Wespennest umsiedeln?

  • Hallo, mit dem Flugkreis finde ich quatsch. Scheinbar sind nur Bienen so gepolt.

    Hummel: Im Frühjahr habe ich den Schuppen aufgeräumt und in einem Berg alter Dämmwolle ein Hummelnest zerstört. Habe die Waben in einen Kasten 1m entfernt gesetzt. Dem Nest geht es immer noch gut, die Hummeln haben das neue Nest gefunden.

    Gestern Wespenalarm in einer leeren Bienenkasten. Nest zerstört, Bienenkasten weggestellt. Heute morgen saß die ganze Bande in einem Kasten. Am alten Standort war KEINE Wespe mehr zu sehen.

    Meiner Meinung sind Wespen und Hummeln nicht so an, wie Bienen, auf den Standort fixiert.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Macht ja eigentlich auch Sinn, wenn die Satellitennester bauen können. Ich hab so Nistkästen mit Wespen, Hummeln oder Hornissen immer mitgenommen und zur besonderen Freude meiner Holden im Garten aufgehängt. Gut zu wissen, ein paar Meter hätten es oft ja auch getan. Probier ich mal aus.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da hast Du Dir ja richtig Mühe gegeben!:thumbup:


    Daß die Wespen damit glücklich werden bezweifle ich aber!


    Im Eifer des Gefechts hast Du wohl zwei Dinge übersehen:

    Zum einen bauen Feldwespen nicht in Höhlen sondern bevorzugen es, unter unter freiem Himmel zu wohnen.

    Das Nest ist meist nur frei an einem Pflanzenstengel geheftet.


    Zum anderen stehen bei Feldwespen, im Gegensatz zu den echten Wespen, die Zellen nicht senkrecht, sondern wie bei den Bienen, (fast) waagrecht.



    Vielleicht solltest Du also den Mädels lieber die Tür wieder aufmachen und das Vogelhäuschen um 90 Grad drehen...;)

  • Nicht ganz korrekt - Feldwespen gibt es in diversen Arten und tatsächlich bauen Arten, die im Freien bauen, gerne den Teller direkt zur Sonne. Andere aber mögen es dunkel und sehr warm und dann hängen sie wirklich mit den Öffnungen nach unten. Wer Feldwespen also umsiedelt sollte sie wieder so installieren wie er sie einst vorgefunden hat.


    M.

  • Kurze Info noch in die Runde da ich selber z.Z. in Wespen- u.a. -anrufen wortwörtlich ersaufe und nicht in der Lage bin, noch individuelle Anfragen per Mail, PN o.ä. zu beantworten:


    Alles, was da nicht als Haustier draußen unterwegs ist, unterliegt dem allgemeinen Naturschutz. Ergo braucht es zur Verfolgung/Umsiedlung/Vernichtung einen "vernünftigen Grund". Weiter präzisiert ist das gesetzlich nicht - handelt es sich um eine besonders geschützte Art (Wildbienen, Hornisse), dann muss der Betroffene den "vernünftigen Grund" einer Behörde (Obere oder Untere Naturschutzbehörde) vortragen die darüber befindet.



    Nur die Feuerwehr darf bei "Gefahr in Verzug" (aufgerissenes Hornissennest durch Sturmschaden o.ä.) umgehend und ohne Genehmigung handeln!



    Leider verstehen sich viele (zum Glück nicht alle!) Schädlingsbekämpfer als reine Dienstleister in Bezug auf Vernichtung, d.h. sie töten auftragsgemäß ab anstatt diesen vernünftigen Grund zu hinterfragen und erst dann bei Bedarf zu handeln.


    Ergo: Macht es besser - kein Umsiedeln oder Abtöten ohne nachvollziehbare Argumentation. Eine behauptete Wespengiftallergie kann durch ein mit Namen gekennzeichnetes Allergieset oder einen Allergikerpass belegt werden; allerdings braucht es diesen Nachweis nur dann, wenn von dem Nest wirklich eine Stichgefahr ausgeht. Also z.B. bei Ausflug in oder knapp über Kopfhöhe, bei Nestern unmittelbar entlang von Wegen, die auch nicht gesperrt werden können. Dann braucht es in meinen Augen auch nicht gleich eine Wespengiftallergie als Grund denn ein Nest, bei dem Konflikte vorprogrammiert sind weil nicht absperrbar, ist nun mal ein Problem. Ebenso Nester, bei denen sich Bauschäden abzeichnen - in Wärmedämmungen, in Rollokästen - oder die dringend erforderlichen Baumaßnahmen im Wege sind.


    Also einfach mit vernünftigem Augenmaß rangehen - und dann bitte auch entsprechend agieren: Was erreichbar und umsiedelbar ist, kann ja umgesiedelt werden (bei besonders geschützten Arten dürft Ihr das aber nur mit behördlicher Genehmigung) und was eben nicht erreichbar ist, kann man eben nicht so einfach umziehen. Insbesondere solltet Ihr nicht einfach auf Zuruf Nester abtöten - zumindest nicht, wenn qualifizierte Schädlingsbekämpfer in der Region aktiv sind. Zum einen sind Baumarktmittel nicht geeignet, um Nester tief in Fassaden o.ä. abzutöten und zum anderen finde ich es ethisch für Imker und Imkerinnen bedenklich, das "Geschäft mit der Vernichtung" zu betreiben....vor allem dann zum Dumpingpreis als Schwarzarbeit!


    Umsiedeln sollte man sich aber auch entsprechend bezahlen lassen - das ist nicht in 10 Minuten gemacht und darf dann auch mal teurer sein als das Abtöten durch den Kammerjäger. Also lokal mal nachfragen was der so nimmt.


    Übrigens braucht es kein Umsiedeln "um jeden Preis" - warum nicht mal ein paar Dinge aus dem Schuppen holen, die der Benutzer halt braucht und den Schuppen dann den Wespen überlassen? Gerade bei Langkopfwespen, die nun eh bald absterben, ist das schonender als die unbedingte Umsiedlung! In vielen Fällen ist auch der Rat zu Insektenschutzgaze angebracht - das ist den Leuten auch mal zuzumuten; wer im Grünen leben will und meint, Wespen gehören nicht dazu. sollte wieder in die Innenstadt ziehen...


    Soweit mein Statement und Wort nach dem Sonntag;)


    Grüße

    Melanie

  • wer im Grünen leben will und meint, Wespen gehören nicht dazu. sollte wieder in die Innenstadt ziehen...

    Unsren 'Innenstadtwespen' geht es gut. Zellulose (Gartenbank), Wasser, Speck und Marmelade (sonntags) gibt es in reichlichen Mengen.


    Ganz OT: gestern hat sogar eine große gelbe Libelle uns Besuch gestattet.

    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Zum einen bauen Feldwespen nicht in Höhlen sondern bevorzugen es, unter unter freiem Himmel zu wohnen.


    Ich hab mir auch schon überllegt, das Türchen nach der Fütterung zu entfernen. Tatsächlich habe ich das Volk relativ offen in der Ecke eines Gartenhäuschens vorgefunden. Das Türchen habe ich erstmal gebraucht, um das Abrutschen des Eierbechers bzw. das Anlocken anderer Insketen aufgrund des Zuckerteigs möglichst zu verhindern.

    Zum anderen stehen bei Feldwespen, im Gegensatz zu den echten Wespen, die Zellen nicht senkrecht, sondern wie bei den Bienen, (fast) waagrecht.


    Wie schon Hymenoptera meint: Die Waben so anbringen, wie man sie vorgegefunden hat. In diesem Fall hing sie tatsächlich senkrecht nach unten :) 


    Danke Hymenoptera für den ausführlichen Beitrag. Da stehen äußerst nützliche Informationen drin. Das heißt, der Grund "fühle mich bedroht" "ich habe Kinder" ist für das Entfernen eines Wespennests offensichtlich nicht ausreichend...? Allerdings wär dann die Konsequenz, dass ich dem Anrufer aus diesen rechtlichen Gründen absage, und er höchstwahrscheinlich selber tätig wird- allerdings mit der Giftflasche... Ob das wohl die Lösung ist?
    Aber ja, du hast Recht: Wir sollten wieder lernen, mit den Wespen zusammenzuleben. Es hängt allerdings von der Größe des Gartens ab, inwiefern das mit Harmonie vonstatten geht ;) Ein Anrufer hatte im Gespräch realisiert, dass sie in ihrem Garten einen Abstand von 6 Metern vom Nest gut einhalten können und meint er melde sich, wenn sie irgendwann doch zu penetrant werden. Bisher ist der Anruf ausgeblieben :)

  • Nicht ganz korrekt - Feldwespen gibt es in diversen Arten und tatsächlich bauen Arten, die im Freien bauen, gerne den Teller direkt zur Sonne. Andere aber mögen es dunkel und sehr warm und dann hängen sie wirklich mit den Öffnungen nach unten.

    OK, dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil!


    Mir waren bis gerade tatsächlich nur diese waagrecht im Freien bauenden Feldwespen bekannt.

    Das es (in Deutschland) auch noch andere Arten gibt ist mir neu!


    Again what learned! (SIC)