Imkerforum auch gut als Wissensarchiv genutzt werden kann!


    Zurück zum Thema: wie ich in einem aktuellen Thread bereits schrieb, wiederholen sich manche Themen alle 10 Jahre. Den zwischenzeitlichen Erfolgseintritt einer "Varroabehandlung durch kleine Zellen" möge jeder nun selber einschätzen. Scheinbar hat sich in den 13 Jahren kein Erfolg eingestellt.


    Ich hoffe, ich bekomme jetzt keinen "Watschen". :wink:


    Gruß
    KME

  • Hei KME,


    das hatten wir doch alles schon einmal durch...


    Ich erwarte eigentlich auch keine schlagartige Varroaresistenz durch irgend welche Imkermaßnahmen. Aber vielleicht bringen uns Kleine Zellen und andere Kniffe ein erweitertes Zeitfenster bis zu ersten Behandlung zum Saisonende oder einfach vitalere Völker.


    Gruß Jörg


  • Hallo Jörg, ich weiß, wollte es auch nicht aufwärmen.


    In 12-13 Jahren wird das Thema wieder hochkommen. Dann mit neuen Protagonisten. :p
    Gruß
    KME

  • Ich versuche mal eine Brücke zu bauen:



    Ich bin sicher, dass die Anhänger der kleinen Zellen - die z.T. seit mehr als 10 Jahren damit arbeiten - keine Traumtänzer und Scharlatane sind.
    Die Beobachtungen und Behauptungen dieser Imker haben definitiv einen wahren Kern.


    Und ich glaube auch nicht, dass alle Studien, die angeblich die völlige Unwirksamkeit kleiner Zellen in Bezug auf Varroa-Resistenz belegen sollen, durchweg absichtlich falsch durchgeführt oder gefälscht wurden.
    Aber auch diese Studien haben - auf ihre Art - Recht.



    Wer glaubt, er müsse nur kleinzellige Mittelwände oder Waben verwenden und könne dann weiterimkern wie bisher, ist auf dem Holzweg. Wer meint, eine einzige Maßnahme könne Wunder bewirken, irrt.


    Es braucht dazu eine fein abgestimmte Betriebsweise, die falsche Eingriffe bzw. Eingriffe zum falschen Zeitpunkt vermeidet.



    Kleine Zellen sind ganz sicher nicht der einzig mögliche Weg zur Resistenz.
    Ich möchte sogar behaupten, dass dies - vor dem Hintergrund der optimalen klimatischen Anpassung - bei uns nicht der bestmögliche Weg ist.



    Die Milbe ist möglicherweise nicht nur ein Fluch.
    Denn sie ermöglicht auch, bienenunfreundliche Betriebsweisen und Umweltbedingungen zu erkennen.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)